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wie die Frau mit dein Renntier auf einer nur zur Ha sie erhaltenen Knochenplatte. Die meisten aber sind unbeholsen oder fluchtig ausgefuhrt. Ein größeres Interesse bieten lediglich mehrere Kopse, die mcht nur die «üge des Gesichtes überhaupt zur Darstellung bringen nn Gegensatz zu den älteren plastischen Arbeiten, sondern Mehrfach einzelne Teile grotesk übertreiben und damit wie bewußte Karikaturen wirken. Gelegentlich machen diese Künstler auch den Versuch, sich von der stereotypen Prostl- onsicht zu lösen die überall am Ansang der Entwicklung steht, weil sie am meisten vom Objekt zeigt, und wagen, der Mensch und Tier die reine Vorderansicht. Die befriedigende Lösung dieses künstlerischen Problems ist zwar hier noch nicht gelungen, aber daß sie überhaupt versucht wurde, ist für die Beurteilung der Kunst des ausgehenden Diluviums doch
Die^ Kunst der Eiszeit ist — wie jede Kunst — eine Funktion der Kultur, nach Inhalt und Stilsprache bestimmt durch d,e räumliche und
fiver auf tritt als auf einem ihm nahe benachbarten anderen. Daß Feuchtigkeit und Wind bei Külte oder Wärme, an der Küste oder im Binnenland ganz verschieden auf das menschliche Wohlbefinden wirken, daß die verschidensten klimatischen Faktoren bei bedecktem Himmel ober klarem Sonnenschein sich ganz anders auswirken, sind feststehende, aber z T schwer erklärliche Ersahrungen. Die Lehre von der Beziehung der allgemeinen Wetterlage zum Gesundheitszustand steckt noch in den Kinderschuhen und beginnt erst ganz langsam diesen zu entwachsen. Die Hest- stcllunq, daß weniger eine besondere Witterungs a r t als deren Aende- rung beim Herannahen von Zyklonenfronten oder Unstetigkeltsfchichten für die Häufung bestimmter Erkrankungen verantwortlich zu machen ist, ist ein vielversprechender Anfang in der systematischen Zusammenarbeit von Metereoloqen und Medizinern. Während es aber Aufgabe der Wetterkunde ist sich hauptsächlich mit den großen, richtungsbestimmenden Faktoren der Lust wie Temperatur, Feuchtigkeit, Druck und Bewegung, zu befassen, hat die Hygiene auch ihr Augenmerk auf deren zufällige oder regelmäßige geringfügigste Beimengungen zu richten. Minimalste Spuren genügen bei den großen Lustmengen, die die Lungen und damit den Organismus passieren sich auf die Dauer der Zeit im Körper so anzureichern, daß sie die wirksame — und das bedeutet in den meisten Fallen schädliche — Konzentration erreichen. Man kann ganz allgemein von der Giftaufnahme mit der Luft sagen, daß es sich dabei um einen Wettlauf zwischen der Menge und Stärke des Schädlings in der Luft mit den entgiftenden Kräften des Organismus handelt. Ist der Giftgehalt fo gering, daß der Körper die mit jedem Atemzug aufgenommene Menge im glichen Tempo entgiften oder ausscheiden kann, bevor ihm also der nächste Atemzug neuen Nachschub zuführt, so kann er der Gefahr trotzen. Bleibt aber »edes- mal auch nur ein Spürchen des fortlaufend aufgenommenen Giftes un^r- stört zurück, so ist damit die Vergiftung unausbleiblich, sofern der Betroffene nicht vor Erreichung der fchädlichen Konzentration seinen Lungen statt der gifthaltigen reine Lust zuführen kann.
Jede Luft also, die irgend etwas enthält, was nicht hinein gehört, kann ohne Uebertreidung als schädlich bezeichnet werden, wenn sie den Menschen dauernd, oder auch selbst nur etwa die Arbeitsstunden hindurch, umgibt. Im Gegensatz zu der Sicherheit, mit der jeder Fremdstoff m der Luft als schädlich angesehen werden kann, ist die Frage noch offen, rote weit das Fehlen bestimmter, häufig oder regelmäßig in «puren vorhandener Lustbeimischungen das menschliche Wohlergehen beeinträchtigen kann. Besondere Beachtung hat hier die Emanation radioaktiver Substanzen und überhaupt die elektrische Ladung der Lust gesunden. Die günstige Wirkung bestimmter Kurorte wird der Radioaktivität des Bodens, Wassers und der Lust zugeschriebem Durch willkürliche Beeinflussung der
I Ladungsverhältnisse will man sogar jedweder Luft bestimmten Einfluß auf den gesunden oder kranken Körper verleihen.
