K all

Was

Pressen zu

ftt unschuldig.

Oie pariser.

Roman von Alsrod Bock.

(Fortsetzung.)

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geschwätzt, beschuldige. Himmelfahrtstag. Großvater, laut weinen.

Formaldehyd in entsprechendem Mengenverhältnis zusammen, so ent­steht eine im Aussehen an Honig erinnernde Flüssigkeit, die bei weiterem Erhitzen immer dicker und zäher wird, bis sie schließlich harte Stucke von gelbbrauner oder brauner Farbe bildet, die dem Harze unserer Nadel­hölzer ähneln, aber, wie gesagt, noch wertvollere technische Eigenschasten als diese besitzen.

Man kann Kunstharz durch Erhitzen und durch starken Druck unter der hydraulischen Presse in jede beliebige Form bringen und ihm dabei einen erstaunlichen Grad von Härte und Zähigkeit verleihen Und da der nach seinem Erfinder genannte Bakelit in den verschiedensten Farbennüancen herstellbar und, obwohl man bei seiner Darstellung von m>ei siarkriechenden chemischen Stoffen ausgeht, auch völlig geruch- und aeschmacklos ist, erstreckt sich das Feld seiner Verwendungsmöglichkeiten in der Technik so weit, daß seine Erfindung für diese geradezu als epoche­machend bezeichnet werden kann. Wenn es trotzdem solange gedauert hat, bis sich das Kunstharz im Wirtschastsleben Bahn gebrochen hat so ist das zum Teil darauf zurückzusühren, daß die Erfindung Bakelands für alle Industrieländer durch so weitgehende Patentansprüche geschützt war, daß Chemiker, die ähnliche oder für gewisse Zwecke noch besser geeignete Kunstharze herzustellen suchten, von der praktischen Verwendung durch die hohen Lizenzforderungen abgehalten wurden. Erst nachdem die Pa­tente zum Schutze der Fabrikation von Kunstharzen aus Phenol und Formaldehyd abgelaufen waren, warf sich die Technologie mit Macht und Erfolg aus dieses vielversprechende chemische Gebiet So kam man zur Darstellung derResole", die sich aus nur einem Molekül Phenol und einem Molekül Formaldehyd zusammensetzen und die merkwürdige Eigenschaft besitzen, daß sie durch fortgesetztes Erhitzen völlig unschmelz­bar werden und so unter dem NamenResite" in der Technik mehrfache Verwendung finden. Ein anderes Kunstharz lernte man aus Harnstoff einer Stickstofsverbindung der Kohlensäure, die man jetzt für^verschiedene wirtschaftliche Zwecke in größeren Mengen gewinnt und Formaldehyd

Ich hab' mir in der Stadt gekauft, was ich kaufen woll't, und hab' mir auch ein Pläsier gegönnt. Und war doch net zufrieden, 's tat mir was fehlen. Und war mir als so dämpig zumut, daß ich mir gar net mehr helfen könnt'. Du weißt's ja, wie's bei uns deheim is. Mein Bruder is mir wie ein fremder Mensch. Man spricht von GeschwUtcrn, die sein vom selben Blut. Meinem Bedunk nach kommt's auf die Gemütsart an. Der Philipp und ich, wir fein himmelweit verschieden. Etz meine Mutter, die is als am Beten. Mein Vater hat sein' Kopp voll. So sein ich immer für mich gewest. Und tat's gespllren, daß ich mich an was halten mußt. Nu seist du bei mich kommen, Karl. Und hatt'kt noch gar net Diel ge- schwaßt* da dacht' ich bei mir: Der is wie geschaffen für dich, lieber so was wird man sich klar und weiß net wie. Und s is doch eso, daß man's fühlt, mit dem kannst du gute Tüg' durchmachen und auch sch echte. Und sein auf einmal fo froh gewest, du kannst net ausdenken, wie froh.

Sie hielt inne. Ihre Wangen waren mit Glut übergossen, und ihr Busen hob und senkte sich.

's is mir ja schamelich", sprach sie weiter,daß ich dir das e sag'. Das schrappe! ich so eraus. Ich fein in Verzweiflung, Karl. . willst du dich in die Wahlsachen stürzen? Ich setz den Fall, sic bringen dich durch, und du wirst Bürgermeister. Is das dann das Gluck all? Die Höh' tut kein' gut. Bleib' drunten, Karl. Sein wir zwei unstet genug? Wir wollen's den Leut emal weisen, was ein sirm Leben >s.

Wieder stockte sie. Dann trat sie so nah an ihn heran, daß er das Wehen ihres Atems spürte.

