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Sturz- sie ihn immer,

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spuren nicht immer ansehen muh. Tnn

Leise, unhörbar fast geht immer ein sein ziehender, rieselnder durch die Kammer. Harte graue Augen starren aus den Kissen M o

Glut Nie hatte er so hinreißend gesungen, die Augen bei seiner Ane der Verfluchung auf die einzig leere Loge des Zuschauerraums gerichtet. Da im Augenblick der höchsten Anspannung, betrat Florence die freie Loge, die von ihren Eltern für die Dauer der Spielzeit gemietet war, und die heute nicht erschienen waren, weil sie sich morgen aus ihren Landsitz in der Campagna begeben wollten. Aber Florence wollte den Geliebten noch einmal hören, ehe sie für mehrere Wochen von Rom abwesend sein würde.

Nichts geschah, die Leute waren um eine Sensation gekommen.

Florence erwartet ihren Geliebten am Bühnenausgang:Heut ging es aber gut!" sagte sie;ich bin glücklich. Nun kann ich beruhigt reisen.

Maselli begleitete sie bis zum elterlichen Haus und sie verabschiedeten

sich zärtlich voneinander. v r v _

Nach wenigen Tagen erfuhr der Sanger, daß Florence in der Cam­pagna, nach einem Ritt, auf dem sie sich eine Erkältung zugezogen hatte, an einer Lungenentzündung rasch gestorben war.

Der Tod der Geliebten trieb Maselli saft zur Verzweislung. Des Bühnenlebens überdrüssig, wollte er für immer dem Theater entsagen. Aber Signore Gabriele, sein Freund und Mäzen, brachte ihn von diesen trüben Gedanken ab, riet ihm vielmehr, einen längeren Urlaub zu nehmen, damit er über Trauer und Schmerz leichter hinwegkomme. Er lud ihn zu einer Seereise nach Indien ein, wohin ihn soeben Geschäfte riesen.

Die Direktion bewilligte den Urlaub, und Sänger und Mäzen begaben sich an Bord. Nie mehr 'hörte man von ihnen. Es hieß, das Schisf sei : einem der gefährlichen Wirbelstürme der Südsee untergegangen ...

Am frühen Nachmittag ist Klaus Braachmann noch auf acker gegangen mit den Knechten. Franziska denkt daran, gehen sah: er trug die Schultern so ganz leicht nach vorn jein Kopf auf einem mageren Hals sackte bei jedem Schritt ein wenig nach, während die Hände lässig am Pflugsterz lagen. Der lange Rest des Leitseiles hing darum; dann sah es aus, als seien die Hände an das schmale Grissholz gebunden. So zog er am frühen Nachmittag Und die Laufräder der Pflüge knarrten aus der Ferne des Ackers durch lange Stunden in den Hof, wo Franziska arbeitete. Einmal wurde das Knarren der schlecht geschmierten Räder unheimlich still, es wurde dann wieder lauter, erschreckend laut. Und auf den Hof zu kam das lärmende Schreien der Räder, lieber zwei Pflüge hatten sie eine breite Egge gelegt, dort lag der Bauer Klaus Braachmann, und er war sehr krank.

Franziska sah den hageren Körper an, eii^Schrei des Schreckens btiev halb in ihrer Kehle stecken.Greift doch zu!" wetterte sie auf die Kne-M los, alle halfen sie zusammen, den sterbenden Bauern in sein« eheliche Kammer zu tragen.Schaut heute i h r nach dem Hof!" sagte die »kau, da war sie schon wieder ganz still und gleichmütig.Schaut heute iyr nach dem Hos!" .

Jetzt sitzt die Frau auf einem Küchenhocker knapp vor hem Bett uno sieht zu, wie der Tod langsam über alles zu wischen beginnt, was vor wenigen Stunden noch war.Das h«t weh getan", stöhnt der Bauer. L ist rücklings gegen das Vorfchneidmeffer eines aufgekippten Pfluges gefal­len, als der Schlag ihn rührte. Daher kommt das Blut, bas ein paar unbestimmte Spuren zeichnet auf dem Leinen des Ehebettes. Mit de Wort hat er auch den Schmerz abgetan. Er zeigt, daß er nicht mey sprechen will darüber, wenn auch das Gesicht in der Wiederholung o bohrenden Schmerzes manchmal sich krampfhaft verzieht. Der schlimmer Schmerz liegt im Kopf. Dort kreiselt es unruhig hin und zurück bie Zeit, seitdem Klaus die Sinne schwinden sühlte und auf das Aorschn«>°' Messer stürzte. Franziska zieht die Decke weiter hoch, damit sie die Diu -

Schnitter Tod.

