Ausgabe 
15.1.1932
 
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sie mit einer

Als ick nach einem arbeitsreichen Tage ausgestreckt

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' und ihre Kinder sind sehr Übel dran.

ein Landgütchen und starb hoch-

Bei Hagenbeck auf Ceylon.

Von Professor Ernst V o l l b e h r.

£tbtan lag sie in ihrem Bett und sehnt« sich nach dem Schlaf der nicht kommen wollte. Die Gedanken gingen. Gingen .rnrner wieder den gleichen Weg, zurück ins Krankenhaus, zu Leo. Sie horte seine

Heben Madeln! irme 1,1 mit u/tem i «leibst du hier Isa?" Sie fühlte aus ihnen eines: seine groge

und "hat. ihn geheiratet. Jetzt sitzt sie> re l.ch «,. R°»und ch mcht | Jahr/: Immer wieder war er gekommen­

geklettert waren nur noch nAA Q

gezogen ,

Weiße" und nichtFarbige ,

9eÄroS holten das Ehepaar und das entzückende vierjährige Töchterchen mich ab, um mich zu dem dicht bei Colombo gelegenen Tier- I park Hngenbecks zu bringen. Es ist ein ausgedehntes, »um Teck bewal­detes wildromantisches Tropenterrain mit zwei Seen, zu denen Laterrt- | wände steil abfallen. In einem großen Wassertümpel gleich beim Cingang tummelte sich eine Elefantenherde. Die Tiere bespritzten stchgeiMseittg I odtt tauchten völlig unter Wasser, so daß "ur das Ende des Rusftls hervorkam. Die Sonnenstrahlen prallten auf die nassen Kor^r und machten das herablaufende Wasser grell-weiß ausblitzen. Aks ich raum angefangen hatte, dieses herrliche Motiv zu malen, wurde ich weggerufen. I engen Käfig heraus in einen größeren gesetzt werden. Durch das Witter lcklua er mit seinen scharfen Krallen nach jedem, der sich näherte. D> I Gitter mußten mit Brettern vernagelt werden. Während der ganzen Ueberführunq hin zum anderen Käfig fauchte er vor $ßut. Dann wurde ber kleine Käfig vor die Tür des großen gestellt, die beiden Eisenturen geöffnet und mit einem Satz war der Panther,in feinem neuen Gefäng­nis' Mein weißer Anzug und der des Herrn Hagenbeck waren bald ein Opfer der Bestie geworden, denn wir waren zu dicht herangekommen und rechneten nicht damit, daß die langen, schwarzen Tatzen so weit aus I bem Gitter herausschnellen konnten. Das Tier gab noch lange nicht Oesters lag es in ohnmächtiger Wut auf beiß Rucken und schlug mit allen Vieren in® bie Luft ober gegen bic Eisenstangen. Plötzlich aber hielt es erftaunt inne denn ganz in seiner Nähe würbe ein Käfig mit einer jungen eleganten Leoparbin aufgestellt. Zuerst noch gegenseitiges 21n- bann würben bie beiden Tiere friedlicher gesinntund fingen ogar an sich auf ihre ArtLiebeserklärungen zu machen. Dies sah Herr Hagenbeck mit großem Wohlgefallen, denn er wurde gern Bastarde von diesen wertvollen Tieren züchten.ortr»t<>n

Alle Tierarten waren im Park m ausgezeichneten Stucken Vertretern Besonders prächtig war ein Löwenpaar. Der Lowe erhob sich sofort, als er die Stimme seines Herrn hörte, und wollte von ihm gekrault werben- Die Löwin, die Babys erwartete, zeigte sich uns ebenfalls freundschaft- lick gesinnt Nicht so die beiden wertvollen, noch völlig wilden Tiger, me fauchend ihr« scharfen Gebisse entblößten, so daß man unwillkürlich $Ur8?Äbit erhielt gerade, als wir bei ihm ankamen, eine Riefen­eidechse von seiner eigenen Größe.als Genossen Zw« EingeborenesMitten sie herbeiqeschleppt, und Hagenbeck erhandelte sie. Das Krokodil ging mir fernem scharftn Gebiß der Echse sosort zu Leibe Diese wendete sch aber geschickt so daß sie unverletzt blieb und sich unter Sträuchern und zwisthen Sckildkröten bergen konnte. Reizend beim Spielen und beim Klettern sind die vielen kleinen Himalajabären. Sie sind ledesmal hochbeglückt, wenn Frau Hagenbeck oder das Töchterchen fte aus der Umzäunung herausnehmen und mit ihnen spazierengehen. «henio

Aus bem großen Terrain ist viel ungekünstelte Natürlichkeit, eben>o in den vielen Hütten, in denen die Eingeborenen verschiedener Stamme leben und von denen einige mich auf gut deutsch anredeten. Mein Er­staunen hierüber beantworteten die Männer nut dem Ausruf.Ja, Münchner Oktoberwiese ist doch das Schönste auf der ganzen Welt. Wir rftÄÄX. AS' Ä MftS Ä

Benn fi« sind hier in den englischen Kolonien verachtete Wesens Nie würde ein Engländer eine Ehe mit einer Mischlingssrau oder Eingebo- 7enen eingehen Die vielen Mischlinge, die ich Hierein Ceylon zu sehen bekam stammen alle noch aus der Zeit der holländischen $errVf)aft.

