Nummer 21

Montag, den März

Jahrgang 1952

g mit ilteflen Grotz- 1 nicht eltetch! ir, ich n Mr? :r An-

Ginn, l)t dm i: mit r dein Natur Ml ich Heiden

ch, Mt führen bleibt ßans- ßafte-

M

"e\ Ite len her ub.et A Diel«' "goto"« .. S-suV |l ober-

S-

rn, dar ch habe es, das in ober >em |ie jo nach e Fritz > damit ) über« erbannt uf, und grande e Nutz' Feudal- usgleich komm!

der bei

nn hchr t hatte, jein lief > Sache ne mehr n einem rnünitig m allen stelluntz, en beeft- ziemlich werden, 'oniinen, |M- und it Adam oir datzU

Seiner Samilienblimer

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

solchen ; gebe«

sidetites. qefd)tie!

e fioltcn und m<r ißeau " jejenitzr"

können- mb mchr

daa» UKli dN

ielb ob« hab ich

tief unten im Tal hielt; arabische Arbeiter waren dabei, die Landstraße auszubessern.

Lange bevor wir auf dem Rückwege dieses Wirtshaus erreichten, war das Fordauto zufammengebrochen, gerade in der Gegend, wo der aus der Bibel bekannte Reifende von Räubern überfallen wurde ein recht ermutigendes Wahrzeichen!

Schon vorher hatte ein Austausch der Passagiere stattgefunden. Ein­mal, als das Fordauto stehengeblieben war, stiegen wir alle aus, es war spät geworden, der Ford kam nicht voran, und wir beschlossen, daß so viele wie möglich in das andere Auto steigen und nach Hause fahren sollten. Wir anderen wollten dann sobald wie möglich mit dem Ford nochkommen. Natürlich ließen wir vor allen Dingen den Damen den Vortritt, der Buick füllte sich schnell und fuhr rasch davon, indem die Insassen uns fröhlich zuwinkten.

Und da standen denn nun Anton Hansen, der Architekt und ich, denn der Archäologe, der das Fordauto auf dem Gewissen hatte, der war natürlich auf dem Wege nach Jerusalem!

Noch ein kleines Stück Weges schleppte das Fordauto sich vorwärts, mit Aechzen und Stöhnen, hin und wieder machte es einen Luflsprung, der Motor kochte, und der Chauffeur kochte, während er im Stehen lenkte, über den Motor gebeugt, eine Hand hinten am Steuer, mit der anderen irgend ein Leck unten in der Maschine zuhaltend. Schließlich aber tat das Auto seinen lebten Seufzer, ohne Explosion, indem es nur einen kleinen Gashauch von sich gab, den letzten, dann war alles vorbei.

Es gibt eine Sorte Menschen, die gewohnt sind, alte Autos zu fahren, bewunderungswürdige Wesen. Unser Chauffeur, ein kupferfarbiges Indi­viduum, das uns nicht verstand, und den wir nicht verstehen konnten, setzte sich nicht hin und weinte und rief Gottes Hilfe an, sondern er breitete sein Werkzeug auf dem Grabenrand aus, eine ganze Verband­tasche, und begann die Operation. Helfen konnten wir ihm nicht, wir standen dabei und froren, und schließlich wurden wir uns einig, daß wir vorausgehen wollten; entschlossen stießen wir unsere Stöcke gegen den Boden und begaben uns auf den Weg.

Nachdem wir eine halbe Stunde gegangen waren, wurde es uns klar, daß wir auf diese Weise Jerusalem nicht erreichen würden. Wir hatten einen Paß überstiegen und waren wieder in ein Tal gekommen, unser Auto war nicht mehr zu sehen, nichts als ödes Land zu beiden Seiten, von einer seltsam unwahrscheinlichen Wirklichkeit; unheimlich wirklich war nur, daß wir hier vorwärtskrochen, Meilen vor uns, mitten zwischen Judäas kahlen Bergen, die unendlichen, zerfallenen Ruinen glichen. Es fing an zu dunkeln, aus den Schluchten stiegen uns Kältewellen ent­gegen die Gegend sollte recht unsicher sein, man konnte sich vorstellen, daß Reisende hier von Räubern Überfallen worden waren. Aber auch die Vorstellung, hier in Palästinas bitterkalter Nacht, ohne «chutz und ohne genügend Bekleidung, zu übernachten, war nicht verlockend. Wir blickten nach dem Ford aus, ob er nicht vielleicht kommen würde, aber er kam nicht. - . , , . . .

