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wegs erschöpft. Ein interessanter Fall liegt dann vor, wenn es gllt. Kör- per auszusuchen, die gegenüber ihrer Umgebung eine erhöhte Temperatur haben" denn^ein solcher Körper, also etwa ein heißer Schornstein wird stets ultrarote Strahlen aussenden. Die rotempfindliche, licksteiektnsche Zelle wird sie leicht herausfinden, besonders wenn sw mit einem Hohlspiegel und guter Optik versehen ist, so daß sie nur auf Strahlen anspricht, bte aus einer bestimmten Richtung kommen. Ein solches Suchgerat wird in der Technik manche wertvollen Dienste leisten können, z.B. um aus der (Entfernung die Temperatur irgendeines Körpers zu bestimmen. Auch zur Raumsicherung lassen sich die ultraroten Strahlen verwenden, gerade wegen ihrer Unsichtbarkeit. Man stellt einen kleinen Sender aus. dessen Strahl durch Reflektoren kreuz und quer durch den Roum geschickt wird bis er schließlich auf eine lichtelektrische Zelle sollt. Betritt I«mand den Raum und kreuzt dabei den Strahl, den er ja gor nicht bemerken kann, so ist die Zelle einen Augenblick stromlos, wodurch em Signalausgelost, Licht eingeschaltet, oder sonst eine Wirkung herbe,geführt wird, die dem Eindringling jedenfalls unsympathisch sein wird. Sogar zur automatischen Steuerung von Verkehrsampeln sind die ultraroten Strahlen in Wilkiams- burq in den Vereinigten Staaten verwendet worden. Die Anwendungsmöglichkeit ist olso, nachdem Technik und Wissenschaft m Zusammenarbeit Keinmal die Grundlagen geschaffen haben, so vielseitig, daß wir sicherlich auch bald mehr davon hören werden.
Karlsbader Novelle.
Von Erwin Guido Kolbenheyer. Copyright by Verlag Georg Müller, München.
(Fortsetzung.)
Lotte das ist Verzicht. Wenn nicht dein Verzicht, so wäre es her meine! — Du hast es über mich vermocht, niemand wie du. Jetzt da ich Werthern und den Götz unter meinen Händen habe, fühl ich es recht. Was zehn Jahre Sehnsucht an einem Menschen schassen können das hast du an3 mir getan. Mer mir wird bange vor deinem Geschöpf. Es ist em Schemen, der Blut trinken muß, um lebendig zu werden.
Und sie beschwor ihn leise: „Ich weiß keinen Menschen, dessen Brust ein Altar errichtet sein könnte, so hoch und so rein, als m der deinen mein Freund. Du bist der beste Mensch und du mußt es glauben.
Däch er „Aus einer Welt gesprochen, liebes Wesen, die eine subtile Barbarei war! Es ist die Zeit vor dem Ritter mit der eisernen Hand. Da wußte ein höfischer Adel, der seine Eheweiber hunzte für die Dame des Herzens jedes Abenteuer und den >ammerl>chstenT°dZueidenDi meinst ich falle zurück? Rur Nicht so weit als du wolltest. D,e Zeit ist über den Minnedienst hinaus, Liebe will sie.
„Du bist in den letzten Wochen sehr in dir verwildert. Sie umfaßte seinen Handrücken, er senkte die Stirn nut einem Ruck. „in, min her letzten Zeit" verbesserte sie, „lange chon ist es anders. Du bist mehr und mehr verstummt und ich'fühle"fast, deine Schw^gsamke.t hat em Wetter bedeutet. So müßte ich froh sein, daß du sprichst.
Er preßte ihre Hand mit beiden Händen vor sein Herz, und sie konnte sich nur schwer befreien.
„Richt so, Goethe", sagte sie zwischen Angst und Aerger, „tm mußt uns kms ersparen. Auch darüber ist deine Zeit hinaus die meine weiter noch Ich werde keinen Roman leben. Ich bin die Gräfin Oerthern nicht — wie ihr Name dem deines Romanhelden ähnelt! Und auch du bist kein Romanheld. Deinem Genie taugt weder Tropensonne noch der Dunst afrikanischer Urwälder. Spiel nur nicht mit uns beiden! Du hast kein Talent zur Verlotterung, du Bürger mit deinem Esprit d orbre. — du "ch kannte es ertragen, daß du mich liebst und daß ich dich liebe, mein Freund, wenn es anders wäre?
„Es ist die Unnatur der Vernunft, die aus dir redet. Das Gesuhl verschmachtet."
Sie lächelte fein, als sei sie getrost.
, Ich höre dir zu, und du sagst so, denn du weißt, daß ich es höre, und ahnst in mir die Balance deines Extrems. Allein und zu dir mochtest du nicht von Unnatur, von der zweiten Natur mochtest du reden, die das Gefühl verklärt." "
Diese zarte Wendung brachte ihn zu sich.
Du bleibst vor deinem Traumbilde, Geliebte, und „bas ist schön ane zuse'hen. Du magst mich also wieber abgefangen haben.
Dabei war ihm jonberbar leicht, als dürfe er von den geheimsten, drängenden Plänen seiner nächsten Zukunft ohne Verrat vor ihr fchwei- gen Sie wollte die Gestalt ihres Traumes und die Entfernung sollte sie erst erfüllen. Während er auf dem kunstheiligen Boden Italiens alle Unwirtlichkeit feiner nördlichen Seele wandelte werde er.«nbers vielleicht und höher, als sie ihm ansann, ihre eigene bildnerische Sehnsucht an sich vollenden. Dann, erst bann werde er ihr und ihnen allen das sein können, mn,u er fie alle — er wußte es plötzlich in aufkeimendem Morgengluck — oerioefte. Wer Meister geworden und nicht nur der Mensch, an dem sie bauten Lotte, Herder, Knebel, alle, alle, um sich aus 'hm an ihrem eigenen Bauwerke zu ergötzen! Noch muhte er geben, und sie konnten nehmen was sie wollten. Sie sollten aber in die befreite, letzte Gestalt eines Wesens gezwungen werden und nehmen muffen!
Charlottes Herz schlug neben diesem hochansteigenden Lebensgefuhle des Unerschöpflichen bang und gesammelt. Sie ahnte unter (einem Schwei- aen einen jener jähen Umschwünge, bei denen sie nie froh werden konnte, wenn er auch ihrem nächsten Wunsche folgte. Und mit einer leijen Entsagung nahm sie es hin, daß er nun von den ordnenden Gesichten im Reiche der Pflanzen zu sprechen begann, die sich wie eine Offenbarung ihm erschlössen. Er wisse, daß er für sie kaum willige Ohren unter den (gelehrten finden werde. Er habe Sömmenng und Blumenbach auf den Zwischenknochen am Kiefer des Menschen gewiesen, aber sie blieben in ihrer Theorie versteinert, daß just dieses Stuck dem Menschen fehle und
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i»ht idwinbar unbekümmert um bie Tagesaufgaben bes Industriewerkes, Reni sie angehören. Wenn dieses aber einmal vor irgendeiner mit den ge= ebenen Mitteln unlösbaren Aufgabe steht, so hat es den Vorteil, die Erforschung dessen, was noch dazu fehlt, seinen eigenen geschulten Kräften mvertrauen zu können. Man muh sich bas natürlich nicht so vorstellen, daß der Generaldirektor der betreffenden Gesellschaft nun den Borsteher ks Forschungslaboratoriums kommen läßt und ihm sagt: wir brauchen Strahlen von den und den Eigenschasten, sehen Sie zu wo S,e die finden, Honbern es findet ein ständiges Zusammenwirken von Ingenieur und Furcher statt, so daß dieser selbst auf die Aufgaben gelenkt wird, die gerade im Brennpunkte der Tagesarbeit stehen. Daß diese Institute daneben noch rine menge wissenschaftlicher Arbeit ohne solche Beziehung leisten, ist ein >e onberer Vorteil ber ganzen Einrichtung.
