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________Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang I95( Freitag, den 23. Oktober Nummer 85
Herbst in der Verbannung.
Nach dem Chinesischen de« Tu Fn.
Von Hans B e t h g e.
Der Reif des Herbstes, der wie Jade schimmert. Liegt aus den zarten Zweigen der Platanen, Die ragen bleich und welk in dünner Luft.
Durch das Gebirge, durch die Felsenschluchten Jagt kalter Wind; er fängt sich in den Bäumen, Und feine Seufzer irren durch das Laub.
Wild reißt er von den Gipfeln die Gebilde Der Wolken nieder, sein wie Wattetupfen, Und mischt sie mit dem grauen Dunst der Welt.
Ich bin in der Verbannung. Zweimal schon Sah ich durch meine sehnsuchtsvollen Tränen die üppige Pracht der Chrysanthemen blühn.
Ich bin wie eine Barke, die am Ufer Durch Eisenketten festgehalten wird, — Die holde Heimat liegt unendlich fern.
Die Sonne geht. Ich höre von den Hügeln
Den Schlag der Drescher auf die harten Tennen, — Ein Lied, das mir das Herz noch ganz zerreißt!
Gratulanten.
Erzählung von Kurt Martens.
Wenn gereifte Männer in Amt und Würden, die vor Jahrzehnten die gleiche Schulbank drückten, ausnahmsweise einmal Erinnerungen tauschen, pflegen sie nachsichtig zu lächeln, nachsichtig gegen ihre damalige Jungenhaftigkeit wie gegen den Unterricht, dem sie sich widerwillig unterwarf.
Nasse und Bredereck waren begabte aber nicht eben eifrige Schüler gewesen und hatten für „die Pauker" niemals viel übrig gehabt. Neuerdings durch berufliche Aufgaben wieder zusammengefllhrt, erneuerten fie die frühere Kameradschaft. Bredereck, der Rechtsanwalt, saß nach dem Abendbrot bei Nasse, dem Bankdirektor, und dessen Frau. Wein und gute Zigarren hatten ihre Stimmung mit Behagen und Menschenfreundlichkeit gesättigt; so erschien ihnen auch ihre Schulzeit, auf die das Geplauder geriet, in rosigem Lichte.
„Viel hat der Kasten freilich nicht für uns getan", meinte Bredereck. „Alles, was wir dort büffeln mußten, haben wir doch gleich nach dem • Abitur wieder verschwitzt/'
„Das meiste", gab Nasse ihn, zu. „Immerhin ... zu gewissen allgemeinen Interessen, die ich jetzt noch in meinen knappen Mußestunden pflege, wurde dort der Grund gelegt. Das Bedürfnis, klar zu denken, für jeden 1 Gedanken den knappsten, treffendsten Ausdruck zu finden — worin du mir ja noch Überlegen bist —, dann meine Freude an historischen Werken, an den deutschen Klassikern, die stammt aus unsrer Prima. Die hat der ... der alte, — na, wie hieß er doch gleich, — in mir geweckt."
„Du meinst den alten Prosch?"
l „Richtig, der alte Prosch! Du, das war eigentlich ein Prachtmensch. Auf einmal sehe ich ihn wieder vor mir, den quecksilbrigen, dürren Zwerg mit seiner grauen Löwenmähne und der Enthusiasten-Stirn. Kein Durch- fchnittspauker, sondern eine wirklich liebenswerte, packende Persönlichkeit!" — „Wenn er dich hören könnte! Das würde dem armen Kerl Trost und Labsal fein.“
„Wieso denn arm? Er lebt noch, unb du weißt von ihm?"
„Ja, denke dir ... vor kurzem hat er die Pfade meiner Praxis gekreuzt. Für einen meiner treuesten Klienten habe ich ihn pfänden lassen müssen."
„Den guten alten Prosch? Du bist ein Ungeheuer, Bredereck!" Der Bankdirektor blickte aufrichtig bekümmert drein, und seine junge Frau !chlug über das Mißgeschick des fremden alten Herrn erschrocken die Hände zusammen. „Was will man machen? Die harte Pflicht! Beim Zahlungs- t befehl wußte ich noch gar nicht, um wen es sich handelte. Der Name Brosch war meinem Gedächtnis völlig entschwunden. Wer kennt ihn denn, den längst in Ruhestand getretenen Gymnasial-Professor, den vereinsarn- . len Junggesellen in feinem Vorstadtstllbchenl Eine Auskunft liegt den klkten bei, daß er seine Ersparnisse in der Inflation verloren hat unb leinen kümmerlichen Ruhegehalt fast nur für Bücher verausgabt. Als I, Büchernarr, wie man wohl sagen muß, hat er über seine Verhältnisse
gelebt unb sich bei meinem Klienten, dem Buchhänbler, tief in die Kreide gesetzt. Nun wird er nächstens achtzig Jahre alt und weiß nicht aus noch em vor Schulden, das große Kind."
„Weiß nicht aus noch ein", wiederholte kopfschüttelnd der Bankblrettor, „wird achtzig Jahre alt, niemand kennt ihn. Zu Hunderten fitzen die Schuler des alten Prosch auf guten, einträglichen Pöstchen, haben seinen Namen vergessen, wie er die ihren, er aber darbt um seiner geliebten Bücher willen, verliert am Ende den Rest seiner Habe ... Hand aufs Herz, Bredereck, hat er das um uns verdient?" Der Anwalt schlug reuevoll an seine Brust, obgleich er sich wirklich nichts vorzuwerfen hatte, und lenkte das Gespräch etwas verlegen zurück auf die Kurse, Termine und Fusionen, die ihn mit seinem Geschäftsfreund enger verbanden als die Erinnerung an den alten Prosch.
