Ausgabe 
6.2.1931
 
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Seltsame Begegnung.

SchM ^ch !a7ge n ch °°ll hatten und der Reis überhaupt keine Ladung

Dann aber waren wir an Land gegangen; in einem Gnmpnn roaren wir an der Juda Ezechiel Street gelandet, und als wir die Rikschakulis und die Hackneywagen zum Teufel geschickt hatten, sah ich da einen Hlndurnönch stehen, der mir aus den ersten Blick sehr bekannt vorkam. Das war kein Inder und auch kein Angehöriger einer dieser östlichen Nassen, die man alle daran erkennt, daß sie ein wenig nach Holzkohle riechen. Ich habe mir im Laufe meiner Fahrten so allerlei Nase anqewöhnt; und wenn ein fremder Hund über die Straße laust, fann ,ch sagen, wenn ich sehe, wie er seinen Schwanz halt, von welcher Rich­tung der Wind blasen wird.

s Ä.TÄÄ® eines Mannes festsetzen. I

So fuhren wir denn ohne Robert Linker; und es war auch selten die Rede von ihm; nur der erste Offizier, der die Personalien fertig machen mußte für di« Vermißtenliste des.Seeamtes in Hamburg, g'ng herum wie eine Henne, die Eier legen will. Er fragte uns und sagte, I wir hätten doch Robert Linker gekannt und in seinen Vieren fei ba eine Rubrik Charakter oder so und da müsse er hmemschreiben, was dieser Robert Linker für ein Kerl gewesen fei.

Verheiratet war er nicht gewesen, und von Frauen»hatte er auch nie I gesprochen, und fleißig und schweigsam, wie sich das bei einem SeemanN j gehört, hatte er sich auch benommen. Er hatte täglich das Wasser gepeilt, I und er hatte den Schweinestall ausgebessert und den Liegstuhl für den Kapitän. Hinterlassen hatte er auch nichts als «'nen alten Anzug, der nach Teer und Hobelspänen roch, und unter diesem Anzug sand sich ein Neues Testament. Der erste Offizier hatte den Anzug und das T^tament genommen und war mit diesen Dingen zum Kapitän tn die Kammer gegangen; und die Herren hatten sich hinter geschlossenen Türen eine Zeitlang über den Fall unterhalten. Nach dieser Unterhaltung war von Robert Linker nicht mehr die Rede gewesen; wir hatten ihn vergessen, da wir noch viele Häfen angelaufen hatten; und überall waren mir an Land gegangen und hatten getrunken und getanzt und waren abends mit einem Sampan und einem rudernden Wilden zurBrasilia zuruck- aekehrt Nur einmal, glaub ich, im Mittelmeer, als wir Hamburg sozu­sagen schon ganz nahe waren und die Leute sich Überlegten, wer am Kai stehen würde, wenn sie von Bord gingen, hatte jemanb gesagt. , Weiß du, Heinrich, ein Weib war es sedensalls nicht. Er hatte damit die Ursache des Verschwindens unseres Zimmermanns gemeint; und wir begannen zu beraten, was wir den Angehörigen sagen wurden, wenn mir sie am Kai mit den anderen Angehörigen winkep sahen.

Wir haben ihnen irgend etwas gesagt, und sie haben gemeint, und es war eine Seeamtsverhandlung, und am Ende haben sie ausgehort zu meinen. Dann aber ist folgendes passiert. Nach drei Jahren kam ich mit derOklahoma", einem feinen Schiff, mieber nach Rangoon; mir ankerten vor Hastings, ganz in der Nähe des englischen Klubs, und, menn mir gerade keinen Dienst hatten, hatten wir Zeit, die feinen Damen zu beob­achten, wie sie mit ihren Tennisschlägern aus dem Klub kamen und ins Auto stiegen. Das waren unsere damaligen Vergnügungen; denn wir hatten mächtig viel zu tun; und unser Oller war ein wilder Mensch, Der die Leute zur Arbeit hetzte, weil er sagte, mir mußten sehen, daß bie bcutfhe Handelsschiffahrt wieder ihren alten Platz aus dem Weltmeere

Das Gespenstertrapez.

Von Rene Bizet.

(Deutsch von Käte Minz.)

Ich weiß nicht, ob Sie in Europa Ihre Sagen haben, meinte bei einem Glas Whisky Bob Clok zu mir, der Clown aus dem - Imperator m Manchester, aber ich kann Ihnen versichern, man erzählt sich '" Sud amerita unter den Akrobaten Geschichten, daß es Ihnen kalt den Rucke" hinunterläust. Wenn man darüber nachdenkt, ist es verständlich. Unser Handwerk gleicht stark dem der Seeleute. Immer auf dem Meere, immer in neuen Häse? immer Wagnis ... Nehmen Sie noch hmzu.daß auch die Zigeuner zu uns gehörten und bei den Truppen, nut benen sieeine Zeitlang auftraten, sicherlich bie Sehnsucht nach ihrer Musik und ihren Märchen hinterließen ... Ich erhebe keinen Anspruch darauf, in Ihnen bas Interesse zu erwecken, nach bem Ursprung dieser Legenden zu for­schen aber ich kann Ihnen die Versicherung geben sie sind es wert, be- tonnt zu werden und außerdem hangen sie mit etwas zusammen.

