Ausgabe 
9.2.1931
 
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und dritter Blutsturz ernstellte.

Gutes Beispiel.

Von Frida Schanz.

Wenn irgendwo in der weiten Welt Ein kleiner Mensch seinen Einzug hält. Wenn Kinderaugen zum Licht erwachen, Da sputen sich alle Sächlein und Sachen, Die nur im Hause stehen und liegen: Sie wollen auch kleine Kinderchen kriegens Dos steife Bett kriegt zuerst ein Kindchen! Dann lacht das Spind auf ein Kinderspindchen, Die alte Kanne bekommt ein Kännchen, Die Badewanne ein Badewännchen, Der Stuhl ein Stühlchen mit dünnen Beinchen, Sogar der Eßtisch bekommt ein Kleinchen.

Im Fluge entsteht so es ist zum Lachens Eine ganze Wirtschaft von »einen Sachen. ' Wer nennt sie, wer zählt ste, die Töpfchen, die Säckchen, Die Schühchen, die Hemdchen, die Täßchen, die Röckchen? Sie sind alle zum Küssen niedlich und fein.

So istts so war's, so wird's immer sein. Wo ein'kleiner Mensch seinen Einzug hält. Es ist doch eine lustige Welt!

Swei Tage später fuhr abermals ein Auto in schneller Fahrt vor dem Hause des verstorbenen Mr. Baldock vor. Aber diesmal war es ein offener heller Swortwagen, und nur ein einziger entstieg ihm, ein rndi iunaer Mann mit schmalem, zerarbeitetem Gesicht Mit einer Drille.

%q5 mar yngüs ©tuart, dem kein Mensch aus der Welt den Berus ansah den er, reich und völlig unabhängig, aus einer seltsamen Freude an der gehirnlichen Leistung heraus ausübte:

Angus Stuart war Detektiv.

DieseTt^ber^mit Monokel, Browning und Geistesgegenwart be° wafsneten Romandetektive ist vorüber, die Verbrecher von heute wer­den durch die Präzisionsarbeit einer mit geradezu gigantischemPga- rat arbeitenden Kriminalpolizei aufgeklärt und b'.e Detektive beschran­ken sich auf zwei Klassen: auf die der fest angestellten Kriminalbeamten und die Privataufpasser, die eifersüchtige Eheleute sich engagieren, ee ist verflucht wenig Romantik bei dem Geschäft.

Hier muh etwas vorausgeschickt werden: es dürfte wenig Menschen geben, die über einen zahlreicheren Bekanntenkreis verfugten als Angus ötuart.

(Fr mar überall und unvermeidlich. , ,, . . ...

6r kannte alles, was nur irgendeine Bedeutung hatte, und das nicht "er"k°nnt°/üch für Seidenraupenzucht, Tennis oder Atomzerspaltung | genau so lebhaft interessieren wie für Bakteriologie, Yoga oder Hunde- | Er"'nannte sich selbst mit der Mischung aus Unverschämtheit und

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düsteren Korridor gelangte man in das dürftig ausgkstattete 3tn*mcr, mo fiotoiernmi auf einen mäßig hohen Katafalk gebettet war. Deutlich war kein Gesicht'zu ehen. Und welch ein Gesicht! Es mußte ledern> unvergeßlich bleiben Da war nichts von der steinernen Ruhe eines Zoten die Zuge Sen in ihrer Ve?klärtheit zu sprechen. Ich hattedasGefuhhalssoll ck den Umstehenden zuflüstern: Weint Nicht, er ist nicht gestoben, er 5rxu nuri __ Neben dem Entschlafenen stand cm kleines Mädchen,

