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Jahrgang 195(
Freitag, den 4. Dezember
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Knecht Rupprecht.
Von Theodor Storm.
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a.tef|inmq war er nicht, aber er ronr kraft Veranlagung und Erfah. rungen frühzeitig mit den Menschen fertig. „Was brauche ich Umgang mit Menschen?", war oft seine Ueberlegung. Der Mensch hatte ihm zuviel Interessen, und er sagte sich immer wieder, da er ein eigentümlicher Beobachter war, daß nur noch die Steine, die Vögel, die Fische und Pflanzen ein Sein hätten. So kam es, daß er sich um den einsamen Wochtdienst aus der weltverlorenen Insel bewarb. Einmal dort, sprach er kein Wort mehr. Denn er war der einzige Mensch auf der Stein- und Schneebarriere von Hog Island. So bildete er auch die eigentümliche, höchst verwunderliche und fast entsetzliche Gewohnheit des Nichtsprechens heraus, die Hardy in den australischen und südafrikanischen Kllstenplätzen zu einem Spuk machte und ihm einen steinernen Ruhm gab.
Keiner der Matrosen lächelte oder spottete über Hardy, der für sie olle ein grausames und schweres Leben ertrug. Jedes Jahr schickte di« Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ein Verproviantierungsschiff nach fjog Island. Das kam so: an der westlichsten der Crozzetinseln war ein Johr vorher, im Sturm eines Februarmorgens, das französische Schiff „Tamaris" gestrandet und untcrgeganqen. Von den sechsundzwanzig Mann der Besatzung retteten sich dreizehn. Diese dreizehn, halbnackt, ohne Hilfsmittel und Nahrung, sahen sich dem schrecklichen Leben auf dem unfruchtbaren und vereisten Stein ausgeliefert. In ihrer Not fingen sie
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geraden Gang größer zu machen schien. Er hatte dichtes, schwarzesHaar, das nach der linken Kopfseite hinstrebte, widerspenstig und ungeordnet. In fein Gesicht mit den kühlen Augen war von ehedem eingezeichnet: der Stein, die Kälte, das Schweigen und äußerste Einsamkeit.
Der Mann hatte auf den Meeren gelegen, Jahr für Jahr, war auf den unglaublichsten und schmutzigsten Kähnen gewesen und hatte zuletzt in Walfischkocheroien sich ganz unempfindlich gemacht. Plötzlich marterte ihn nur der eine Gedanke: vollkommene Ruhe zu haben. Ruhe und sonst nichts mehr. Ruhe vor Behörden, Kapitänen, Schiffen, Hafenkneipen, Weibern und Sorgen. Ruhe vor dem Slang der Matrosen und der Musik der Tingeltangel. Gerade Musik haßte er besonders. Man hatte ihm, als ihn in Australien die Gesellschaft für Schiffbrüchige für den Dienst auf der Insel anwarb, eine (Seine angeboten. Zum Zeitvertreib, zum Spielen und zur Erlösung von der Sehnsucht. Er schaute nur verächtlich auf fie.
Er kam sich auf der Insel wie der erste Mensch im Paradiese vor. Endlich war er allein und er kniete sich auf den Felsen und betete. Mit ^Befriedigung betrachtete er oft die Weltkarte, die in feinem Blockhaus hin; vor seinem Auge lagen winzige Punkte, Riesenstädte, Anhäufungen non Menschenunrat und Torheit, öondon lag darauf, Kapstadt, Buenos Aires, Sidney, Bombay und hundert andere mehr. Er lächelte, weil sie
2Bo's eitel gute Kinder hat".
„Hast denn das Säcklein auch bei brr?" Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier: Denn Aepfel, Nuß und Mandelkern Fressen fromme Kinder gern".
„Hast denn die Rute auch bei dir?" Ich sprach: „Die Rute, die ist hier: Doch für die Kinder nur, die schlechten, Die trifft fie auf den Teil, den rechten". Christkindlein sprach: „So ist es recht; So geh mit Gott, mein treuer Knecht". Von drauß vorn Walde komm ich her; Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr! Nun sprecht, wie ich's hierinnen sind! Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
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Leben in Einsamkeit verbracht.
