Denn die Japaner Wasser, steigt man
tatsächlich wird der Körper krebsrot, und man mutz sofort wieder herauf springen, um nicht einen Schlaganfall zu erleiden. Der Japaner jedoch hat sich seit vielen Generationen und seit frühester Jugend an diese irr-
bisher. o
Um aus der Fülle dessen, was in Japan alles „ganz anders" ist als M Europa, nur einiges herauszugreisen: vor allem einmal das morgendliche Bad, Der Japaner schätzt es noch weit mehr als der Weitze, selbst der ärmste Mann, der kaum ein paar Yen sein eigen nennt und seinen ganzen Besitz in einem kleinen Bündel auf seinem Rücken trägt, badet täglich. Baden ist sehr billig, sogar die großen öffentlichen Badeanstalten Tokios fordern für ein Wannenbad nicht mehr als fünf bis zehn Pfennige. Darum, bade auch du, Europäer! Das heißt, wenn du es vermagst! — baden nicht in warmem, sondern in kochend heißem in eine Wanne, glaubt man, sofort zu verbrennen, Körper krebsrot, und man muß sofort wieder herauf
Von Dr. Georg Kuhn.
Der natürliche Vorwurf für die Kunst" — das ist nach einem Wort des"großen expressionistischen Malers Franz Marc das Tierblld, und I damit wird die Stellung bezeichnet, die die Wiedergabe des -Bieres in I unserer modernen Kunst einnimmt. Die reifsten Werke Marcs sind wundervolle Arminen auf den „vierfüßigen Bruder", der der Natur und den Gebeimnissen des Daseins näher steht als der Mensch, in dem wir entarteten Zivilisationswesen die ungebrochene Kraft gesunder Instinkte und die tiefe Weisheit unbewußten Schauens verehren muffen. Wie da^ --.ler- I bild eine großartige Leistung der neuesten bildenden Kunst darstellt, so ist auch in der Tierdichtung unserer Tage ein gewaltiger und erhabener Gellt mächtig. Dem modernen Künstler, der demütig zu den Duellen und Tiefen der Welt herabsteigt, erscheint das Tier wieder als ein höheres Wesen so wie es sich einst dem Naturmenschen als Gott offenbarte^ Damit ist eine Jahrtausende lange Entwicklung der Menschheit in 'hrer Stellung mm ^ier durchschritten, und der Kreis rundet sich, in dem sich Uraltestes auf einer höheren und verfeinerten Stufe mit Alleriungstem vereint
Wie Wundt in seiner Völkerpsychologie nachgewiesen hat, ist das Tier der früheste Gegenstand menschlicher Kunstubung. Schon die ersten I Kunstwerke der Urzeit zeigen charakteristische Tierbilder, denn der Ur- I mensch lebte mit und von den Tieren, sah in ihnen seine. Wahrten, seine Götter und Ahnen. In ebenso beherrschender Weise tritt das Tier in der Poesie der Naturvölker hervor. Für den primitiven Menschen ist es ein durch Sicherheit und Stärke der Instinkte überlegenes, geheimnisvoll stummes Geschöpf, das ihm göttlich und gefährlich erscheint. So berichtet er gern von mächtigen und furchtbaren Tieren. Aber er verdautt l dem Tiere zugleich alles, wovon er lebt; deshalb schildert er das Tier als hilfreich und gut. Ueberhaupt verfließen in dieser Fruhzeit der Phantasie die Grenzen zwischen Mensch und Tier. Durch Zauber verwandelt sich das Tier in den Menschen, der Mensch in das Tier, und ebenso nehmen allerlei Dämonen Wohnung in der stummen Kreatur. Aus dieser I engsten Gemeinschast und Verwandtschaft erwächst nun ein tiefes Verständnis des Menschen für die Wesensart seines „Bruders im Wald , er i fühlt im Tier „Blut von seinem Blut", und so gelingt es den primitiven Völkern in ihren Tiersagen und Tiersabeln Aussehen, Stimm« und Lebensgewohnheiten der einzelnen Tiere mit erstaunlicher Genauigkeit und Lebendigkeit zu schildern . .