Einmal aber, als wir uns wieder umblcckten, sahen wir wirklich em Auto aber ein anderes, einen großen Wagen! Voller Aufregung stellten wir uns alle drei am Wege auf, mit erhobenen Stöcken, um ihn anzu­halten. Mit Eisendahnfahrt kam er näher, fast lautlos, ein langes, geschloffenes Glashaus, funkelnagelneu, ein riesiger amerikanischer Luxus­wagen, als er aber so nah war, daß er uns sehen konnte, verstärkte er offenbar [eine Schnelligkeit noch und fuhr wie ein Strich an uns vor- bei- im nächsten Augenblick war er verschwunden. Im Augepblick des Vorbeifahrens hatten wir gesehen, daß ein einziger Passagier in der gepolsterten Ecke lehnte. Hatten wir ihn erschreckt, glaubte er, daß wir die Räuber waren? Nein, es war der Levit, der den verwundeten Reisen­den am Wege liegen ließ, wie geschrieben steht!

Niedergeschlagener als vorher standen wir auf der Landstraße. Es war bas letzte der vielen Touristenautos, die wie wir die d.our zum Roten Meere gemacht hatten, es war verspätet und eilte jetzt nach Hauie; mehr Autos würden sicher nicht kommen. Wir stießen unsere Stocke gegen die Erde und nahmen unseren hoffnungslosen Marsch wieder auf, etwas anderes blieb uns ja nicht übrig ...

Was war das? Hörten wir nicht wieder einen Wagen hinter uns? Es war inzwischen zu dunkel geworden, um etwas zu leben, indem er aber näher kam brachte er die ganze Landstraße zum Beben. Fanattich, ohne Verabredung, bildeten mir eine Reihe guer über die Landstraße und fuchtelten mit Armen und Stöcken durch die Luft. Es war das Last­auto d7s wir unten im Tal neben den Ehcmsfeearbettern gesehen Hai en, iind das nun, nach beendetem Tagewerk auf dem Wege nach Jerusalem war. Es hielt und nahm uns auf. . .

Wären wir verwundet gewesen und hätte man Del m unsere Wunden träufeln wollen, so fehlte es hier nicht daran, der ganze Wagen troff davon; wir voltigierten in den Leiterwagen hinauf, ber roie eine Kies­grube war; dort saßen, mit dem Rücken gegen den Führersitz, die farbigen Arbeiter, dazwischen ein redseliger Neger, den wir uns mit einer Züia-

Sonett.

Von August Graf von Platen.

Wer wußte je das Leden recht zu fassen, wer hat die Hälfte nicht davon verloren im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Toren, in Liedesgual, im leeren Zeitverprassen?

Ja, der sogar, der ruhig und gelassen, mit dem Bewußtsein, was er soll, geboren, frühzeitig einen Ledensgang erkoren muß vor des Lebens Widerspruch erblassen.

Denn jeder hofft doch, daß das Glück ihm lache, allein das Glück, roenns wirklich kommt, ertragen, ist keines Menschen, wäre Gottes Sache.

Auch kommt es nie, wir wünschen bloß und wagen: Dem Schläfer fällt es nimmermehr vom Dache, und auch der Läufer wird es nicht erjagen.

Der barmherzige Samariter.

Von Johannes V. Jensen.

