Ausgabe 
23.9.1929
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang 1929 Montag, den 23. September Nummer 74

Oie Brücke.

Von Gottfried Keller.

Schöne Brücke, haft mich oft getragen, wenn mein Herz erwartungsvoll geschlagen, und mit dir den Ström ich überschritt. Und mich dünkte, deine stolzen Bogen find in kühnerm Schwünge mitgezogen, und sie fühlten meine Freude mit.

Weh der Täuschung, da ich jetzo sehe, wenn ich schweren Leids hinübergehe, daß der Last kein Joch sich fühlend biegt i Soll ich einsam in die Berge gehen und nach einem schwachen Stege spähen, der sich meinem Krimmer zitternd fügt?

Aber sie mit anderm Weh und Leiden und im Herzen andre Seligkeiten, trage leicht die blühende Gestalt! Schöne Brücke, magst du ewig stehen: Ewig aber wird es nie geschehen, daß ein bess'res Weib hinüberwalltk

Die Nachtwache.

Bon tzuigi P i r a n d e l l o.

I.

Im finstern Stiegenhause fragte Marco Mauri den Mann, der ihm rasch entgegenkam:Sind Sie der Arzt? Kommen Sie schnell, sie stirbt!" Der andere blieb einen Augenblick stehen, als wollte er den fest ins Auge fassen, der ihn mit dieser Frage überfallen hatte.

Sie stirbt!"

Mauri schluchzte, er versuchte sich durch Zeichen verständlich zu machen, denn er konnte nicht mehr sprechen; er sprang die Treppen hinan, durchquerte den Gang und überschritt als erster die Schwelle im Hintergrund.

Angstvoll folgte ihm der eben Angekommene. Er war ein hochgewach­sener Mann von etwa fünfzig Jahren; blonde Haarbüschel fielen ihm wirr über Stirn und Schläfen. Er strich sie zurück und ließ einen Augenblick die Hände auf der Stirn.

Aus dem zerwühlten Bett in dem unordentlichen und halbdunkeln Zimmer lag eine Frau. Sie war totenblaß; die Haare von wunder­schönem Rot tagen wirr und aufgelöst auf dem Kopfkisfen.

Ein alter Priester, klein und dunkelhäutig, unterbrach das Gebet, das er zerstreut über das Bett hingemurmelt hatte und erhob sich von feinem Sitz; während Mauri mit leiser Stimme sagte:Da, da sehen Sie da ist die Wunde."

Und er stieß einen Finger heftig gegen den Unterleib.

Da. Offenbar ist der Stoß abgeglitten. Kommen Sie, sehen Sie

Aber der Mann, den er für den Arzt hielt, wandte sich an den Prie­ster, der sich ihm schüchtern und verwirrt genähert hatte.

Sind Sie Don Cirillo Righi?" fragte er. .

Zu Ihren Diensten, gnädiger Herr. Und Sie Sie sind der Dok­tor Silvio Gelli?"

Ach, ihr Mann!" stöhnte Mauri.

Schweigen Sie!" stieß der alte Priester gereizt hervor.

Nein, verzeihen Sie, erklären Sie mir lieber, kam ihm der an­dere zuvor; aber er stockte, denn aus einer Ecke des Zimmers sah er ein kleines Ungeheuer auf sich zukommen, eine arme Zwergin, kaum einen Meier hoch, mit gelbem mißgestaltetem Gesicht, in dem schwarze er­schrockene Augen fimfelten.

Dorthin, 'Margherita, dorthin" sagte der Priester und rotes nach dem Sterbezimmer.Meine Schwester", fügte er zu Gellt gewandt, mit mit­leidigem Ausdruck hinzu.

Aber dieser entgegnete hart:Sie schrieben mir, sie sterbe.. .

In tiefster Reue, ja glauben Sie mir nur, Herr Professor sagte Righi eilig und beschwichtigend.

Wer ist dann dieser?" fragte Gelli verächtlich.

Lassen Sie es sich erklären. Er kam am Abend des Tages, an dem die Dame uns ins Haus fiel. Wir hielten ihn zuerst für einen Ver­wandten, nicht wahr, Margherita?"

Die Zwergin, die ängstlich an der Türe stehen geblieben war, nickte mehrmals mit dem Kopfe. , , , .

Und", fuhr Righi fort,als die Dame nachher mir beichten wollte, da erfuhr ich erst, daß er sie verfolgte."

Mauri stöhnte wieder auf und schüttelte den Kopf.

Ich kann es nicht begreifen", rief der Priester,glauben Sie, es war nicht möglich, ihn zu entfernen!"

Und ich werde auch nicht gehen!" flüsterte Mauri und sah dabei zu Boden.

Auch nicht, wenn ich Sie hier verjage?" schrie Gelli, machte einen Schritt auf ihn zu und sah ihn voll an.

