Ausgabe 
16.11.1931
 
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waren dieselben wie die, um die heute unsere Gedanken gehen: nämlich die Vorsorge für das unmittelbar Nötige und, wenn möglich, ein wenig darüber hinaus. Die Zeit vergoldete ihre Kriege mit gütigem Zauber; und doch unternahmen sie sie zu dem Zwecke, sich eine Sicherheit gegen den Hunger und den Ueberfall durch Feinde zu schassen und dann auch, um jenen noch in den Anfängen steckenden Geschmack zu betätigen, dem wir die in Mykenea gefundenen goldenen Schalen und Schwertgriffe verdanken. Eines ist klar: Alle die festen Burgen dieses Balkes standen an Punkten, an denen die damaligen Handelsstraßen vorüber mußten.

Inmitten aller dieser Fabeln und Sagen steht das eine fest: Die kretischen Städte gingen zugrunde; mag es nun mehr oder weniger so geschehen sein, wie es in den Berichten über die Belagerung Trojas ge­schildert ist, oder auf andere Art. Dieser Untergang hing augenscheinlich mit den Rassenwanderungen der damaligen Zeit zusammen. Bei den Nachfolgeoölkern war die Zivilisation in ständigem Sinken. Die Kreter kannten das Mittel, Wasser in Hebeleitungen bergaufwärts zu führen. Ihre öffentlichen Gesundheitseinrichtungen waren besser als die im heu­tigen Athen. Sie verwendeten weißen Nephrit, der aus China kam, und Lapislazuli aus Mittelasien. Dieser ganze Fortschritt, der jede vorange­gangene Zivilisation beträchtlich übertraf, verschwand und zwar so vollständig, daß er erst seit dem Jahre 1900 in nennenswertem Umfange durch Ausgrabungen ermittelt wurde. Was ihm folgte, weiß niemand; aber die Nachfolger waren roh, wild, gefährlich. Im Inland, in den weiten Flußebenen Asiens und des Nils waren die großen zentralisierten Theo­kratien oder Tyrannenreiche. Auch sie liefern uns Stoss zu unserem Thema: durch die ersten Versuche, auf gebrannten ZiegelsteinenBuch" ' zu führen, durch die Ausstellung eines Zahlensystems und endlich durch die Begründung des Verfahrens, kleine Stücke wertvollen Metalls mit dem Zeichen einer Zentralgewalt zu stempeln ein Brauch, aus dem das Münzenschlagen erwuchs. Nützlicher für uns ist jedoch das ganze Ge­webe aus Sagen, die an Deutlichkeit zwischen allgemeinem volkskund­lichem Aufschluß und der Nennung erkennbarer geographischer Namen wechseln. Dies Gefüge aus Sage und Erinnerung, vielleicht nach tausend Jahren erst gesammelt und niedergeschrieben, kommt zu uns in der Ge­stalt der Sage von den Argonauten, die unter Führung eines Thessa­liers namens Jason ausfuhren, um das Goldene Vlies zu erbeuten. Uns fesselt daran besonders die Tatsache der Trennung vom östlichen Mittelalter. Die Herrschaft über die See, soweit es dergleichen damals gab, ging in den Besitz von mancherlei Völkern über; das für uns be­deutsamste darunter sind die Phöniker. Aber Jason, sein SchiffArgo" und seine und seiner Gefährten Abenteuer waren ebensowenig phönikisch, wie sie kretisch waren. Die Argonauten zogen nicht westwärts durch das Mittelmeer, um Karthago zu entdecken, Cadiz zu erbauen und vielleicht in Cornwall Handel zu treiben. Sie zogen nordostwärts durch das, was mir das Schwarze Meer nennen, nach Kolchis an der Mündung des Phasis. Der Grund aber, weshalb sie überhaupt auszogen, ist von aller­höchster Bedeutung für uns. Lassen wir einmal die Gründe beiseite. Sie ersonnen wurden, um mit der Mythologie in Einklang zu kommen, ober die von den Verfassern der uns überlieferten Aufzeichnungen nach persönlichen Annahmen und Neigungen niedergeschrieben wur­den, so finden wir in allen diesen verschiedenen Geschichten das stets wiederkehrende Eigenschaftswortgolden". Erst neuerdings ist man zu dem Schluffe gelangt, daß man das Wort keineswegs im rnythologi- chcn Sinne zu verstehen hat. Das Gold kam ja auf diesem Wege. Das Vlies" bietet mehr Schwierigkeit. Man Hai es auf alle möglichen Urten erklärt; es sollte die goldene Regenwolke bedeuten, deren die Uiechische Landschaft so sehr bedarf (noch heute ist Athen monatelang Ijintereinanber regenlos), die Vergebung der Sünden (da man annahm, bie Sünde der Menschen habe die Regenlosigkeit verursacht; noch heute Wird ja um Regen gebetet!), die Mittel, durch die man das Gold, wie ks von den Gebirgsbächen zu Tal geführt wurde, gewann. Eine Deu- iung, die heutzutage dem Reifenden auf der Balkanhalbinsel sozusagen irt die Augen springt, liefern uns die schweren goldfarbenen Felle der Kcbirqsschafe. Wenn sie aber dem Betrachter im 20. Jahrhundert auf- sallen welchen Eindruck mögen sie da erst auf die Menschen vor drei- lausend Jahren gemacht haben!

