Ausgabe 
9.5.1932
 
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ro;e ich denn die Bekanntschaft seiner Person zu der [d)ägbarften meines Hebens diesen Brieswechsel zu dem schönstersreulichen, den erquuktichsten Büchern rechne, die mir bekannt sind. Der eigentlid>e Quell seiner Wohl- taten ist freilich der gleiche wie bei der Dichtung: die Lebendigkeit der Sprache Zelters Sprache ist von einer Dichtigkeit und Sättigung, Saftig­keit und Gedrungenheit, die nur zu wetteifern haben mit Zartheit und I Biegsamkeit, ja mit einer fast weiblich sich dehnenden Zärtlichkeit in allen Augenblicken des sich Hineinlebens in ein Hohes, Schönes, eine Musik I ran Haydn, ein Gedicht von Goethe. Die schönsten in den Briesen sind die Stellen, wo er [ein Empfinden beim Lesen einer Goekheschen Dichtung I -um Ausdruck bringt, mit einer Innigkeit ohnegleichen und einer Seim heit der Wortkunst, das Empfundene süß zu gestalten,, es wie ein ganz blumiges oder wie ein zartgeblasenes Sarbenglas aus sich herauszulassen I und sürsichtig hinzustellen. Da lohnte es sich einmal für Goethe, so groß zu sein, da Zelter ihm seine Größe fing und lieblich zuruckbot wie in Schmetterlingsflügeln.

Unb wiederum, wenn er Goethes vielfachen Wünschen nach genauer I Beschreibung von Schauspielern und Sängern sei es zu Engagements- I werfen sei es nur, um sich zu unterrichten nachkam, so ist das Ver- I cnugen erstaunlich, das man bei der Vorstellung jo verschollen belang­loser und gleichgültiger Figuren empfindet, so viel ist Leben darin so 1 * Diel Grazie und Darstellung, solche Treffsicherheit des Blicks m den Äcrv des Lebens, und so viel Kunstwifsen um die zur Gegenständlichkeit 1 erwünschten wenigen Züge. Zelter auf Reisen, Goethes bestes Behagen I ift ein Kapitel für sich, das gelesen sei nicht beschrieben.

So war Zelter ein Mann nach dem Herzen Goethes. Em sehr deutscher Mensch, der seinem Volk heilig bleibe, weil er Unsterblichkeit nicht I empfing, sondern sie erwarb.

Oie Hände.

Eine psychologische Skudie.

Von Dr. Herbert Schmidt-Lamberg.

Man hat niemals seine Hände zittern sehen" das tat wenige Tage nach Edi ons Tode sein Freund Henry Ford niebergefdjrieben. Ihm ,ft es ausgefallen, daß selbst in den allerletzten Monaten des großen Er­finders dessen Hände eine ungewöhnliche Sicherheit und Feinheit behal- I ten hatten. Und diese Sicherheit der Bewegung und die große Feinheit des Griffes und des Empfindungsvermögens in den Fingern Ctmons haben ohne Frage sehr viel zu seinen umwälzenden Entdeckungen bei- I getragen^ Er selbst hat einmal während seiner Anwesenheit in Berlin zu Rathen an gesagt, daßTast- und Taktgefühl ausichlciggebend bei der richtigen Bewertung neuentdeckter Zusammenhänge seien. Edisons Hönde waren lang und schmal, seine Finger waren se>ngegliedert, d.e oberen Gliedteile langer als die mittleren. Die Nagel waren von Natur aus zugespitzt und scharf, die Fingerspitzen voll durchblutet und «ewo.bt. Wenn er in das Gewirr der Drähte und Spulen an seinenelektrotechnv schen Apparaten griff, dann hatte man unbedingt das Gefühl daß lerne Hand dort nichts beschädigen, drücken oder gar zerstören konnte, daß >m Gegenteil die Schmiegsamkeit und Anpassungsfähigkeit dieser Hande auch die feinsten Fehler auffinden würden, die sogar das menschliche Auge nicht erblicken und begründen konnte. , , !

Wie 'die Hand, so die Schrift! Bei keinem Menschen hat sich das mehr ausgeprägt als bei Edison, der zwar feste und sichere Buchstaben schrieb, dabei aber alle Einzelheiten der Schriftzeichen sorgsam> betont«i nnd aus, führte. Und hier hat er ohne jeden Zweifel c"'en Berührungspunkt zu einem Mann, der zwar eine ganz andere.^»nd besitzt als der große Er sinder sie hatte, der aber genau wie er ne bervt*^yCrf

icrriüene Uauibahn feines Lebens mit der plötzlichen scharfen Kurve nach oben aufmmeifen hat mU Mussolini. Die Hand Mussolinis ,st schwer und flei rfiig- er versteht, sie mit Wucht an den wichtigen Stellen seiner Reden m?t9bcr muskulösen Seitenpartie auf den IiW iau(en f

