Uchre'bt um „Wasser mit Hilf« des Feuers höher zu treiben, als das Wasser steht, oder John Bat« (1634) und Jakob Dobrzenski aus Prag (1657), die über Andeutungen nicht hinauskommen. De Laus erkennt aber und spricht es zum erstenmal klar aus, daß Wasserdampf eva- porlertes Wasser sei, das sich bei Abkühlung wieder in dieselbe Menge flüssigen Wassers zurückverwandle, woraus man ' es durch Erhitzung gewonnen habe. Auch Giovanni Baptista Porta hatte schon 1601 Ber- uch« zur quantitativen Bestimmung, in wieviel Dampf eine bestimmte Menge Wasser sich auflose, angestellt.
. »Du weißt Brigitte, der französische Kaperkapitän, den die andern den „schonen Teufel" nannten — wenn ich jezuweilen in den Saal hin- guckte, nnmer war sie mit ihm am Tanzen. Als es gegen drei Uhr und der Saal schon halb geleert war, stand sie neben ihm am Schenktzsch beide m,t einem vollen Glas Champagner in der Hand. Ich sah, wie sie rasch atmete, und wie seine Worte, die ich nicht »erstehen konnte, einmal über das andere ein liegendes Rot über ihr blasses Gesicht jagten; sie selber sagte nichts, sie stand nur stumm vor ihm; aber als beide jetzt das Glas I . L'ppen hoben, sah ich, wie ihre Augen ineinander gingen. — 3d) sah das ages „te ein Bild, als sei es hundert Meilen von mir; dann aber plötzlich überfiel es mich, daß jenes schöne Weib dort mir gehöre, I .» fic mein Weib sei; und dann trat ich zu ihnen und zwang sie mit mir nach Hause zu gehen." a a 1 ' 11
« Ackte, als habe er die Grenze seiner Erzählung erreicht; seine Brust hob fick) mühsam, sein hageres Gesicht war gerötet. Aber er war nock nicht zu Ende; nur blickte er nicht wie vorhin zur Schwester hinab, er sprack) über ihren Kopf weg in die leere Luft. J
m »Un? a/s wir dann in unserer Kammer waren, als sie mir keinen Blick gönnte, sondern wie zornig Gürtel und Mieder von sich warf und als sie dann mit einem Ruck den Kamm aus ihren Haaren riß daß es wie eine goldene Nut über ihre Hüften stürzte - es ist nicht immer, wie es sein sollte Schwester — denn was mich hätte von ihr stoßen iollen, — ich glaube fast, daß es mich nur mehr betörte." B
Die Schwester legte sanft die Hand auf seinen Arm. „Laß das Gespenst in seiner Gruft, Bruder; laß sie, sie gehörte nicht zu uns "
Er artete nicht darauf. „So" — sprach er weiter — „hatte ich nimmer sie gesehen; nicht >n unserer kurzen Ehe und auch im Brautstande nicht. Aber es war nicht die Schönheit, die unser Herrgott ihr gegeben hatte, es war die böse Lust, die sie so schön mackste, die noch in ihren Augen
Und so w.e an jenem Abend und in jener Nacht war es noch Tod- Ä mnr- bis nur ein halbes Jahr vor ihrem
Tode übrig war, — als alle diese Fremden unsere Stadt verließen." "$9U«nr Rarsten," sagte Brigitte wieder, „hast du nicht neues Leid Wenn du schwach warst gegen dein Weib, weil du sie lieber S'L?5», »? *?.aI — ichon bald ein Menschenleben darüber hm, was gualst du dich noch jetzt damit'"
l^Jetzt, Brigitte? Ja, warum sprech' ich denn dies alles jetzt zu dir?
War sie mein Eheweib in jener Zeit, wo ihre Sinne von leichtfertigen Gedanken tmimelten, die nichts mit mir gemein hatten? — Und doch — aus dieser Ehe wurde jener arme Junge dort geboren. Meinst du" — "I'd er bückte sich hinab zum Ohr der Schwester — „daß die Stunde gleich sei, in der unter des allweisen Gottes Zulassung ein Menschenleben
™2ch sage dir, ein jeder Mensch bringt sein en, fertig mit sich aus die Welt, und alle, in die Jahrhunderte hinauf, -£™„£lncn ~ropj.enJ« fe”lerm Blute gaben, haben ihren Teil daran." Draußen vom Kirchturm schlug es eins. „Stell' es dem lieben Gott anheim, Bruder, sagte Brigitte; „ich versteh' das nicht, was aus deinen ßWtir" b*I hm Ä derumgeht; ich weiß nur, daß der Junge, leider Gottes, nach der Mutter eingeschlagen ist."
Carsten fühlte wohl, daß er eigentlich nur mit sich selbst aesprochen habe und daß er nach wie vor mit sich allein sei. „Geh schlafen meine gute, alte Schwester," sagte er und drängte sie sanft auf den Flur hinaus; „ich will es auch versuchen." u v ’
Auf der untersten Treppenstiege, wo Brigitte es zuvor gelassen hatte, ein ßid)t nut langer Schnuppe. Sie blickte noch einmal mit festae- schlossenen Lippen und gefalteten Händen den Bruder an; dann nickte sie ihm zu und ging mit dem Lichte in das Oberhaus hinauf.
