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Sehen Sie dort", erzählt er weiter,diesen roten fettigen Boden unter den Dclbäumcn; wenn es morgen regnete, konnte gesät werden, und nächste Woche schon stünde die Erde so grün, wie dort hinten in der Niederung. In ein paar Monaten reifen hier die Ernten und machen einer zweiten, dritten und manchmal vierten Platz. Ja, ja, der Boden ist gut, aber heilte nützt das alles nichts mehr; es find zuviel Menschen, die ^"'°Sj^haben°aber Heuer eine Olivenernte gehabt, wie wenige der letzten Jahre; da gab es doch sicher auch mehr zu arbeiten und mehr zu ver- blCne(£jne prachtvolle Ernte, das ist wahr; aber es ging genau so rasch wiesrüher, weil mit jedem Jahr mehr Hände kommen d,e pflücken wollen. Und der Verdienst? Eine gute Ernte bedeutet viel Oel zu billigem Pre,je, also auch niedrigere Löhne; und schlechte Ernten beschranken k»e Arbeits­tage, also ebenfalls wieder weniger Verdienst. Ob gut oder schlecht, es °Slfae?bietieue Regierung hat doch mehrfach die Löhne erhöht, auch *Ur Um weniges, ja, was nützt das, wenn die Lebensmittelpreise inzwischen auf das Mehrfache gestiegen sind! Man lebte früher nut 1 b>s 2 Pestten Tageslohn besser als heute nut 4,bie nur noch an wenigen lagen zu verdienen sind. Soll eine Ernte rasch emgebracht werden, g bt es zuweilen 6 und 8 Peseten. Ein guter Lohn! Doch meistens lassen sich hiHp Herren cs Gibt in Qcnu$, bic billiger Arbeiten. , .

Die Zigarette'ist wieder aiisgegangen. Umständlich sucht er in feinem kurzen Jäckchen nach Zündhölzern, streicht ste an der Stiefelsohle an und Mäst ein paar Wolken in die Lust. Ich frage ihn, ob es denn hier keine kleinen Bauern gäbe, weil nichts, weder im Dorf noch im dfclb, auf

,h..r d.*««-- uni r.W«n$ro. yjuz'en des Landes, nur wenige hundert selbständige Bauern finden. Alles Land ist in den Händen von.ein paar Großgrundbesitzern. Das, was «ie hier ringsum sehen, gehört alles zum Besitz des Marquös von T. Aber das ist lange nicht alles; hinter dem Hügel, drei Wegstunden von h.er, Ueaen wei Dörfer mit 1200 Hektar, die gehören ebenfalls noch dazu. Bann hat er im Norden und Osten ein paar kleinere Besitzungen liegen die aber immer noch groß genug find, daß em paar Dorfer davon leb konnten Wir haben hier kaum Boden genug, um die Küchenkräuter zu pflanzen; alles mutz aus der Stadt gebracht werden, Brot, Fleisch, Hülsen-

Ml Mk nun in Mr» lk-nft

machen mit der Austeilung großer Guter, n[aub,n Man

Ganz ehrlich kann ich auch an diese Hossnung nicht glauven. -urnn [jjon ,,, oft Äenderungen ver prochen. Meistens reichte der Eiser Lr um ein! Äiffion zu gründen; dann war für die Regierung hie Sacke erledigt. Ein paar Wochen später horte man weder von dem Broiekt noch von der Kommission etwas.- Madrid liegt weit ab, und wir hier Tinten sin^ ein geduldiges Volk. Es kann schon sein, daß es unseren Kindern einmal besser geht^ südlichen Provinzen dauert es

lange bis die Geduld zu Ende ist, sonst hätte es das Elendimöb fmnaerroodjen die mit jedem Jahre wiederkommen, nicht gi"chgiiltig ertragen Aber es scheint mir doch, daß es eine abermalige Enttäuschung gerade der jetzigen Regierung nicht mehr ohne weiteres hmnehnien wurde an manchen Punkten hat sich schon des öfteren eine gefährliche Unruhe ^Inzwischen hat die Sonne den Horizont erreicht; die letzten Strahlen ÄS' ÄML !L°W

K«bto»nr

bie durch die dunklen Olivenwalder zur Stadt zuruckfuhrt.

pankraz, her Gchmotter.

Novelle von Gottfried Keller.

(Fortsetzung.)

Wenn sie geglaubt, daß ich nach dieser unbefangenen Eröffnung ganz- lick^t und wehrlos vor ihr darniederliegen werde, so hatte sie sich getäuscht. Vor dem vermeintlich guten und liebevollen yjeri gezittert, vor dem wilden Tiere dieser falschen gefährlichen Se b- «uAt zitterte ch so wenig mehr, als ich es vor Tigern und Schlangen zu !ü? gewohnt war. Im Gegenteil, anstatt verwirrt und verzweifelt zu

Zle Schönheit ansthe^ mußte, die da vor mir glänzte. Doch dieses ist das Unl>S& S?nW Ä?''Sonne ganz braun gebrannt gewesen, fo würde schätzt dennoch so weiß ausgesehen haben, wie die Orangen- blükn über mir als ich ihr nach einigem Schweigen erwiderte. ,UnÖ

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>ch «>'. II*. .uchzmm« telMl.

iS 2 Lirl .» n>ow o lein. 61. |ml «o»l .m wem« tole. « « Mann! daß Sie nun doch nicht der Gegenstand einer gar 1° bemüh ollen unb grenzenlosen weiblichen Hingebung sind? daß ich Aerrnste nicht da

Als ich am nächsten Tage zur Tafel erschien, kam der Komg gerade 'feinem Zimmer. Er trat auf mich zu unb fagte mir taufenb verbrnd- j Dinge. Von Herrn de Gatt hatte ich bereits gehört, daß berJton.g im Nachmittag bei seinem Besuch zu ihm gesagt hatte. Ich habe noch ch einen Menschen gesehen, der so einen Kops hat rote ber Prinz Karl. mag sagen, was ich will, nie läßt er von (einer Meinung ab.

