Ausgabe 
8.2.1932
 
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geister sollen auch die Masken wirken, die der Keim find für alle 93er« inimrnungs- und Maskenfeste der Fastnacht. Vielfach sind es Tiermasken, üic die Darstellung eines Pferdes oder eines Bären, in denen altheid- , gche Vegetationsdämonen" verkörpert werden. In anderen Gegenden iraqen'die Umherziehenden Tiere mit sich herum, einen Fuchs, einen Hahn tber einen Bock; auch in diesen Tieren haben wir Symbole der Früh- tnqskrast zu erkennen. Die Symbolik wird weitergeführt, indem die Ver­irrter der einzelnen Berufe und Handwerke Jnnungsreichen mit sich tra- ,en Die Metzger haben in ihrem Fastnachtszug eilt Kalb oder einen Achsen; die Drescher erscheinen mit geschmückten Dreschflegeln; die Fischer , geleiteten in den bayerischen Donaugegenden große Kähne auf Rollen lerum- die Schornsteinfeger laufen mit berußtem Gesicht einher, und diese Schwärzung des Gesichts wird dann als Schreckmaske von anderen Fast- gachtsseiernden übernommen. Mit der lärmenden Lust, der eine tiefere mythische Bedeutung zugrunde liegt, verbinden sich praktische Zwecke. Be- lonbers die Kinder und die jungen Leute benutzen diese Umzuge, um 8eld und Eßwaren einzusammeln. Aus den Erträgnissen der Bittgänge iuerben bann Mahlzeiten veranstaltet, die bcr Lehrer vielfach in ber

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Gar leicht entwickelt sich aus dem Umgang der Tanz, unb bieser ift bann zum eigentlichen Grundelement der Fastnachtsseier geworben, eluch bie Fastnachtstänze stehen in engster Beziehung zu ben uralten Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeiern. So wird noch heute in manchen Igcgenben als Zweck des Fastnachtstanzes angegeben, daß er dem Flachs Gedeihen bringe. An der oberen Nahe heißt es 3. 23.:Der Flachs wächst im Jahre so hoch, als das Jungvolk beim Fastnachtstanze springt. Des­halb üben die Burschen und Mädchen sich schon vorher möglichst hohe unb H-rroegene Sprünge ein. Doch nicht nur bas hohe Springen, fonbern bie lebhafte Bewegung überhaupt ist ber Flachsernte günstig, unb so wirb denn alles Laufen unb Fahren als gute Vorbedeutung für die Ernte «beutet. Aus früheren Zeiten wirb von Schwerttänzen berichtet, bie zur Fastnacht ftattfinben; hie und da wird auch um Steine herumgetanzt, tnb besonders beliebt ist ber Tanz um das Faftnachtsfeuer. 2ln manchen Orlen vereinen sich die Frauen zu besonderen Tanzvergnügen. So gibt 15 , Jungferntänze", zu denen die Mädchen bie Burschen einlaben. «3n manchen Gegenden halten die Frauen Festlichkeiten unter strengem Aus­schluß der Männer ab, wie sie auch eigene Umzüge veranstalten, an denen lein Mann teilnehmen darf.

Alle die Tollheiten, Feste unb Foppereien sollen ausgesprochenermahen !wzu dienen, die Fruchtbarkeit der Felder und des Viehes zu fordern. Je toller die Fastnacht, desto besser gedeiht im nächsten Jahr die Frucht , Ist eine alte Bauernregel. Zu diesen Vegetationsbrauchen gehört z. B. auch Wr Schlag mit der Narrenpritsche. Die Pritsche ist em Symbol i»cs Wachstums im Baume, sowie auch die Stöcke und Besen, mit denen man sich gegenseitig schlägt, die altheidnischeLebensrute darstellen. So uitt auch im Fastnachtsbrauch bereits ber Maibauin hervor, dessen eigentliche Zeit erst später kommt. In der Altmark beschenken am Fast- »öchtstage die von den Knechten gestäubten Mädchen die Burschen mu iinem Strauß von Buchsbaum ober anderem Grün. Die bei den Bitt­gängen gesammelten Etzwaren werden an manchen Orten auf einen jlvg. Spieß gesteckt, einen hohen Stock, ber wie ein Maibaum geschimickt Ist. Auch für die Haustiere werben zur Fastnachtszeit bereits gewisse heik­el me Maßregeln getroffen; man füttert Hühner und -tauben zur Fas - »acht besonders gut, weil sie bann besser gebeifjen; man beschneibet zur Fastnacht bie Obstbäume und umwickelt sie mit Stroh; man bestreut bie Hinge Saat mit ber Asche vom Aschermittwoch, um ihr besonderen Segen iit verleihen. Auch bas Wasser, bies wichtige 8ruchtbarkeitselement, i»nrf bei ben Fastnachtsbräuchen nicht fehlen. Die Knechte unb JJlagbe, benjo wie bie Schulkinber, begießen einander, fo daß sie bis auf Die Haut naß werden. Bei ben Umzügen werben alle bespritzt, unb tn manchen Segenben ber Schweiz findet zu Fastnacht ein feierliches Umwanbein ber Brunnen statt. Aber nicht nur für bie Fruchtbarkeit des Viehes unb ber Fluren sorgt man zur Fastnachtszeit, sondern auch der Mensch selbst »erleijjt sich besondere Kraft durch reichliches E s fe n und Trin fe n. Es werden bestimmte Speisen genossen, die für bas ganze «Jabr xrajt »erleihen sollen, unb bestimmte Kuchen gebacken. Den ubriggebliebinen Resten bes Fastnachtsessens wohnt ein Zauber inne; und sie werben bem- ntsprechend verwanbt.