A l t« Bolksweise.

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod, Hat Gewalt vom großen Gott;

Heut wetzt er das Messer, Es schneidt schon viel besser, Bald wird er dreinschneiden, Wir müssen's nur leiden. Hüte dich, schöns Blümelein!

Was heut noch grün und frisch dasteht, Wird morgen schon hinweggemäht: Die edel Narzisse!, Die englische Schlüssel, Die schön Hyazinthen, Die türkischen Binden Hüte dich, schöns Blümelein!

Er macht so gar kein Unterschied, Geht alles in einem Schnitt, Der stolze Rittersporn Und Blumen im Korn, Da liegen's beisammen, Man weiß kaum die Namen: Hüte dich, schöns Blümelein!

Trutz! Tod, komm her, ich fürcht dich nit. Trutz! Komm her und tu ein Schnitt.

Wenn er mich verletzet, So werd ich versetzet. Ich will es erwarten, In den himmlischen Garten, Freu dich, du schöns Blümelein!

Keiner roter Sand.

Eine Geschichte von Josef Martin Dauer.

starb er.

Das Gerücht von dem bösen Blick des Sängers war aus Palermo noch Rom gedrungen, und angesichts dieser Begebenheiten fand «s auch in der Hauptstadt Anklang. Die Gesellschaft mied den Künstler, auch die überlegteren Verehrer kamen nicht gern mit ihm zusammen. In seiner Verbitterung stand ihm nur sein Förderer, Signore Gabriele, freund­schaftlich nahe und ein junges, schönes Mädchen aus reichem Haus, Flo­rence, die den Sänger liebte. Sie galt als feine Braut. Ihre Eltern wirkten zwar auf sie ein, sich von dem unheilvollen Künstler zurück­zuziehen, doch blieb sie den Vorstellungen gegenüber taub und hielt ihrem Geliebten die Treue. Einige Zeit verging, nach Monaten nahm die Direltion des Opernhauses Halevys Werk zum drittenmal in den Spiel- plan auf und ließ Maselli, der auf seinem Vertrag bestand, auftreten.

Ganz Rom war begierig auf die Vorstellung. Ob die Arie auch heute ein Opfer forderte? Das Haus war ausverkauft, vor den Türen drängte sich eine dichte Menge, die zur Ausführung keine Plätze mehr hatte erobern können. Die Vorstellung begann. Die Musik rauschte und glühte, fieberisch rollten die Tonwogen über das erwartungsvoll lauschende Pu­blikum. Maselli hatte einen ganz großen Abend, er sang leidenschaftlich schön; seiner Düsterkeit und seinem sinsteren Element konnte sich keiner entziehen. Er war wohl selber aufgeregt und durch und durch Klang und

und sollte er von deiner Kehl« etwas Gescheites halten, will ich Geld an dich hängen, um dich ausbilden zu lassen."

Enrico wußte nicht, was er sagen sollte, doch stand er auf und folgte dem Mann. Sie gingen miteinander in eine dunkle Gasse, wo in einem alten Haus der Maestro wohnte, der die späten Besucher mit dem Ruf empfing:So spät noch, Signor« Gabriele?" . ;

Verzeiht, Maestro, mir scheint aber, ich hatte am Hasen einen Gold­fisch gefangen. Der Bursche hat Metall in der Kehle. Laßt ihn nur einmal den Mund austun." .

Der Gesangsmeister hieß den Jungen ein Volkslied singen und als er das Lied bei wachsendem Erstaunen über di« Kraft und Tragfähigkeit des Organs' zu Ende gehört hatte, trat er mit dem Gönner auf die Seite und meinte zu ihm:Sie haben nicht zu viel gejagt. Ich bewundere ihren Griff. Meinen Glückwunsch! Lassen Sie den Burschen ausbilden, eines Tages wird er die Opernhäuser rasen machen

Ihr wollt die Ausbildung übernehmen, Maestro?

Der Künstler nickte und nannte eine Summe. Sie wurden einig und Signore Gabriele wandte sich an den Jungen:Maestro Castelli hält Gutes von deiner Stimme, er will dir Gesangsstunden geben, wenn du einwilligst. Für die Kosten komme ich aus. Du kannst hier wohnen und sollst es gut haben. Sei klug, eine glänzende Zukunft winkt dir. Ent­scheide dich aber sofort, ich muß morgen verreisen."

