Ausgabe 
30.11.1931
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang 193|

Montag, den 3V. November

Nummer 9^

Zrankfurter Brenten.

Von Eduard M ö r i k e.

Mandeln erstlich, rat' ich dir. Nimm drei Pfunde, besser vier (3m Verhältnis nach Belieben): Diese werden nun gestoßen Und mit ordinärem Rosen- Wasser feinstens abgerieben. 3e aufs Pfund Mandeln akkurat Drei Vierling Zucker ohne Gnad', Denselben in den Mörsel bring'. Hierauf ihn durch ein Haarsieb schwing'! Von deinen irdenen Gefäßen Sollst du mir dann ein Ding erlesen, Was man sonst eine Kachel nennt: Doch sei sie neu zu diesem End'!

Drein füllen wir den ganzen Münder Und legen frische Kohlen unter.

3etzt rühr' und rühr' ohn Unterlaß, Bis sich verdicken will die Mass', Und rührst du eine Stunde voll: Am eingetauchten Finger soll Das kleinste nicht mehr hängen bleiben; So lange müssen wir es treiben. Nun aber bringe das Gebrodel 3n eine Schüssel (der Poet, Weil ihm der Reim vor allem geht, Will schlechterdings hier einen Model, Indes der Koch auf ersterer besteht)! Darinne drück's zusammen gut; Und hat es über Nacht geruht, Sollst du's durchkneten Stück für Stück, Auswellen messerrückendick (3e weniger Mehl du streuest ein. Um desto besser wird es sein). Alsdann in Formen sei's geprägt, Wie man bei Weingebacknem pflegt; Zuletzt das wird der Sache frommen, Den Bäcker scharf in Pflicht genommen, Daß sie schön gelb vom Ofen kommen!

beiden lachen.

Fallada", sagt er zu mir.

Oer Gänsemord von Tüh.

Von Hans Fallada.

Alle Rechte im Rowohlt-Verlag.

Geht man die Straße vom Dorf her, so tomtfft erst das Schloß mit >em großen, alten Park. Da sitzt der Ritterschaftsdrrektor von Pratz. Dann olgt der Gutshof mit seinen Ställen, Scheunen und dem Beamtenhaus, ich, der Rendant, Hause. Die Straße geht weiter und was folgt, ist e.rst einmal wieder ein ganzes Stück Park, der also im Halbkreis die jofftötte umschließt, und dann die Villa des jungen Herrn, des Ritt­meisters.

Die Sache ist so, daß vor ein paar Jahren der alte Herr das Gut an Tochter und Schwiegersohn übergab.Wirtschaftet, junge Leute", sagte er. .Ich habe genug Kartoffeln gebaut in meinem Leben." Für sich behielt Schloß, Park und Forsten. 3n die fährt er täglich mit seinem 3agd- Jagen und er ist ein alter Rauschebart derart, daß er von jeder Aus- ahrt mit einem Bündel Reisig heimkommt.Zu schade zum Verfaulen , hgt er.Damit kann ich im Winter Heizen." Auf die jetzt schwiegersöhn- chen Felder geht der alte Pratz, von Pratz bitte, nicht gern.Hat Land- virtsthaft studiert, der junge Herr", sagt er zu Elias, seinem Kutscher. .Merkst du was?" Elias merkt was, und die beiden lachen

Wenn nun auch der Rittmeister von der Landwirtschaft nichts ver­sehen soll, seine Felder liebt er doch. Er hört nicht gerne über sie lachen. -Der Alte ist ja ein Rest aus der Steinzeit, Fallada , sagt er 311 mir, enn wir ihn mit seinen Knüppeln aus dem Wald kommen sehen. Und rnnn lachen wir beide. ,, . ...

Der Gänsekrieg jedoch, der mich stellungslos machte, wurde gar nicht Zwischen dem alten Herrn unb dem jungen geführt, sondern zwischen dem jungen Herrn unb ber gnäbigen Frau. Die gnädige Frau ist natürlich die trau vom alten Herrn. Die Frau vom Rittmeister heißt die junge Frau. ?eber der einmal in hinterpommersche Rittergüter gerochen hat, weiß ^ns. So daß im Grunde dieser Gänsekrieg der uralte Krieg X Schwiegermutter unb Schwiegersohn war. Nur war ich, ber Renda , °-r Leidtragende. Nebst sieben Gänsen. Davon ist nun zu erzählen.

, Es ist schon gesagt worbe», daß der Schloßpark alt war sihar uralt und besaß als Prachtstück einen tuet bewunderten -i.Ipen-

baum. Ich sand immer, der Tulpenbaum war ein Versager. GradeherauS gesagt, war er langweilig; seine Blüten hatten nicht die Idee einer Stehn- lichkeit mit Tulpen. Ader bei den alten Herrschaften konnte solch Aus- st>ruch von mir nicht überraschen. Ich war anrüchig, seit Elias das ' Faktotum, mich mal erwischt Haie, wie ich die Geflügelmamsell ab'küßte.

Ich bin schon auf dem rechten Wege mit meiner Geschichte. Es geht alles der Reihe nach. Die Geflügelmamsell zum Beispiel war eine An- gestellte der gnädigen Frau: sie hatte die Hühner unter sich und die Ganse^ Wenn die alten Herrschaften auch das Gut abgegeben hatten, den Wunsch nach einem frischen Ei hatten sie doch. Die Hühner liefen auf dem Gutshof: auf der Dungstötte und in den Scheunen wurden sie satt: dagegen sagte auch ber Rittmeister nichts.

