Ausgabe 
30.1.1931
 
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was

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Zwanzig Jahre flogen darüber hin. Ich faß neulich in einem )i - burger Kaiserhaus und erkannte in einem der dick geschminkten ^anz Mädchen Helene Müller wieder, die sich auf dem Programm ^tzt Elaine Demoulin nannte. Da sloh ich aus irgendeinem Grunde; ich schämte mich wohl, ich war sehr traurig, ich dachte noch einmal an die Tage, da icw hübsche Kind nicht mit den schmutzigen Jungens spielen durste.

Daheim hatte ich Sehnsucht, Sehnsucht nach Joses Poller. Sehnsucht nach den Grafen Klaus und Kurt v. Zwirner. Ich fdjrteb Briese an alle, ob wir uns nach 20 Jahren nach einmal tressen wollten, Erinnerungen zu wecken, grohe Kinder zu sein, es sei doch damals alles so herrlich ^""Dom^Grafensitz der Zwirners kam Antwort, die alten Herrschaften seien längst tot, Kurt wäre im Weltkrieg als Fliegerleutnant gefallen, Klaus habe sich eine Farm in Asrika für das letzte Geld getauft. D,e ölte Mutter Poller aber schrieb, ich solle nicht nach ihrem Josef fragen, der sitze in einem russischen Kerker, verurteilt wegen Werkspionage, in Wahrheit völlig unschuldig, der arme Teufel habe nur bürgerliche

1'®JrtcnC^Vergehen, Menschen, Schicksal, Staub. Wie sind wir alle heimatlos geworden; denn Altes kehrt nie mehr wieder, nur Narren 1 alten das Pendel der Uhr an. Aber eine Weltreise haben wir immerhin gemacht, freilich eine andere, ja, eine gänzlich andere.

Fnednch bet* öroftc als GfycftifHr.

Von darrt) Brachvogel.

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wir an den Kronprinzen von . 9,f m abe- fbinc uns in den

oder an den ©inftebler »pn <5<inf >ftciratsoermittlung befchäftigt Sinn, daß der große Komg s ch ch , gottvergessener Gatte WMAMSM M-MDZW-M

Brautwerber an die europäischen Hof sch Schwiegermutter für den swÄwi. -ßts-s SSLSW-KW-NLL

die Landgräsin aus vollem Herzen, ^ie Landarüsin eine geborene MWSZSK MWOW-sUG HWMZZWW

| hat er einen Neffen und Thronscuger, o \v . Schreiben,

WMWZWZH großzügig uidisserent, wie der ontgUj . Vergnügen, wieviel leichter fsrtÄ L ö Ä";««

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S.Ä .Ä'ÄS-S SÄf Äs ßuroua au Feugen ihrer skandalösen oder lächerlichen Liebschaflen machte, zwingen der armen Landgräfin verzweifelten L-pott ab:Ich gestehe Euer'Majestät, daß es mir unbekannt war, daß man auch von

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Ich bin allein, ich bin eingesperrt, meine Mutter 'st in d.e totaot WSMWW WZMDM8WZ

Faust vor dem Magen sitzen. Klaus ries. I

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-SSS-S-MMM--- machte Mut, nur Joses Poller wimmerte schon wieder.

Mein Later, mein armer Vater!

Wiederum stellten die kleinen Grasen einen Posten auf dem Gut > Aussichtdas sei viel gesünder ml- tief unter Tag d,e Kohlen von der zu kratzen. un5 eitDa5 verraten. Drei Tage gingen vor-

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Ohren. Wahrhaftig: Kurt und Klaus bezogen bereits Prügel, thr Later donnerwetterte daß die Hühner und Gänse auf dem Hof ausemander- itobeö Mer kemer weinte eine Träne, sie stolperten nur mit grummge Gesichtern aus die Straße, hielten sich den Hosenboden und tappten

So,6 jefct kommt ihr an die Reihe; seid tapfer! Wir leiden für

^Wir" sahen nur noch, wie der Gendarm zwei Zigarren in seine Uniformmütie legte, wie er außerdem ein goldenes Zehnmarkstück in I {ein Taschentuch knotete. Die Zigarren waren für >h», das Zehnmark- I Itüif für die Witwe Müller, damit sie ihre lächerlichen Fensterscheiben I Ucken konnte. Und dann? Geschah ein Wunder? Der Gendarm radelte heim er ging nicht zu meinem Vater, er verschonte auch Haus de I Bergarbeiters Poller braver Gendarm! Also hatte der Gras schon I alles bezahlt, was machte das dem aus. Und Kurt und Klaus hatten I «d» für uns alle geopfert. Sollte aber unser Radau sonst keinen Ruhen gehabt haben? Ich beichtete alles meiner Mutter, unb_me,ne I MMter bestand alles meinem Vater; da ging mein Vater zum ®-afen, | ünb der Gras ging mit ihni zum Arbeiter Poller, alle drei aber wanderte i zum Vfarrer und zum Gemeindevorsteher. Acht Tage später wurde Helene Müller bereits in ein Töchterheim 9cjd)idt benn so h'-ß cs ,n einem Protokoll, das Kind fei daheim moralisch gefährdet!

Wir vier Buben triumphierten, wir rannten spornstreichs ins Nach­bardorf der Witwe die Zunge gründlich zu Leigen. Aber diese Frau logierte schon in der Stadt, übermorgen sollte der Möbelwagen ihren Plunder wegsahren. , . ...

Unsere Weltreise? Wir dachten nicht mehr daran, die letzten Erlebnitze brannten noch in uns, wir hatten auch neue Sorgen. Aus der Zeche war ein Unglück geschehen, Josef Pollers Vater wurde mit vielen andern Arbeitern tot'aus dein Schacht geborgen. Nun mußten auch diesioUer fort aus Bruckwiedel, Kurt und Klaus v. Zw.rner wurden am Gym­nasium in der Stadt angemeldet, mit einem Schlage stnr-ste etwas zusam­men, was uns wie ein unbegreifliches, schwarzes, allmächtiges «chicksa