Gold in deutscher <§rde.
Von Dr. Emil CarthauS.
Ob aus Wohlwollen oder im Unwillen die Götter Deutschland Zald und Silber versagt haben, weiß ich nicht Doch mochte
w --- »;» -°m <!•.«« Ä.-SS? h«t danach gesucht, au< Gei Tacitus in seiner
! Ind zwischen Weinen und Lachen — eine solche gesunde Äungeimatur hat nmnerdar in Auerbach gesteckt; sie atmet mit aller srohen Gute und rchrmem Mitgefühl in den Geschichten vom Tolpatsch, vom Befehlerles, von Ino dem chajrle, diesen Perlen seiner Kunst, über die die goldene Sonne eines reichen Gemüts, einer behäbigen Grazie, einer reinen Mnschlichkeit die warmen Strahlen breitet. Zwei Naturen hat Auerbach selbst einmal in einem Briefe an seinen Intimus und Vetter Iakoa in ich unterschieden: „Der leichtlebige lustige Musikant von mütterlicher und der ernst grüblerische Rabbi van väterlicher Seite — das ist eine sett- sainc Mischung". Ein künstlerisch gestaltender und em philosophisch nach- LnderTrieb kreuzen sich in seiner Persönlichkeit und bringen 'N viele seiner Werke etwas Zwiespältiges. Der nirgends seßhafte „Zigeuner , der von Ort zu Ort zieht, unermüdlich fabuliert und ersmdet, will doch nicht wie ein „Musikant" sein Liedchen pfeifen, sondern das Blut der „Tal- mubiften" drängt ihn zum Predigen, zum Erziehen, zum Lehren und Bessern. Aus seinen Geschichten sollen die Menschen .praktischen Nutzen ziehen und wo sich diese Absicht nicht zu aufdringlich äußert, da mag sie wohl 'als „guter Rat des Kalendermannes" hingehen aber m feinen Romanen überwuchert das pädagogische Element alle Limen der i)an: - hing Dies blühende Spiel der Betrachtungen und Ueberlegungen das Auerbachs Dichten mit üppigem Rankenwerk durchzieht, hat einen durchaus volkstümlichen Kern, wie ja der „Sinnierer" ein wohlbekannter Muerntvpus ist, und kann einen großen Reiz ausuben, so im ,,-öar- siißele", bei dem Otto Ludwig von dem „Schmelz der Gedankenhastig- teit" und „der Schönheit der Melodie der Reflexionen spricht. Nicht selten aber macht dies beständige Dreinreden, das Sichvordrangen des Cizählers einen störenden Eindruck. Seine Zeit, die auch den Menschen Auerbach liebte, konnte das ertragen; wir sehen darin einen zeitgebun- benen Schönheitsfehler.
Auerbachs Persönlichkeit erschließt sich uns rückhaltlos 'N den Briefen on (einen Detter Jakob Auerbach, dem er durch mehr als 80 Jahre hm (eine innersten Erlebnisse gebeichtet hat. So wichtig diese Briesei fürdi Kultur- und Literaturgeschichte sind, so liebenswert und menschlich reich ihr Schreiber erscheint, so enthüllen sie doch auch schonungslos Grenzen md Schwächen seiner Begabung. Die Eitelkeit bes, Mannes, im fiebert rerftärt durch eine liebenswürdige und selbstlose Bege.sterungssahigkeit, füllt sich in seinem Werk als ein Unterstreichen und Hervordrangen dar, äußert firf) in dem oft gerügten „Duzkomment , den Auerbach nicht nur mit Freunden nach ein paar Stunden, sondern auch sogleich mit dem Loser durch beständiges Anreden herstellt. Dann sehlt dem ganz Sub- jdtiuen trotz seines leidenschaftlichen Verlangens nach uUgemelnem Wir- te.i und nach bedeutenden umfassenden Themen der Blick fürs Große, die Fähigkeit, ein Weltbild zu gestalten. Er kann nur >m Klemen mahm, Ms Einzelheiten ein seines Bildchen ziisammensetzen aus klugen psycho- legischeu Beobachtungen nach und nach einen Charakter aufoauen. «ein SN Nazismus ist kein kosmischer, sondern em mikrokosmischer. Die Gott- lchkeit des Alls ist ihm gerade in kleinen und unscheinbaren Dingen «körpert und seine höchste Lust, wie seine höchste Kunst ist es, m einem mrübechu'schenden Wesenszug das Individuelle em«'Menschen.zu.zeigen ur.b auch in dem umdunkelten Herzen des Bosewichtes den «trahl des Enten leuchten zu lassen. Am meisten gewinnt er uns durch emzelne Randbemerkungen, die von einer innigen Vertiefung in fremdes «eelen- leben xcuaen und feine reifste Kunst offenbart er in gewesen Episoden, in der subtilen Ausführung mancher Sittenbilder. Wie fein Schassen m ehern ewigen Sammeln von Motiven und Aufzelchnen von Einfallen instand !o vertieft sich sein Weltblick am reinsten in kleine Ausschnitte, md mit ehrfürchtiger Andacht nimmt er das fromm Geschaute m s^n I gr'müt auf- Alles Lebende erschien mir immer so neu als heilig . foo ist "hm denn im großen Roman kein reines Kunstwerk gelungen, sondern wr in der geschlossenen Form der Novelle. Hier aber hat er em paar Meisterstücke'der Erzählung gegeben, so außer den ersten ^orsgesw chten : bis zur Frau Professorin" (die man aber wohl aiisschliehen muh) noch H ben 3 Diethelm von Buchenberg", die Krone seines Schassens und „Brost md "Mom", — die als Muster ihrer Gattung stets bewundert werden müssen.