In' der Aquarienabteilung des Hagenbeckschen Tierparkes befindet sich eine große Kollektion indifcher Schlangen, die bekannteste ist die in Gärten und Häusern vorkommende harmlose Rattenschlange, die auch mir schon mehrmals über den Weg gekrochen war, wenn sie auf Ratten- jagb ausging. Zn gibt es hier gleich 18 Brillenschlangen, d.e giftigen

Neben diesem Behälter war der der allergiftigsten Schlangen, der Tik Polonga. Wird ein Eingeborener und dies kommt leider vftchor von ihr gebissen, so denkt «r zuerst wohl noch, daß er auf einen Stachel getreten sei. Er fällt aber bald hin, bekommt schon in fünf Minuten Starrkrampf und bald darauf tritt der Tod ein. ,

®ine dieser ausgestellten Giftschlangen hatte Herr Hagenbeck in feiner Wohnung selbst gefangen. Sein kleines Töchterchen in >^"r Unfall» ries eines Abends:Schöne Schlange, Mutti, steh mal!" Um den Toiletten­tisch schlängelte sich langsam eine Tik Polonga. Zum Gluck war der Haus­herr anwesend und faßte das Tier, ehe es Schaden stiften konnte.

$ Viel« Tage lang fuhr ich mit dem Ehepaar Hagenbeck morgens aus arbeitete den ganzen Tag draußen und wurde abends wieder abgeholt. Frau Hagenbeck sorgte tagsüber für mein leibliches Wohl. S^jon lange hatte ich nicht mehr so guten schleswig-holsteinischen Bauernschinken und Wurst gegessen. Auf meine Frage nach dem Ursprung all der Herrlich teilen wurde mir der Bescheid, d°ß Herr Hagenbeck neben seinem T.er- handel, dem es jetzt, wo Europa sich selbst vernichtet, schlecht geht, d e Verproviantierung von Schiffen übernommen hat, das heißt, diese mit Früchten Gemüsen und Fleisch versorgt. Aber auch dies lohnt sich jetzt nicht mehr so wie früher, da die meisten Schiffe Kühlraume haben und sich für Hin- und Rückfahrt in Europa verproviantieren. Auch horte ich, daß der Hagenbecksche Tierbestand zur Anlage eines großen SvoGg schen Gartens verwandt werden soll und daß sich «ben eme Gesellschaft gebildet habe, die Herrn Hagenbeck das große Grundstuck unb alle Ziere abgekauft hat, um Colombo zu einem sehenswerten zoologischen Garten unb einem wertvollen Aquarium zu verhelfen. Für meinen Geschmack jedoch ist der jetzige Urzustand des Grundstücks malerischer. Schon letzt wandern täglich Hunderte zu dem Park und ich sah beim> Maleri alle Einaeborenentypen, die es auf Ceylon gibt, als meine Zuschauer. Unter i bem3 vor Sonne und Regen geschützten Dach des @uropaerbau^en5 ent­standen auch die meisten meiner Portratskizzen. Nie werde ich die vier schönen, in altgriechischem Stil gekleideten Parsenmadchen Wffen bie lange neben mir standen, bis Herr Hagenbeck kam, diese und ihre Eltern bearüßte und mir die Erlaubnis erwirkte, eine von ihnen zu porträtieren. Ba Süd-Westmonsunzeit ist, prasselten oft plötzliche tropische Regenstrvme hernieder. Wehe dem, der dann keinen nahen Unterschlupf findet!

Zwei wollen zum Theater.

Roman von Hans-Caspar von Zobeltitz. Copyright 1930 by Carl Duncker-Verkag, Berlin.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung statt Schluß.)

Aber dann sing Vater Rose an zu schelten:Von bem Theaterblödsinn habe ich nun genug. Auch wenn Gertie tausendmal von großem Erfolg errählt. Sie muß fort von hier. Man hat ja keine ruhige Stunde mehr. Er ereiferte sich, und nun wunderte sich Iso: Mutter Rose versuchte zu widersprechen.Gertie war doch so glücklich über ,hr erstes Auftreten.

Das ging zwischen den Eheleuten hin und her, nicht heftig, ober doch gegensätzlich Aus allem erfuhr Isa, was Gertie erzählt. «>e folgerte. | Mia wirklich ein ganz großer Anfang. Es freute st«.

