Ausgabe 
18.3.1932
 
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SieSenerSamilieniilätter

Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger

Nummer 22

Zreitag, den 18. März

Jahrgang (932

Türmerlied.

Bon I W von Goethe.

Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt, dem Turme geschworen, gefällt mir die Welt.

Ich blick' In die Ferne, ich seh' in der Näh', den Mond unb die Sterne, ben Walb unb ba» Reh.

So seh' ich allen die einige Zier, # und wie mir » gesallen, gefall ich auch mir.

Ihr glücklichen Augen, was je ihr gesehn, es sei, wie eo wolle, es war doch so schonI

In jenem

Vas Krühstück auf der Heideksburg.

Eine Anekdote von Wilhelm Schäfer.

mißmutigen Sommer, da die 51'urfürfHn Sibiiia non. Sadjfen sich tapfer in Wittenberg wehrte und dem finsteren Alba die Tore der Lulherstadt nicht eher ausmachte, als bis ihr gefangener Kurfurs es fett.er befahl: behielt noch eine Frau und Fürstin den Mut, deii Männer verloren. Denn als da» spanische Heer danach Über Thüringen kam, wollt die Gräfin-Witwe Katharina non Schwarzburg verhindern, baß Ihrem Land durch'das fremde Kriegsvolk Schade geschähe. Obw vH Prolesta ntiu erwirkte sie doch einen Schulzbrief des Kaisers, und wollte dafür dem Heerhausen, der bei Rudolstadt über die Saalebrucke ginge, Nahrung und Trank liefern, so gut wie sie vermöchte.

Als aber das spanische Heer an der Saale herauszog, hatte sie eilig die Brücke bei Rudolstadt abbrechen und eine /Meile oberhalb der Stadl ausschlagen lassen, dast ihr die ungebetenen «»ft« nicht «''dunahe kamen, weil, wie sie sagte, der Wolf im Schassstall gesohrlicher wäre als braußen!

So sah der Herzog von Alba, als er mit dem Herzog von 'Braun- schweig an der Spiste des Heeres ankam, wohl eine standsefte Brücke, aber keine Stadt oder Burg, zu der sie führte.nlcht anders cüs ob die Äraste sich über Rackst in die Felder verlausen hätten. Sollen wir unstri -Wahl zeit aus dem Bettelfack hallen, wie die Franziskaners fragte er lkolknd, unb weil der Herzog von Braunschweig des lia nde »k u ndiger war ! eßen sie einen Boten nach Rudolstadt reiten, sich auf der heideksburg zum Frühstück anzusagen. , ,

Die Gräfin Katharina, als ihr der Reiter vor Aug«n kam und war ein Edelmann des Herzogs von Braunfchweig, de »der 'tarfe 'durch den sonnigen Morgen erhstst batte, lies) ihn wohl fPfr^n, daft selber zustande, sich Gäste zu laben; aber sie gab ihm Defcheio. nicht ohne noch einmal den Schustbrief des Kaisers zu zeigen: was ihr Haus in der Eile vermöchte, wolle sie dennoch auslragen kiffen!

Und wie sie versprach, so lies) sie geschehen: noch dritthalb stunden

da» Wächterhorn rief und die beiden Herzöge m l bem w otge gegen die steile 5xideksbura ritten, sanden sie oben alles gerüstet zu ihren Empfang. DieKrippenware'n gefüllt ür die Pferde uu ^r hauchvf- leister führte die Herren aus dem wohlbewehrten; Burghof die steinerne Treppe hinauf in den Borsoal, wo die Gräfin Katharina sie nach der Sitte begrüßte, und wo nebenan das Fruhmahl a f

bereit war. . . ,

Sie war schon über die Jahre ihrer Schönheit hüiaiis und im Wl Kleid ihres Witwenstandes nicht eben eine ^rau, Männern ' ^u gefallen; aber ihre muntere Art, die Wirtin öu machen, st . bald den mißlichen Umftanb vergessen, au» dem sie irost chrer verwan^r ten Brücke doch auf der heideksburg waren. An der Tas l saß ihr finstere Alba zur Rechten, der srichiiche Braunfchweiger zur ^n'eii. ats hielten sie ba ihr zu Ehren ein Fest, unb roo» ble Diener auf bertten Schüsseln zu lisch brachten, sah nicht gerafft au», «enug

ben Krügen und Steinwein in bauchigen . afchen ©oba))Oer je » a von Braunschweig statt in der hist« zu reiten in der K"hle zu fisten

schwor. Da die freundliche Bas«, wie er sie spöttisch benannte, so reichlich gesorgt hätte, möchte er, wenn eo dem Herzog Alba nicht eile, über ben Mittag gern einen fröhlichen Trunk statt einen scharfen Ritt tun.

Da sie als Mutter de» Lande» den Schustbrief des Kaiser» besäße gab dem Herrn Vetter die muntere Gräfin Katharina zurück molk le gern und gewiß die unerwarteten Gäste nach Ihren Ehren und Wtin chen behalten, solange eo ihnen beliebe, auch wenn dem Herzog von Alba, wie sie wohl sähe, nidil alles behage. Das wiederum ließ der Alba nicht gelten; und well der flinke Zulauf der Diener die leeren Schüsseln gleich wieder gefüllt brachte, auch wehte e» durch die Fenster kchlllch herein, unb das Bier war gekühlt: sahen die Gäste sich gern in die Rast de» heißen .Tage» genommen, al» ob e» kein Krieg wäre, daß sie bafäßen, und Ihre muntere Wirtin war eine Protestantin.

