Ausgabe 
13.5.1932
 
Einzelbild herunterladen

iodjen ff

rgetrojl fnihßt

y-!1

>on b(l ael eil tu ?n.

><nn m Uchi

en Döi, W ...

von mit

gr°K irnfSljti, mb bin

:genb ffI! und te bie Mff r gongfi ier, d« ebiet tim 1 n( eben]« 1 idjter w : erten 6t111 em 3«e gabt, H teilte in arum k 1

..Ä

frütziqkeit der Vögel! Kein Wesen von Sinn und Verstand würde so auf den Leim das heißt auf die Leinwand gehen! Aber Vögel, von denen kann man freilich nichts anderes erwarten! Uebrigcns ist die ganz« Geschichte sicher erfunden!" .

Landwirte schwärmen überhaupt selten für Vögel, Herr Matthies ober schon gar nicht, weil sie ihm seine köstlichen Jungerbsen aus den Schoten pickten. *

Als sie wieder allein waren, sagte Galling, der nicht nurekelhaft gebildet", sondern auch ein lustiges Haus war:

Man mühte einmal etwas unternehmen!"

"Wieso unternehmen?" r x ....

Etwas was uns wieder zu Ansehen bringt und dieser Kratzbürste einen kleinen Dämpfer aufsetzt!", ..

Der Gedanke, einem Mann, von dem man Auftrage erwartet, einen Dämpser auszusetzen, war kühn, aber er gefiel den jungen Malern, und was Golling sonst noch meinte und vorschlug, sand ihren helleren Beisall. An kommenden Tagen waren sie eifrig in dem großen Nord- zimmer geschästigt, das ihnen als Atelier eingeräumt war und sie er­holten sich von ihrer wahrscheinlich anstrengenden Arbeit durch nächt­liche Spaziergänge im Park, die zumeist im Küchengarten endeten. Matthies dagegen stand Tag für Tag in schwarzer Stimmung vor leinen Spargelkulturen und verfluchte Kolospa. . ... .

Doch siehe da, ein Wunder geschah! Eines Morgens zeigte sich em Spargelspitzchen, oder nein, eine Spargelspitze, die andeutete daß ihr ein wahrer Goliath sozusagen auf dem Fuße folgen wollte. Matthies mochte zuerst seinen Augen nicht trauen, doch sie täuschten ihn nicht: er durste einem Exemplar von außergewöhnlichstem Ausmaß entgegensehen.

Er wuchs und wuchs, jeden Tag sein Stückchen, wie sichs für einen disziplinierten Spargel gehört, und erfreut konnte Matthies ausrechnen, daß er eben zum Psingftschmaus schnittreif sein wurde. Er selbst wollte ihn stechen denn der alte, bewährte Gärtner lag schon seit geraumer Zeit im Krankenhaus und dem etwas lappigen Gärtnerburschen konnte man doch solchen Wunderspargel nicht anvertrauen

Herrn Matthies Feinschmeckerphantasie kreiste letzt um den Psingst- schmaus Erst Suppe mit Champignons (eigene Brut!), dann Forellen aus eigenem Fischwasser (keine gezüchteten Regenbogenforellen die Matthies wegwerfendsynthetische Forellen nannte!), die PichSstgans, rührend jung, zart, unter braunem Geknufper aus der Zunge zerschmel-, zend wie es der ehrwürdigen Martinsgans nun und nimmer gelingt... dann ihn, den Goliath, umringt von hundert und aberhundert Spar­gelvasallen .. Zum Schluß die ersten Erdbeeren in ausgehohller Ananas von einem kleinen Schuß Maiwein übersprüht. Da sage noch einer, daß Psingsten nicht das liebliche Fest der Freude sei!

Pfingstsonntag brach an, etwas wolkig und trübe, aber dennoch so voll verhaltener Schönheit und feierlichem Gluck, wie eben nur Pfingst­sonntag sein kann, der endgültig den Schlußpunkt setzt unter Winter­srost und Winterleid, und rosenbekränzt, von Wiefenbust umweht, dem Sommer die Hände entgegenstreckt. Eben begannen, d,e Mocken zu lernten, als Matthies, das Spargelmesser >n der Nandzu seinem Goliath schritt, aufgeregt, als ginge er zu seinem ersten SteUb.che>n ...