«ne Tochter. Sie verteilte schweigend Blumen und Blatter, die sie von >en herbeigetragenen Kränzen nahm. Es war Ehrend für alle die von der Hülle des Mannes Abschied nahmen, der uuch die kindliche Seele nut einem Io großen Feingefühl und einer so zarten Menschenliebe zu durch­tränken verstanden hatte. Die unzähligen Personen die sich schmerzvoll nach dem Sterbezimmer drängten, hatten das Gefühl, verwaist zu fein. Die Bestattung trug das Gepräge einer nationalen Trauerfeier. In dem endlosen Zuge^ der Leidtragenden wurden improvisierte Trauerchore an- aeftimmt und alle Kreise waren vereint in dem Gedanken eines erschüt­ternden Verlustes. Stumm wetteiferten auf dem langen Wege nach dem Friedhof NewskyLawry ältere und jüngere Leute, um sich tm fragen her Bahre abzu ösen Die ersten, die den blumenumwundenen Saig auf chre Schultern luden, waren'Palm und Plestschejews, die vor zweund- ^eißig Jahren gemeinsam mit Dostojewskij nach dem Schafott gefuh worden waren ...*

Oer Fall Baidock.

Kriminalnovelle von Ludwig v. Wohl.

Niemals seit Menschengedenken war in Chiswick, diesem winzigen eyr-t

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Fensterläden so gar kein geeignetes ObM für emMordhaus 3 ^'Immerhin lag in seinem Schlafzimmer der alte Augustus Baldock

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Jahren im Dienst, nie ist fowas passiert. Sind ein snedttches Volk hier.

^inivektor Price Iah sich wortlos im Zimmer um.

Die^ Friedfertigkeit der Chiswicker schien ihn nicht weiter zu int essieren.

------t -»"*»'= > * ba bin Und da war der alte Mann noch warm.

Der Kameramann photographierte bereits, bann tmete ber SJrgt Kommission bei ber Leiche nieber und begann ferne ^vtersuchung.

®s bauerte gut zehn Minuten, bis er sich wieder erhob.

Seit etwa vier Stunden tot", sagte er.Todesursache: Erstickung durch Strangulation. Der Hals zeigt deutliche Wurgespurem

Hier winkte ber Inspektor dem vierten Herrn der Kommissionder sich nun seinerseits bei der Leiche niederkauerte, um die Fingerabdrucke aufzunehmen. md)t red)t stimmen will", fuhr der Arzt

kort" iit daß die Strangulationsspuren, obwohl deutlich genug, nicht N tifeüi&SJnb0- der Srgt war, nicht so stark, daß der Mann daran unbedingt hätte ersticken müssen __ s;e

2IIter Mann", knurrte Price.Da kommt der Schreck dazu

Aufregung"

Ja, ja. Aber immerhin

Wer wohnt noch hier im Hause, Konstabler?

"«Dir. Baidocks Nichte, Sir und die Kachln. Sind beide nebenan.

?sch komme gleich zu ihnen. Sind Sie fertig, Bradshawr

'Jawohl, Sir. Ziemlich klare Abdrucke.

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Mci tawn'^SritTerlioben sich z'vri Maile, nerfiörle iu-ve Menlchrn.

Ja einer Ecke lehnte eine füllige Weibsperson, der man auf hundert ®*Ä Äft - «*. ww **

äe''bSU3Sniig. |ie Ank»«. $»: ein Monier.. gnMIMg ober etwas' energielos ausfehender eleganter Kerl, ein bißchen M elegant für Chiswick sie: ein hübsches kleines Ding, mit einem zier- liehen kurzen Näschen und großen grauen Augen. ,

Mein Name ist Inspektor Price ich führe dw Unterfuchung.

Mr Baldock war mein Onkel", sagte das lunge Mädchen leise.Ich heiße Jane Campbell. Das ist mein Vetter Tom Beckett. Und das ist die Köchin."

W>. Er mo»n. in Sonlon

"Bitte nehmen Sie Platz. Es tut mir leib, aber ich muß eine lange Reihe von Fragen an Sie stellen, bie zur Aufklärung ber Sache "°?Btttt,' fragen Sie, Herr Inspektor", sagte Jane Campbell gefaßt.