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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

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Montag, den 2-8ebruar

Nummer <0

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Nachdem ich noch etwa 10 Kilometer in südlichem Kurs zurückgelegt

hatte, erschien die Sonne. Und, obzwar ich vor Schmerz auf den Zehen­spitzen gehen mußte, erfreute sie mich doch, zumal die naßkalten Blätter

der Wildnis, die ich nun hinter mir hatte, nicht mehr mein Gesicht

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Wie still! nur auf der Klosterau Keift fernhin eine alte Frau: Im kühlen Schatten nebendran Dumpf donnerts auf der Kegelbahn.

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erzählt. Aber diese Einheimischen konnten mir nicht nachfuyien; oenn nie waren sie so wie ich allein gewesen. In den Pyrenäen schrie ich oftmals aus meiner Sehnsucht von irgendeiner hohen Kante den Namen eines Kameraden über die Wälder. Aber mir antwortete nur das Geflatter der aufgescheuchten Vögel. Ob ich dort sechs Wochen oder bloß drei derart herumwandcrte, weih ich nicht, da die Sonne ausblieb. Und nach den Feiertagen konnte ich mich nicht richten: denn sie sielen mir nicht auf. Und fragte ich die Holzfäller, weil ich keinen anderen Ausweg wußte, einfach nach dem Weg nach Madrid, so schauten sie wie vor einem Rätsel und empfahlen aus dem Drange- mir immerhin ge­fällig zu sein, Maladetta oder Murillo und schickten mich also noch weiter von den kultivierten Straßen weg. Und ich lief mir schließlich durch die zerschundenen Schuhe die Füße wund, daß ich Angst bekam, sie könnten wegen des Straßenschmutzes zu eitern anfangen und abfaulen. 5a, so vereinsamt fühlte ich mich schon, daß ich glaubte, es gäbe da auch keinen Arzt für mich. Ich riß breite Streifen von der Decke ab und wickelte damit meine Füße ein. Die Schuhe ließ ich liegen und wanderte und wanderte und verbrauchte die Decke zu Bandagen. Und so kam ich end­lich in ein Tal, das Schienen hatte. Ich humpelte an die Strecke heran, setzte mich und wartete. Und als mir auf einmal derExpreß Paris- BordeauxMadrid" den Ausweg bahnte, erhob ich mich sogleich und tappte dahin. Und ich beeilte mich sogar, trotzdem mir dabei die Tränen kamen.

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bald wieder mit einer Ladung Heu, unter der unser Esel kaum zu sehen war. Nachdem aus dem größten Teil des Heues Lagerstätten für uns gemacht worden waren, durfte der Esel das übrige fressen. Und Martin sagte, ich müsse liegen bleiben, bis meine Füße kuriert seien. Er kochte ab und besorgte alles, was wir so zur Haushaltung benötigten: und zwar ging es auf Konto meiner kranken Füße. Wir bekamen Besuch und erhielten auch Salben. Und als wir uns schon nahezu zwei Wochen an der Zivilisation erfreuten und meine Füße geheilt waren, und mich Martin einmal, da nun ich für die Herbeischaffung der notwendigen Sachen zu sorgen hatte, fragte, wohin ich denn heute gehen wolle, da antwortete ich, ich ginge zur Polizei, um uns als ordentliche Staatsbürger anzu­melden. Ja, es ging uns so gut, daß wir all das Mißliche, das hinter uns lag, verhöhnten. Und abends saßen wir auf einer Bank vorm Haus, wie Einheimische. Wir wurden sogar gegrüßt. Ja, einer sorgte für den anderen. Und es schien alles vortrefflich. Aber wenn es dunkel geworden war, und wir so nebeneinander auf der Lagerstätte lagen und irgendwo die Mädchen fangen, da merkte ich durch unser Schweigen, in dem wir da verharrten, daß auch Martin dorthin sann ... Und dennoch wir sagten es uns nicht, was wir so kühlten ... Aber dann, an einem Abend, brauste es mit einem Male auf. Und wir erschraken Es donnerte. Die ersten Tropfen fielen. Der Sturm nahm zu. Es funkte dazwischen. Und es begann in Strömen zu gießen. Wir erhoben uns und nahmen unsere Sachen über die Schultern, und während der Regen aus uns niederprasselte, und das Gewitter tobte, gingen wir, so stumm wie ganz Enttäuschte, auf unserer Straße weiter. Und das Tier tappte uns frei­willig nach.

