Ausgabe 
18.11.1929
 
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Staunen vor Minoa.

Von Leo Matthias.

Was haben Rom und Ur und Bagdad zu oergeben, verglichen mit den Märchen, die man auf Kreta ausgegraben hat?

Paläste, Paläste. Zweistöckig, vierstöckig. Mit Veranden und Säulen. > Springbrunnen und Warmwasserversorgung, Hallen und Fresken, Theatern und Badern. Die Straßen noch heute erhalten. Andere, von späteren Volkern gebaut, sind verfallen. Diese, die ältesten der Welt, stehen.

Unvorstellbar, wie lange das alles zurückliegt. Die ganze griechische Herrlichkeit dauerte noch nicht 500 Jahre. Ein-, zwei-, drei-, viermal fünfhundert Jahre hinter die griechische Zeit zurück und dann erst gerät man an die Anfänge der kretischen Kultur. In Aegypten begann man da­mals gerade. Kanaan lag noch unkultiviert. Die ersten Dinge, die nach Kanaan kamen, stammten aus Kreta.

Man weiß bis heute nicht, was das für Leute waren, die auf der Insel gelebt haben. Sie schrieben mit Tinte und Feder, hatten eine Linearschrift und verstanden von allen gelehrten und ungelehrten Dingen mehr als alle anderen Bolter. In der Musik haben sie die Flöte und die siebensaitiae Lyra erfunden. In der Landwirtschaft: die Kultur der Feige und des Oel- baums. In der Malerei: die Freske. In der Plastik: den Bronzegutz. Im Theater: den Chor. Im Sport: das Boxen und den Stierkampf. In der Architektur: den Zentralhof. In der Töpferei? das erzdünne Gefäß. In der Metallurgie: die Intarsien. Im Phantastischen: den Greif. In der Reli- gion: unzählige Symbole. Ueber ein Jahrtausend erhielt sich die Legende ?°£r.LlevVrJtaunIict,en Und sie erschienen ben Griechen so phan­tastisch, daß sie nur bereit waren, die Hälfte zu glauben. Als die Kreter aber einmal erzählten, sie hätten auch eins Göttin verehrt, deren Sohn sterblich gewesen sei, fanden die Griechen, die Paradoxe ertragen konnten, diese Zumutung, den Glauben an einensterblichen Gott" zu verlangen als eine schon nicht mehr liebenswürdige Frechheit, und einer, Kaieimachos mit Namen, erklärte, alle Kreter seien Lügner. Man glaubte ihnen von da ab gar nichts mehr.

Die Kreter aber hatten nicht gelogen.

Wie Schliemann einem Knabentraum nachging und Troja fand, so.suchte Sir Arthur Evans das minoische Knossos. Ein Grieche mit dem prädestinierten Namen Minos Kalokairinos behauptete, Knossos müsse etwa 8 Kilometer südöstlich des heutigen Canbia liegen: Die Bauern I hatten an biefer Stelle eine Unzahl von Gegenstänben gefunben ... ^oons ließ graben. Unter der Erde lag in einem ungeheuren Geviert der minoische Palast.

Es ist nicht leicht, sich zurecht zu finden. Der erste Eindruck ist der eines Neubaus. Man sieht einen Grundriß, ein paar Mauern, ein paar Säulen, eine Art von Propyläen aber man weiß nicht, wo es hinein­geht. Man sagt sich: wahrscheinlich durch die Propyläen. Aber um dahin zu kommen, muß man einen Abhang hinunter, einen Abhang hinaus und dann über eine Mauer. Unwahrscheinlich, daß man auf diese Weise in den Palast hineinklettern mußte.

Also zurück.

Aber wohin? Wo ist in diesem verflixten Gewirr der Eingang? Die Behauptung von Evans, daß dieser Palast mit dem Labyrinth identisch , gewesen sei, schien mir nach dieser ersten Erfahrung sehr begründet. I Ich hätte den Eingang nicht gefunden, wenn mir Evans nicht zu Hilfe gekommen wäre. Er schob mich den Weg, auf dem ich stand, hinunter und zeigte auf eine Ecke, die mir unbemerkt geblieben war. In dieser Ecke befanden sich zwei Treppen, von denen die eine geradeaus und nicht weiter ging, und die andere nach rechts und zu dem Palast hin abbog. Man hat früher geglaubt, die Treppenstufen seien Sitze gewesen und das Ganze ein rechtwinkliges Theater. Aber die seltsame Treppe ist der Eingang zum Palast. Geht man geradeaus, läuft man an der Außenmauer entlang: kommt zu einer Art Pförtnerhaus; muß noch einige Schritte gehen und bann mit der Palastmauer links einbiegen. Zur großen Ueberraschung steht man plötzlich vor den Propyläen, zu denen man den Zugang gesucht hat.