Karl" bat sie schier sassungslos,verwerf' dich net mit meinem Vater, sonst machst du eine Scheid' zwischen dir und mir.

Er rührte sich nicht, stand wie an den Boden festgewachsen All ihre Reinheit und Treue hatte sie vor ihm enthüllt Wie glühende Pfeile I hatten sich ihre Worte ihm in die Brust gebohrt Und er dachte:Tat sich die Erde doch aus, daß sie dich mit deiner Qual verschlänge Da zog man ein schuldlos Mädchen in Parteiung und Hader, vergriff sich an etwas Heiligem und belud sich mit Sündenlast, von der keine Kirche, kein Pfarrer einen ledig sprach. Wie konnte die Natur nur so Zwerch- heiten treiben, daß sie dem teuslischen Vater die brave Tochter gab Den Vater haßte er in den Tod, die Tochter tat ihm in der Seele weh. Herrgott im Himmel, führte denn kein Weg aus diesem Zwiespalt her­aus? Und wieder blitzte es in ihm aus:Wirf alles von dir, was dich fesselt. Du findest allenthalben dein Brot. Nimm dir das Mädchen zur Frau. Sie ist des besten Mannes wert und bringt dir Gluck. Nur I eines Atemzugs Länge war's, daß er sich in diese Vorstellung verlor, gleich dröhnte es ihm wie Grabesstimme ins Ohr:Du versprichst mir s in die Hand hinein, daß du's dem Wul heimzahlen tust. Es durch- fchlltterte ihn bis in den letzten Nero.Sei ruhig Vater, ich zahl s ihm heiml" Fort mit den Hirngespinsten, fort mit der Schwachheit fiter war fein Platz, hier hatte er feines Racheram s zu walten. Und war denn ein Gedächtnis fo kurz? Noch eben hatte fte es ihm vor den Kopf gesagt:Verwerf dich net mit meinem Vater sonst machst du eine Scheid' zwischen dir und mir." Ja, wußte sie so wenigBescheid, daß sie sich vor den Bösewicht stellte, ober war s nur die Anhänglichkeit des Kindes, die ihr die Worte eingegeben? Gleichviel. Ems gelobte er sich jetzt: sie durste nicht eher die Stube verlassen, bis er die Faden I bloßgelegt und seine wahre Farbe gezeigt. Lieber ihre Verachtung tragen, als noch länger den Heuchler spielen.

Er wandte sich um. Sein Gesicht war aschfahl.

Annegret", sprach er,ich will zwischen dir und deinem Vater keine Une'intracht machen. Ein Kind soll ja fein' Vater ehren. Und ein schlechter

I Vater is auch ein Vater."

"fiaG Ruh?" gebot11 er.Ich muß emal auf den Kloben schwätzen I Vielleicht, daß dir dann ein Licht aufgeht. Guck, Annegret, ^n iedes so mit Freuden an [eine Jugendzeit denken. Jung sein, heißt srahlich sein Ich hab' keine Jugendheit gehabt. Ich sein jung geroeft mit curom alten I Gesicht Demwegen beschellig** ich dein' Vater. Ein Tag tommt mir net in Vergeß und wann ich hundert Jahr' alt werd. s war Gekrauter- tag*" Und war ein Geblüh', net zu beschreiben. Das halbe Ort war aus den Beinen. Sellemal fein ich mit meinem Elleroater-f cnau auf I Snn tRnherPnnf Gemocht Forint* jeben 93oum. (9erob fom bos junge

Laub e?7us^,L fagt er, der Wald is unf Nothelfer gewest. Der Vurgemeifter hat ihn uns weggerappfchl. Gott fei s geklagt die Ge- rechtiakeit is in Born gefallen.' Nu fein mir beibfmnmen der Hol) 3U gongen. Schritt für Schritt. Dann der Ellervater ha uet viel Lust. Droben fudit er sich ein Plätzi, wo man eine weite Aussicht hat. ,Bub, mnf er und w7es enabber, .da is unf Haus, und da liegen unf Aecker. Das all hat uns der Burgemeifter genommen. Morn zackern wir das fiunaerseld' Und fängt an zu gerrenft, daß mir s Herz zerschnitt. Den Sonntag drauf sein wir nach Paris gemacht. Und war ein ganzer Trupp, L dein Vater'um Haus und Hof gebracht hott'. Die Bauern sprechen

I tfhroarier Acker is gut gewächstg für den Weizen. Ich fein auch fo I ein icbwarzer Acker geroeft, gut gewächstg für den Haß. Weißt du bann, was'd7s beißt einen Mensch aus He ftern Grund hassen? Ich gloub^ 7et Ick weiß es Annegret Das quillt In einem auf. Und geht durch : Leib 'unb Seel'. Ünb kennt keine Rücksicht und keine Ueberlegung. Und will nur Kühlung van bere Hitz'. Unb wirft sich aus den, ben o treffen j soll. Unb fragt net, ob beliebig eins steht, bas unfcf)cUig+tt mit sollen

Herstellen.

