Ausgabe 
9.11.1931
 
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Nun, auch 100 Sucres sind eine Menge Geld, und so landet man schließlich bei derSegunda"-Qualität. Die ist nicht mehr vornehm genug für Quito-Läden. Indios aus Manta bringen sie nach der Haupt­stadt. Das find ernste, sehr schmutzige Rothäute, die zunächst den drei­fachen Preis fordern, um das Vergnügen des Feilschens zu haben. Dem widmen sie sich hierauf mit der stillen Lebensfreude ihrer Rasse und der unbegrenzten Zeit, die ihr zur Verfügung steht. Mein Freund mit dem Hut aus ordinärem japanischem Reisstroh hat mir nun schon den vierten Manta-Indianer ins Haus geschickt. Das bedeutet vier gefüllte Vormittage und sieben so billige Panamahüte, daß ich nun doch wieder an die Reserveschecks heran muß.

Weil es die billigen Sachen sind, die ins Geld reißen ...

Kilian aus her Eifel.

Erzählung von Eitel Kaper.

Im Brock drüben sangen die Bäume den neuen Sommer ein; satt­voll waren die Zuggräben von den langen Frühjahrsregen. Auf dem Feldweg standen die Kinder von den Höfen und warteten auf ihn, auf Kilian Knapp aus der Eifel, der unfehlbar um diese Zeit mit seinem Wunderkasten zu ihnen kam. Die Tage wurden ihnen nicht lang in diesem Warten, denn es war ein wandernder Heiliger für sie, ein Bote der großen, unermeßlich schönen Welt.

Und wenn ihn dann einer der Jungen saht Sie jagten los, sprangen, schrien wie toll:

Kilian, Kilan, Kilian mit dem Kasten .. ."

Gleich darauf hing eine Traube von Hosenmätzen an dem alten guten Kerl, schüttelte ihn und zog ihn ins Gras an den Wegrand. Erst tat er wütend, hob den Eichstock und ließ den sturen Bart sich sträuben. Aber der Spaß hatte ihn doch gefaßt und dann erzählte er, freigebig, bunt und phantastisch von seiner Welt, in die er in jedem Vorsommer ganz kinderfromm und selig einkehrte. ---

Er hielt nie lange im Ort, so gut ihn die Bauern auch aufnahmen. Am nächsten Tag meist schon gaben ihm die Kinder wieder das Geleit und nur das Spielzeug, die Spangen und der kleine Schnippfchnapp aus feinem Kasten erinnerten noch an ihn.

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Nun waren die Kleinen, die ihn damals begrüßt hatten, längst draußen in der Welt, und immer noch fragten sie, wenn sie sommertags beimkehrten, nach Kilian, nach dem alten Kilian mit dem Kasten, der nun schon graues Haar trug und immer noch auf den Beinen war.

Nur so pünktlich war er nicht mehr, wie in den früheren Jahren. Es fiel ihm wohl schwer, noch immer den ganzen Weg abzumachen, den er sich früher abgesteckt hatte: zur See hinaus und wieder mit Spät­sommer und Herbst nach Saar, Mosel und Odenwald.

Und bann ereignete es sich, daß er ganz ausblieb. Ein Jahr und noch ein Jahr. Erst im dritten kam er wieder und war noch ganz der alte wunderbare Kilian. Den Bauern erzählte er sein Abenteuer. Er hatte «in Häuschen geerbt von seinem Bruder in der Eifel, mit einem kleinen Ärämerladen. In seinem Testament hatte ihn der strenge Michael, der Kilians Vagabondage von Grund auf haßte und verachtete, ermahnt, zu seinem Gedenken getreulich auf die Sache zu passen. Aber er war Wie ein Vogel im Bauer gewesen und war unter den Menschen in der Heimat nicht mehr froh geworden. Zehnmal war er nachts aufgcftanben und hatte ben klaren Sternenhimmel angesehen unb die Berge, über bie der Weg in bie Weite führte.

Endlich, nach zwei Jahren, hatte er einen Freund gefunden und ihm das kleine Haus übergeben. Mochte der nun sein Glück damit machen. Er jedenfalls hielt es nicht aus ohne feinen Kasten und die unermeß­liche Ferne. .

Und wieder zog Kilian Knapp durch die Dörfer, ein wenig bedäch­tiger als zuvor, als rüstiger Greis mit dem Wunderkaften.