Die Gänse aber ergingen sich offiziell im Park, jenem großen Park mit ben uralten Bäumen. Nun ist es mit ben Gänsen so, büß die Gans ein belitater Vogel ist, nicht nur, wenn man sie ißt, sonbern grabe auch, wenn sie frißt: das Beste ist ihr kaum gut genug. Die Gans, ein heiliger, schwieriger, kapriziöser Vogel, ist scharf auf junges, delikates Grün. Und gab es das in diesem uralten Park? Man kann das eine haben, man kann das andere haben, man kann nicht beides haben. Uralte Bäume und junges Grün, bas verträgt sich nicht. Im Schatten wächst altes saures, schlampiges Gras.

Es schmeckte ben Gänsen nicht, unb eine Gans bentt natürlich nicht daran, sich mit schlechtem Futter abzufinben. Die Ganter mit den vergiß­meinnichtblauen Augen führten ihre Schönen zielbewußt burch ben ganzen Vark. Dann durchstieß die breibutzenbköpfige Schar ben Zaun, überquerte tn ber nächsten Nähe ber rittmeisterlichen Villa ben Weg, flatterte burch den Graben welch Geschnatter, welche Aufregung! unb siehe ba, Kanaan ist erreicht, das gelobte Laub, bie Gras- unb Schnabelweibe! Sie finb im Wickgemenge, wo sie gar nichts zu suchen, noch weniger zu finben haben. Es war ein belikates Wickgemenge. Sie bachten hierzubleiben. Der Park konnte ihnen gestohlen werden.

Sechsunddreißig Gänse haben einen beträchtlichen Appetit; sie zer­drücken was. Es hätte nicht des Geschnatters bei ber Grabenüberquerung beburft, um ben Rittmeister auf ben Einbruch in feine Felder aufmerk­sam zu machen. Es ist schon gesagt, daß er seine Felber liebte, unb nun war es eine Schanbe, wie bies Gemenge aussah, unb grab an bem Wege, ben all seine Gäste fuhren!

Es fing wie alle Kriege mit Verwahrungen, Einsprüchen, kleinen Reibungen an. Der Rittmeister sagte zu mir:Hören Sie mal, Fallada, bas können Sie aber ber (Beflügelfee ausrichten: Mit ben Gänsen, bas geht unmöglich. Sie sollen ja ba Beziehungen haben..."

Ich sagte es ihr.

.. Der Rittmeister sprach:Herr Fallaba, bie Schweinerei mit den Gänsen hört mir auf! Wozu stichelt denn meine Schwiegermutter ewig über Sie und bie Mamsell, wenn Sie bas nicht mal erreichen?"

Ich sagte es ihr.

Die Dörte sah mich an mit ihren schönen, bummen Kirschenaugen und klagte:0 Gott, Hannes! Die Gnädige hat doch gesagt, daß die Gänse sich schon mal in ben Wicken sattfressen bürfen. Wozu steckst bu ewig mit bem Rendanten zusammen, hat sie gesagt, du sollst ja sogar auf feinem Zimmer gewesen sein, hat sie mich gefragt."

Die Dörte meinte. Sie war auf meinem Zimmer gewesen. Machtlos war ich. Der Rittmeister sagte ... vieles sagte er. Sahn sagte er nichts mehr. Er schritt zur Selbsthilfe.Unser" Kutscher, Kaspar, erzählte mir, daß ber Rittmeister wie ber Teufel aus bem Wagen zwischen bie Gänse gesprungen war unb sie mit ber Fahrpeitsche verbroschen hatte.

Am Abenb meinte Sorte. Sie Gnäbige hatte sooo gescholten: eine Gans war lahm!

Nun kann man Gänse einmal verbreschen, man kann sie auch zweimal verbreschen, breimal aber bestimmt nicht. Sie kannten ihren Rittmeister. Kam der Wagen leer, so ästen sie weiter; kam er gefüllt mit ber jungen Frau, so ästen sie weiter; kam er gefüllt mit bem Rittmeister, fo breiteten sie ihre Flügel. Unter wilbem, höhnischen Geschnatter zerstreuten sie sich über ben ganzen Gemengeschlag. Ser Rittmeister probierte es mit einem Reitpferb unb einer Reitpeitsche. Sas Gansgetier zerstreute sich einzeln in allen Himmelsrichtungen, bem Tobenden zu entgehen. Der Rittmeister ritt seinen Gaul schäumend naß und sein Blut ins Sieben. Das Geschrei ber Gänse gellte höhnisch in seinen Ohren: er erreichte nichts.

Es ist morgens, fo um fünf; die Knechte füttern; ,Dor einer Viertel­stunde ist auch bas Geflügel aus bem Statt gelassen. Zwei Schüsse tönen, ttianur denke ich.Ser Förster schon im Gang. Unb so bichtedei?"

Dann geht bei mir bas Telephon. Der Rittmeister sagt atemlos:Fal­laba, kommen Sie gleich rüber zu mir."

Ja, Herr Rittmeister", sage ich.

Bringen Sie 'nen Jungen mit", sagt er.Irgenb jemand, der die Leichen trägt."

3a", sage ich.

Der Pott ist entzwei, denke ich. 3ch hole mir einen Pferdeknecht aus