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wäre tot«

Schlimm

Weihnachten.

Von Max Dauthendey.

eisige Straße mit Schienengeleifen, Hausermasse in steinernen Reih n, Schnee in Hausen, geisterweißen, der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.

zimmer, wo er die Mutter vermutete. Er klopft« an, trat in dos halb« dunkle Gemach und hörte der Mutter Stimme:Friedrich Wilhelm, du bist also gekommen?"

Kirchtüre Flügel sich stumm bewegen, Menschen wie Schatten zur Türspalte gehn; Bekreuzen die Brust, kaum daß sie sich regen, Ms grüßten sie jemand, den sie nur sehn.

krank vor Liebe."

Heinrich stand aus.Sie dars den Fürsten nicht heiraten! genug, baß sie schon aus unserm Stand herausgetreten ist! Aber was soll aus ihr werden, wenn sie in diesem hochadligen Kreise sich bewegt? Keiner wird sie für ernst nehmen."

Die Mutter richtete sich aus.Heinrich, ich glaube, das Mädchen kommt um vor Liebe. Ich will nur, daß Friedrich Wilhelm da ist; er, als Kapi­tän, stellt dem Fürsten gegenüber noch etwas anderes dar als du, wenn du auch Kriegskommissar bist und Ansehen beim König genießest.

Heinrich legte die Hand aus den Rücken und schritt aus und nieder. Er dachte an seinen Vater, dem es nicht recht gewesen, daß Christine zu den Wedells gebracht wurde. Was würde der Vater jetzt sagen? Aber auch der Gedanke an Klara sratz in ihm weiter. Er wachte erst auf, als sich die Tür auftat und Dorchen hereinkam. Sie flog ihm an den Hals, und er schämte sich, daß er vergessen hatte, wenn auch aus kurze Zett, daß er eine Frau besaß- , . ., . . ,, ~ .

Was sagst du, Dorchen?" fragte Heinrich, als der erst« Freuden­ausbruch feines jungen Weibes verströmt war. ,

Ach" jagte Dorothee,bürgerlich, wie wir, kann sie nimmer werden! Soll sie herumfahren in der Welt mit irgendeiner vornehmen Frau, die sie schikaniert und sekkiert? Ihr bleibt nur der Ausweg: Sie heiratet dort hinein, wo sie groß geworden ist um da zu beiden. Wenn es der Fürst will und sie doch todkrank ist, weil sie ihn liebt, warum soll es

Und der Fürst Gagarin?" .

,^Hat hier Quartier genommen. Er war ganz untröstlich, ist hier bei mir gewesen und hat mir erklärt, er schösse sich eine Kugel vor den Kopf, wenn das Mädchen ihn nicht erhöre. Darum hab' ich an Friedrich Wil­helm geschrieben. Wenn den der Fürst sieht in seiner Länge und Breite, wird er Angst kriegen!"

Aber, Mutter", sagte Heinrich,was will der Fürst jetzt ihr, wo sie die hunderttausend ihm abgeschlagen?"

Jetzt will er sie zu feiner rechtmäßigen Frau machen!"

Und Christine?"

Unser Seelsorger, der würdige Pastor Hayme, meint, sie

nicht fein?" .

Aber vergissest du ganz, was er Klara angetan hatk

^Willst du mich beleidigen, Heinrich?"

Sie war doch meine Braut!"

Emma war deine Braut; dir war die andere wahrlich aufgedrungen mit'ßift, wie die Mutter fagt. Wäre sie ein aufrechtes Mädchen gewesen, sie wäre dem Fürsten nicht nachgelaufen wie wir wissen.

Und jetzt will er Christine heiraten! Ist das nicht eine Schmach?

