Ausgabe 
9.10.1931
 
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das Feuer und trägt an einer Stelle einen kleinen Pavillon. Es bleibt keine Jeit zu weiteren Fragen; rasch hat sich der unübersehbare Platz mit Zuschauern gefüllt, und aller Augen richten sich auf den Kraton, woher der Leichenzug kommen muß.

Drüben liegt er, der Kraton, der Radschapalast. Als gestern abend Derriest, der Holländer, und Raden Rako Pradoto, der Balinese von vor­hin, mit dem Hofmeister eine Besprechung über die heutige Verbrennungs- feierlichkeit hatten, hatten sie Ellermann mitnehmen können, und dann hatte der neue Radscha sie rufen lassen und seiner Familie vorgestellt. Fast eine Stunde lang waren sie inmitten dieser balinesischen Fürsten­familie gewesen: bei dem jungen Herrscher, der in Europa studiert hatte und fließend Niederländisch und Englisch sprach, zweien seiner Frauen, einem Bruder, mehreren Schwestern und Schwagern und dreien der bevorzugten Frauen des verstorbenen Vaters. Unter dem Bann des Todes war die Unterhaltung gedämpft und gemessen, und da sie meist in einheimischer Sprache geführt wurde, konnte Ellermann nur mühsam folgen. Dafür hatte er ein heimliches Augenerlebnis mit der jüngsten der drei Favoritinnen des Verstorbenen, einer jungen Balinesin von be­zauberndem Klang in der Stimme, schöngeschnittenem Antlitz und mit dem stolzen, weltberühmten Gang der Frauen von Bali. Gesprochen hatten sie nicht, da es sich nicht schickte und Suria anscheinend weder Hlländisch noch Englisch verstand; aber sie hatte feine Blicke voll unver­hohlener Bewunderung einige Male erwidert, und das hatte ihn mehr beglückt, als er sich eingestehen mochte. Kein Wunder, daß er jetzt nach ihr Ausschau hielt. Gewiß nahm sie teil an der Totenfeier für ihren Gemahl; sie, die Witwe. Seltsam, nie war es ihm gestern in den Sinn gekommen, daß sie das war; so jung und schön, und ihr verstorbener Gebieter ein Greis ...

Klang von Instrumenten reißt ihn aus dem Nachdenken. Aus der dichtgedrängten Menge, die mit ihm im Sonnenbrand und der Nähe des Feuers ausharrt, steigt Gemurmel auf. Sie kommen!

Nicht durch das Tor verläßt der tote Herrscher seinen Palast; über die Kratonmauer ist ein Laufsteg gebaut, der zu dem flachen Dach der Bade", eines tragbaren Holzturmes führt, wohin die Leiche getragen wird.Eine Leiche gilt als unrein", flüstert Verriest,und da nichts Unreines durch das Tor gehen darf, darf es auch ein toter Radscha nicht."

In weiße Linnen gehüllt, von Fächerträgern umgeben, liegt der Tote auf dem Dach des Turmes, der jetzt von fünfhundert feierlich schreitenden Männern vorwärts getragen wird. Eine Anzahl kleinerer Türme folgt dem großen bis in die Nähe des Feuers. Während die Musik in dumpfes Rasen übergeht und die Priester Blumenpfeile aus den Kopf einer Tempelschlange abschießen, wird die Leiche in das Innere der Löwenstatue übergeführt, Trommeln raffeln, Gongs ertönen, weich in Moll flöten Pfeifen. Gemurmel der Priester bringt eintönig durch die schwüle Luft; still steht die Menge auf dem weiten- Platz; aus dem Feuer sprühen, durch massenhaft gegossenes Erdöl verursacht, helle Stich­flammen empor. Langsam bewegen sich Löwe und Sockel in das Feuer hinein. Aufrecht bleibt er dort stehen, und gierig beginnen die Flammen an dem riesigen Sarkophag emporzuzüngeln ...

Das Schauspiel zieht alles in seinen Bann, und erst Nach einer Weile kommt es Ellermann zum Bewußtsein, welch fürchterliche Hitze auf dem überfüllten Platz herrscht. Als das Erdöl ins Feuer gegossen wurde, glaubte er einen Augenblick zu taumeln. Er bemerkt, daß Kopfschmerz ihn zu quälen beginnt. Er will sich an den Holländer wenden, der sich noch immer flüsternd mit Pradoto unterhält, um ihm vorzuschlagen, den Platz zu wechseln, als ein Vorgang auf der Bambusbrücke ihn ablenkt. Den drei kleineren Türmen, die dem Radscha folgten, entsteigen in ge­messenem Zeremoniell drei weißgekleidete Frauen. Sie halten Kamm und Spiegel in der Hand, als ob sie sich schmückten, und betreten die hohe Brücke.Die Frauen des Radscha", flüstert Verriest und im gleichen Augenblick glaubt er trotz der Entfernung ein Gesicht zu erkennen, ein braunes Frauenantlitz ...

