einem°bichtg«drängten Auditorium dann die nach dum^« ointoifonh mit nroßem Nach- mernoen Jia

Abendrot Dcia...... ,

zählige dicke, schwarze langhaarige

3m Kloster der Bektaschis.

Don Hans T r ö b st.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Mit den komischen und oft sogar recht geistreichen Geschichten, die über die ZettaschE im Umlauf fing und von denen beze chnen-erme.se Je meiden von eben diesen Delta,chis erfunden worden smd, ließ« s.cy em ganzes Buch füllen. Dieser Orden oder diese Sekte, deren Gründer I Hadschi Bektasch gewesen, läßt sich am einfachsten und kürzesten mit dem I ö liber al« Mohamedaner" definieren, deren leweiliger Ordensmeister bis auf unsere Tage unter anderem das Borrecht und die Pflicht hatte, bei den Krönungsfeierlichkeiten der Sultane den Padischah mit dem historischen Schwerte Osmans zu umgurten. Bis eben Kemal ÖU%iej1"' S °kta?chis" siehen^ bei den strenggläubigen Mohamedanern aant su Unreckst - im Geruch der Gottlosigkeit, der Vollere, und der Unsauberkeit und diese drei Untugenden versteht eine der deruhinten I Geschichten" zubeweisen", die sich einst in Albanien abgespielt habe" I soll. Dorchin kam einmal vor undenklich langen Zeiten eine Karnelkara- I toQne Während des Marsches hatte sich das letzte Tier lo5geriffen Derirrte sich und landete schließlich zu Tode erschöpft im Hofe eines Bekta chi- Klöfters, wo es zusammenbrach und in seiner bizarren Haltung Beine unter dem Bauch, Hals und Kopf weit vorgestreckt -- m tiefen Schlaf versank. Als dann am anderen Morgen ein paar leicht verkaterte Orbens- brüder das ihnen unbekannte Untier zu Gesichte bekamen, waren sie s I entsetzt daß sie sosort den Scheich weckten, dem der letzte .Mend eben- salls nicht besonders gut bekommen war. Der sah l'-h da^ schlafende Un­tier gründlich an, wußte aber mit dem seltsamen Geschöpf auch nichts anzusangen und sprach das weise Wort:Meine liebe Freunde! In meinem langen, langen Leben habe ich alles gesehen, was es auf der Welt gibt. Mit Ausnahme zweier Dinge: eine Moschee und ein Bad. Ergo ist das, was wir hier vor uns haben, entweder eine Moschee oder Cl">"ges'igt^die^Geschichte soll sich in Albanien abgespielt haben, ob aber gerade in jenem Kloster, in das auch ich mich, analog dem anderen Kamel, kürzlich verirrt habe, vermag ich mit Bestimmtheit nicht zu fagen. I Ich glaube es aber nicht. Denn der würdige Scheich, der mich in diesem idyllischen Kloster empfing und der hier mit abgeklärter Ruhe, milde lächelnd über die Verrückcheit der Zeiten, behaglich, lächelnd das Ende aller Dinge erwartete, wird sicherlich zwei- und vierbeinige Kamele genug gesehen haben und sich alle mit jener wundervoll erhabenen Ruhe betrach­tet haben, die die Letzten der alten, der ausfterbenben Generation des Islam auszeichnet und sie dem hastenden Europäer so reizvoll erscheinen I läßt.Werbende Kraft des Islam" es ist schon was Wahres daran! Nicht weit von Argyrokastro, der Stadt mit der hochragenden Normannenburg, in ©Übalbanien liegt bies kleine Kloster, in grandioser Einsamkeit, auf einem Hügel, ber ringsherum mit verfallenen steinernen Denkmälern toter Ordensbrüder besät ist. Als ich ankomme, stehen die himmelhohen Berge im lodernden Feuerglanz der Abendsonne, in den Zypressen rauscht der Wind und weht von der Normannenburg abgerissene Signal« übender Hornisten herüber. Irgendwo lauten eintönig und traurig die Glocken einer Ziegenherde. Altweibersommer-Karawanen-

Ein^ rechteckig ummauerter Bau, in der Mitt« der Hauptfront ein gewölbter Torbögen, von zwei Torhäusern und Schießscharten flankiert. Schreitet man hindurch, so steht man am Anfang eines von Zypressen und verblühendem Oleander eingesäumten Gartenweges, ber auf einen gepflasterten Hof führt, um den hufeisenförmig das. eigentliche Klofler- gebäude liegt. Ein paar gesattelte Pferde, von zwei Dienern gehalten, trampeln unruhig auf den Fliesen herum: der Schcicht hat also bereits Be uch! Zwei albanische Parlamentarier so was gibt es in Albanien leider auch schon di« soeben vom Kongreß der Boktaschis aus Elbasan gekommen sind, um dem Scheich Bericht zu erstatten. Sagt der Diener...