"Wenn er's aufrichtig meint, ift's keine Schmach. Und Christine stirbt noiubr SS'fÄÄ Wm »ter 5d.d*

"Das ist schon recht!" sagte Dorothee.Einer muß doch da sein, der darauf achtet, daß nicht Lug und Trug entsteht. Ich habe mit der ftrau nnn Wedell aesprochen. Nun, sie will alles zum besten lenken. Der Fürst mag ^ÜnderttLnd Rubel, sagt sie, auf die Lübecker Banklegen mtt der Bedingnis, daß ihre Mutter die Zinsen hat und das Geld spater an seine Frau zurllckfällt; und er mag dann betraten in Danzig und die weiten hunderttausend als Mitgift ihr selbst verschreiben Frau von Wedell ist bereit, mit hinüberzufahren, und« es wäre natürlich gut, wenn Friedrich Wilhelm der zweite Zeuge wäre.

Die Mutter empfing ihn aufrecht im Bett sitzend.Ach du bist es!" sagte sie.3d) erwarte Friedrich Wilhelm ich hatte ihm mit Eilpost geschrieben und Nachricht erhalten, er würde bald hier sein!"

Heinrich fühlte sich betroffen.Bist du tränt?'* fragte er.Geht es dir nicht gut?"

Nur das alte Reißmichtüchtig; das muß ja wohl fein, wenn Winter ist und Schnee fällt! Aber komm her und fetz dich nieder! Etwas Ernst­haftes ist geschehen, und dazu brauch' ich meinen ältesten Sohn." Mit dem Zeigeifinger wies sie zur Hecke.Dort oben liegt Christin«, und Dorchen pflegt sie!"

Was ist mit Christine?" forschte Heinrich und fühlte, daß das Herz ihm in der Brust schlug.

Frau van Wedell hat sie hergeschickt vor zwei Monaten. Der Fürst Gagarin wurde ausgeheilt, wie du weißt, und ging mit dem Friedens- ichluß nach Petersburg zurück. Frau von Wedell war sehr froh darüber, saß «r sich an unsere Christine attackierte, zumal als ihre Tochter Luise den jungen Rittmeister Bülow geheiratet hat. Sie mochte das Mädchen nicht entbehren, da sie so ganz allein war auf dem Gut Nun kam der Fürst Gagarin zurück und bracht« viele und kostbare Geschenke mit, so daß sie ihm verpflichtet war. Er hatte Briese überbracht nach Berlin und blieb. Mitt« Dezember hat er plötzlich mit Christine gesprochen."

f)at er sie zur Frau begehrt?"

Schlimmer als das! Er forderte Christina auf, mit ihm nach Ruß­land zu gehen, und wollte aus ein« Lübecker Bank für mich hundert­tausend Rubel legen und ihr in Petersburg für fi« selbst weitere hundert­tausend auszahlen."

Kausen wollte er sie?" schrie Heinrich.Wie er Klara gekauft hat?"

Die Mutter schüttelte den Kops.Was mußt du an Klara denken? Ich habe sie nie gekannt; aber ich denke, daß sie ein leichtfertiges Ge­schöpf war ... Nein!" Und sie hob di« Hand.Keine unklaren Gefühle! Einzig und allein handelt es sich um das Wohl deiner Schwester!"

Aber der Fürst wollt« sie kaufen!"

So darstt du es nicht nennen! Er liebt sie wirklich, uni) der Jammer ist: Sie liebt ihn! Aber, Gott fei Dank, hat sie den Kopf nicht verloren und es ihrer alten, mütterlichen Freundin erzählt. Die hat sie sofort in den Schlitten gepackt und herfahren lassen. Um Weihnachten kam sie an, war totenblaß, hatte Fieber und liegt nun schon die vier Wochen krank im Bett."

Ktet. Nach der Beendigung der Arbeiten «m Kap Tscheljuskin wurde Wilkitzky-Meerenge erforscht. Der Weg lag weiter in der Richtung der Insel der Einsamkeit. Das Fehlen von Nachrichten zwang jedoch die Expedition noch einmal, die Karnenew-Insel aufzusuchen. Es stellte sich heraus, daß stark« Winde die Rundsunkanlage beschädigt hatten, außer­dem war ein Teil des Brennstoffes vom Sturm ins Meer gefegt. Nach­dem der Schaden beseitigt war, verließRussanofl" die Insel und kehrte zurück nach Nowaja Semlja.