Dabei sind seine Finger kurz und gewohnheitsmäßig eng flamme I gepreßt. Er beherrscht das Spiel seiner Finger derart, daß er au ) o erregten Auseinandersetzungen niemals gleitend unb !p'bl"^,b>e Fing beweg" er weiß, daß seine Hände beobachtet werden und m yr noch als fein Gesicht dem Gegner Veranlassung zur Beurteilung emrs Innere geben. Die Handwurzel ist dick und fleischig. die Sehnen stark w e E sen drahte. Und doch hat Miissokini eme 6-radezu -legan e Ar , mck dieser Hand gewisse Bewegungen zu machen die Gesten des Le sei.e chiebei des Abtuns ausdrücken. Wenn er nut 6er H°nd vernemt .st der Hano jede Grobheit genommen. Die Hand >st warm und - ' ^Qn-0 öc6 mit Entschlossenheit, aber niemals mit ftritit

Besuchers, ihr Besitzer weih, daß man ihren Lebensaußerungen sntir '"^"Seines Diktators die Hand eines demokratischen P^europä-» entgegenzusetzen, ist eine Versuchung, der man nicht ;brcr Art

ift bk Änd de^ verstorbenen Aristide Br . a n d s b : uns n ihrer an das Bild des ganzen Mannes gibt. Knöchern uni) b ), f Druck

letzten 30 Jahren immer gewesen, und doch sagt man un^ d°v^ dieser Hand einst warm und lebendig war, als 2fnf i1 mar Aus

ständiger Gast in den Künstlergasthausern des . .

dem Idealisten wurde der Skeptiker, aber ein wenfchh , > ,ucHeriid>:

titer, kein trüber Pessimist. Die Hand Briands war sacht und sucy l fein Griff war vorsichtig und prüfend, er tastete gew>.E . @elenf= Händedruck den Gegner ab. Charakteristisch waren d i miichobersläche knochen der Finger, mit denen er sumerlen nero.o «berge trommelte. In besinnlichen und nachdenklichen Mon e m^id)

die Finger mit der Innenfläche, tue bis 3um letzten ~ 0 fl T war, über den nächstliegenden flachen Gegenstand em Buch, ei u-y, ein Blatt Papier. Ick) habe diese Bewegung »uletzt gesehen, al r n Grabe Gtrefemnnns einen Kranz medergelegt hat e und diese F.nger ein paarmal leise ordnend über die feiöenen Krm zs I künstlerischsten

Es ist eigenartig, daß man auch zwischen der Hand s Aünstler, aller europäischen Staatsmänner und dem politifd)f Aehnlich-

Zwischen deck Hand Briands und der Hand Pu c c i n, s so viele eteynucy

feit entdecken kann. Puccini, der regen Anteil an den politijck)en Ge schicken seines Vaterlandes und der Welt nahm, der sogar seine Libretti teilweise nach diesen Vorgängen formte und maskierte, hatte dieselben langen, bleichen und knochenstarken Finger, hatte auch die Gewohnheit, in Minuten der Unentschlossenheit mit diesen Fingern erregt zu trommeln. Und er soll auch dieselbe tastende Hand bei den Begrüßungen geboten haben, wobei nur sicher ist, daß er beim Klavierspiel in einer Art Schwe­ben und Gleiten, beinahe ohne die Tasten zu berühren, jedes Motiv, und war es noch so stark und himmelstürmend, aus dem Instrument heraus­zuholen wußte. Seine Hände flatterten bei der Niederschrift seiner Noten, so stark war er bewegt von seinen Einfällen. Wenn er den Taktstock schwang, dann muhte er aus dem gleichen Grunde fast die Mitte des Stabes ergreifen: sonst hätten die zitternden Finger den Stab fallen lassen. Erst mit dem fortschreitenden Erfolg eines Werkes wurde fein Grifs sicherer, und der Komponist verließ meistens nach einem mit dem ersten Konzertmeister des Orchesters gewechfelten, festen Händedruck seinen Dirigentenplatz.

Eigenartige Hände, wie man sie selten trifft, hatte der verstorbene Zündholzkönig Ivar Kreuger. Wer diese gelblichen, langgegliederten und säst unbeweglichen Hände kannte, der hat zu Lebzeiten Kreugers gewußt, daß dieser Mann nichts fahren läßt, was er einmal befaß, daß er stets Neues zwischen diese festen und muskulösen Finger nehmen würde und daß er erst bann die Hand öffnen könnte, um das Gehaltene frei­zugeben, wenn diese Hand leblos sein würde. Er hat sie wirklich nicht eher geöffnet, die druckfeste Hand blieb bis zur letzten Sekunde energisch unb selbstbewußt, sie war noch starr und widerspenstig, als man ihr die Pistole in Paris entwinden muhte. Einem Toten. Und man kann über Ivar Kreuzers Handlungen schreiben und denken was man will, feine Hand ift ein Beweis, dafür, dah hier kein Wahnsinniger am Werke war: solche glatten und sicheren Hände gibt es in keinem Irrenhaus« der Welt.