Eine weitere Erschwerung liegt in den verschiedenartigen Berichten über den Heimkehrweg der Argonauten. Nach mehreren Lesarten sind |ie auf dem Phasis und dem Kyros zum Kaspischen Meer gefahren au !«r Wolga und dem Don zum Baltischen Meer haben dann D.eaeidjt 'tlanb berührt und sind so zur Straße von Gibraltar gelangtz Andere Lesarten lassen sie der Donau folgen, bann bas Abnatische Meer queren, len Po aufwärts unb die Rhone abwärts fahren; wieder andere: fpre- t>en vom Roten Meer. In einigen ist auch von der (notwendigen) Ueber- sührung des Schiffes von einem Flusse zum anderen die Rede. JJ an timmt heute an, daß dies alles ein Verzeichnis der früheren Hanbels- öcg ist, auf denen die Abenteurer vielleicht in Berufung mit jenen «"deren Argonauten gekommen sind: den schon seit unvordenklicher Ze behenden Karawanen, die gewissermaßen ihre Seitenstucke zu Lande sind

Datz in dem aanren Sagenqewebe ein kleiner Kern Wahrheit steckt, »irb durch seine weite Verbreitung und sein spätes Wiederauftauchen «rmiefen. Jahrhunderte später fanden sich argcmauttsche Namen. ani ben ' ästen Spaniens. Römischen Reisenben wurde der angebliche Anker der Argo" in Phasis gezeigt unb in Korinth sogar ber echte (?) Rumps des Miffes. Eines hatten tue Argonauten, gewiß: d-n Unternehmungsgestt ' isr sie zu Vorbildern aller späteren Reisenden macht, er kehrt wiede ||Hit ben großen Entdeckunqsreisenden ber Renaissance die ben Grün | htcn, auf dem später die großen Ueberseegesellschasten Italiens und MSpaniens, Hollands, Frankreichs und Englands erbaut wurden Und | p sie nun Gold oder Bernstein oder ganz einfach nur vermehrtenWohtt || Ibnb heimbrachten - das Gold gelangte zur W'cye^r europäischen H pDilifation im Mittelmeer; es war vielleicht zuerst eine MerkwUlrdig ,

| ^nn ein Schmuckmitlel, wurde schließlich wohl etn TO ttel zur U b toigung von Werten unb legte so einen weiteren Grundstein zur topetu B 11 Hon in unserem Sinne.

Zwei wollen zum Theater.

Roman von Hans-Caspar von Zabeltitz.

Copyright 1930 by Carl Duncker-Verlag, Berlin.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Der andere stutzte:Sie sind noch hier."Jawohl!"

Es war doch mittags, als Sie mir gemeldet wurden."

Ich habe gewartet."

Bis jetzt?"Jawohl!"

Einen Augenblick sah ihn Dannegger erstaunt an, dann fuhr er fort:Ich schrieb Ihrer Frau Großmutter bereits, daß ich keine Stellung für Sie habe."

Ich will keine Stellung."

Was wollen Sie denn?"Arbeit."

Was für Arbeit?"Jede!"

Was haben Sie gelernt?"Motorenschlosser.".

So und was wollen Sie werden?"

Fabrikdirektor."

Wieder sah ihn der Alte scharf an.Jede Arbeit, sagten Sie?" Jawohl. Ich dachte vielleicht im Motorenwerk Saalebrücke bei dem Werkmeister Krüger."

Wann sind Sie in Jena angekommen?"

Mit dem Zweiuhrzug."

Woher wissen Sie bann vom Brückenwerk unb Krüger?"

Ich hörte bie Namen hier vor ber Tür unb sagte mir: Da kommst bu hin."

So, bas sagten Sie sich?"

Jawohl, Herr Kommerzienrat."

Und Sie wußten, baß Sie bahin kommen würben?"

Jawohl."

Es ist gut. Warten Sie.

Dannegger ging in sein Bureau zurück.