*

Sein Ruhm war in ben Dörfern noch gestiegen unb bie narrische Begebenheit mit Kilian Knapps Haus würbe Überall erzählt. Die Ge­schichten, bie er selber erzählte, waren nun stiller geworben unb weh-, mutiger.

So ging es bis zu jenem Herbst, ber überaus kalt unb stürmisch war unb immer wieber Hagelwolken über bie Küstendörfer jagte. Da kam eines Tages ein kleiner Kolonist in bem Kirchspiel am drook zum Vorsteher unb melbete kurzerhanb, Kilian läge krank unb schwach in 'einem Haus. Erst fanb er nur Unglauben bamit. Kilian um diese Zeit? Da war er doch längst nach Süden unterwegs. Aber vielleicht doch, er war ja nun schon alt. .. . ., .

Der Vorsteher zog den Wettermantel über und ging mit zu Dem Kolonistenhaus am neuen Wege. , ,, , ~ ,

Sie hatten ben alten kranken Mann weich unb gut gebettet. Sehr Pitz sah er aus, aber es war kein Zweifel: bas war Kilian.

Der Vorsteher setzte sich zu ihm, streichelte seine Hanb unb sprach hm gut zu.

Wollen sehen, was sich machen laßt, Kilian ...

Er nickte leicht. Es schien eine große Müdigkeit über ihn gekommen 1U (ein. In diesem Sommer war er schrecklich zerfahren gewesen und Vatte nicht mehr ben Weg nach bem Süden gefunden.

Es mar nun beschlossene Sache in der Gemeinde: Kilian bekam einen tuten Platz in dem Pflegehaus draußen vor dem Wald. Noch vor Weihnachten zog er zu den Alten aus bem Kirchspiel die -hn feit fo fielen Jahren kannten. Oll Harm, ber Patriarch unter ihnen, dessen Autorität unbegrenzt mar, begrüßte ihn mit einem $nbM)lag. Unb als i°'h Kilian erst von ber Krankheit etwas erholt hatte, da mußte er tbenb für Abend erzählen, während sie mit großen verklar en Augen ! m ihn saßen und die halblangen Pseifen raucht--n. Am Chnstfcst sang » mit heller ungebrochener Stimme bie We.hnachtslieber ber E.fel tnb freute sich über bie kleinen Gaben, bie ber Vorsteher für ihn ge- iracht hatte.

In ben nächsten Tagen nahm ihn Oll Harm zum erstenmal wieber ins Freie. Sie gingen burch ben verschneiten Brook unb Kilian trank ben reinen kühlen Odem des Waldes. Er hätte Stunden fo wandern mögen, aber Oll Harm war ein strenger Auspaffer.

Nun ist es gut", sagte er und führte seinen Schützling wieder zurück.

*

Im März begegnete es Kilian Knapp zum erstenmal wieder, daß ihn ber rauschende Brook aufweckte. Er stand heimlich auf unb sah lange in bie stürmische Nacht. Der Frühling kam, bas spürte er. Er lag schlaflos auf bem Bett, bis brausten bie frostige Sonne aufging.

Sie arbeiteten nun schon im Garten vor dem Pflegehaus, die Rüstigen nach Herzenslust, bie Aeltesten nur aus Gesellschaft. Nachher saßen sie mit den alten Frauen auf den Bänken, unb Oll Harms un­ergründlicher Tabaksbeutel machte die Runde, bis drinnen der Tee bereit war. Kilian Knapp ging oft allein durch, den kleinen Obstgarten, der an die Straße stieß, brummte und sprach mit sich in abgehackten Sätzen. Fast immer mußte ihn Oll Harm aufstöbern, wenn et über die Zeit ausblieb.

Nachher dann sah Kilian schweigsam in seiner kleinen sauberen Kammer vor dem Fenster und sah zu, wie die sinkende Sonne den Wald in hundert Farben glänzen ließ. Die Alten beschwerten sich lächelnd, daß er nur noch so seien Geschichten erzählte. Er schüttelte traurig den Kopf, wandte sich ab.

Ich kann nicht ... ich kann nicht ..."

Bis tief in die Nacht hörte man draußen im Gang feinen leisen, ruhelosen Schritt. Er blickte schwermütig vor sich hin, wenn man ihn antraf.

Jetzt zogen braufjeji die Vögel in mächtigen Geschwadern. *

Vorsommer war es geworden und der fruchtbare Broden strömte durch bie Fenster im Vorsteherhaus. Vor bem Heck spielten zwei Läm­mer unb ein leichter Winb wiegte bie bichten Baumkronen im Brook.