Der Morgen seines achtzigsten Geburtstages, dessen Datum der Pro- fessor schon längst keine Beachtung mehr schenkte, ließ sich trüb unb frostig an. Der Ofen blieb ungeheizt, da bie Wirtin, ärgerlich über die unbezahlte iiiete, keine Kohlen mehr lieferte. Staub unb Zigarrenasche wirbelte auf, als ber in einen abgeschabten Schlafrock gehüllte Greis unter seinen Büchern zu wühlen begann, beren kostbarste er vom Siegel des Gerichtsvollziehers geschänbet fanb. So oft ihm solch ein Pfand-Exemplar unter bie Hände geriet, schrak er zurück wie vor glühendem Eisen und ließ sich mutlos an seinem Schreibtisch nieder, wo sich als Ergebnis jahrelanger Studien Stöße von engbeschriedenen Bogen häuften, die keine Aussicht hatten, je gedruckt zu werden. Für einen Forscher von Bedeutung hatte sich der alte Prosch selbst nie gehalten, nur auf seine Lehrer-Eigenschaften war er stolz gewesen. Was er das niederschrieb, war nur ein kümmerlicher Ersatz lebendigen Vortrags, zu dem sich keinerlei Gelegenheit mehr bot. — Soeben hatte er noch nach seiner wunderlichen Gewohnheit die Stimme erhoben, um vorn Schreibtisch aus, als stände er auf dem Katheder vor versammelter Klasse, einen Abschnitt aus der vaterländischen Geschichte zu behandeln — da trat eine unerwartete, widersinnige Störung des Unterrichts ein: auf der Schwelle erschien die Wirtin mit einem Korb voll herrlicher Rosen, brummte: „das ist abgegeben worden", stellte ihm den Korb vor die Füße und trollte sich.
Der Professor musterte die Blumen und wollte schon eine Verwechslung vermuten, als er eine angeheftete Karte bemerkte: „Ihrem allverehrien vormaligen Lehrer, Herrn Professor Dr. Prosch, mit ergebenstem Glückwunsch zum achtzigsten Geburtstag. Müller I unb II." Lächelnd schüttelte er bie weißen Locken, belustigt über bie Entbeckung jeines Jubiläums, erfreut über bie Aufmerksamkeit der beiden unbekannten Schüler. Mit lebhafterer Stimme und schwungvollerem Ausdruck setzte er seinen Vortrag fort, aber schon nach einer Viertelstunde traf ein weiteres Angebinde ein, die Sendung eines Delikatessengeschäfts im Auftrag eines gleichfalls unbekannten Herrn. Bald darauf klingelte der Postbote und brachte Telegramme aus der Stadt und von auswärts, bie alle in herzlichen unb respektvollen Worten seines Ehrentages gebuchten — nur schabe, daß der Jubilar sich keines der Absender mehr zu entsinnen vermochte. Nicht einmal ihre Adressen waren angegeben, so daß er sie zu seinem Leidwesen ohne Dank lassen mußte.
Eine große Verwirrung bemächtigte sich seiner, ein Gefühl, wie wenn er aus kalter, dumpfer Kellerluft plötzlich hinaus in warmes, strahlendes Sonnenlicht träte, das bie Augen schmerzhaft blenbet, alle Glieder aber wohlig durchrieselt. Auch ein Brief war dabei vom Rechtsanwalt Bre- dercck, dessen Name sich dem Professor allerdings peinlich genug ein« geprägt hatte. Heute aber jagte er ihm keinen Schrecken ein, sondern teilte ihm in dürrem Kanzleistil mit, daß ber Buchhänbler, sich in seiner Forberung für befriebigt erkläre unb die Zwangsvollstreckung demgemäß eingestellt werde. Der erlöste Schuldner nahm wohl nicht mit Unrecht an, daß er auch hierin das Geburtstagsgeschenk eines früheren Schülers zu erblicken habe. Unfaßlich blieb ihm nur, wie all die Rangen, bie «in befonberes Interesse für ihn nie zu erkennen gegeben hatten, nach so langer Zeit auf einmal mit seinen Verhältnissen vertraut waren.
Er hatte sich von seinem glückseligen Erstaunen noch nicht erholt, als vor bem Haustor ein nobler Wagen vorfuyr unb ihm ber Besuch eines Herrn gemelbet würbe, ber sich ihm als ber Staatsminister für Volksbildung zu erkennen gab. Der hohe Würbenträger stellte sich, ben Zyllnber in ber Hanb, feierlich vor ihm auf unb begrüßte ihn mit einer längeren Ansprache: „Mein hochverehrter, lieber Herr Professor Prosch! Gestatten Sie mir, Ihnen zu Ihrem achtzigsten Geburtstag im Namen Ihrer früheren Schüler unb Kollegen, zugleich auch im Namen bes gesamten Schulwesens unsres Landes, als besten befonbere Zierbe Sie uns stets in dankbarer, wenn auch nur stiller Erinnerung geblieben sind, bie aufrichtigsten Glückwünsche auszusprechen. Die Verdienste, die Sie sich als Lehrer und Erzieher erworben haben, sind zwar niemals nach Gebühr öffentlich gepriesen worden, um so getreuer aber haben alle diejenigen, denen Sie den Sinn für die Ereignisse unserer Geschichte geweckt, — die Sie mit so feinem Verständnis und aufrüttelnder Begeisterung in die Welt unsrer Klassiker eingeführt haben, — denen Sie Geist und Gewicht unsrer Mutter-