Von den häufigen chemischen Begleitern der Lust sind die Salze und falzbildenden Stosse, unter diesen besonders das Jod, dessen überragende
I biologische Bedeutung dauernd erhöhte Wertung findet, von besonderem Interesse. Zahllos sind die Untersuchungen über den Jodgehalt des Bodens, des Wassers, der Tiere und Pflanzen. Theoretisch und praktisch gleich bedeutungsvoll ist die Sicherstellung des Zusammenhanges der Krops-
I bildung und verwandter Erkrankungen von Mensch und Tier (häufige I Ursache schwerer gesundheitlicher und wirtschaftlicher Schaden) mit einer I Iodarmut der Umwelt und deren erfolgreiche Betämpsung durch regelmäßige Zufuhr kleinster — nur solche sind notwendig und zulässig — Joddosen .nit der Nahrung (Vollsalz, jodhaltiges Kraftfutter). Hierzu
I gesellen sich neuerdings viele Arbeiten, die sich mit dem Jodgehalt der I Luft befassen. Die hier vorkommenden Spuren Jod stammen aus Wasser J und fester Erdoberfläche und reichern sich mit den Niederschlagen, wie Tau I und Regen, in der Atmosphäre stark an.
An der Meeresküste ist die Lust am jodreichsten — das Meerwasser ist eines der gewaltigsten Jodreservoire, aus dem viele seiner Bewohner den Stoss in ihrem Organismus zu einem sehr hohen Gehalt speichern
I — und nimmt nach dem Binnenland zu ständig ab, so daß ihr Gehalt I B. über den Dächern von Paris schon 13mal geringer ist, als einige I Kilometer von der normannischen Küste. Besonders gering ist er in größeren Höhenlagen. Wichtige Aufschlüsse haben Untersuchungen über den Jodgehalt der Lust in der Umgebung jodhaltiger Heilquellen gegeben. Hier war er bis zu achtmal höher als die Norm, welcher Reich-
I tum sich in der vorherrschenden Windrichtung der Umgebung nuffetlt I und dort auswirkt. Wohin gewöhnlich ein lindes Lüfttein das Jod wehte, waren Kropserkrankungen und wahrscheinlich auch Arterienverkalkung
I seltener als in anderen, der Quelle ebenso nahe, aber nicht in der Windrichtung gelegenen Ortschaften. Von zwei schweizer Dörfern waren in deren einem, wo die Luft den verhältnismäßig hohen Jodgehalt von 0,5
1 Tausendstel Milligramm im Kubikmeter aufrotes, nur bet 1 v. H. der I Bevölkerung Kropfbildungen nachweisbar, in dem anderen, mit nur 0,03 im Kubikmeter waren 61 v. H. von Schilddrüsenerkrankungen befallen Hierfür dürste allerdings weniger die Abweichung des Jodgehalts der Lust an sich die Ursache sein, sondern sie ist nur als Exponent der allgemeinen Verteilung in der Umwelt (Boden, Wasser usw.) anzusehen.
Der notwendige Ausgleich des Jodmangels kann daher auch einfacher und sicherer als etwa durch eine künstliche Anreicherung der Lust^durch I das Ausblasen jodhaltiger Dämpfe ober Gase, was übrigens die «chlote I aller Steinkohlenfeuerungen in geringem Umfange von JelbJt tun, I geschehen, so z. B. burch bie bereits mit bestem Erfolg burchgesuhrte regel- I mäßige Darreichung mit Jobsalzen versetzter Nährstoffe an Mensch und I Vieh. Hierdurch ist nicht nur die endemische -Kopskrankheit des Menschen I praktisch ausgerottet, sondern auch die Viehhaltung durch Lekamptung I des Umrinderns, Kümmerns usw. und eine Erhöhung der Produktion und I Nachwuchs und Nutzprodukten wesentlich ertragreicher gestaltet worden.