der im Rhein versenkte goldene Nibelungenhort, sowie auch das Har. lungengold der Heldensage ist wohl nicht ganz in das Reich der Phantasie zu verweisen. Begieriger nach dem gelben Edelmetall als die Germanen, haben dis Römer an den dem Rhein zusließenden Gewässern in der Eifel schon im Beginn unserer christlichen Zeitrechnung Gow- wäscherei betrieben. Waren doch nach Diodorus, Postdomus und Nonus von Panopolis die Sande des Rheingebietes reich an diesem Metall. Bon dem Umfang der römischen Goldgewinnung legt ein ungefähr dreißig Kilometer langer und stellenweise über zwei Kilometer breiter Zug von ein bis zehn Meter hohen Waschhalden, der sich an der Eisenbahnlinie Aachen-St. Bith zwischen den Stationen Buttgenbach und Stavelot hinzieht, noch heute Zeugnis ab. Hier und da m diesen Halden gefundene Münzen und Gerätschaften weifen deutlich aus römischen unter« nchmungsgeist hin, btt über so billige Arbeitskräfte verfugt haben muß. das selbst die Stellen der Goldlaaerstatte ausgebeutet roorben Jmb, welche recht arm gewesen sein müssen. Die älteste Urkunde, die von deutscher Goldwä cherei am Rhein spricht, ist die Chronik des Klosters Eoers- heim. Darin heißt es, baß Herzog Alarich von Schwaben diesem Kloster 760 den Gau Witzwitze mit den dazugehörigen Goldwaschereien geschenkt habe Etwas fpäter erwähnt auch die bekannte Evangelienharmome Otfrieds von Weißenburg Goldwäschen im Elsaß. Von anderen Goldwasche- reien an verschiedenen Nebenflüssen des Rheins, namentlich im Schwarzwald, wie Kinzig, Rench, Dreisam, Elzach, Wiese und Krieg, ist m einer Verleihungsurkunde des Grafen Egeno von Freiburg aus dem Jahre 1324 die Rede. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden nachweislich Goldwäschereien bei Steinmauren, Stillhofen, Söllingen und anderen badischen Orten am Rhein betrieben, und ebenso bei Rheinbischossheim, ^jelblmgen, Mannheim, Roxheim, Hammerfahrt und Nierstein. Im 14. unb 15. Jahrhundert sind zu Heidelberg unb Bacharach sogar Münzen aus Rhemgold geschlagen worden, und bei Speyer soll noch bis in das vorige Jahrhundert hinein Gold aus Rheinsand gewonnen sein. Heute ist er aber an Gold so arm geworden, daß nach verschiedenen Feststellungen s ch ber Durchschnittsgehalt von einem Kubikmeter nur noch auf 0,0146 Gramm beläuft. Wenn also auch nach den Berechnungen des französischen Geologen D a u b r e e in dem Sande des Rheintales zwischen Basel und Mannheim noch über 50 000 Kilogramm Gold liegen, ist doch an eine lohnende Gewinnung kaum noch zu denken.
Wohl könnte sich vielleicht der Bergbau auf Gold im Taunus noch einmal gewinnbringend erweisen, dessen Serizitgesteine und Quarzite m geologischer Hinsicht manche Aehnlichkeit mit denen zeigen die in verwitterter Form als Gebugsschutt das Gold der Eifel in sich einsch offen. Schonvor mehr als 150 Jahren konnte Klipstein, wie er in seinem »Mineralogischen Brieswechsel" barlegt, in Quarzadern und Ouarzlmsen, welche zwischen den Dörfern Breckenhain und Wildsachsen sorzutage gefordert waren, stellenweise einen Goldgehalt von 216 Gramm in der Tonne feststellen. , .
Im beutfch-österreichischen Alpengebiet sind Bergbauverfuche au, Gold seit einigen Jahren wieder am Hohen Dauern aufgenommen, der vor Zeiten erstaunlich große Mengen des gelben Edelmetalles an das lalfer- liche Rom abgegeben haben muß. Noch in den Jahren 1538 bis 1562
en die dortigen Bergwerke eine Goldausbeute von mehr als o 50f 000 Goldgulden zu verzeichnen gehabt. Außerordentlich ergiebig, wenn Nicht die reichsten deutschen Goldlagerstätten, sind die von Niederschlesien gewesen. Wann man dort angefangen hat, Gold zu gewinnen, laßt sich schwer sagen. Möglicherweise steht die «age von dem sv ost als Spender von Gold erscheinenden Berggeist des Riesengebirges, Rubezaylm.t einem sehr frühen Beginn dieses Bergbaues im Zusammenhang. Wie der alte B r ü ck m a n n in seinem früher vielgelesenen Buch über die Wunder der Erdtiefe auf Grund eines Berichtes von Balbinus schreibt „haben die alten Einwohner der Gegend beim Riefengebirge nichts anderes getan als Goldsand geheiffet unb gesiebt, so daß davon ganze Dörfer und Stabte ihren Ursprung, Namen und Wachstum bekommen, und die Sanbhügel, davon man das Gold geschieden, viele Meilen lang am User der Bäche und Flüsse hingelegen feien . — J n
gar von Stücken Goldes dis zur Große einer Walnuß, die auf ben schlesischen Goldfeldern gefunden feien ...