Aber Carsten dachte nicht an Schlaf; nur allein 'hatte er wieder fein wollen Roch einmal nahm er den kleinen Ring und hielt ihn vor fich- durch den engen Rahmen sah er, wie tief in der Vergangenheit, die Luft- gestalt des schonen Weibes, deren außer ihm kein Mensch auf Erden noch gedachte Ein seliges Selbstvergessen lag auf seinem Antlitz; dann aber zuckte plötzlich ein Schmerz darüber hin: sie schien so gar verlassen ihm
I gelang, eine wirtschaftlich brauchbar« Betriebsmaschine zu bauen blieb ^mi? lkechnnen lassen. 3citalt<r Dampfmaschine
Carsten Curaior.
Novelle von Theodor Storm.
(Fortsetzung.)
. '.-.Sprich nicht von iht, Bruder; das tut dir jetzt nicht gut; sie ruht
„Längst Brigitte; — aber nicht hier, hier nicht!" Und er drückte die in der er noch den Ring umschlossen hielt, an seine Brust. Es kommt mir alles immer wieder; am letzten Ostersonntag waren es gerade dreiundzwanzig Jahre!" ä
„Am letzten Ostersonntage? Ja, ja, Bruder, ich weiß es nun wohl- wr wäret dazumal beide, wo ihr nimmer hättet fein sollen."
„Schilt jetzt nicht, Schwester," sagte Carsten; „du selber konntest nicht die Augen von ihr wenden, als du ihr damals die blaue Schärpe um- geknupft hattest. Ich weih jetzt wohl, daß sie nicht für mich ihr schönes Haar aufsteckte und die Atlasschuhe über ihre kleinen Füße zog; ich gehörte nicht in diese Gesellschaft vornehmer und ausgelassener Leute, wo sich niemand um mich kümmerte, am wenigsten mein eigenes Weib."
„Rein, nein!" rief er, da die Schwester ihn unterbrechen wollte, „laß mich es endlich einmal sagen! — Siehst du, ich wollte zwar auch meinen
aussullen, ich tanzte ein paarmal mit meiner Frau; aber sie wurde ww wimer von den Offizieren fortgeholt. Und wie anders tanzte sie mit ötefen Menschen! Ihre Augen leuchteten vor Lust; sie ging von Hand zu Hand; ich fürchtete, sie würden mir mein Weib zu Tode tanzen. Sie aber konnte nicht genug bekommen und lachte nur dazu, wenn ich sie bat, daß
" schonen möchte. Ich ertrug das nicht länger und konnte cs doch nicht andern; darum setzte ich mich in die Nebenstuoe, wo die alten Herren an chrem L Hombre saßen, und nagte an meinen Nägeln und an meinen eigenen Gedanken.
JBiel umstritten war die primitive Hochdruckdampfmaschine, für die gbmarb Somcrfet ÜRarquis os Worcester laut Parlamentsakte vom 1663 em Privileg auf 99 Jahre erhielt. Eine sehr kurze, wohl absichtlich dunkel gehaltene Beschreibung findet sich in einem Büchlein, das der erfindungsreiche Worcester im gleichen Jahre veröffentlichte — 9feJffyr!C6en ist es schon 1655 — und das 100 Erfindungen verschiedenster a entJ’,alt freilich sind diese Erfindungen zum Teil phantastisch und unbrauchbar, wie manche andere erfinderische Ideen jener Zeit. Man hat deshalb auch die Dampfmaschine nicht ernst nehmen wollen. Allein damit choint es doch nicht so schlecht zu stehen. Wir wissen, daß der Marquis ahrzehntelang in Vauxhall in einer besonderen Werkstatt arbeitete, zu- ammen mit feinem Assistenten Kaspar Kaltoff, einem Holländer H'er hat er zweifellos sein „Fire Water-Work" auch in Betrieb gesetzt. Dafür bestehen drei unabhängige Zeugnisse aus den Jahren 1663 bis 1670, und eine Menge weiteren Materials hat fein Biograph Henry Dircks zusammengebracht. Auffallend ist freilich zunächst, daß die Mitteilung über den Besuch von Cosimo de Medici, Sohn des Groß- Herzogs von Toskana, im Jahre 1669 (als der Erfinder schon zwei Jahre tot war) zwar davon spricht, daß die Maschine bei Bedienung durch nur einen Mann das Wasser 40 Fuß emportreibe und für nützlicher gehalten roeröe, als eine Wasserhebemaschine bei Somersethouse, die durch einen ©opel mit zwei Pferden betrieben werde, jedoch von der Neuartigkeit, nämlich von der Dampfkraft, kein Wort sagt. Das mag an dem laien» haften Bericht liegen. Doch auch die Wissenschaftler jener Zeit haben die Erfindung des Marquis ignoriert. Warum? Gelehrtendünkel gegenüber 1 dem Laienerfinder, Mißgunst, Neid? Vielleicht verübelte man es dem Er- finder, der sich in bedrängter pekuniärer Lage befand, daß er aus einem I Privileg wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen suchte und die Konstruktion I geheim tjielt, daß er überhaupt ein Privileg erhalten hatte, daß die Ma- schine hinter den angepriesenen Leistungen zurückblieb? Nur Robert