Nein, mein Herr! Beschimpfen Sie mich, schlagen Sie mich! aber lassen Sie mich bleiben!" brach Mauri aus." Wie könnte ich Sie stören? Ich werde hier bleibeu, hier in diesem Zimmer. Haben Sie Erbarmen! Lassen Sie mich doch meinen. Sie dürfen mich nicht verjagen, mich, der sie angebetet und der ihretwegen sein ganzes Leben vernichtet hat. Hören Sie: um ihretwillen t)abe ich, Marco Mauri, meine Familie verlassen, meine Frau, meine Töchter!"

Er war bei diesen Worten aufgesprungen, mit wild aufgerissenen Augen und erhobenen Armen und fuhr fort:Sehen Sie doch ein, daß es unmöglich wäre, mich zu verjagen!"

Ein angstvolles Stöhnen klang herüber. Don Camillo Righi berührte Gelli ganz leise und vorsichtig am Arm und wies nach dem Zimmer der Sterbenden, die offenbar aus ihrer Beroußlosigkeit erwacht war.

Nein, nein, verzeihen Sie" sagte Gelli mit gezwungenem Lächeln, Sie werden begreifen, daß ich nicht darauf gefaßt war."

Herr Professor, verzeihen Sie", versuchte Righi einzulenken.

Wir stehen dem Tode gegenüber!" rief Mauri,Jener Priester hat unrecht getan, Ihnen nicht zu schreiben, daß sie sich um meinetwillen getötet hat!"

Aber ich", entschuldigte sich Righi," habe nur die Pflichten meines heiligen Amtes befolgt das ist alles."

Unsinn!" stöhnte Mauri.Wollen Sie denn allen Ernstes die Ko­mödie einer Verzeihung aufführen taffen? Gut: gehen Sie nur da herein. Gehen Sie und verzeihen Sie ihr »nd kehren Sie dann dorthin zurück, woher Sie kamen aber scheint Ihnen das die rechte Zeit und der rechte Ort für Komödienspiele? Ich sage es Ihnen ganz aufrichtig, vor diesem Priester, was Sie hierher geführt hat: die Rene, Priester, die Reue! Denn er, er hat diese Unselige damals in Verzweiflung gestürzt, damals vor vielen Jahren! Ist es nicht so? Glauben Sie denn, daß es mit dieser Frau dahin gekommen wäre, wenn Sie Ihr Töchterchen nicht zurückbehalten hätten?"

Sie haben Ihre Kinder verlassen und haben noch die Stirne, mir das ins Gesicht zu sagen?"

Ja, mein Herr! Und mich klage ich an! Ich habe ein doppeltes Ver­brechen begangen. Denn ich habe diese Frau betrögen. Ich habe ihr ge­sagt, daß ich frei bin. Inzwischen hat meine Frau sie aufgesucht und sie hat sich geschmeichelt, sie könnte das Glück einer Familie wieder Her­stellen und ist hierhergekommen, um sich zu Tod zu martern. Und da wollen Sie, daß ich jetzt gehe?"

Wollen Sie auf mich hören? Legen Sie endlich die Maske ab, und werfen Sie sich dort vor diesem Bette auf die Knie und lassen S i e sich vergeben und sagen Sie dieser armen Frau, daß sie eine Heilige ist und unser aller Opfer war. Sehen Sie her, sehen Sie her, was wir tun sollten, wir Männer!"

Er kniete vor der entsetzten Zwergin nieder, faßte ihre Hände und schrie:Speie mich an! Speie mich an! Speie mir ins Gesicht!"

Gelli und der Priester standen da, wie gelähmt von der Leidenschaft des Irren.

Mauri blieb auf den Knien liegen, preßte das Gesicht gegen den Boden und schluchzte; plötzlich sprang er auf und fragte:Ich benehme mich wohl nicht sehr fein? Oh, welch peinliche Situation für den erlauch- fen Herrn, der hierhergekommen ist, um zu verzeihen! Und für den Herrn Kanonikus! Komödianten! Ihr Komödianten!"

Schluchzend entfloh er. Aber nach einiger Zeit kehrte er etwas ge­faßter zurück und zog ein kahlköpfiges, vollbärtiges Männchen hinter sich her.

Da äst der Doktor Balla!'

Jetzt gehen Sie aber! Sofort!" befahl Gelli, und schob und stieß ihn zur Türe heraus. . m ,

Doktor Balla schnaubte; bann verkündete er:Ich war m Monte- pulciano."

Gut. Und was weiter?" fragte Righi.

Nichts weiter. Eine unnötige Bemühung. Ich habe den Kollegen Concelli gesprochen, ich habe ihm berichtet, aber er ist der Ansicht ja daß fein Kommen überflüssig märe."

Hier ist", sagte Righi,der Gatte der Barne, der Doktor Gelli, eine" Leuchte der Wissenschaft."

Ah!" rief Balla,um so besser!" . ,

Dann fragte er:Haben Sie die gnädige Frau schon gesehen?

Gelli schüttelte den Kopf.