Darüber geschah es ba» Mahl ging zu Enbe, und ble Becher waren schon mehr begehrt als ble Teller - daß der Haushofmeister bestürzt in ben Saal kam, der Jjerrln heimlich zu sagen, draußen stände ein Boie. Die Gräfin erhob sich alsbald unb bat Ihre Gäste um Urlaub; wie sie hinauskam, staub ein Reitknecht Im Borsoal mit böser Nachricht au» breien Dörfern: ba» plünderische Kriegsvolk risse ben Bauern ba» Vieh aus bem Stall unb bedrohe bie mit dem Schwert, ble sich wehrkn!

heißt bas dem Kaiser auf spanisch ben Schustbrief halten? sagte die Gräfin gleich mit zornsunkelnben Augen; und Io rasch sie ben Gästen ba" Frühmahl gerüstet hatte, so rasch sie bereit war, onbere Schüsseln auftragen zu lasten: in aller Eile gab sie Bescheid, ble festen Tore der heideksburg heimlich zu sperren, und all ihr Gesinde solle sich wassnen; den Restknecht jedoch hieß sie warten. Al» sie dcknach In ben Saal zurück kam, blieb sie nicht allzuweit von ber Tür stehen. Der Haushofmeister winkte bie Diener hinaus, unb als ble Gäste ben Umstand bemerkten, begann sie redlich zu klagen, ihr würde ber Schustbrief de» Slaifer» übel vertan!

Da manbten ble spanischen Herren spöttisch ble hageren Köpke nach Ihrer zornigen Wirtin unb ber Herzog von Braunschweig, ber schon im Wein war, winkte ihr ab, mit beiden Händen erschrocken, den Alba nicht also zu reizen. Der aber lachte zum erstenmal an hem Morgen, böse unb hart: das fei nun einmal ber Kriegsbrauch! fugte er kurz. Hub kein Grund zu plärren! fügte ber Braunschweiger hinzu. Die Base möge sich mieber auf ben Stuhl festen, statt ben Fürsten mit Ochsen zu stören!

Aber bie Gräfin Katharina sestte sich nicht, die eine Fürstin von Henneberg war unb also ans einem wahrhaft gefürsteten Geschlecht. Den Schustbrief de» Kaisers In Händen, trat sie noch einen Schritt vor gegen den Herzog von VIIba: Solcher Kriegsbrand) möge in Spanien Reckst lein, in Deutschland müsse ein Kaiserwort gelten! Entweder erhielten ihre Bauern ben Raub zurück ober sie streckte ben Gästen mit beiden Händen den Bries hin, al» wäre ba» Pergament ihr Gesicht, unb ble Abern am halse schwollen ihr an, so hob ber Zorn chre Stimme: dürften blut für Ochsenblut! rief sie laut in ben Saal, den sie nach diesen Worten schwelgend verließ.

Und sllnk wie vorher mit ihren Schüsseln tarnen die Diener, aber sie hielten das Schwert in ber hanb. Und jeder stellte sich schweigend hinter den Stuhl seine» Herrn, indessen sich hinter ihnen der Saal mit Bemas» neten füllte. Es mürbe darnach so still um ble Gäste, baß sie ben wind rauschen horten brauten im Tal, während sie hst-r in ber festen wbeto- bura faßen, fern von ber Brücke, barüber bas Kriegsvolk ba» Meh der Bauern trieb. Und ob e» eine wilde Unmöglichkeit schien, baß die Gräfin bas Wort wahr machen könnte, sich und dein Laub zum Berberben, ble Stimme der zornigen Frau hatte zu schritt in ihren Ohren geklungen, unb sie waren in ihrer Gewalt.

Da aber stand der Herzog von Braunschweig ans, unb ble halboffenen Aeuglein feiner Wetntrunkenhett sanden da» Loch In ber Falle. Er lachte aus vollem halse über ben herben Spaß seiner Base unb brachte ber tapferen Laudesmutter ein Glas. Und ob ber Alba ihn böse miblirfte, er musste sich zu ber Vernunft de» trunkenen Herzog» bekennen und seinem Spruch mürrisch Beschelb tun. Nickst lange, so kam bie Gräfin Zurück in den Saal, unb der VIIba gab ihr sein spanische» 'Wort zu beul Schustbrief bes Kaisers, hieß auch einen Herrn beo Gefolge» hinabreiten, ben Bauern sogleich ihr Recht unb ihr Vieh zu verschaffen.

Darauf wichen die VWänbe rasch zurück der gewassnelen Leute, bie Diener tauschten die Schwerter geroanbt mit ihren »rügen. Auch sestte bie Gräfin sich wieder auf ihren Stuhl zwischen ben Gästen, die muntere 'Wirtin zu spielen. Aber nun hatte der Herzog von Braunschweig dennoch die Lust au bei Base unb ihren Späßen verloren. Unb auch dem sporn schen Herzog wurden bie Wände kühl. Sie dankten höMch unb gingen hinab zu ben Rossen, bie auch ber Krippe genug hatten. Unb ritten danach von ber heideksburg nieder, als märe ba» Mahl nur ein Mittagsspuk unb die Gräfin Katharina von Schivar',bürg sein Teufel gewesen.