Gut" antwortete der Junge und in seinen düsteren Augen leuchtete es auf.Wenn ich zu essen habe und Kleidung erhalte, bin ich bereit, wiewohl ich nicht verstehe, was ihr mit mir vorhabt."

Die beiden lachten: er solle das nur ihre Sorge fein lassen, am besten bleibe er gleich hier bei Maestro Castelli.

So begann die Ausbildung Mafellis.

Er weilte mehrere Jahre in dem Haus seines Meisters, lernte ange­strengt und entzündete feinen Fleiß an den Erfolgen der Sanger im Tl^ater zu Palermo. Sein Mäzen, der oft in fremden Ländern reiste, brachte ihm von dort häufig schöne Geschenke mit, um feinen Eifer zu schüren. Enrico war mit feinem Los zufrieden, ja sogar glücklich, änderte aber fein düsteres Wesen nicht. Er blieb nach wie vor finster und in sich verichlossen, die Schatten seiner Jugend wichen nicht aus feinem Geist. Man sand sich jedoch mit seiner Eigenart ab und wartete nur voll Span­nung auf fein erstes ösfentliches Auftreten.

Es geschah im Theater zu Palermo. Ein einheimischer Komponist hatte für Maselli eine Oper geschrieben,Der Seehabicht", und Maselli erschien in der Rolle eines Korsaren. Es war ein wunderbares theatralisches Stuck voll Freibeuterei auf dem Meere, Kämpfen und brennenden Schiffen, in deren Flammen der Korsar wie ein Sagenheld aller Schiffer und See­leute focht und feine Arien über krachende Beile und Schwerter, über wütende Streiter und blutende Leichen glorreich hinschwang. Das Publi­kum darunter (eine früheren Herren und Plagegeister, die von feinem Auftreten gehört hatten, kannte sich nicht aus vor Entzücken, der Beifall wollte kein Ende nehmen, man trug Maselli auf den Schultern aus dem Theater, und Signore Gabriele gab an diesem Abend in einem der vor­nehmsten Gasthäuser der Stadt ein großes Fest mit Musik. Doch endete di« Feier nicht so fröhlich wie sie begonnen hatte. Gedrängt von den Gästen, muhten Maselli, der Korsar, und fein Gegenspieler, der Kapitän des geenterten Schiffes, ihre Arien an der Tafel wiederholen; der Ein­druck entfeffelte neuerdings einen Ungeheuern Beifall. Aber im gleichen Augenblick fank der andere Sänger zu Boden, ein Herzschlag hatte feinem Leben em jähes Ende gemacht. , ,

Unter dem abergläubischen Volk verbreitete sich alsbald das Gerücht, Maselli habe den bösen Blick. Seine Rivalen und Neider, deren es genug gab, bemühten sich eifrig, für das Gerücht glaubhafte Ohren zu finden.

Maselli wollte deshalb nicht länger in Palermo auftreten, fein Lehrer und Mäzen brachten ihn daher nach Rom an die Oper.

Dort wuchs fein Ruhm. Aber eines Abends wurde Halevys Oper König Karl VI.J aufgeführt, deren Glanzftück die sogenannteArie der Verfluchung" war. Mafelli richtete feine Augen, gemäß der Negie- aiiweifung, gen Himmel, die ewigen Mächte anrufend. Gebannt lauschte das Haus auf die berühmte Arie ... da stürzte plötzlich, mitten in die Begeisterungsrufe der Zuhörer, ein Arbeiter aus dem Schnürboden, wohin der Sänger geblickt hatte, auf die Bühne, und wurde tot hinaus­getragen. Der schreckliche Vorfall bewirkte, daß das Werk für längere Zeit vom Spielplan verschwand. Endlich nahm man es wieder vor: Maselli, dem die raurige Begebenheit noch nachhing, überging diesmal ängstlich die Regieanweisung, blickte nicht nach oben, sondern verwandte bei der Flucharie kein Auge vom Dirigenten. Es ging alles gut aber kaum hatte der Dirigent nach Schluß der Vorstellung feinen Taktstock auf fein Pult gelegt, als er auch schon ein heftiges Schwindelgefuhl verspürte und schleunigst seine Wohnung aufsuchen muhte. Nach zwei Tagen