Aus dem Urgrund dieser ansänglichen Naturnahe entwickeln sich dann bei den ersten Kulturvölkern zwei Auffassungen vom Tier, denen wir m ihren Dichtungen begegnen. In Aegypten wird das Tier zum Gott. So wie es die Plastik des Nillandes darstellt, in der Erhabenheit des idealen Typus, monumentaler Gröhe thront es über der Meistchenwell, und m dumpfen Gebeten, in verzückten Hymnen fleht es der Mensch um seine Gnade an. Bei den Völkern hingegen, bei denen die Seelenwanderung in den Mittelpunkt der Religion tritt, so z. B. bei den Indern erblickt der Sterbliche in feinem Körper nur ein anderes Gefäß der Tierfeele, und so kriecht er gleichsam in das Tier hinein, betrachtet sich und die Umwelt mit tierischen Augen, wie dies in manchen indischen Dichtungen so ergreifend geschieht. Der Grieche aber, für den der Mensch das Matz aller Dinge ist, stellt auch das Tier im engsten Zusammenhang mit dem Menschen als seinen Begleiter und Diener dar, vermenschlicht die Kreatur. Dies finden wir sogleich in den hellenischen Tierdichtungen, wie in dem dem Homer zugeschriebenen „Froschmäusekrieg", in dem die Tiere ganz fo wie die Achäer und Troer miteinander kämpfen, und der erste große Fabeldichter A e s o p offenbart die in der primitiven Dichtung viel naiver angedeutete Weisheit der Tierwelt, indem er sie altkluge Lehren und Regeln erteilen läßt. In der chinesischen und japanischen Kunst und Dichtung wird dann hauptsächlich die ästhetische Freude am Tier als einem Schmuck der Natur ausgebildet, und cs wird in mannigfachen Symbolen und Allegorien zum Menschenleben in Vergleich gesetzt.
Im Mittelalter ruht der Fluch, der über die Natur ausgesprochen ist, auch auf der Kreatur; sie ist seelenlos und unselig, ein« Auffassung, die noch später, seit Descartes in der Betrachtung des Tierorganismus als einer Maschine sich bemerkbar macht. Erst der heilige Franz von Assisi erlöst mit dem Frühlingsweben der Renaissance das -Lier von diesem Bann, der Jahrhunderte auf ihm gelastet, und umfängt es mit seiner christlichen äUliebe. Er bekehrt den „Bruder Wols", so daß er sanst-
mütin und tugendhaft wird, predigt den „lieben Geschwistern", den Vögeln und fischen und gebietet den vorlauten Schwalben Ruhe, so lange Gottes smnrt Jrtiint (Fr ertennt sie gleichsam als Mitmenschen an und stellt sie Xe Ä ©meiSfeJ »ie Me Christen. Diese Auffassung Herr cht dann in der neueren Tierpoesie, die hauptsächlich, ja saft ausschließlich Fabcldichtung ist. Besonders in Frankreich macht sich diese Auslassung des Tieres die in ihm nur den verkleideten Menschen steht von La- f n n t ti p bis au Zola und Daudet geltend, aber nicht minder in den geistvollen Tiergeschichten enchijcher Dichter- von G a y bis^Oscar PfeHe “Sb®laud?u". Die Tier!"tr?gen menschliche Masken und bieten nur ein Spiegelbild unseres Wesens, sowie es bereits m der parodistischen Tierdichtung seit den „Vögeln" des ^.rUto?hanes und m den Ausklängen der altgeruianischen zersäge im
ftaU war in dem noch Goethe ein Brevier des Weltlaufes ,ay. crit in der Romantik, die wieder das Urtümlich« und Naive der alten Märchen und Sagen sucht, erhält das Tier ein Phantast,ich-mystüches (Sigenba ein ! une grandios unheimlich« Stimmung, die in den Tierfiguren gotischer Kathedralen anklang. Als geheimnisvoller Dämon erscheint das -Lier in lietfs Märchen und noch gewaltiger in Dichtungen, wie in P o es - Schwarzer Katze", oder lyrisch zarter in dem „Kentaur" Maur,ce de Guerins, in dem der Pferde,nenfch fein zwiespältiges Seelenleben enthüllt Der Mensch nähert sich wieder mehr und mehr dem Tier und I sucht sein Eigenleben zu ergründen, sei es aus tiefem Mitleid heraus, wie dies T o^ ft o i tut, wenn er die Tragödie eines Pferdes im „Lein- wandmesser" schildert, oder aus naiver Marchenfreude, wie And er Jen I und Selma Lagerlöf in der Geschichte von den wunderbaren Reisen I des kleinen Niels mit den Wildgänsen. ., ... -