Sie haben Glück, junger Mann", sagte Brägels,immer ist er nicht so."

Peter lachte.Man muß nur wollen, Herr Brägels."

Da kam Dannegger wieder. Er gab Peter einen Zettel.Melden Sie sich morgen sieben Uhr bei Werkmeister Krüger." Und ging ben Flur hinab.

In einer kleinen Kneipe Peter ein Paar Würstchen mit Salat. Satt würbe er nicht, aber es mußte reichen. Dann schrieb er eine Karte an (Bertie Rose:Ich habe Arbeit." Sonst nichts. Er ließ sich zwei Pfennige herausgeben, als er bie Achtpfennigmarke an ber Theke er- ftanb. Zwei Pfennige, man konnte nie wissen, wofür man sie noch brauchte. *

Einmal mußte es ja ans Licht kommen. Nur daß es auf biefe häß­liche Weise ans Licht kam, bas ärgerte (Bertie später.

Sie hatte Peters Karte erhalten und hatte sich gefreut. Morgens mit bem Frühstück brachte bas Hausmädchen sie ihr ans Bett. Da las sie bie Worte:Ich habe Arbeit." Sie legte sich noch einmal in bie Kiffen unb badjte:Der gute Peter!" Ein gut Teil Stolz war in ihr, bas Gefühl:Das habe ich erreicht." Ja, es tat wohl jebem gut, ein­mal grünblich bie Wahrheit gesagt zu erhalten. Was ber Peter jetzt wohl machte?Arbeit", bas klang nach Maschinen, nach Kohlen, nach Del, aber auch nach Frühaufstehen, Kantinenessen unb Schlafstelle. Unb jetzt war es zehn Uhr, unb sie lag noch in ihrem weichen, molligen Bett, hatte eigentlich nichts zu tun, unb neben ihr stauben Kaffee, Sahne, frische Brätchen, Butter, Marmelabe, ein weichgekochtes Et, Aufschnitt. Alles zum Aussuchen. Alles, um recht behaglich verspeist zu werben, in größter Ruhe, mit größtem Genuß. Unb ber Peter hatte wahrscheinlich im Morgengrauen irgenbeine braune Zichorienlorke heruntergegossen und bazu trockenes Brot gegessen. Wie so viele. Die Welt war ungerecht. Unb ihre Faulheit war ungeredjtfertigt.

(Bertie war auf bem besten Wege, mit sich selbst Sozialpolitik zu treiben unb für sich selbst Pläne zu fassen, bie ihr Leden von Grunb auf änberten. Sie war aber auch gleich bereit, mit ben ersten ganz revolutionären Gebanken roieber zu brechen, nein, Arbeiterin, bas ging doch nicht. Sie machte Konzessionen an die eigene Auffassung der Dinge, jene erste, auswallende, extreme Auffassung; sie sagte sich, daß Bett und Kaffee doch sehr gute Dinge wären, sagte sich ganz ehrlich. Erwog die Lösung:Theater", und spielte ganz ernsthaft mit ihr. Da trat Frau Rose zu ihr ins Zimmer.

Frau Rose war in einem hellblauen seidenen, abgesteppten Morgen­rock den sie vor der Magengegend mit ihrer etwas fleischigen Rechten zuhi'elt. Sie war noch unfrisiert und hatte über den Bubenkopf, ber ihr immer noch Schwierigkeiten bereitete, ein Häubchen aus Brüsseler Spitzen gestülpt, hatte bies anscheinend sehr flüchtig getan, denn an den Schlä­fen, im Genick und aus der Stirn strebten die Haare überall ins Freie. Frau Rose hatte hochbehackte Bettpantöfselchen an, bie gleichfalls hellblau unb gesteppt waren, aber ihr bas Gehen unb bas Stehen sichtbar nicht erleichterten. Sie machte so keinen ernst zu nehmenden Eindruck, unb (Bertie wollte gerade lachend sagen:Aber Mutting!" Da sah sie in ber Mutter Gesicht: auf ber Stirn standen Falten und die Augen waren feucht.

Frau Rose trat an ©erlies Bett unb hielt ihr einen Brief hm, einen etwas getonten, länglichen Briefbogen, ber mit einer Dorroärtsgeneigten, krausen, eckigen Schrift bebeckt war.

Bitte, lies bas. Was hast bu barauf zu antworten?" Ganz frernb war Mutters Stimme.

Unb Bertie las:

Sehr verehrte gnäbige Frau!

Ich bin keine anonyme Briefschreiberin, ich kann ruhig meinen Namen unter bies Schreiben setzen unb tue es. Ich fühle es als meine