Der große Augenblick nahte. Das Messer in feiner Hand zitterte ein wenig. Er bückte sich, senkte das Messer vorsichtig an den weihen Stamm, der beinahe so dick war, wie ein blutjunges Birkenftammchen ... JJiert- wllrdia das Messer packte nicht an! Er wurde unruhig. Beruhigte sich aber gleich wieder. Natürlich, bei so einem Mordskerl muhte man nnber^ ansetzen, als bei Dutzendspargeln. Also noch einmal und mit mehr, Kraft. Doch der Goliath wich auch jetzt nicht, blieb ungefüllt, "Ee es bleiben, denn ... er war aus Holz mit zierlich aufgemaltem violett-fchmimerndem ^E?n,"'zwei Augenblicke stand Matthies sprachlos vor Verblüsfung begriff bann blitzschnell. Die Maler - sie hatten den Spnrgelgeertigt beqünftigt durch die Abwesenheit des zuverlässigen Gartners in die Erde gesenkt, und jeden Tag heimlich em Stückchen m die stohe ge­flohen Der Teufel soll sie holen! Mutend nh er den Golla h her­aus. Da ... was war denn das? Unter den anhaftenden Erdkrumen kamen Zeichen zum Vorschein, Buchstaben . .

Vögel picken an gemalten Trauben, So was kann ein kluger Mensch nicht glauben. Darum sticht er mit dem Messer itzt Einen Spargel, der aus Holz geschnitzt.

Matthies war wütend, stand im Begrisfe, Rache zu sinnen und an den Erzeuger von Kolospa im Geist ungemein unhöfliche Briefe zu wr- soffen, aber gerade, als er die Ehrenbeleidlgungsgrenze sch .

Pserdelänge überschritten hatte, huschte an Kuchenmagd vorbey

die in der einen Hand eine Schussel voll ^lschgepfluckt r ) P9.

trug, in der andern eisgekühlte Erdbeeren Eben kam auchder tappige Gärtnerbursche ageschlurst, um die Spargel für d,e JSfmflfttQfel ju Itetgen, und vorn Haus her hörte man schon angenehme Sd)e'9e^^ duftet von allerlei Ingredenzien und Maiwem. Da verrauchw Herrn Matthiesens Zorn, sein Herz wurde milde undi sand trotzKolosp Schabernack und Enttäuschung, daß Psingsten doch das liebliche Fest d

.......Mi, b.t.m

nicht einen einzigen der hundert und aberhundert ©P R 3 Diener ' auf denen sich die andern Gäste gütlich taten. I h m stell . .. - ah

silberner Schüssel, reich garniert seinen hölzernen Goliath hm so d^h scheinbar zuletzt doch Matthies lochte und Mik ihm s c : 1 bcr

man dann, angeregt bei Kaffee, Schnapsen und Zigarren s h, sp Gastgeber gutgelaunt zu den Malern: smnnftrii>rt habt

Weil ihr nichtsnutzigen Bengels mir, all ocola- demoustr'ert hobst daß ich ebenso dumm bin wie die Vogel im ollen - ch ' ' jncn euch beweisen, daß ihr recht hobt! Ich beauftrage euch nämlich, meinen neuen Speisesoal von oben bis unten vollzuklecksen,

den wir später vereinbaren!" . .. , hurften

Und jetzt waren es doch die Maler, die zu allerletzt lachen dursten.

( beim ß I -heihu"!" i Licht an bim] ihn l«f läge i* ibernt JJ ,-SpE seiner» von * Bon # a «i»; t°l 6*5 eigen- 1* tonb-tt!

*; nn u «i !nan*: n get b>-| 0S »nb -x

Ibft

jpn'.Li:

-oaj denn b« ßönbe j ml

Oer Nachtigall Pfingstgesang.

Von Friedrich Rückert.

Zu Psingsten sang di« Nachtigall, Nachdem sie Tau getrunken;

Die Rose hob beim Hellen Schall Das Haupt, das ihr gesunken.

O kommt, ihr alle, trinkt und speist, Ihr Frühlingsfestgenossen, Weil übers ird'sche Mahl der Geist Des Herrn ist ausgegossen.

Die Himmelsjünger groß und klein Sind von der Krast durchdrungen. Man hört sie reden insgemein In wunderbaren Zungen.