Da standen wir, der dänische Maler Anton Hansen, ein dänischer Architekt und ich, auf der Landstraße zwischen Jericho und Jerusalem, bei hereinbrechender Dunkelheit, und mußten durch die vollkommen obe, menschenverlassene judäische Wüste, den Weg nach Jerusalem zu Fuß zurücklegen! So geht es, wenn man mit einem Automobil ^chirsl rucy

I UM

An ben seltsamsten Orten ist man bereits gestrandet, wenn man eine Panne gehabt hat, unbekannte, zauberhafte Gegenden in Dänemark wenn man plötzlich mit finem Knall in seinem sorglosen Flu« .Inhalten mußte und ^flügellos am Wegrand hockte, wahrend man suchendbei rostigen Nagel aus dem ©ummtrab zog unb sich mit dem eck reisen herumschlug. Nirgends aber duftete das Gras süßer und war bas taub ' Überraschender als bei olchen unfreiwilligen Aufenthalten am Graven ronb wenn der Reifen endlich zum Trocknen am S euer hmg di^schönsten Sommererinnerungen sind bannt verbunden. $ter aber, mdten m läftina, gab es keine Blumen, fern frisches Gras, nachdem der Ford ,einen leiten Seufzer getan hatte, blieb uns nichts anderes übrig, als ve hereinbrechender Nacht auf Schusters Rappen nach ^usolem zu Pilgers

Einige Dänen, die sich in demselben Hotel in Jerusalem trafen, patte sich zusammengetan

Meer unb Jericho gemietet. Das eine war ein «'^er Ford b« e.ner der Teilnehmer, ein Archäologe, gewahU hatte er intlprfl« o seinem Geschmack, war bie reine Antiquität, die " ^ahr chemtich aus einem Trümmerhaufen ausgegraben hatte. Wir waeaten h , war königlicher Beamter unb darum unfehlbar. Wir anderen wagten einen langen, kräftigen Buick, nicht neu, aber gefunb, . Partie los. Ein dänischer Bildhauer und dre. Damen waren mit von dcr Pa .

Bis zum Toten Meer ging es ohne Zwischenfall, "»t dem Wege my Jericho, in dem wilden Flachland aber verloren wir den Ford aus ben Augen; es blieb uns nichts anderes übrig, als unferer g f Unö8öng nn der Hoffnung, baß mir uns in Jericho miederfinden .

taten mir auch, mitten auf ber einzigen Straße ber ! . . roir

einem Krach zusammen, ber Ford fuhr gerabeswegs ) r~irfelt haben wie zwei brünstige Hirsche, bie ihre Gerneihe '.steinand --weite

«etrennt werben mußten. Der Forb mar nervös, es i ar

Zusammenstoß an biefem läge, roie w'r erfuhren ) arabi überfahren, barob großes Geschrei von selten der cn denn Esel

ichen Führer, unb ber Forb hatte einen Knax davongetragen, denn c|ei Sinb harte und knochige Haustiere. ho.nm_

Auch ber Archäologe, der unfehlbare Mann, hatte einen Choe betom-

nen, er sah noch ganz grün aus. , . ~ _

Auf dem Rückwege biteben mir zusammen obgleich ber Forb nur langsam turroärts tarn, er fauchte unb arbeitete, es fang als ob eine

-iserne Hunbekette über Steinpflaster rasselte; es war klar, daß es betm

letzten Zusammenstoß eine Tobeswunde bavongetragen h , - war nur eine Frage ber Zeit, wie lange die innere Verblutung nocy

Land zwischen Jericho unb Jerusalem ist vollkommen Ze,^ nichts nls selsige Höhen unb vegetationslose Schluchten zu b Wültenvasi Lanbstraße; nur an einer einzigen Stelle, oben auf «ime ' bartn=

befindet sich eine Karawanserei, eine Art Wirtshaus, da ) . ((

herzigen Samariter genannt ist, benn bie alte biblische a

hier ihren Schauplatz hoben; auf dem Hinweg waren wir bereits bo^ »orbeigekommen; übrigens hatten wir auf ?enJangen, .

Weg nichts anberes Lebenbes gesehen, als ein Lastauto,