Der Vorsteher saß hemdsärmelig vor ben Büchern unb rechnete. Aber es wollte nichts Rechtes bamit werben heute; immer wieber ftanb er auf unb sah hinaus.

Es klopfte an ber Tür, erst zaghaft, bann kräftiger, Er rief bas Herein.

Kilian Knapp ftanb im Zimmer, die Mütze in ber Hanb, ben Wunberkasten umgehängt. Er schien verlegen unb unschlüssig. In ab­gerissenen Worten begann er bann mit feinem Anliegen.

Also, bie Gemeinbe hätte ihm burch ben Winter geholfen. Gott möchte es ihr segnen, beim es sei ein gutes christliches Werk gewesen. Er werbe es ihr nie vergessen . .

Seine Stimme sank, er blickte ben Vorsteher treuherzig an. Dann sagte er:

Es mag nun vor ben Menschen töricht fein, aber ich muß wieber gehen. Ich halt es nit aus so. Eines Tags werb ich mir ben Schöbel eingerannt haben an ben Mauern

Der Vorsteher sah ihn lächelnb an.

Weißt bu, Kilian, halberhanb habe ich mir bas gebucht, als neulich Oll Harm bei mir war unb von beiner Unruhe fügte."

Unb bänn stellte er Kilian ganz ruhig vor, wieviel er aufgebe, unb baß es sich boch gezeigt habe, baß bie Landstraße nun nichts mehr für ihn fei. Er hatte sich neben den Alten gefetzt, ihm bie Hanb auf bie Schulter gelegt; und er fanb gute kluge Worte für Kilians Not. Konnte Oll Harm ihm nicht helfen? Konnten sie nicht täglich in ben Brook gehen ober ihn selbst besuchen?

Eine Weile war es still im Zimmer, bann erhob sich Kilian lang­sam, wie unter einer fremben Gewalt.

Dank schön, baß es ber Vorsteher so gut meint", sagte er lang= fhm,aber es ist unabänderlich. Ich muß wohl sterben draußen auf der Straße, so ist es mir bestimmt. Gott gebe, daß es eine Höhe ist, wo ich noch einmal in die Welt sehen kann ..."

Die Augen leuchteten groß unb überirbisch, als er feierlich hinzu­setzte:Denn bie Welt, Herr Vorsteher, bie ist so groß unb so schön für mich gewesen ... bas hab' ich erfahren bürfen als armer unb närrischer Pilgrim ..."

Ganz still war er gegangen, hatte nur noch einmal bem Vor­steher bie Hanb gebrückt. Der ftanb nun am Fenster, sah ihm nach, bis er am Brook für immer verschwand. Und seltsam er wußte nicht woher kam dem Vorsteher plötzlich das Wort ins Gedächtnis:

Selig sind, die reines Herzens find, denn sie werden Gott schauen ..

Es war ihm zu Sinn, als hätte er zum zweiten Male einen guten, frommen Barer verloren.

Zwei wollen zum Theater.

Roman von Hans-Caspar von Zabeltitz.

Copyright 1930 by Carl Duncker-Verlag, Berlin.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Ulrich Büchner blieb in ber Keithstraße wohnen. Er teilte seinen Ent­schluß ganz kurz ber alten Gräfin mit, bei Gelegenheit zwischen Tür und Angel. Mit ber Veränberung ber Zimmer hätte es Zeit, sagte er, sie möchte ihm nur ben Salon, so wie er wäre, zur Verfügung stellen, bas Eßzimmer brauche er vorläufig nicht, da er an Geselligkeit nicht denken könne, er wäre zu stark mit Arbeit überlastet.

Die Entscheidung hatte Großmutter mit Freuden begrüßt und war erstaunt, baß Isa sie so ruhig unb selbstverständlich hinnahm.Ich hab's mir gedacht, Großi. Er konnte jetzt ja nicht umziehen. Nach dem Reinfall mit der Shakespeare-Neueinstudierung, von der sie sich doch einen Serien« erfolg versprochen hatten, muß das Hebbeltheater möglichst schnell etwas Neues herausbringen. Unb wo Rechbergs Regie versagt hat mich hat's nicht gewunbert, soll Büchner natürlich wieber die Karre aus dem Drecke ziehen. Ein neues Stück von einem neuen Mann. Zwölf Bilder. Eine Hundearbeit."