Der großzügigste Weg des Iodersatzes, der weniger in bezug auf Gangbarkeit als auf Einzelheiten der Durchführung noch in Diskustwn steht, ist die Bobenanreicherung durch Verwendung >obhaltiger Düngemittel, in erster Linie des Chilesalpeters. Aus den auf ,l° behandeltem Boden wachsenden Pflanzen gelangt das Jod schon in bester Ausnutz-
Wisent, von mehreren Pfeilen getroffen. ■ Felszeichnung in der Höhle von Niaux (Bep. 'Kriege).
zeitliche Umwelt, eine ausgesprochene Jägerkunst Formal bedeutet das absoluten Naturalismus, wenigstens solange die Jagerkultur unverfälscht blieb Sm erlaubt eben gar keine andere Kunstform als die des Naturalismus, doch nicht in der Form schematischen Ab sch reibens jebes k ernsten ■Suaes fonbern von Anfang an nut dem unbestechlichen Blick für das Wesentliche So aufgefaßt, verliert bie biluviale Kunst bas ihr nicht zukommenbe Unbegreifliche und Phänomenale und reiht sich der großen Gesetzmäßigkeit des Lebens ein. Gesetzmäßig ist auch bie letzte Entwicklung zu fortschreitender Stilisierung, nicht infolge äußerer Einflüsse, fonbern aus dem Wege immanenter Ueberfteigerung bes von Anfang an vorhandenen geistigen Inhalts, eine Entwicklung zum Barocken, wie sie jebe Stilperiode erlebt hat.
Es liegt in der Lust ...
Das Klima und die Gesundheit.
Von Dr. 2l.Dorn.er.
Drei bis fünf oder mehr Mahlzeiten nimmt der Mensch im Laufe des Tages zu sich. And genießt dazu und dazwischen je nach Durst und Aeigung höchstens einige wenige Liter „nassen" oder „trockenen Oe- tränks Qttmen aber tut er schlecht gerechnet in derselben Zeit zwanzigtausendmal und läßt dabei bei bescheidensten Ansprüchen Zehntausend Liter gleich zehn Kubikmeter Lust sein Inneres passieren. Wie aber Menge und Beschaffenheit oft im gegensätzlichen Verhältnis gewertet werben, geht es auch hier. Klagen über mana-lhafte Qualität des bihÄ-n Essens und Trinkens sind viel häu'iger als über die der 'großen Oltoige Atemluft. So weit überhaupt genug Lust vorhanden und diese nicht so verunreinigt ist, daß sie den Gerucyssmn be a.sbigt, solange sie annähernd die vorschriftsmäßigen 21 Prozent Sauerstoff enthält. nießt gcrabc burd) Aanch unb (Staub so bi(f tourb?» baß rnari fie schnelben kann, sieht man keinen Anlaß, an iHv hevumzumakelm Allerdings ist diese Descheibenheit oft nicht sreiwiUig, sondern erzwun- «en. Schlechtes Essen kann man stehen lassen, und zwar ziemlich lange und ost, bis man besseres ergattert. Der Lust gegenüber kann man solche kritische Enthaltsamkeit nur durch eine nach Sekunden zu be- messende -Zeit ausüben. Die ungehaltene Atemmenge seht bann oud) wider Millen mit erhöhter Intensität ganz von selbst wieder em. And wenn dies einmal iricht der Fall ist, wenn das Atemzentrirm ernew solchen Knacks bekommen hat, daß es vergißt, den großen Ventilator, die Lungen, wieder anlaufen zu lassen, dann schließt sich das Herz schnell £em Streik an. Stellt feine Pumptatigkeit für das durch man» Igelnde Durchlüftung unbrauchbar gewordene Blut ebenfalls ein, was wissenschaftlich exitus letalis, auf Deutsch Schluß bedeutet.
Lust und Klima sind Vegriffe, die sich im Sprachgebrauch oft überschneiden. CEienn man sagt, die Luft irgendeiner Gegend könne man nicht vertragen, meint man stets das Klima. Dieses so einfach klingende Wort ist aber tatsächlich ein ungeheuer verzwicktes Gebilde aus tausenderlei miteinander oder gegeneinander wirkenden Koniponenten. itg)t »einmal die grobe Einteilung in gut und schlecht trogen auf die De° Wmmlichvrit für den Menschen) läßt sich strikt durch uhren. So ist z B. in manchen Gegenden von Brasilien der Kaffee-Exporteur, der es sich leisten kann, seine Villa statt in den Niederungen mit ausgesprochen schlechtem Klima in einem einige Autostunden entfernten Ort nut gutem Höhenklima zu errichten, dort dem Desallenwerden durch manche Infektionskrankheiten viel stärker ausgesetzt als seine inniger begüterten Angestellten, die unten im Hafen wohnen müssen. Eine Dmrundung hierfür fehlt ebenso wie für die Tatsache, daß an er n e m Berggipfel die Bergkrankheit schon in geringerer Höhenlage häufiger und tuten»