Auf den ersten Blick kann die Hand eines Stalin abschreckend roirten. Denn sie scheint ohne feinere Gliederung vom Arm bis zu den Fingerspitzen die gleiche Breite zu haben: vierschrötig, derb und ungelenk. Ein eckiger Stock, bereit, in jedem Augenblick niederzusausen, um alles zu vernichten was sie aushalten will. Aber dann entdeckt man plötzlich, daß die Finger schmal und spitz, daß sogar die Nägel feingeschniiten und . schmal sind. Und der Griff der Finger ift fast schmiegsam, nichts wird gerissen und geschleudert, alles wird geglättet und geordnet. Diese beiden so gegensätzlichen Merkmale sind bezeichnend für die Karriere dieses eigen­artigen Menschen: für den wenig prüfungsgewohnten Blick der Masse ift er der stiernackige, unnachgiebige und eiserne Mann, für die Geschäfte eines Grohstaates der biegsame und kluge Politiker. Diese Hand ist die Hand des russischen Volksführers, wie er heute fein muh; allerdings ist durch ihre Härte und starke Knochenbildung angedeutet, daß sie im Falle der Wahl wohl immer der Gewalt als entscheidendem Mittel den Vorzug geben würde. Die nicht zu langen Finger über einer wulstigen Hand­fläche lassen nicht erkennen, ob diese Hand auch ebenso lange eine Sache halten kann, wie sie sie mit Sicherheit ergreift und preßt. Eine Hand, die nichts Endgültiges über das Schicksal ihres Besitzers aussagen kann

j)er Maler, von dem aus bestimmten Gründen in den letzten Monaten wieder sehr viel gesprochen wurde, einer der idealistischsten und gott­seligsten Menschen des 19.Jahrhunderts, van Gogh, kann deswegen hier nicht fehlen, wett seine Hände jeden Teil seiner Lebens- und Ent­wicklungsgeschichte in typischer Veränderung ausgedruckt haben. Girou- dour beispielsweise erzählt uns, daß er niemals beobachtet habe, daß die Hände eines Menschen derart mit Hoffnung und Enttäuschung an Ausdruck gewechselt hätten, wie die Hände van Goghs. A s er sein Zieh die Schaffung des Arbeitskollektivs, endgültig gescheitert sah, hatten sich seine zarten, sehnigen, trockenen und sicheren Malerhände binnen 24 stun­den in nervöse, erhitzte, gerötete und sogar geschwollen erscheinende Hande verwandelt. Während er als junger Mensch schmale, sehnige und weiße Hände besaß, die einen festen Griff und sicheres Taktgefühl hatten, schil- | bert uns ein Freund seiner letzten Monate und auch fein 58ruber, ber ihm so schnell ins Grab nachfolgte, bah feine H-mbe weich und Mass geworden seien, die Sehnen ohne Spannung und der Griff unsicher, I feucht und gleitend. Niemals habe ein Maler von diesen Qualitäten mehr I Arbeitsfähigkeit durch die Veränderung feiner Handbeschaffenheit ein- gebüht, als gerade van Gogh. Er selbst litt darunter unb versteckte seine tzänbe in den letzten Wochen gern vor Besuchern unter der Bettdecke. In dieser Haltung ist er auch gestorben.

Oie pariser.

Roman von Alfred Bock.

(Fortsetzung.)

I Für die Spechtsmarie war es ausgemacht, daß ihr Sohn sich um das Bürgermeisteramt bewerben müsse. Es war von großer Bedeutung, day sie den Heilmannshenner, den Barbier, zu sich herüberzog. Der war an

I ben Wochentagen als Baumpsropfer, Heilgehilfe unb Geschäftsvermittler I tätig Sonntag vormittag rasierte er seine Kunben. Dann ging fern 'Ulunb wie geschmiert. In unauffälliger Weife brachte er das Ge,prach auf bie künftige Bürgermeifterwahl unb sagte, er habe gehört, dem Mel­chior Wallenfels solle ein jüngerer Kandibat entgegengefteUt werden, der einen Kops habe wie ein Kirchturm unb em geregelt Werk. Aus die I Frage wer benn bas sei, antwortete er, Genaueres wisse er nidjt bem Leutgeschwätz nach feis ber Spechtskarl. Bei geringen Bauern brückte er sich minder vorsichtig aus und empfahl geradezu den Pariser als einen rechtschaffenen Menschen, ber auch bem armen Mann etwas gönne. Aus b e(e Weise kam ber Stein ins Rollen. Die Helfer ber Spechtsmarie be­arbeiteten beim Mähen, Dreschen unb Kartostelausmachen die wahl­fähigen Taglöhner und Knechte, bezahlten ihnen einen höheren Lohn und I gaben denen die verheiratet waren, nack) dem Nachtessen noch ein Stuck Sveck ein paar Eier, wohl auch einen Topf Milch mit nach Haufe. Daß I der Lammwirt, der dem Bürgermeister spinnefeind war, sich zu den Pa-