Fastnacht ist überhaupt eine Zeit bcr Reinigung, unb deshalb tritt such bie reinigeube Kraft des Feuers hervor. Man rollt bre Häber bie Höhen herunter und läuft mit Fackeln unb angezunbeüi Strohwischen durch bie Flur. Der erste Sonntag in ben Fasten ber sog. .Funkensonntag, ift besonders diesen Feuergebrauchen Vorbehalten. Das Feuer soll auch dazu dienen, das Gedeihen der Aecker 3u orb rn bes= kilb heißt es in TirolKornaufwecken", wenn bie Lustnachtsfeuer ange- iünbet werben. Brautpaare springen burch bie Flammen. Wahrend da Feuer brennt, werben in Württemberg bieLehen ausgerufen dR). die ungen Leute werden zu Paaren zusammengegeben. Der Fastnachtsmontag ft ein beliebter Hochzeitstag. Der Gedanke ber Reinigung zur tfaftnadjts« »eit lebt auch in einer Fülle von Orakel n unb V 0 r b e b e u t u n g , oh allerlei Schutz- unb Abwehrzauber. Da bie Seit eine heilige und eweihte ist, so soll man kein Vieh aus bem Stalle treiben, nicht in ben Laib gehen, nicht Holz hacken, nicht nähen unb spinnen.

Der Fruchtbarkeitszauber des Faschings tritt befonbers deutlich h^ "or in ben Fastnachtsspielen, in benen ber Sl-g bes Fruhlmgs über ben Winter bargeftellt wirb. Denselben emn hat bas Fajtnachts- 1 egräbnis, bas ben Abschluß ber Festzeit barstellt. Eine Verkörperung ber winterlichen Mächte, meist eine Strohpuppe, roirb mit einer 5-e*d)cJ1- iTebigt und vielem Geheul begraben ober auch ins Wasser geworfen. Ln manchen Gegenben wird als Symbol ber geendeten Festfreude ein darauf i eztiglicher Gegenstand vergraben, so in Böhmen die Baßgeige, wiEichs- «elb ein Hering, anderswo ein toter Kater. Mit dem Alchernuttwoch endet ann alle Lustbarkeit. Melancholisch geht man im Schwäbischenden Fasching mit ber Laterne suchen" ober man wascht am Brunnen bei Geldbeutel, der nun ganz leer ist.

Masken.

Von Richard D e h m e l.

Du bist es nicht, du stolzer Tempelritter Im Panzerkleid, auf bas bie Kerzenstrahlen Des bunten Saals mit täuschendem Gezitter Geheimnisvolle Charaktere malen;

Dein Blick ist schwarz, laß das Visier nur zu! Du bist es nicht, doch Ich bin Du.

Du bist es nicht, Zigeuner mit ber Geige, Der wild sein Lieb läßt in bie Zukunst bluten; Dein roter Bart ist kraus wie Urwalbzweige, Um bie rauchprasselnbe Frühfeuer gluten; Dein Blick ist grau, laß nur bie Maske zu! Du bist es nicht, boch Ich bin Du.

Du bist es nicht, Traumkönigin; Seerosen Trügst bu im wolkenschweren Haargeflechte Und bleichen Afphodelos und Skabiosen, Die sanfter sind als purpurdunkle Nächte; Dein Blick ift braun, laß deinen Schleier zu! Du bist es nicht, doch Ich bin Du.