Jahrhunderte lang hatte man die Tiere vermenschlicht und dadurch vielfach verniedlicht oder verzerrt; man halte fr« auch >n ihrer Kraft und Leidenschaft übersteigert. Nun aber sucht der Mensch in sich selbst die Regungen des Blutes zu ergründen, die ihn dem Tier nahebringen, strebt, „das innerlich zitternde Tierleben nachzufühlen . Wissen chastic^ Forschungen wie die von G. Th. Fechner über die u.ierseele, gehen voraus E?n Dichter wie Maeterlinck malt das Leben der Bienen und Ameisen in einer unerreicht herrlichen Verbindung von wstsenichafü kicher und dichterischer Schilderung. Kipling weiß in feinen indischen Tiergeschichten mit bewundernswerter Einfühlung Motive und Emps>n- bunaen der Tiere des Dschungels zu ergründen oder in seinem letzten Merck „Wie der Hund spricht" seinen treuen Hausgenossen »u belauschen. Ein anderer Engländer, Ernest Selon Thompson, zeichnet die „Prarie- tiere und ihre Schicksale". Als Jäger spürt Hermann S o n s dem Wild unseres Waldes und Feldes schnrfhörig und hellhor,g nach, w>e d,es schon Zurqcniero versucht hatte. In der dramatischen Erzählung und Gestaltung solcher Tierschicksale kann der Dane Svend Fleur on ab moderner Klassiker gelten, mag er nun die Erziehimg eines Kalbes das Dasein eines Hasen, eines Uhus oder zweier Schlangen zum ^ema wählen. Ganz hineingelebt in das Wesen des Tieres sich auch d r geniale Erzähler Jack London, der z. B. in seinem Buch „Wenn die Natur inst" darstellt, wie ein Hund nach dem Tode seines Herrn unter die Wölse gerät und zum wilden Tier wird. In dieserAnimalisterung der Kunst", wie man es genannt hat, wird der Mensch eins mit dem Zier. Zum ersten Male hat dies Gefühl der Einheit der Amerikaner WaU W h i t in a n in feinen Hymnen ausgesprochen: „Ich meine, ich konnte mich den Tieren zugesellen und mit ihnen leben! ruft er aus. Er liebkost das Pferd wie eine Geliebte und findet in den Augen des Och en mehr ausgedrückt „als alles Gedruckt«, das ich In meinem S<b«n «eie en Bei uns bat I. V. Widmann in seinem „Heiland und die Ziere Ähnliches gefühlt und ergreifende Dichtungen hat aus diesem Gefühl der üranzofe Francis Jamme s geschaffen in seinem Hasenroman und dem „Paradies der Tiere". Unter unfern jüngeren Dichtern ist Franz 'Iß« r fei ein starker Prediger biefes Gemeingesühls mit dem Zier, und fo fmben manche Poeten unserer Tage verwandte SeelenimZoologstchen Garten, sie empfinben, was Otto Flak« in seinem „Logbuch sagt- „Alle die Ziere sagen Dir etwas von Dir selbst aus; sie geben eine dunkle Erinnerung an etwas Uraltes in Dir selbst." Auch die moderne Zierschilderung ist von Meistern wie Bengt Berg, Paul Clipper und Friedrich Schnack auf die Höhe intimster Einfühlung gehoben worden, die von der Dichtung gelernt hat und wieder auf sie zurückwirkt.
aedickilet hat und der Raimund hat es nicht gedichtet, weil es nicht not- -LS-MMMZZ!
sthlt, lind daran wirst du dann kennen, daß es das richtige ist. Und wer den Ferdinand Raimund hat, der braucht keinen Plateys
Ich habe das Büchel dann wirklich durchstudlert. Der blutter, meinen beiben Zanten meinem Brüderchen, ber Köchin und ihrem Beiter, de beim Militär war hab ich es, wo sie mir nur stillhielten, ganz und stuck- weise mit schmetternber Stimme vorgelesen, die Stellen ausgenommen für mifb weniger Reiz hatten. Was mir der Vater wegen des einen ickmerüich vermißten Wortes gesagt hatte, sah ich schließlich ein. Man hnHich genau an bes Dichters Vorschrift zu halten, das war gewiß Jener Schauspwler hatte sich dagegen etwas herausgenommen, das durste man X? - Freilich: wie's im Leben schon geht. Ich erkannte das Rech e itnb tat das andere, bas Drängenbe, bas Kitzelnde. Die wußten s >a nicht. sTßeber die Mutter noch die Tante, nicht der Gustl noch die Köchin noch L Soldat. Und ich schloß manche Vorlesung tiefd eglückt wie von seinem andern Dichterwort mit dem begeisterten Ausruf. „L u m P.
konnte mir nicht anders Helsen. Solche Macht hatte damals der Plateys über mich.
Tierschicksale im Spiegel der Dichtung.
Zn Japan ist alles ganz anders.
was dem Europäer wunderlich und verkehrt erscheint.
Von Dr. Erwin S t r a n i k.
Man hat cs nicht leicht, wenn man erst kurze Zeit in Japan weilt; denn sobald man die Gemarkungen der auf europäisch-amerikanische Art geführten großen Hotels verläßt und auf eigene Faust Land und Leute kennenlernen will, muh man oft Lehrgeld zahlen; da nützt alles vorher erworbene Wissen um die Eigentümlichkeiten dieses gelben Jnselreiches nichts Man vergißt im richtigen Augenblick doch darauf, macht sich lächerlich oder wird zum hilflosen Kind. Aber wenn man Humor besitzt, freuen einen derartige Situationen trotzdem und man fühlt sich nach einer glücklich bestandenen Episode wieder um einen Grad „naturalisierter" als