Wenn man noch heute die weitausgedehnten stellenweise haushohen Züge der Pingen und Waschhalten sieht, die z. B bei Schm°ttseifen unfern Löwenberg von den Goldwä chern aufgeworfen sind, kann man keinen Augenbllck darüber im Zweifel sein, daß hier ttn Osten von Deutschland einmal sehr viel Gold gewonnen worden sein muh. Im Hin- hiirf hierauf findet man auch die Angabe mehrerer Chroniken des vierzehnten Jahrhunderts nicht übertrieben, daß nieherschlesis^ Berg- leute 1241 unter Herzog Heinrich II. IN der schlacht bei Wahlstatt kämpften unb daß dieses Aufgebot allein dadurch zustandeaebracht wurde, Nah man aus der Belegschaft der Goldwäschen von Goldberg jeden fünften Mann aushob. Wie groß der Gewinn war ben biefe Waschen abwarfen, möge man daraus ersehen, daß sie bei der Stadt Gmdberg wöckentlich eine Ausbeute von einer Mark Goldes und wahrend eines einzigen Jahres einen Ertrag im Werte von 389 850 Dukaten zu ver- zeickinen hatten. Von den Goldwäschen um Lowenbcrg herum erhielt hie Stadt im Jahre 1203 wöchentlich VA Mark Gold unb Silber.
Das Erliegen des niederschlesischen Goldbergbaues ist zum Teil auf die Verheerungen3 durch die Tatarenkriege hauptsächlich aber wohl auf die Erschöpfung der Lagerstätten zuruckzusuhren. Jrn Jahre 1661 machten die Herzöge von Liegnitz als Herren des schlesischen Goldgebietes noch einmal einen schwachen Versuch, den Bergbau auf Edelmetalle wieder aufleben zu lassen, jedoch ohne sichtlichen Ersolg. Das Gold von Niederschlesien entstammt einer Zone, die sich von Jauer über Bunzlau bis über Löwenberg hinaus erstreckt, unb zeigten stch..°ls besonders ergiebige Fundorte Goldberg, Nikolstadt, Wandris, Mertschutz Plagwitz, Hösel und Lauterseifen. Kleinere Mengen Goldes wurden früher auch ben Sanden ber Jfar entnommen und es wurde auf der Höhe des Thüringer Waldes wie auch bei Goldkronach im Fichtelgebirge zeitweise sogar Bergbau auf I Gold unter Tag betrieben, jedoch ohne nennenswerten Ersatz. Dagegen | haben unsere sich auf das Zugutemachen von Erzen schon lange meister-
ich hängen die Deutschen nicht an ihrem Besitz, i M xacuus in jeiner „Germania", ber ältesten Urkunde unseres Volkes Ns Deutschland in frühester Zeit als Kelten ober "udereLolkcr hier Mahnten zwar kein Goldland im Sinne bes Wortts, aber auch niä) nun an Edelmetall gewesen ist, lassen die vielen Schmuckstücke und Geräte aus Gold vermuten, die in seinem Boden gesunden werden und liechweislich der Bronzezeit angehoren, IN ber den Volkern Mtttel trropas ber Gebrauch von Eisen noch nicht bekannt wcu ,Kem -_anb -ns dem europäischen Kontinent, mit Ausnahme von Griechenland, kann
Fülle bronzezeitlichen Goldschrnuckes mit Germanien in Wettbewerb tuten", sagt Professor Kossinna.
Was Münzen aus Gold angeht, so ist es ausfallend daß die den Numismatikern unter dem Namen „Regenbogenschusselchen bekannten : u-ib den Kelten zugeschriebenen fast ausschließlich rm Flußg Tgeins und seiner Nebenflüsse gefunden werden Emen sprach 'chen Anhalt für die von diesem Volk an dem Vaterland, chen Strom bett ebenen Goldwäscherei glaubt Klone unter anderem "den Namen bis badischen Ortes Goldscheuer zu finden, welcher ursprünglich Goldsgur hieß und nicht von unserem Wort Schmer ober Scheune sondern von bau keltisch-gallischen „tfgurabi", d. i. waschen, ab3U|eiien ift 3« Zeit unsere germanischen Altvorderen von den Kelten d>e GoldwasHere, n i Rhein übernommen haben, ist nicht ermitteln. In S g 9 bis deutschen Volkes spielt das Rheingold schon sehr früh eine Nolle, und