De Gatt hatte ihm entgegnet:Aber, Sire, der Prinz ist überzeugt, di Sie gern Streitfragen erörtern. Deshalb erlaubt er sich zu wider- Jta Labei ist er gewiß, daß E. M. die Wahrheit l ebt, und darum sm er alles, wie er denkt." Der König fand, daß be Gatt recht hatte.

Sevittaner Landschaft und Menschen.

Don H. R o e s e l.

Gleich hinter den Borstädten Sevillas beginnen bie fiibergrauen Wäl- bt der Oelbäume. Sie breiten sich über bie Ebene aus, ziehen über die st^n Hügel und verlieren sich in der Ferne. 20, 30, 50 Kilometer weit En die Straßen an diesen Anpflanzungen vorüber, die nur ab unb S11 einmal von den bunteigrünen Flecken einer Drangen* unb Sitronen Loae oder ein paar Dörfern unterbrochen werden. Stunden um Stunden k° n man so fahren, ohne aus diesen unermeßlichen Waldern heraus- frommen Die dichten Büsche an den Hängen lösen sich beim Jtafjer- tc Unen in sorgfältig parallel gepflanzte Anlagen auf, und was man weit Lichen als gmue Steinmauer zu erkennen glaubte werden zerrifstne m knotete, altersgraue Delbaumftämme. Hm unb wieder hebnsich b" L fiibergraue Meer heraus die Gipfel einiger Palmen und Eukalyptus- Icame und bezeichnen eine Ansiedlung oder Oelrnuhle, deren weihe Giebel

b:i h.. nnntpn sßroDinr sitzen jetzt die Männer und Frauen zu Haufe.

MgÄSlÜen jetzt in die oelm^le Man kann v-elleicht in den nächsten Tagen em paarder Orangenerm

k rblenen; aber auch darauf warten schon Hunderte 11 t

fangen sind hier klein; man mußte ins Valenciamsche Geb'et gehe ,Oott

em ä--« sSxk

l e Weinernten, und etwas später das Reispslanz Olioen*

ter, November kam man wieder nach Haus, m achte hi er no ch 0 e Uhver rote mit und hatte genug Geld, um julebenunb^audj. ubre bie^mmen Wochen hinwegzukommen. Wir tauschen em pa f ) ihnen

dauern bieten mir ihren Tabak an, ich shnen den ürJen. unb

fcnDbVi3iiga«tBterÄatisf genau überprüfen, iöb^ Kicker unb eben «Ä Ä. SSL.

länge in Murcia und Malaga. Aber nirgends ist die Erde jo iruaji , mie'hier in unserem Andalusien." . ofnbalufien

Ich merke, mit welch freudigem Stolz er noch da^ui | oa W

- ber Garten Gottes, wie es früher genannt wurde -, bechnt,. ovgte.-Y tzm auf dieser fruchtbaren Erde nichts gehört, a

verfallene Lehmhütte.

*n Die Büsche treten zurück und machen einem kleinen Dors mit ein paar :Sefen und Gärten Platz. Wie ein Trümmerhaufen liegen bie elenben ifohmhiiticn um bie Kirche. Ein paar Locher m den Wanden sind Turcn uo Fenster. Mit Kistendeckeln und dem Blech bunter Konservenbüchsen ta bie Dächer gedeckt. Im Hof, wo in einer Ecke em paar Steine und L Kessel darüber die Küche bedeuten, wälzen sich kleine Kinder mit Unden Katzen und jungen Ferkeln. Eine Ziege schnuppert an den illhenden Geranienstöcken und ein Kanarienvogel im Bauer freut s ch

liier die warme Wintersonne. , ...

Dor der Schenke fitzen ein paar Landarbeiter bei einem ©las Roten lui» reden eifrig auf einen Schreibenden ein. Wahrscheinlich ist es der Birgermeifter selbst, dem sie hier ihre Briese diktieren unb ber als cm» liier im-Dorf, neben dem Pfarrer, lesen unb schreiben kann. Sie erwidern !e haft meinen Gruß. Nach einer Weile schiebt einer (einen breitrandigen, feen Eordodeser in den Nacken und wendet sich mir zu:<Sic komme |IS ga^df'roarte hierauf den Autobus, um bald wieder zurückzufahren, ^"roohle nur den warmen Nachmittag benützen, etwas von dieser siuchr-

SSinl. ,ch-° I-» lÄn. 1°° l-d-ii-i

Vit fo'nniae Tage und blauen Himmel. Aber wir warten aus Regen. L|'e paar9 Güsse im November reichten nicht aus, um hier die gelber ji bestellen."

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einen Straßenbau versprochen hat. Wir tarnen bann mit oie|cr ar e t er bie mageren Wochen hinweg. Wenn bas wieber nichts nutzt unb i ben nächsten Wochen sich keine Regenwolke zeigt, schre.en b.e K.nder '''"UwiS?Ü sich auch ber Wirt zu

bfltätigenb mit dem Kops genickt:Ja, ja, 3eiten! Ich brauche

haute nur noch die Hälfte Fässer für meine Scheu . p.. gtoten

Ith aebe ihm einen Wink, unb er kommt mit einem Liter .Koten Hiebet Dann setzt er sich zu uns und dreht bedachtsam eme Zigarette. Ich frage sie, ob denn in der ganzen Gegend schon die Dltvenernte vor