Eine komische Anordnung. Aber überall, wo man Paläste ausge­graben hat ober noch dabei ist, in Phaestos, in Hagia-Triada, in Mallia, ist. der Grundriß der gleiche. Erst auf diesem Weg, der von Norden nach Süden und bann roieber zurücksührt, kommt man in das Innere und auf oen Zentralhof. Links liegen dann einige Empfangsräume und dahinter die Magazine, und rechts, sorgfältig geschieben, die Werkstätten und die Privatgemächer. Der Grundriß ist schachbrettklar. Wo ist das Labyrinth geblieben?

Den Kopf zu den Decken erhoben, geht man 4000 Jahre nach dem Zusammenbruch dieser Welt durch die Säle, Gemächer und Badezimmer, die sich im Ostflügel befinden. Es sind hier noch zwei Etagen erhalten. Breite Treppen, von Säulen begleitet, die sich nach unten verjüngen, fuhren abwärts, aufwärts. Es ist überall hell. Fenster, in denen einstmals Pergamentscheiben saßen, und Lichtschächte erfassen die dunkelsten Winkel. Wo durch die Schächte der Regen hineinfallen konnte, liegt der Boden schräg, und das Wasser läuft unterirdisch weiter. Es wird in großen Be­hältern gesammelt, von denen aus wieder die Badewannen, Waschküchen und Werkstätten gespeist werden. Es gab in dem Palast sogar ein W. C. t .. Das Röhrensystem war so vollkommen, daß man bei Gefälle die Ton- rohren sogar parabolisch baute, um ein Auswaschen durch den verstärkten Wasserdruck zu verhindern.

Es ist dergleichen in Jahrtausenden nicht wieder erreicht worden. Selbst die Wasser- und Straßenbaukünste der Römer, für die sie bisher als unerreichte Meister galten, sind zweitrangig neben der minoischen Arbeit. Deshalb hat sich auch die minoische Straße, die von Knossos zur Küste führt, gut erhalten, während der Unterbau der römischen Straße, die darüber und daneben liegt, mürbe geworden ist.

Auch die Welt der schönen Dinge ist nach dem Untergang Minoas fall solchem Reichtum nicht wiedergekommen. Das beweisen vor allem die Fresken, die man gefunden hat. Sie lagen unter umgeftürzten Mauern, unb Evans hat die Bilder aus dem bemalten Schutt in monatelanger

Arbeit Zentimeter für Zentimeter wieder zusammengeklebt. Das Ergebnis war ein Triumpf. Man steht mit offenem Mund.

Es ist auf diesen Bildern nichts, aber auch gar nichts von dem was sich mit irgendwelchen Vorstellungen vergleichen ließe. Es gibt zwar einzelnes, was an Aegypten erinnert, anderes, was ganz japanisch ist aber das Ganze gehört weder zu der einen noch zu der anderen Welt Selbst das Gegenständliche gestattet noch keine Vergleiche und ist eben nur minoisch. Es fehlt den Darstellungen alles, was man von der Antike her gewöhnt ist, und es ist wiederum alles da, was man zwischen 5000 und 500 vor Christus gar nicht oder nur selten findet. Man sieht daher keine wilden Dinge: keine Triumphzüge, Schlachten und dergleichen, son­dern nur eine Welt, die ruht oder spielt. Man sieht eine Katze, die hinter einem Busch einem Huhn auflauert. Einen Fasan, der auf einem Zweig hockt. Schwimmende Delphine, oder Männer und Frauen, die sich um einige große Bäume auf einer Wiese versammeln.

Von den gefährlichen Dingen ist nur der Kampf mit dem Stier be­liebt. Man sieht Menschen, die über ihn Hinwegspringen, in seinen Hör­nern hängen, oder sogar auf den Hörnern einen Handstand machen. Liese Tauromachie und die Goyas sind die beiden einzigen, die es gibt. Aber die minoische besitzt vor der des Spaniers den Vorzug, daß hier der Stierkampf noch sichtbarer Teil eines Kults ist. Mit dem Sprung über den Stier setzt nicht nur ein Akrobat ober ein Sportsmann über eine Barriere hinweg, sondern der Mensch über das Sinnbild der Kraft und aller dunklen Mächte.