Die Anmeldung Berlin kam, sie wurde an den Apparat gerufen, sprach mit Großmutter, berichtete, beruhigte..«km*.

I Als sie in den Saal zurückkehrte, hatte sich das Bild am Tisch geändert: fl,: un. 1° »«

macht Kolleg« Büchner? Richtig: in Wien. Wird wohl M'eder eine große I Sacke werden. Na, wir haben hier auch eine große Sache gehabt, und I die hieß' Gertie Rose. Sie haben doch auch eine Ahnung vom Theater. So ein Erfolg, und ba will der Vater das Mädchen aus der Karriere "b^Flestchmann^ setzt« sich^3wieder, sprach weiter:Nein, das geht nicht, I Herr Rose, bas lass' ich einfach nicht zu. Das verbietet nur mein künst­lerisches Gewissen. Ein Talent ist ba, ein ganz seltenes Talent, 'sie hatten 1 dw Menschen nur sehen sollen: außer sich waren sie. Der ganze Pre- I mierenabenb erlebte eine Auferstehung. h TUotor

I Unb Isa saß babei unb hörte zu. Ader es war wie vorher. Dieser I Fleischmann sprach von einer Welt, bie ihr im (Brunbe fremb roar. Sie I fühlte nur einen Zusammenhang: Gertie, Gertie als Freundin- alles anbere ging sie nt $t s an.^ ufib guifd)mann. Sie glitten nach unb nnm Eünktteriicken ins Geschästliche hinüber. Der Direktor mußte vo? fein^ Drganiiation erMlen von de/ wirtschaftlichen Basis seines I Unternehmens. Dann war bie Flasche leer, unb ste steckten bie Kopse 0emSionf0aingin fmuSrtotunb Isa aus bem Saal unb die Treppen zu ihren Zimmern hinauf. Arm in Arm. Unb Mutter Rose umhall e Jsa vor h/ ^immertür unb küßte sie.Schlafen Sie gut, Kindchen. Wollen Sie noch^ein Mittelchen haben? Ich habe mir ein paar Tabletten mitgenom­men. Ganz harmlos, aber nach solchen Aufregungen Helsen ste.

Als ich nach einem arbeitsreichen Tage ausgestreckt auf der [uft'9en Neranba lag fuhr unerwartet ein Auto vor. Es war vonJohn Hagen­beck" qefenbet unb sollte mich unb meine Silber sofort zu ihm bringen. Den berühmten" Tierfänger und langjährigen Leiter von .-Hagenbeck Stellingen" kennenzulernen unb von feinen Erleb nisten zu staren, Ickon immer mein Wunsch gewesen. Schnell hatte ich mich "Mgezogen, und dE brache das Auto mich in bie Stabt, zum hohen Leuchtturm, mn finaenbetf fein Geschäft unb feine Wohnung hat.

J^h3 Hagenbeck ist 63 Jahre alt, ein echter Hamburger mit markantem Gesicht Die Pfeife verschwinbet nur selten von seinen Lippen.Sem junge Frau ist eine runbliche, gemütliche Süddeutsche. Seme fröhliche, ktets »um Necken unb Scherzen bereite Schwiegermutter stammt aus ber fröbüd) Pfalz". Meine Silber aus bem malaiischen Archipel gefielen ben breien unb beim Vorzeigen ber Sumatrabiiber fanb auch die Stelle von mir gemalt, wo er seine beiden ersten Ziger gefangen hatte. Alle seine Soys und farbigen Jagdgenossen wurden nun öusammew gerufen und er hielt ihnen einen aus Englisch, Singhalesisch und Deutsch hiirrheinnnheraemifcbten Vortrag an Hand meiner Silber von ber Zeit des Krieges, bie er im malaiischen Archipel verlebt hatte. Alle Gegenben, die ich gemalt, kannte er und die Silber riefen Erinnerungen m ihm wach an jene ernsten unb harten Jahre, aber auch an manches schone, wagemutige Zugreifen beim Zierfang ober beim heimlichen verprovian­tieren unserer kleinen Auslanbkreuzer, die das Erstaunen der Welt

waren der letzte Eintrag in ben Bertinschen Büchern betrug iw. «WSWÄ?

j r o n 3 II. reifte, der fo die wahre und verzweifelte Lage der Dinge in rnnTh/^Stuw der Dynastie ging bie Sertin ins Ausland unb kam erst nach dem Ende ber Schreckensherrschaft zurück. Ader mit bem ,,©rof3= nogul" wollte es nun nicht mehr recht gehen, denn bie Gelbmisere war zu groß und allgemein unbJo 30g ft«^ bie Bertm auf zurück, das sie aus guten Tagen berubergerettet hatte geachtet und friedlich am 22. September 1813.