Also war sie hier. Seine Augen folgen dem Spiel der Hände der jungen Frau, die an Haar und Kleidung nesteln. Als er sie im Gespräch mit ihren Begleitern und Begleiterinnen sieht, glaubt er deutlich wieder den Klang ihrer Stimme zu vernehmen ...

Bela", murmelt ein betender Greis in seiner Nähe. In der Menge pflanzt es sich fort. Was ist das für ein Wort?

Eine neue Welle glühender Hitze bewegt sich über die Kopfe, ge­waltige Feuergarben sprühen: krachend ist der Tiersarkophag des Radscha in sich zusammengebrochen. Gefräßig verzehren die Flammen die Reste, bis ein Häuflein Asche auf glühendem Rost übrigbleibt. Wieder setzen die Trommeln ein, und die Köpfe der Menge richten sich nach oben, wo Suria und ihre Genossinnen in feierlicher Prozession die Brücke um- schreiten, bis sie vor einem kleinen Pavillon halten und darin Platz nehmen. Eine stärkere Bewegung geht durch die Zuschauer. Ellermann wendet den Kopf zur Seite, sieht den Holländer aber nicht. Ein un­erklärliches Gefühl beginnt ihn zu beschleichen; die Wesensfremdheit dieser braunen Menschen legt sich wie ein Druck auf das Denken. Seine Hand tastet an den vor Hitze schmerzenden Kopf. Peinigend und erschlaffend dringen die glutheißen Strahlen der Tropensonne durch die Ausdün­stungen der Menge; die Hitze des Feuers läßt Luft und Dinge erzittern. Durch dieses Flimmern sieht er, wie die Frauen den Pavillon verlassen. Erkennt er Suria? Die junge Balinesin scheint ihm, über Menschenmenge und Leichenfeier hinweg, plötzlich so nahe, und die flüsternde und mur­melnde Umgebung so wesenlos und fern ... Undeutlich sieht er, wie zwei Männer sich auf einen kurzen Laussteg begeben, der von der Brücke einige Meter nach der Mitte des Feuers führt und dort in der Luft endet. Sie öffnen ein Bombusgitter, und gleich darauf betreten, eine weiße Taube auf dem Kopfe, die Frauen den Steg.

In atemloser Spannung wartet die Menge. Gebetsmurmeln steigt an und fällt. Bela ... was in aller W?kt bedeutet dieses Wort? Die Augen beginnen zu schmerzen, durch einen Schleier sieht er das Profil Pradotos, aer nach oben starrt. Ellermann folgt gebannt, bis eine jähe Erkenntnis $u dämmern beginnt.

Unfinn!" lacht er sich aus. Man zählt das zwanzigste Jahrhundert,

er ist der Doktor Ellermann aus Deutschland, der eine Reise um die Welt macht und dabei die Insel Bali besucht. Alles selbstverständlich. Knatternd schießen haushohe Feuergarben aufwärts, weißglühende lange Zungen.Das Del", fährt es ihm durch den schmerzenden Kopf, und in demselben Augenblick sieht er Frauengestalten mit über dem Haupte ge­kreuzten Armen, in den Händen die Taube, an das Ende des Steges treten. Sein Hirn arbeitet wirr. Ist es denkbar, daß die Menschen noch an dem alten Aberglauben hängen: Suria, der junge Radscha, die Brüder und Schwestern, in deren Kreis er gestern geweilt, die Mütter dieser Frauen? Bannte sie alle noch der furchtbare Kultwahn Indiens? Dies Bolk sind es Wahnsinnige, die ihn umgeben?

Verriest, Gott, Suria ...!" Die Stirn klebt feucht; heiser in Angst stöhnt er die Namen aus. Gesichter drehen sich nach ihm, braune Fratzen verziehen sich zu breitem Grinsen. Es schnürt ihm die Kehle zu, daß er 'taurn noch hinzusehen wagt; er fühlt sich angewidert von diesem wogen­den Meer fanatischer Gesichter und Hände, die alle nach oben deuten: lächelnd, höhnisch, brutal . .< Dur chdie flimmernde Luft sieht er die Umrisse der Frauen, die einander umarmen, vier, fünf ... er zählt, mechanisch, sinnlos, sucht Suria zu erkennen, da sieht er plötzlich kurz nacheinander zwei, drei Frauengestalten vom Steg herabstürzen und in dem Feuermeer verschwinden.

Es dunkelt vor den Augen, blutlose Hände greifen an die Kehle, seine Knie zittern und knicken ... eine letzte zerflatternde Vision zeigt ihm drei weiße Tauben, ein Symbol befreiter Seelen, das Feuer fliehend steil gen Himmel fliegend ...