Von Anton Schnack.
Hog Island, das Richard Hardy dreizehn Jahre bewohnte, gehört zum Crozzet-Archipel, der tausend Kilometer von der letzten festen menschlichen Ansiedlung entfernt, fast in die unruhige, ewig stürmische Packeisgrenze der Antarktis hineinragt. Die Meergebiete dieses südlichsten indischen Ozeans waren fürchterlich. Die Insel war eine uralte verwitterte Stein- -hnrriere. UL die der Dämil uuuatetüredien brüllend ontodne. Von Ende
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ihn nichts mehr angingen. Er freute sich, daß er ihnen entronnen war und sie nie mehr sehen würde.
Richard Hardy hatte sich in den dreizehn Jahren Steine nach verschiedenen Farben gesammelt und sie gezählt. Sie gingen in die Tausende. . l'",“nanesA fetten Fingerabdrücken an den Rändern, schrieb pictäW am 12- Mai, vor dem dritten Schneefall dieses ‘ einen gelben Quarzstein gefunden. Er ist fast und zeigt nur in der Mitte einen dünnen faden- er. Dieser Strich ist schwarz und schimmert, senk- nne gehalten, fast blau."
Brandung an der Eclipfebucht hat vier längsherausgeworfen. Sie sind von mildem Schein; ordene Blumenblätter. Wo mag die große Ader rkraft abgerissen hat?"
: „Nebel und Dunst seit vielen Tagen. Dahinter sberge an die Steinriffe krachen. Ich wache. Ich das die Barbesucher von Sidney oder London, V. Grad südlicher Breite ein alter Mann lebt, sch und Albatros; ein Mann, der sich geschworen ie Welt sicher für lächerlich hält und für einen n aber kein Narr; denn ich verdiene 25 Pfund , - .. .. , ■ ■ Zu tun als zu essen und zu warten bis Schiff
brüchige mich um Nahrung, Kleidung und andere Dinge bitten."
Hardy liebte leidenschaftlich die paar Tage vor der Regenperiode die anfangs Dezember den Winter ablöste und bis in den Mai hinein rauschte, f.utete und brauste. Diese Tage liebte er wegen der ungeheueren und grasgrünen Wetterleuchten, die von allen Himmeln ins Meer fielen und wieder zurückglänzten. Da hielt er sich fast die ganze Nacht im Freien auf; unterhalb seiner Blockhütte saß er an einem Felsengeschiebe öas rote em riesiger Stuhl aussah und wo er mit einem Hammer Stufen ausgeschlagen hatte. Er erschien sich, hier sitzend, wie ein verschollener ©oöengott, dem die Anbeter fehlten. Er dachte sich: ich bin ein alter, weißer König, an den äußersten Rand der Welt gesetzt, um zu wachen. ,, k?em Jahren war kein Schiffbruch mehr vorgekommen. Wer hier scheiterte, mußte warten bis der Proviantdampfer von Australien kam der dte Proviantspeicher ausfüllte und ergänzte. Es waren hier Mehl und Hafergrütze, Konserven, Pökelfleisch, Benzin, Leder, Reis, Bohnen, Nagel und vieles andere mehr deponiert. Hardy kannte die Insel bis zum kleinsten Stein und Strauch; ihr Hauptteil bestand aus Urgestein das fürchterlich hart war. An der Westseite hatte sich Kalk darüber gesetzt. Hier hinein waren auch die Lagerräume für die Depots eingesprengt worden. Des Mannes Hauptarbeit bestand darin, täglich die Aufbewah- rungsftatten zu kontrollieren, damit keine Feuchtigkeit sie verdarb. Es kam vor, daß im Winter auch die Spuren von Eisbären um die Depots herumliefen. Das waren Tiere, die von riesenhaften Eisschollen in strengen Wintern herübergetrieben wurden. Er sah sie nie Die Bären verschwanden wieder hinter den Eisbarrieren.
_____Von drauß vom Walde komm ich her; 1
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Gießener Zamilienblätler
Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger


