(Schluß.)
(Nachdruck verboten.)
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Se5 Zeus, der „Bergmutter" und anderer Gottheiten auf dem Panajir Dogh, an den nördlichen Hängen dieses landschaftlich wundervollen, die weite' Ebene des Kaystris beherrschenden Vorgebirges.
Besonders reichhaltig waren die Ergebnisse für die späthellenistische zpoche und die frühe Kaiserzeit. Die Grabungen in der Nähe des Magne- ischen Tores führten zur Entdeckung eines der Wasferversorgung der Stadt dienenden, prunkvoll ausgestatteten Nymphäums. Besonders über«
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Lorenz Scheibenhart.
Erzählung von Wilhelm Raabe.
Mit Genehmigung der G. Grote'schen Verlagsbuchhandlung in Berlin*.
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zeführt, die von den Fachleuten der Geschichte des Christentums, ms- t>e|onbere des christlichen Kirchenbaues, mit der allergrößten Spannung rwartet worden war: die Freilegung der weltberühmten, von Kaiser Zustinianus um das Jahr 540 erbauten Basilika des heiligen Johannes des Theologen auf dem Burghügel von Ajafoluk. Das in gewaltigem Üusmaß als dreischiffige Kreuzkuppelkirche mit sechs Hauptkuppeln trbaute Gotteshaus ist nach Ueberwindung großer technischer Schwieng- leiten aus seiner fünf bis sechs Meter tiefen Verschüttung jetzt fast völlig reigelegt. Wo vorher aus dem Schutthügel nur mächtig« Ziegelbrocken b er eingestürzten Kuppeln herausragten, liegt jetzt hoch über der Ebene >as von Ost nach West in einer Länge von etwa 100 Metern sich rusdehnende altchristliche Heiligtum, vor dem Beschauer, die aus tiaffigen Ouadern errichteten Pfeiler, die weißen Marmorsäulen zweier Keschosse mit ihren Kapitellen und ihren Gesimsen sind neben beträchtlichen Teilen der Ziegelarchitektur fast sämtlich erhalten, meist in trefflichem Zustand. Besonders eindrucksvoll sind (ähnlich wie in der Hagia Sophia in Konstantinopel) die mit den Monogrammen des Kaisers Justi- eianus und seiner Gemahlin Theodora geschmückten, ehemals vergoldeten Kapitelle des Langhauses. Neben der bereits früher ausgegrabenen Ma- ■ - - Stätte des berühmten Konzils vom Jahre 431, ist die von Ephesus nunmehr als eines der wuchtigsten und Denkmäler der alten Kirche erschlossen.
Den Spaniern aber haben wir's heimgezahlt vor Bergen op Zo •
Sa haben wir Reiter den Tag gewonnen und die Welschen nie -
Witten, daß sie bei Hausen das Feld deckten, da verlor der Hawer- l'ädter den Arm und ich schoß meinen besten Jugendfreund vom Roß, loh ich noch heut mit Jammer daran denken muß. Wahrlich, das lie leidige Not: Ihr möget gegen den Feind anreiten, wo 'hrwE n der Welt, ihr treffet immer gegenüber einen der euch euren Cd)mert_ Wag oder Pistolenschuß mit einem deutschen Fluch jurude gibt Mag es Mn in Welschland, in Polackien oder im amerikanischen Rj-ch, deutsche iraufte trommeln überall aufeinander, so weit die Sonne leuch s »eit die Nacht dunkel ist. Gott bessere es! Ach, armer Curd Speit!), wer Sitte das gedacht, als wir zusammen den Ball schlugen, als wir in d ^eftungsgräben 3u Wolfenbüttel umher kletterten, als wir nach den Sohlenneftern in die Tortürme stiegen? - - 6„tn»n»n- bei
Bei Stadtloo war die Fortun übermalen dem Herzog entgegen bei Aadtloo hab' ich auch den Levan wieder gesehen, kunn ihn^ader mcht lassen, das Getümmel riß uns auseinander, und als ich suchend^chm nach ’ tt, traf mich eine Kugel; diesmal im Ernst! Dem Lev,n Sander war mn anderes Los aufbewahret, von meiner Hand foUt ,
- ^el Greuel und Sünden sollt' er noch mit in bie ®r“bher("ctümmer.
Zu Osnabrück lag ich lange auf den Tod; dann^ kehrte ich lummer^ »h genesen heim durch das blutige, verbrannte Land und zog em, em I Imgellahmer Rade, in das Tor von Wolfenbuttel. Niederae-
, Wie fand ich da alles anders, als ich es verlass n halt ! Ni^derg^ -annt war das Häuslein vor dem Neuentor, °erwuM das Gart e i too war die Susann' geblieben? Niemand wußte Antwort dar f z
* Diese Erzählung ist dem bei Grote erschienenen Novellen^Lande "Halb M ä r, h a l b m e h r" entnommen: kart. 1,20 Mk., geo. ,
raschend aber war die Erforschung einer riesigen Ruine nördlich des Stadions. In zweijähriger Arbeit ist hier die gewaltige, zum Teil sehr jut erhaltene Anlage eines großen mit Thermen verbundenen Gymna- Sums erschlossen worden. Durch eine Bauinschrift wurde sie als Stiftung les ephesischen Bürgers Publius Vedius Antoninus aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christus erkannt. Zahlreiche Architekturstücke »on bester Erhaltung erwiesen sich als Reste eines großen Säulenhofes. Bon diesem aus gelangte man in einen mit kostbaren Kunstwerken reich xusgeftatteten Festraum, in dem noch heute ein Altar mit Kultnische und einer Basis für ein Standbild sichtbar ist. Höchstwahrscheinlich biente biefe eigenartige Anlage dem Caesarenkult der Provinz Asia. Zwei weitere ähnliche ebenfalls riesige Anlagen werden in der Nähe des Theaters und im Magnesifchen Tor freigelegt.
Aber auch die direkten Ergebnisse für die altchristliche Geschichte sind ungewöhnlich bedeutsam. Ephesus war schon früher eine Stadt der Kirchen xnb der pietätvoll gepflegten Begräbnisstätten. Wer heute die Geschichte 365 christlichen Kirchenbaues studiert, dem ist durch die Ergebnisse der ilteren österreichischen Grabungen und unserer neuen Kampagnen ein |x) reichhaltiges Studienmaterial zugänglich gemacht, wie man es kaum in einem anderen Orte Kleinasiens sindet. Auch die christliche Gräber- xnb Katakombenforschung hat jetzt ein umfassendes neues Studienmaterial erhalten. In zwei Kampagnen gelang es, die großen Gräberanlagen bei her durch anderthalb Jahrtausende bei Christen und Mohamm->banern in hohem Ansehen stehenden Grotte und Katakombe der Siebenschläfer in Kn wilden Schluchten der Ostseite des Panajir Dagh aufzudecken. Im einzelnen sind hier jetzt etwa 300 einzelne altchristliche Gräber erforscht, liie kotz einer in unbekannter Zeit erfolgten Verwüstung reiche Funde in Lampen (über 2000 Stück) und Inschriften ergaben. Als Ganzes gehört iüefe neu erschlossene Gräberschlucht von Ephesus zu den eindrucksvollsten Schöpfungen der altchristlichen Frömmigkeit.
Eoenfalls in einer mehrjährigen Arbeit wurde eine Grabung durch- jefüljrt, die von den Fachleuten der Geschichte des Christentums, ins- !>e|onbere bes christlichen Kirchenbaues, mit ber allergrößten Spannung
geben. Herr Franz Mgermann, ber Landes-Fiskal, schlief lange fn seinem kühlen Grab auf dem neuen Kirchhof. In den Straßen ging die Trommel der dänischen Besatzung und auf dem Schloß lag wund und krank, an Leid und Seel' gebrochen, unser einst so freudiger Führer und General, Herr Christian von Halberstadt. Auf dem bösen Krankenlager an der Pest, und nicht in der wilden Reiterschlacht, wie er. es sich wohl gedacht hatte, ist er da auch gestorben in seinem siebenundzwanzigsten Lebensjahr. — — ■
Feuer im Westen, Feuer im Osten, Feuer im Süd und im Nord! Deutscher Nation Pracht und Macht, wie ist es über dich hergegangen! Wie wurden die Menschen durch die Rolle gezogen und gepanzerfeget! Wie braufeten die Völker durcheinander, als sei die Zeit des Hunnenkönigs Etzel wiedergekommen, wo auch das Hofgesind' des dösen Feindes losgelassen war über die Welt, sie zu zerstören und zu verwüsten für ihre Sünden und Laster, bis der liebe Gott „Halt!" fagete. Sobald ich es nur vermocht, ergriff ich eine Partisan und trat unter die Verteidiger der Stadt; denn näher und näher zog schon das Ungewitter. Unter den drei Linden über dem Neuentor stand ich auf ber Wacht unb schaute stundenlang über bep Graben nach der Stelle, wo mein Schatz gehauset hatte. Da hält' ich Ursach' gehabt, wieder ein Liedlein zu fingen und ein schier traurigeres, als das bei meinem Abzug; aber bie Lust zum Singen war mir lange vergangen. Wo bas Haus zum „Springenden Roß" gestanden hatte, war itzt eine schwarze Brandstätte. Nicht mehr sahen die luftigen Gesellen im Schatten der Bäume und tranken und fangen, nicht mehr blüheten die Rosen am Gitter. Die Bäume waren niedergehauen und bie kurzen Stumpfer guckten gar trübselig aus bem zerstörten Boben, bie Rosenbüsche waren ausgerissen ober niedergetreten — es war eine Wüstenei im kleinen, wie bie Welt eine Wüstenei im großen war. —
Immer näher wälzten sich die Wetter, die ber Stadt droheten. Am 29. November 1627 half ich, den „eisernen wilden Mann" auf bie La fett legen, und im Dezember zog ber Schrammhans zur Belagerung heran. Dem großen Haufen voraus streifte sengend unb brennenb bas blut« bürftige, heibnische Kroaten-Gesinbel, unb wehklagend strömte das Volk vom Lande in Scharen zu den Mauern und schleppte mit sich, was es halt' erretten können.
Da hab' ich auch die Susann' wieder zu Gesicht bekommen! . . .
Jammer, was war aus ihr geworden! Ein bleich verstört, hohlwangig Jammerbild zog sie unter den Flüchtigen einher — ich hatte grab die Wacht am Neuentor. — An der wüsten Brandstätte von ihres Vaters Haus wollt' sie stehen bleiben — sie weinte bitterlich — aber von den Drängenden ward sie weitergeschoben. Ohne mich zu erkennen, schritt sie mit einem Kindlein auf dem Arme an mir vorüber. Ich hält' blutige Tränen meinen können, unb ben höhnenden dänischen Soldaten schrie ich wild genug zu, daß sie murrend schwiegen. Schon knatterte von der andern Seite der Festung das Musketenfeuer der nahenden Feinde und der in die Walle zurückweichenden Streisabteilungen herüber. Man tunnt’ im Schneegestöber keine zehn Schritt weit sehen. — Da ging die Zugbrücke auf — ein Weh- unb Notschrei bes braußen gebliebenen Volkes ließ sich hören — wir hatten genug, übergenug in ben Mauern! — Vom Philippsberg bornierte schon bas schwere Geschütz, runb um die Stadt durch den Schneesturm wirbelten dumpf die Trommeln der Kaiserlichen.
Die Benennung hatte im Ernst begonnen! ... Der Pappenheim wußte wohl mit dem eisernen Besen zu stäupen! Es war mit ihm nicht zu spaßen; viel Zeit zum Atemholen gunnte er nicht. Einst halt' ich unter den drei Linden auf der Bastion mit meinem falschen Feinslieb flüstern und kosen können, und der wilde Mann Halle nur zugehörl; jetzt aber sprach er selbst ein Wörllein mit — die Zeilen hallen sich weidlich geändert! Was für Gebankenspiele aber wurden wach in meiner Brust, während ich die Lunte aufschlug oder einen gefallenen Kameraden mit hinunter vom Walle tragen half. Stets schwebte das bleiche Frauenbild mir vor den Augen. Wie im Traum tat ich alles, was mir auf meinem Posten oblag, und wie ein Rasender stürzte ich im ersten freien Augenblick in die Stadl hinab, das Schattenbild meines einstigen Herzliebs aufzusuchen.
Auf den Stufen der Kirchlür Beatae Mariae Virginia fand ich sie. Da saß sie zusammengekauerl im grimmen Winlerwelter, ihr zehnjährig Kindlein im Arm, die Lippen zusammengepreßl, jammervoll hinaus- starrend in die leere Luft. Da stand ich vor ihr: der Sturmwind Halle mir das Haar zerzaust, das Gesicht war vom Pulverrauch geschwärzt, ich war auch nicht mehr der Schreidersknab von Anno Zwölf. Sie hielt mir mit einem bittenden Blick die Hand hin — wie preßte sich meine Kehle zusammen! Um sie her lag viel anderes armes Volk und bie Kirche selbst war voll von Kranken unb von ©terbenben. Don Zeil zu Zeit schlug eine Kugel krachend in ein Hausdach oder rollte splitternd über das Pflaster dahin.
„Susanna!" brachte ich endlich mühsam hervor.
Sie schaute mich wirr und wild an.
„Kennst du mich nicht mehr, Susanna?"
Sie stieß einen lauten Schrei aus; ihr Mägdlein drückte sich fester an sie an und fing bitterlich an zu meinen, auch mir rollten die dicken Tränen über die Backen.
„Hier kannst du nicht bleiben, Susanna! sagte ich. „Ich will sehen, daß ich dir einen Schutzort auffinde."
„Mein Vater ist tot; er hat mich verflucht: wenn das Wafler pikenhoch' über meinen Leib weggegangen ist, die Schmach zu waschen, soll mir vergeben sein; meine Mutter ist tot, wenn mein Kind nicht wär', wär' ich auch längst gestorben unb hätt' bie Schänd' gesühnt; laßt uns hier, Herr! Gehet fort! Gehet fort!"
„Ich will dich aber nicht verlassen, Susanna! Fasse Mut, — denk nicht an das Vergangene! Gottes Zornrute schlägt zu schwer die Völker, als daß man Zeit hätte, an sein eigen klein Weh zu denken, — Jomm du, mein Kind — dein Mütterlein gehet mit — wie heißest du?
„Herzeleid ist sie genannt!" Jagte Susanna. „Ist nicht getauft — ist auch ein Tropf in den (Eimer!"