Womit? ?r.%lit dem Bedürfnis nach Geheimnisvollem, das mir alle in unserem schweifenden Beruf empfinden.

Sicherlich?"Und ba*? gefällt^Ihnen an uns, lieber Herr, Ihnen und Ihresgleichen und unbewußt dem großen Publikum. Wenn Sie einen Clown sehen, so erblicken Sie das Leben, poetisiert bisweilen grotesk, aber mit seinem warmen Humor; wenn <5ie einen Akrobaten am Trapez beobachten, bewundern Sie die Geschmeidigkeit, biese Poesie der Be- roegunq ... Und in all diesen Artisten, bie Sie m ihrem Privatleben, wenn ich so sagen bars, für mehr oder minder bescheidene Burger halten, werden Sie die Seele eines Dichters finden. Jawohl ...

Bob Clok packte mich am Rockärmel und zog mich hinaus auf bie araue und im Winterabend leuchtende Straße. Er schob feinen Arm unter meinen und sagte halblaut zu mir: Kennen Sie die Legende vom Gespenstertrapez?

All" hören Sie ... Sie wurde mir in Pernambuco erzählt: ich stellte selbst in Montevideo fest, daß sie nicht so unwahrscheinlich ist, wie es beim ersten Hören den Anschein hat. So sagte mir der Voltigeur der Arondastruppe, als mir uns eine Nacht in den Bars von Pernambuco herumtrieben, er hätte nur vor einer einzigen Sache auf der Welt Furcht, in dem Zirkus bas Gespenstertrapez zu sehen, und seinem Empfinben nach mürbe es nicht mehr lange bauern. Er erklärte mir, eines Abends hätte sich in bem Zelt eines Wanderzirkus, wo drei Zigeuner am Trapez arbeiteten zwei Männer und ein junges Mädchen etwas ganzAo- sonderliches zugetragen. Das junge Mädchen als Voltigeur, das heißt sie glitt von einem Trapez zum anderen, war gestürzt. Zu der damaligen

Von Richard Huelfenbeck.

da?''englische''W°^ud-^^i^ M getto^n^ind'^kGewott WLWM-AAZ -MZML-MZh dn?n vernünftigen Ollen, der sich feine unnötigen Sorgen machte und den Tag mit einer Flasche Rotspon aus dem Sattel hob.

Wir hatten an der Reling gestanden und 'n das dunkleölige Wasser

UulnhmnW er rannte wie ein Hase, haben wir ihn bann in der Nähe des Wohnhauses Whitaway zu erwischen vermocht °>.r Drachen m SS^br^Sto^gSÄn8^ Ä9

Äa ober so ähnllch und wollte partout nicht wahr haben, daß er Bobert Linker der frühere Zimmermann derBrasilia sei.

Söirrebetenaber ununterbrochen auf ihn ein und fragten ihn wie er dazu gekommen sei, unter die Hindupriester zu gehen und ob id) bas auch lohne. Am Ende mußte er zugeben, baß -r Robert Linker sei, und .r /nntp xag L; kein Geschäft, das sich lohne, und er habe es aus -«Den

I. wszsp« I L'L ffiytiÄSSS to? SU *4 ZNZMMHM Z-ZWHWWM mSTÄw ÄÄJ. &« dl--n-,and« ö S --'sucht. In -i".rjTni,^ruIbÄn m aebadü bie3 vielleicht in ihrem Klub saßen und morgen hinter ihren Gpra(i>e reden, ertfarte, das werde er Nicht tun. Er habe emen y

Bureautischen hocken und viel Geld verdienen wurden. Derartige Dinge |e!b(t unerklärlichen Widerwillen gegen SW unbnie wolle

hatten wir gesagt Fünfhundert Meter voraus war eine Leuchtboie, d e Zimmermann werden, sondern immer Mönch blechen. . . ..

im drehenden Wasser hin und hergerissen wurde; und sie sah aus roie ° mir gingen eine Zeitlang mit ihm; und dm Sonne brannte sH-W

ein Streickbolzkops der sich über dem Fluh bewegte. Ich hatte daran I auf bem Gehsteig, daß uns bie Fußsohlen schmerzten.

öebadjt daß es jetzt für Robert Linker nicht mehr leicht sein mürbe, I roi[$fn wir uns ben Schweiß aus bem Nacken, un . ^ie

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sehr sich Einzelheiten im Kops feinen mehr getrunken. Und bann saßen wir -ine Zeltlang in der Var des Herrn Anderson, Robert in seiner gelben Mant.lle und mein Kame­rad und ich. Der Kellner brachte mir und meinem Kameraden einen «einen Whisky; aber Robert trank hintereinander zwei große Glaser, er wischte sich den Mund, erhob seinen Betteltrog zum Gruß und ver­schwand in der Drehtür. Wir haben ihn nicht wieder gesehen.