Du bist es nicht, mein blonder Puck; dein Röckchen Ist viel zu kurz für deine Mädchenbeine, Man sieht es doch, daß dein hell Klingelstöckchen Ein Totenköpfchen krönt, du freche Kleine; Dein Blick ist stahlblau, laß dein Lärvchen zu! Du bist es nicht, doch Ich bin Du.

Unb bu, bist bus, bu Domino im Spiegel, In dessen Blick die Farben meerhast schwanken, Du mastenlos Gesicht? Zeig her das Siegel, Das mir ausdrückt ben Grunb beiner Gebauten! Bin ich bas selbst? Ausdruck, bu nickst mir zu; Grundsiegel Maske Bin Ich Du?

pankraz, der Schmotter.

Novelle von Gottfrieb Keller.

(Schluß.)

Kurz, als ich hinlänglich wieder berauscht war von meinen Träumen und von meinem entlegenen Posten zugleich ab gelöst wurde, nahm ich Urlaub unb begab mich Hals über Kopf zu dem Gouverneur. Er lebte noch in den alten Verhältnissen unb empfing mich ganz gut, unb auch bie Tochter war noch bei ihm unb empfing mich freundlicher, als ich erwartet. Kaum hatte ich sie wieder gesehen und einige Worte sprechen gehört, |o war ich wieder ganz in sie vernarrt und in meiner fixen Idee vollends bestärkt, und es schien mir unmöglich, ohne bie Verwirklichung derselben je froh zu werden.

Allein sie betrieb nun das Geschäft in krankhafter Ueberreizung ganz offen und großartig und frönte ihrer unglücklichen Selbstsucht ohne allen Rückhalt. Sie war jetzt umgeben von einer Schar ziemlich roher und eitler Offiziere, die ihr auf ganz ordinäre Weise den Hof machten und sagten, was sie gerne hören mochte, kam es auch heraus, wie es wollte. Es war eine vollständige Hetzjagd von Trivialitäten und hohlem Wesen, und die derbsten Zudringlichkeiten wurden am liebsten angenommen, wenn sie nur aus gänzlicher Ergebenheit herzurühren schienen und die Unglück­liche in ihrem Glauben an sich selbst aufrecht erhielten. Außerdem hatte sie zur Zeit einem armen Tambour mit einem einzigen Blicke ben Kopf verbrehk, ber nun ganz aufgeblasen umherging und sich ihr überall in den Weg stellte; und einen Schuster, der für sie arbeitete, hatte sie der­maßen betört, daß er jedesmal, wenn er ihr Schuhe brachte, auf dem Hausflur ein Bürstchen mit einem Spiegeldjen hervorzog unb sich sorg­fältig den Kopf putzte, wie eine Katze, Da er zuverlässig erwartete, es würde diesmal etwas vergehen. Wenn man ihn kommen sah, so begab sich bie ganze Gesellschaft auf eine verbeckte Galerie, um bem armen Teufel in feinem feierlichen Werke zuzufehen. Das Sonderbarste war, daß niemand an diesem Wesen ein Aergernis nahm, man also nichts Besseres von Lydia zu erwarten schien und ihre Ausführung ihrer würdig hielt und al 0 ich der einzige war, der fo große Meinungen von ihr tm Herzen trug fo daß alle diese Hausnarren, die ich verachtete, die sie aber nahmen, wie 'sie war, klüger zu fein schien, als ich in meiner tiefsinnigen Leiden­schaft. .Aber nein!' rief ich, ,sie ist doch so wie ich sie denke, und eben weil bas alles Strohkopfe sind, sind sie so frech gegen sie unb wissen nicht was an ihr ist ober fein tonnte!* Unb ich zitterte barnach, ihr nach einmal ben Spiegel vorzuhalten, aus dem ihr besseres Bild zurückstrahlte und alles Wertlose um sie her wegblendete. Allein der äußere Anstand und die Haltung, welche ich auch bei aller Anstrengung nicht aufgeben tonnte, machten es mir unmöglich, mich unter diese Affenschwänze zu mischen unb nur den kleinsten Schritt gegen Lydia zu tun. Ich ward abermals konfus, ungeduldig, nahm plötzlich meinen Abschied aus der indischen Armee und machte mich baoon, um heimzukehren und die Unselige zu vergessen.

So gelangte ich nach Paris und hielt mich daselbst einige Wochen auf. Da ich eine große Menge schöner und kluger Weiber sah, dachte ich, es wäre bas beste Mittel, meine unglückliche Geschichte loszuwerben, in recht