Hier, im sogenanntenrussischen Hafen", fing eine außerordentlich interessante Arbeit einer Forschergruppe an. Unter der Leitung von M. Jermolajew werden hier sechs Forscher überwintern, darunter der deutsche Gelehrte Dr. Wölken. Sie werden den Winter in einem Zelt »erbringen, das in der Höhe von 100 Meter errichtet ist. Die Ausgabe der Gruppe ist, mittels neuer Sprengungsmethoden die Dichte der Eis­decke feftzuftellen. Der Gruppe stehen zu Transportzwecken nicht nur Hunde, sondern auch sogenannte Flugschlitten zur Verfügung eine neue Verkehrsart, auf die man große Hoffnungen setzt. Nach Beendigung dieser Arbeiten und nach der Errichtung einer Radiostation, die am 17. September ihre Tätigkeit anfangen konnte, begab sichRussanoff" aus die Rückreise. Am 24. September war Archangelsk erreicht. Die Expe­ditionsreise hatte 55 Tage gedauert, wobei 4000 Seemeilen zurückgelegt worden sind. Die Expedition hat hydrologische, hydrobiologische, geolo­gische und geomagnetische Arbeiten von außerordentlicher Bedeutung ausgesllhrt."

Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten, Umgeben von Mutter und Hirten und Stall, Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten, Liegt da wie im Mittelpunkte des All.

Und Puppen als Könige, aus goldenen Papieren, Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht. Sie tarnen auf kleinen und hölzernen Tieren, Knien taufend und tausend Jahr im Gebet.

Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen; Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief, Siehst du sie atmen mit behutsamen Herzen Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.

im Wasser außerordentlich gefährlich. Nicht umsonst kautet ein im Norden s deckte «s zu. Dann trat er von hinten Ins Haus und ging zum Schlaf- Rußlands verbreitetes Sprichwort: .Fürchte den Eisbären auf dem Land ---- 1!" <m "-------- "" " " .......

und den Seelöwen im Wasser!' Auch Eisbären wurden hier öfters ge-

0er Kriegskommiffar des Königs.

Roman von Friedrich F r e k I a.

Copyright 1931 by August Scherl. G. m. b. H Berlin.

(Fortsetzung.)

Ich kam gerade mit meiner Kompanie aus der Gefechtslinie zuruck- markniert, als der König mit dem alten General von Zielen vorbei- flaloppierte. So schnell wie möglich ließ ich die Leute ausmarschieren und Front machen. Aber schon von weitem rief der König: .Laß Er s nur sein Kapitän! Seine Leute sehen hart mitgenommen aus und werden mübe fein! Dann erkannte er mich und sagte: .Er ist es ,a, der mir heute nacht den Deserteur gebracht?'

,Zu Befehl, Eure Maiestat! Jawohl der bin ich!

,Daß Er jetzt eine Kompanie führt, beweist, daß Er sich sehr aus- gezeichnet hat. Da sieht Er: Auch Offiziers von bürgerlicher Herkunft finben in meiner Armee schnelles Avancement, wenn f>e nur bejondere Meriten haben. Er kann sich nachher bei meinem Wyntonten meiden. Er lll für A Deserteur und die Nachricht dreihundert Dukaten erhalten und ür feine Leute sechzig, daß sie sich was für den Dürft kaufen können!'

Smei Tage blieb Heinrich mit dem Bruder zusammen. Dann trennten sie sich Heinrich gab das Lazarett an einen bestellten Kommissar ab, eine Landrät von Caldern, und übernahm sein altes Amt droben in Pommern.

Ms er zu Kolberq ins Tor einritt, kam der Schr-.-ber heraus grüßte militärisch und «fragte:Herr Kriegskommiffar, wird s dieses Jahr nun br'^Das^weißd der liebe Gott und vielleicht der König!" gab er zur

Torschreiber nickte.Aber Gerüchte gehen um, und nicht wahr, der Herr Kriegskommissar haben auch davon gehört/

Di« Menschen sprechen allerlei", erwiderte Heinrich,aber mit der Hoffnung soll man kein« Narretei treiben; und im übrigen wollen

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