E 1666 oder 1667 in Vauxhall, fand die Maschine aber lächerlich. Sicherlich war es übertrieben, wenn Worcester seine Erfindung als „das erstaunenswürdigste Werk in der ganzen Welt" bezeichnet. Man hat ihn auch vielfach als bloßen Projektenmacher hingestellt. Die Wahr- heit liegt wohl auch hier in der Mitte. Seine Dampfmaschine war ohne I Ziveifel noch sehr unvollkommen. Wie sie gearbeitet hat, wissen wir nicht dorff, der in seiner „Geschichte der Physik" den Fall ausführlich behandelt, meint, sie habe aus einem Dampfkessel bestanden, von welchem der Dampf durch zwei Röhren fortgeleitet wurde. Der Dampf druckte unmittelbar auf das Waffer, und die Höhne wurden von Men- chenhand bewegt. Nach Deffnung der Hähne drang der Dampf in den- Wasserbehälter und preßte das Wasser in die Steigrohre. Es wurde im-' !ncr "ur ein .yahngeöffnet, so daß der Dampf nur in dem einen Gefäß öas Wasser hob, wahrend er durch den zweiten Hahn vom andern Gefäß abgesperrt blieb, das inzwischen wieder gefüllt wurde. Durch abwechseln- I ^Süllen unb Entleeren der beiden Gefäße konnte somit ein ununterbrochenes Heben des Wassers beliebig lange fortgesetzt werden.
**P Wesentlichen wirklich so ähnlich arbei- I tete, lagt sich daraus schließen, daß Thomas Savery, der 1698 zuerst mit seiner Dampfmaschine hervortrat und auch ein Patent darauf erhielt offenbar stark von Worcester abhängig war. Der Physiker I. Th. Defa-'! an« 17? geradezu, Savery habe die Idee unmittelbar
aus Worcesters Buch entnommen und alle ihm erreichbaren Exemplare I dieses Buches aufgetauft und vernichtet, um den geistigen Diebstahl zu verwischen. Savery konnte zwar im Jahre 1699 der Royal Society in ■LonO'On ein JJZobeU |ein<cr Konstruktion vorführen, ober ein (Erfola uxir I auch ihm nicht belieben. |
Zu erwähnen ist noch Samuel Morland, der 1682 eine Dampf- I marine erfand, die er in einer 1683 verfaßten Schrift so ungenügend beschrieb, daß wir auch hier wieder über die Anordnung und Benutzung der Zylinder nichts genaues wissen. Wichtig ist darin der Satz, daß dadurch die Kraft des Feuers verdampfte Wasser sogleich einen etwa zweitausendmal größeren Raum einnehme als vorher. Der daraus folgende Sasii „zu gewaltsam, um sich einsperren zu lassen, würde es eher eine I * Jp?t!0en“' erinnert so stark an Worcesters ersten Versuch, der tatsächlich diese Erfahrung machte, daß man annehmen darf, auch Mor- I land habe von Worcester die Anregung erhalten.
Damit hat die romantische Periode ihr Ende erreicht, und wir wären I am eigentlichen Beginn der Geschichte der Dampfmaschine angelanqt: I tnis d"k>m. Dieser hervorragende Physiker, durch seinen Dampf- rochwps noch heute allgemein bekannt, war einen anderen Weg gegangen. Er kannte die grundlegenden Arbeiten von Torricelli, Guericke! ro1" °9.1 «■ Er kam, so merkwürdig das zunächst klingen mag, über die
Zur Dampfmaschine. Im Jahre 1673 hatte er in Paris als n. l X Ehristian Huygens dessen Versuche geleitet, eine Schieh- r •J?t2?lonsJ!la^lne äu bauen — das war der Grundgedanke der !" "0>pWnschen Gasmaschine. Zylinder und Kolben bildeten die Haupt- | 1 estandteile dieser Maschine. Aber sie war lebensgesährlich! Diese Ersah- I i “ i°ratc.Dble. Beobachtungen an seinem 1681 erfundenen Dampfkoch- | i •t\,FsPin^u 5'uer neuartigen Konstruktion der Dampfmaschine, ir |e-5 den Gasdruck durch Dampfdruck ersetzte: er baute die erste I h<°1o„nÖTP^T’d>’n<;' wren Beschreibung er 1690 veröffentlichte und deren erstes Exemplar er 1698 zu Kastel baute. ;
Entwicklung über Papin, Newcomen zu James Watt, !
0 sten Reformator der Dampfmaschine, gehört nicht mehr in das । Jtapttei der tastenden Vorversuche. Seitdem cs um 1711 Newcomen ,