Und da ist keine Jung' am Baum, Kein Blatt ist da so kleines, Es redet auch mit drein im Traum, Als sei's voll süßen Weines.

O ihr Apostel gehet aus Und predigt allen Landen Mit Säusellust und Sturmesbraus Von dem, der ist erstanden!

Legt aus sein Evangelium, Auf Frllhlingsau'n geschrieben, Daß er uns lieben will darum. Wenn wir einander lieben.

Sprecht von der Liebe Löhnungen, Sprecht von des Friedens Schmause. Sprecht von den vielen Wohnungen In unseres Vaters Hause.

Die Liebe macht die Sonne drehn. Die Liebe wölbt den Himmel, Und freut sich, unter ihm zu sehn Ein liebendes Gewimmel.

Wer liebend sich ans Nächste hält Und will nur das gewinnen, Umfaßt darin die ganze Welk, Und Gott ist mitten drinnen.

Ich hab' am heil'gen Pfingstentag, Indes mein Weib gebrütet. Mit frohem Nachtigallenschlag Mein frommes.Nest gehütet.

Oie pariser.

Roman von Alfred Bock.

(Fortfetzung.)

Der Rundbrenner lieferte die eingegangenen Postsachen ob und er­stattete Meldung über das, was sich im Dorf ^getragen »er Sturm hatte auf dem Teufelsgrund drei Bäume entwurzelt und hatte sonst noch allerlei Unheil angerichtet. Die Frau des Lehrers war schwer erkrankt. Sie hatte schon lang über Kopfschmerzen und Seitenstechen geklagt. In aller Frühe war der Doktor aus Londorf im Schulhaus gewesen^ Der Krachköhler und der Wollbart hatten gestern auf einem gemieteten FUhr- werk Schweine in die Stabt gebracht. Beide waren dicke Freunde, stark benebelt waren sie in stockfinsterer Nacht Ijeimge aljren. ffiie nun ber Krachköhler einen Streit vom Zaun brach, nahm ihn ber Wollbart beim Schlasitch unb stieß ihn kurzerhanb vom Wogen herunter. Mit ge­brochenem Arm hatte ihn ber Postkreuber biefen Morgen im Chauffee- graben gefunben.

Der Bürgermeister begleitete ben Rapport je nach dem Grab von Interesse, bas bei ihm rege würbe, mitSo, so" oberOha'. Daraus fall er bie Briefschaften burch. Ein amtliches Schreiben mußte sogleich an ben Gemeinberechner meiterbeförbert werben. Das übergab er dem Orts­diener und sagte:

Diesen Abend seist du Punkt halb acht hier."

Der Rundbrenner entfernte sich. Bald nach ihm verließ auch Wallen­seis das Haus, um einem Gang der Feldgefchworenen burch die Ge­markung beizuwohnen. Als er gegen elf Uhr zurückkehrte erwartete ihn ber neue Pfarrer. Das war ein junger Mann von noch nicht breitzig Jahren ber sich feiner ganzen Veranlagung nach eher zum akabemischen Lehrer 'benn zum Prebiger einer ßanbgemeinbe eignete. Er hatte mit bem Vorsatz bie Kanzel bestiegen, wissenschaftlich erkannte Tatfachen vor seiner Hörerschaft nicht zu verleugnen unb nach bestem Wissen unb Ge­wissen bie einsache evangelische Wahrheit zu verkunben. Der rem ge= bankenmößige Charakter seiner Prebigt war ben Dörflern ein Buch mit Heben Siegeln. Da er nun so weit ging, biblische Erzählungen für Sinn­bilder unb Ausschmückungen zu erklären, bie mit dem wahren Christen­tum nichts zu tun hätten, lief ein Murren burch bie Reihen. Die Bauern hingen mit zäher Beharrlichkeit am Hergebrachten. Die Bibel galt ihnen als unantastbar unb heilig. Wer baron rüttelte, nerbarb es mit ihnen Die Straf- unb Bußprebigten bes verstorbenen Pfarrers hatten ben rechten Ton getroffen. Diese massiven Naturen brauchten massiven Stoss. Schon am britten Sonntag nach bem Amtsantritt bes jungen Geistlichen hatten sich im Gotteshaus außer den Mitgliedern des Kirchen-