Dieses billige technische Erzeugnis ist burchsichtig und laßt sich durch Pressen zu Schmuck- und G e b r a u ch s g e g e n st a n d e n von prächtigem Glanz unb großer Farben,chLnheit in allen möglichen Ab­tönungen verarbeiten. Selbst für optische Zwecke konnte man es als G'asersatz benutzen, doch ist es Temperatureinflüssen zu sehr Zugang ich. Das hindert aber nicht, daß es sich vorzüglich zur Anfert gung von^ und Trinkgeschirren eignet, wie man deren jetzt schon so viele sttht. Sind diese doch viel weniger zerbrechlich als solche aus Glas und Porzella, dabei aber nur halb so schwer. Unter ben verschrobenen anberen in ben lebten Jahren betanntgeroorbenen Kunstharzen sei hier noch bas Amin- Aidehydeharz genannt? Dieses benutzt man vielfach in ber Elektrotechnik, ba es gegen Kurzschluß schützt. Kunstharze sieht man heute schon überall in Form von Kafftetassen, «rottörben, Tischplatten, Kegelkugeln usw., auf ber Leipziger Messe war sogar ein Bakelitturm zu sehen.

Eine sehr erweiterte Verwenbungsmöglichkeit hat ber Bakelit durch Tränkung von Papier, Seinen wie auch Drahtgeweben sind darauffolgen des Zusammenpressen mit ihm erlangt. Preßt man eine g 3'. ( der so erhaltenen Blätter zwi chen erhitzten, geglätteten Stahlpl tten einer starken hydraulischen Presse zusammen, so erha man eine irt Kunstholz, bas härter als Naturholz ist unb eine vf? dauerhaftere Po,ttur xciat weil fie aeaen Alkohol, Se e unb anber Lösungsmittel völlig un empfinS ist Auch in der Autoindustrie findet das Kunstharz sehr weitgehende Verwendung. So bestehen die Zahnräder zum Antrieb, b Nockenwelle und das Steuerrad mancher Automobile ausi Bakelithart geroebe, das man ebenso wie die Bakelitpapierblatter^erstelltunter Ver, Wendung von Baumwolltuch oder Leinen anstatt Papier^ Andere Bi mobilteile wie die Bremsen, die Licht- ^3'0« man heute vielfach aus einem Gewebe von Asbest m Bronzedrah, mit Bakelit getränkt und zusarnrnengepreht ist oder aus Bakelit m

taüeinlagen besteht. . . . ~

Das Pressen geschieht in Stahlfdrrnen, die aus zwei oder drei Teilen

KtSXSÄÄSfe

Möglichkeiten bilden, hat die Zahl der Bake 1 s ®eftfalen wo heute Jahre Außerordentlich zugenommen, namentlich WestfMen,^^ f0 schon weit über hundert tu Betrieb stad. -... ^Maltern ihrer Woh- Gehäuse ihrer Radioapparate, in den eleftr: f rf)sa,qcnffänben Bakelit nungen, in Etuis und manchen anderen Gebrauchsgeg narf) eincm vor sich haben. Verschiedene Fabriken bringen Verlabren her-

Don dem allgemein gebräuchlichen etwas ab eich f. Durcoton, gcftellte Kunstharz unter besonderem Nan Ein Kaufhaus

Taumalit, Thesit, Eskattt und ^estellan auf Schaufenstern

ist sogar so weit gegangen 6^^9m7rnftein bestehend, zum Verkauf als ausreal amber , d. 1. echtem Verns , , gemacht sind,

auszustellen, die in Wirklichkeit aus ber Art l 8^ unb

die man aus künstlichem Harnstoff und F rniöaiirfiteit ihr jede be- bei ihrer Durchsichtigkeit, ihrem Glanz und Imitation von

kiebige Farbe zu geben, wie kaum ein anberer S ofUur Btrnr

Naturbernstein eignet. Bekannter geworden s Chemikers Bür -

durch die Arbeiten unk' «7°stentln des^ stände aus Bakelit meister und die Ausstellung vieler Gebrauchsgegenpanoe auf der Leipziger Messe.