Ja, die Hitze!" meint der holländische Arzt. Scheu weichen die Ein­geborenen zur Seite, als der fremde Tuwan in ein Gebäude des Kratons getragen wird, wo er die Augen auffchlägt.

Was machen Sie denn?" begrüßt ihn Verriest, der mit Pradoto und dem Arzt am Lager steht. Benommen blickt Ellermann die Um­gebung an. Er will fragen, aber sie drücken ihn zurück.Was ist Bela?" fragt er endlich.

Witwenverbrenpung", antwortet Verriest.Eigentlich heißt es: Bis in den Tod getreu!" Ellermann zögert sichtlich:Und ... und ..." stam­melt er bann,so, so etwas ..."

Verriest lacht laut auf:... gibt es noch? Haben Sie das wirklich geglaubt?"Geglaubt nicht, aber gesehen", gesteht ^Hermann mit Selbst- ironie, und da erzählt der Holländer, daß die Zeremonie der Witwen- nerbrennung bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben ist bis auf die Opfer selbst, die Witwen, die nicht mehr persönlich ins Feuer springen, sondern durch kostbar gekleidete lebensgroße Puppen ersetzt werden.Den Frauen selbst wird von uns nüchternen Europäern der vorzeitige Eintritt in Indras Himmel gewehrt."

Sie lachen alle drei.Und Suria?" mochte Ellermann fragen, aber es kommt ihm bodenlos lächerlich vor. Er glaubt ohnehin fo etwas wie Spott in den Augen der Umstehenden zu lesen. Am Arm Verriests tritt er auf den Platz hinaus, wo die Feier ihrem Ende zugeht. Wohin er kommt, richten sich die Blicke auf ihn. Seltsam neugierig. Zuletzt wird er nervös. Verriest lacht:Einen guten Rat, Doktor! Wenn Sie wieder ein­mal ohnmächtig werden, stoßen Sie keine Namen aus, am allerwenigsten den einer schönen Frau, mit der Sie sich gerade beschäftigen." Ellermann sieht ihn ungläubig an.

Bitte fragen Sie Pradoto! Es lief herum als pikante Sensation. Suria wird Sie verwünschen! Vor hundert Jahren wäre Ihnen dafür der Kops abgeschlagen worden. Heutzutage dagegen lädt der Radscha zur Besichtigung des Kratons ein."

Das verdanke ich Ihnen, Verriest?"

Wem sonst? Morgen finden die Totenfeiern durch intimere, dem neuen Radscha gewidmete und fröhlichere Hausfeiern ihren Abschluß. Vielleicht wird Suria Ihnen dabei den Kopf zwar nicht abschlaqen, aber waschen ..."

Das wird sich finden", meinte Ellermann.Hauptsache, daß Ihr sie nicht verbrannt habt!"

Alte Liebe.

Novelle von Alfred Bock.

(Sortierung.)

Sie überlegten, was sie mit dem Nachmittag anfangen sollten.

Erst im Hesselteich baden, schlug der Wellersheinrich vor, und wenn es büfterte, Kornäpfel strenzen.

Der Lipps und das Jakäbchen schwenkten ihre Mützen.

Juchhe!"

Sie schritten über die Heiligenwiese, auf der jetzt im Herbst noch Trollblumen und Augentrost blühten, gingen den Saum des Eulenwäld­chens entlang, bis der von Buschwerk und Rohrgras umstandene Hessel­teich vor ihnen lag.

Während sie sich entkleideten, erzählte der Lipps:

Der Kobes am Wolfseck ist einmal in der Nacht hier vorbeigemacht und hat den Wassermann gesehen. Der war pudelnackig. Und hatt statts dem Haar Schilfblätter auf dem Kopf. Und bleckt' die Zähn. Und hat den Kobes mit glühendigen Augen angeglotzt!"

Butzemann!" rief der Jakob und warf den Kopf zurück.Der Kobes hat sich das so zurecht geschmissen. Meinem Verstand nach ist's dummes Zeug!"

Aus ihrem Versteck im Ried schoß eine Rohrdommel mit zischendem Schnalzton in die Hohe.

Die Buben klatschten in die Hände. Selbdritt sprangen sie ins Wasser und pluderten und neckten sich.

Stundenlang nach Iungenart genossen sie das erquickende Bad. Dar­auf legten sie sich am Ufer nieder. Erst, da der Tag sich neigte, schlüpften sie in ihre Kleider und schlugen die Richtung nach dem Eulenwäldchen ein.

Auf abschüssigem Weg stand ein mit Holz beladener Wagen ohne Be­spannung. Der Stechmannslipps und der Wellersheinrich hantierten so­gleich an )er Deichsel herum, der Jakob warf sich zu Boden und ver­suchte, den Hemmstein zu entfernen, was ihm nach einiger Anstrengung auch gelang Plötzlich kam das Fuhrwerk ins Rollen. Ehe der Jakob Zeit