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I und meine Hande streifen konnten, so daß es sich anfühlte, als schleckten 1 *Hm* oänesX'''' Tiere daran. Den Wegweisern sagte ich laut:Guten pictäW -oime wirkte schließlich derart auf mein Gemüt, daß adezu närrischen Vertröstung verstieg, in dieser Rich- : sie vor lauter HoffenGeneralrichtung" mög- l einen Kameraden zu treffen. Aber als ich, so nach drei Tagen, in einem Dorf ankam, hätte ich am »den laufen mögen, so schmerzten die Wunden. Und .al dermaßen von Trostlosigkeit befallen, daß ich den iuchte, ihm meine Füße zeigte und erklärte, so könne n. Und ich legte mich, da er mir nicht helfen wollte, in ich sagte, ich verließe nicht eher das Dors, bis ich Mich von feinem Knecht auf den Marktplatz tragen, solle ich umgebracht werden. Aus allen Türen und jgSfflBHgje'ute herbei, zuvorderst die Frauen, von denen manche Mr, während ich so schrie sofort für mich Partei erten den Bürgermeister mit harten und scharfen Z/IW niete neben mir, streichelte mich: und ich begeisterte ... . . J, Gott solle es ihr lohnen. Da küßte sie mich, erhob

sich und ging von neuem gegen den Bürgermeister vor und hetzte die Manner gegen ihn. Und mit einem Male knieten, während ich so da- lag, viele Frauen bei mir. Und ich bewunderte ihre offenherzigen Augen, die mir viel mehr sagten, als die schönen Worte:Armer Teufel ..."

Das Haus ohne Dach.

Von Albert D a u d i st e l.

Nachdem ich während meiner Wanderschaft, so in meinem 18. Jahre, von See her in Spanien angekommen war, muhte ich mir gar bald wegen trostloser Strecken einen Kochtopf, einen Sack für Lebens­mittel, eine Schlasdecke und zwei Schweineblasen, die eine für den roten, die andere für den weißen Wein, besorgen. Und dennoch vermochte mich der Kram auf die Dauer nicht in freudiger Stimmung zu halten. Mittags und abends kochte ich zwar herrlich ab; aber was übrig blieb, muhte ich ausschiitten. Und noch nicht mal ein kleines Tafelgespräch war mir mög­lich. An Gelächter durste ich überhaupt nicht denken. Und wenn man sich die Wünsche selbst erfüllen muß, und man niemand an dem, was man so erlebt und genießt, teilnehmen lassen kann, besteht die Gefahr, daß. auch dfe Lust zur Unternehmung leidet. Ich war jedoch, da ich keinen " .........."«Hin «II Illi -!-X4.-U ....

Mein Kamerad, ein zwanzigjähriger Lothringer, war erst aus der gemeinsamen Freude über uns zu sich gekommen, als ich plötzlich dem bereits weiter galoppierenden Maultiergespann aus Leibeskräften nach­rief:Mein Esel! Mein Esel!" Den hatten wir vergessen abzuknoten. Mein Kamerad, der Martin hieß, warf seinen Hausstand, den Gebens» mittelsack, die Schlasdecke und den Kochtopf ob und reichte mir seine beiden noch ziemlich vollen Schweineblasen und flitzte dem Gespann nach. Als er endlich mit dem Esel bei mir ankam, half er mir auf­sitzen und nahm seinen Kram an sich. Dann zogen wir, während wir uns so aussprachen, in das Dunkel ein. Links und rechts der Chausiee geisterte über den Wiesen der Nebel. Der Mond schien blank. Aber die Schatten der Nacht fürchteten wir nicht. Ja, von dem Schmerz an meinen Füßen fühlte ich nichts mehr. Und wenn unser Esel vor Müdigkeit mal stolperte, gab ihm Martin Zucker. So kamen wir auf eine Brücke und lauschten dem Geräusche des Stromes. Und da erfüllten auf einmal Zwölf tonende Schläge die weite Stille. Wir bogen links ab und zogen rnn Üfpr entlang, dem Flecken, der sich gemeldet hatte, entgegen. Und