Eine Viertelstunde vergeht. .

Plötzlich als ob der Vorhang vor einem orientalischen Märchen ausqeht, öffnet sich lautlos das Haupttor. Auf der Schwelle steht ein hochqewachsener Mann, in weitem, gelblich schimmerndem, flatterndem Wollmantel, um den Leib ein« breite blutrote Binde, auf bem Kopf einen hohen, weißen Filzfes mit weißem Tuch umwickelt, statt ber Schuhe bitte, weiße Strümpfe, alles aus schwerer roher Wolle gearbeitet. Schwarzer ausrasierter Dollbart, fanatisch leuchienbe pechschwarze Augen, «in Gesicht, das ausgesprochen mongolische Züge trägt. Die Gestalt legt wortlos die Hand auf die Brust, senkt unmerklich einen Augenblick den Kopf und tritt zur Seite. Denn nach der Ordensregel müssen die Bektaschis leben Besucher empfangen. , t *

Kleiner Vorraum, aus bem eine hölzerne Treppe in den ersten Stock hinaufführt. Am Anfang, in ber Mitte und am Ende steht regungslos und schweigend wie eine Statue wiederum je ein Bektaschi, leder legt beim Dorbeischreiten gemessen und stumm die Hand zum Gruß auf die

mit dem berühmten Laryngologen Fränkel ausgeführt hatte, war die Diagnose: Kehlkopskrebs gestellt worden.

Im Kolleg wurde vor einem dlchtg-.. riwrntinn nusaeführt die wie Bergmann einleitend mit großem Rach- druck betonte -allein geeignet gewesen wäre, auch SM. den Kaiser zu retten". Bergmann begann mit dem Gingriff. Aber schon bald zeigte es sich, daß nicht nur eine kleine Stelle hinter den totimmbanbern an« gegriffen war wie man angenommen hatte, sondern daß die Geschwulst kmmer tieftr und tiefer ging, weit über den Kehlkopf hinaus Bergmann arbeitete und arbeitete unter atemlosem Schweigen des großen Maates es nahm kein Ende. Nach fast zwei Stunden legte er endlich fein Messer beiseite fuhr sich über die Stirn und sagte:Wir haben uns geirrt.. Es ist kein Krebs. Es ist eine Kehlkopstuberkulose." Zwei Stunden spater

Bergmann ist schweigend und tief erschüttert nach Haus« gegangen...

Ultrarot

Ein Helfer in vielen Nöten.

Von Dipl.-Jng. Dr. Arthur Hamm.

Wenn in irgendeiner Hinsicht das Wort von unserer schnellebigen Zell gilt, so im VerlMnis von Naturwissenschaft und Technik. Früher blieben oft die wichtigsten Entdeckungen lange Zeit ungenützt und dienten lediglich der Belustigung wissenschaftlich interessierter Laien. Man denke nur an bie Luftpumpe', die jahrhundertelang ein unentbehrliches Ausstattungs­stück jedes physikalischen Kabinetts war, ohne daß jemand daran dachte, siegewerblich" zu verwerten. Erst das Ende des vorigen Jahrhundert brachte eine solche Anwendung bei der Herstellung der elektrischen Glüh­birne, während lange Zeit die ebenfalls luftleer zu machenden Barometer- und Thermometerrohre ohne Luftpumpe hergestellt wurden. Heute Dagegen ist es so, daß das, was die Naturforschung an neuen und irgendwie wich­tigen Tatsachen zu Tage förbert, sofort von irgendeinem Zweige der Technik ergriffen und seinen Zwecken dienstbar gemacht wird. Fast ave großen Firmen haben sich heutzutage Forschungslaboratorien gefchastc>f in denen eine größere Anzahl von Gelehrten rein wissenschaftlicher Arven

Endlich sind die Beine verstaut, neue Begrüßung durch Hand-auf-die- Brust-legen, dann beginnt die Unterhaltung. Der würdige Scheich spricht ein vorzügliches Türkisch, Arabisch und Persisch und sucht zunachst aus seinem Schrank die Visitenkarte seinesFreundes aus Berlin , e nes unsrer bekanntesten Orientsspezialisten hervor, ber ihn schon zweimal in dieser Einsamkeit besuchte. Und während er wie ein Prophet, wie em Zauberer, mit der mächtigen Brille auf ber Nase, in seinen Folianten blättert, erscheint ein kleines Hutzelmännchen, ber dose Geist in eigener Person . Ein Männchen, mit einem riesigen Kops unb einer ebensolchen Hakennase, ein winziger, buckliger Körper beinahe sieht es aus als liefe ber Kops auf zwei Beinen durch Zimmer ... ein grotesker, unheim­licher Anblick. Der Hutzelmann stellt vor jeben der Gaste eine Schale Kaffee hin und entfernt sich lautlos, wie er gekommen, rückwärts schrei­tend mit einer einzigen unendlich langen Verbeugung. Jetzt verdeckt der riesige, mit dem Kinn beinahe am Boden schleifende Kopf den übrigen Körper starre große Augen so muh die Medusa ausgesehen haben.

Der Scheich zeigt uns die Bücher, bie er selber geschrieben und gebuch­tet hat, religiöse Hymnen, Zeile um Zeile mit unendlicher Muhe in jener kunstvollen Miniaturhandschrift geschrieben, in der die alten Türken Mei­ster waren. Da steht zum Beispiel auf einer Seite ein Baum. Aber wenn man näher hinschaut, erkennt man, daß alle Zweig«, Blatter und Aeste Schristzeichen sind, «in so unsäglich zeitraubendes Meisterwerk, m einer Vollendung gezeichnet und gemalt, wie sie kaum die Mouche des Mittel­alters aufgebracht haben.

Und der Scheich begeistert sich selbst an diesem Kunstwerk: »600 Mil­lionen Mohamedaner leben in der Welt! In Iran, in Turan, in Afgha­nistan, in Hindostan ... 600 Millionen!"

Etwas Triumphierendes liegt in seinen Worten, etwas wie Mitleid mit dem einen armseligenEuropa"! Er spricht «s mit einer weitaus- holenben Handbewegung aus, als wollte er sagen:Was könnt denn Ihr in dem sterbenden Europa dagegen machen!" Und er berichtet von der erneuerten, straften Organisation des Ordens, durch die er wieder wachsen und blühen wird, wie einst in den uralten Zeiten. Wie Moses ober irgend­einer der Propheten kommt mir ber Greis in diesem Augenblick vor. Als jähe er das gelobte Land von weitem!

Lautlos eilen unterdessen bie Diener, setzen vor den Gasten schwere Kupserschalen mit taufrischen Weintrauben nieber, reichen Hanbiucher unb bieten Zigaretten an. Alles still unb geheimnisvoll ... jeder verlaß nach jeher Handreichung rückwärts, in gebückter Haltung, die Augen auf den Scheich gerichtet, den Saal... _ .. . .

Allmählich beginnt es zu dämmern, gemeßen stießt die Rede, wie ein Schatten geistert der Hutzelmann wieder durch das Zimmer und sammelt die Tassen ein ... in ber Messingschale verglimmt die letzte Zigarette ... bie Aubienz ist zu Enbe.

Ich danke bem Kalifen aus Taufendundeinernacht für bie Gastfreund­schaft ... er wächst groß von seinem Sitz in die Hohe, legt die Hand aus die Brust unb spricht, Dank ablehnend, nur einen Satz:® aft e I mo I wir alle hier auf Erden..."

Etwas Zwingendes, Hypnotisierendes ging in diesem Augenblick von dem ehrwürdigen, ehrsurchtheischenden Greis aus, und erst als ich, von den schweigenden Beklaschis geleitet, im stillen Klosterhof stand, fiel mir ein, daß auch ich, im Banne des Ortes, der Stunde und ber Persönlichkeit, I rückwärtsschreitenb ben bämmernben Saal verlassen hatte.

i Aber ich schäme mich besten nicht. Denn es war ein Stück einer unter« gehenden Wett, die ich sah, und Ehrfurcht erheischt jedes tragische I Sterben ...

Prust Oben ein zweiter Borraum mit zahllosen Türen und dunklen, ab- zweiaenben Gängen und Korriboren. UeberaU schwere Teppiche, es riecht 3 'em Moder, und ein seltsames Fluidum geistert durch die däm­mernden Räume. Gefpensterhast wie Schemen und lautlos wie Geister stehen plötzlich wie hingezaubert zwei Greise vor einer ber Turm, die sich lautlos öffnet ... beinahe ist es, als sei man im Schloß des Königs der Zauderer aus dem Märchen unserer Kindertage...

Ich trete ein. Ein unendlich langes, saalartiges Zimmer, mehr ein Sann" mit herrlichen Teppichen auf das oerschwenberischste-ausgestattet. Die ganze rechte Seite eine einzige Fenstersront, in deren Scheiden das - rqlimmt, an ber Wanb gegenüber sinb bunte Kissen und un-

ratuiae oiae, schwarz« langhaarige Ziegenfelle auf dem Boden aus- qebrfitet. An der Stirnseite des Raumes, in Farm einer STapclle, tm Kamin, daneben mit unterschlagenm Beinen, ^n Kisten umgeben einen niedrigen, mit Büchern bedeckten Tijch vor sich, sitzt, den Rosenkranz in der Hand, derPrior", der Meister des Klosters. Em Greis mit unend­lich gütigen Augen, einem schneeweißen Dollbartz der ihm fast bis auf bic Knie wallt, in reicher, prächtiger Drbenstradjt. Er grüßt freunbhd) unb milde unb weist mit königlicher Handbewegung wortlos auf die