Keine Naturerscheinung ist wohl in unserer Zeit mehr den Ansorde- runqen bes täglichen Lebens dienstbar gemacht worden als die Str ah- I Un q Vom Lichte angefangen, bas ja nicht nur zur Beleuchtung bient, andern zahlreiche technische Prozesse erst ermöglichst,, über bie Warme zur Elektrizität und nach der anderen Seite zu den Röntgen- und Rad>um- strahlen wurden alle oorkommenden Strahlen irgendwie technisch genutzt. In der fast lückenlosen Reihe klaffte nur ein Spalt, war eine Strahlenart enthalten, die noch gänzlich unbeschäftigt war, bie sog. ultra» aber infraroten Strahlen. Das Spektrum unseres Tageslichtes, der Regenbogen, wird auf der einen Seite begrenzt von rotem, auf der anderen Seite von violettem Lichte, zwischen diesen beiden Farben ist alles enthalten, was unser Auge auszunehmen vermag. Aber ,eni eits^bes Violett folgen die ultravioletten «strahlen, deren Heilwirkung heute wohl allbekannt ist, bie aber auch zu allerhand techmschm Zwecken gebrauch werden. Ihnen entfpredjen jenseits des Rot die ultraroten Strahlen, bie iinlcr Gefühl aufnehmen kann, aber nicht unser Gesicht: sie haben nämlich eine recht kräftige Wärmewivkung. Mit ihnen wußte man bisher nichts Rechtes anzufangen, da ihre Wirkung zur eigentlichen Wärmeerzeugung nickst stark genug war. Erst spät wurde man auf ihre Besonderheit auf- Eksam die darin besteht, vermöge ihrer größeren Wellenlänge aua) | »rstbe Luftschichten besser durchbringen zu können, als das sichtbare Strah ken nämsich Ls Licht, vermögen "llnd als Lustfahrt und Se^ahr nach ! wirksameren Signalisierungsmitteln verlangten, ‘bie auch bei Nebel nicht versagen entsann man sich dieser Eigenschaft. Aber noch fehlte es an der notwendigen Ergänzung jedes Senders, dem Empfänger. Da traf es f ) «int hnb teils mt Zwecken der Bildtelegraphie, teils aus rein wissenschaftlichen Urfack^nn neuester Zeit die lichtelektrischen Zellen cntwickettwor- L ware i die felbst ganz schwache Lichteindrücke in elektrische Strome M mrwan'deln vermögen Elektrische Ströme aber kann man durch d,e bekannten Verstärker, die sich in nichts Wesentlichem von dem in ledem i Rundfunkgerät eingebauten Verstärker unterscheiden, bis zu feder beliebigen Höhe^verstärken. Noch eine Schwierigkeit war aber zu aberrotnben. Die lichtelektrischen Zellen haben eine besonders hohe Empfindlichkeit f M Falben die auch uns als die hellsten namentlich Ge b und
-Grün, während schon Rot auf sie wenig Wirtung Hatz Ultrarot a b e Io aut wie gar keine. Hier setzte nun eine intensive Forschungsarbeit em, i der es batt>8 gelang, solche Anordnungen zu finden, bei. denen auch die
«Empfindlichkeit der Zellen genügend weit ms Ultrarot hineinreMe. - i -mentlich ein feltenes Metall, das Cäsium, das bisher- von der। Technik noch
gar nicht beachtet worden war, fpielte dabei eine große Rolle.
Für welche Zwecke nun ein solcher Ultrarot-Sender und -Empfänger ' in Frage kommest kann, ergibt sich eigentlich l^ E dem Obengef°g . Nni- allem für Sionalifierungszwecke mögen fie geeignet lein. Die Natur selbst gibt uns da einen nicht mi.^77ml Aorhonntf'ftXn' Warum sehen Sonne und Mond, wenn sie tief am H°r'zonte steh , immer dunkelrot aus? Weil von allen Stroh en die sie dort genau si> । aut auslenden als wenn sie hoch am Himmel stehen, nur bte öunteiroien, | bie hüben mit Feuchtigkeit gefüllten Luftschichten durchMr.ngen v e - e mögen, während die anderen festgehalten werden. merben
ein gelbes bis rotes Signallicht am meiftenj“Äs ein Grund, der mitbestimmend war ur dw Einführung gehen J-iajw
I bei Automobilscheinwersern. Noch besser sind aber «Dieter
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। Schiffsglocke,, deren Ton doch auf höchstens einig h
Ultrarote Strahlen zu erzeugen, >st w*Llterntcht Jrffioer^de^Lam^ erzeugt mehr von ihnen als sichtbares Licht, w iP. J in smejre
। Iichtbmen"ahl7n^weg1§^ . Glas'
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Reichweiten kann man aber damit noch nicht erzie.en. Bündel'
daß durch einen Hohlspiegel bie ausgefanbten Strahlen men ^uno^ zusammengefaßt werden. Aehnlich sind ja aucha „ ? schied Trifft ein Nur ist hinsichtlich des Empfanges noch em greffer ’hUr einen solches Strahlenbündel eine Empfangszelle, so s ei„ Gleich-
Strom aus, der sich aber nicht weiter ^erstarken 6- f[. Würde
; ström ist, d.h. ein solcher, der immer in jjlei&t »Junfl f ber Senderstrahl ständig schwanken, so war« dre: F g., jst.
s elektrischen Zelle ein Wechselstrom entsteht, d yu ftrom einen ; Das kann man nun leicht erzielen, '7^ nmn r be[ be'r pngenben
Wechselstrom überlagert, in der Artz wie es s. h ausaefenbeten
Bogenlampe geschah Auf biese Weise kann .angtyt)tl)niu5 * Strahl sogar eine Kennung geben, mdem er in 1 ' Licht jebes
, | obgeschwächt unb verstärkt wirb, genau so, wie I verschwindet,
: I Leuchtturmes in feststehendem Rbythmus oufleu ht un^d
so daß der Seemann sogleich weiß, welchen ^"stotenStrahlung keines- | Damit ist aber bas Anwendungsgebiet der ultraroten j