Was heute einander weltenfern ist, der Priester und der Akrobat, der Geistmann und der Körpermann, das saß um diese Zeit noch in ein und derselben Haut. Hier, in Minoa, ist nachweisbar die Einheit. Nicht in Griechenland. Die olympischen Spiele sind bereits ein Verfall.

Auch die Grenze zwischen Mann und Weib war um jene Zeit anders gezogen als jemals zuvor. Die Frauen waren frei, aber hielten das anscheinend für so selbstverständlich, daß sie darüber nicht die Balance verloren. Sie beteiligten sich daher an den Stierkämpfen wie auch an den unreligiösen Spielen, den reinen Sports: sie schwammen, gingen auf die Jagd, turnten und boxten, und hatten für diese Beschäftigungen so- gar einen besonderen Dreß, der sich von der Kleidung des Mannes kaum unterschied aber sie hatten nicht den Ehrgeiz, auch noch ruhelos zu werden. Sie blieben ihrem Geschlecht und der Seßhaftigkeit treu, und da die Kirche das Haus aller Häuser ist, und eine wandernde Kirche ein Widerspruch in sich selbst, so verfloß ihr Leben auf dem Sportplatz oder bei den Quellen, die man verehrte. Die minoische Kirche war vom Gott bis zum letzten Wesen weiblich.

Es gibt einige Statuetten der höchsten Göttin, die ebenso wie die Marien der Renaissance das Frauenbild der ganzen Zeit wiedergeben. Man sieht keine enghüftigen Figuren, weiße Schultern; zierliche Bügel für lange, weite, krinolinengebaufchte Röcke oder ein Wasserfaß von Volants. Rücken und Arme sind meistens bekleidet. Aber die Brust liegt in einem tiefen Ausschnitt offen, und um den Kopf in den Zauber der weiten Silhouette einzufangen, biegt vom Hals ab ein Stuart-Kragen bis zur Hohe des grotesk-witzigen Huts. Man verstand sich auf alle Raffinements. Um den Spann zu verkürzen, hakten die Sandalen hohe Hacken.

Helena muß so gekleidet gewesen sein. Denn die Frauen der Män­ner, die von Argolis nach Troja zogen, holten sich aus Minoa, was be­weglich war, und dazu gehören ja vor allem die Schneider. Als in Kreta um 1400 die Dorer einfielen und alles zerstörten, war die Mode das letzte, was unterging. Tinte und Feder waren viel schneller aus dem Ge­brauch gekommen. Was dann blieb, war nur noch eine Legende und der Gesang an eine große Göttin, deren Sohn jährlich starb, um immer wieder aufzuerstehen.

DieGroße Mutter" war für die Minoer vor allem eine Meergöttin gewesen. Es gibt sogar noch heute eine Erinnerung an sie.

Oer arme Spielman«.

Erzählung von Franz Grillparzer.

(Fortsetzung.)

Ich kam nun in die Kanzlei unter die Abschreiber. Da war ich recht an meinem Platze. Ich hatte immer das Schreiben mit Lust getrieben, und noch jetzt weiß ich mir keine angenehmere Unterhaltung, als mit Tinte auf gutem Papier Haar- und Schattenstriche aneinander zu fügen zu Worten oder auch nur zu Buchstaben. Musiknoten sind nun gar überaus schön. Damals dachte ich aber noch an keine Musik.

Ich war fleißig, nur aber zu ängstlich. Ein unrichtiges Unterschei­dungszeichen, ein unleserliches oder ausgelassenes Wort im Konzepte, wenn es sich auch aus dem Sinne ergänzen ließ, machte mir bittere Stun­den. Im Zweifel, ob ich mich genau ans Original halten oder aus Eigenem beisetzen sollte, verging die Zeit angstvoll, und ich kam in den Ruf, nachlässig zu fein, indes ich mich im Dienste abquälte, wie keiner. So brachte ich ein paar Jahre zu, und zwar ohne Gehalt, da, als die Reihe der Beförderung an mich kam, mein Vater im Rate einem andern seine Stimme gab und die übrigen ihm zufielen aus Ehrfurcht.

Um diese Zeit sieh nur," unterbrach er sich, es gibt denn doch eine Art Geschichte. Erzählen wir die Geschichtel Um diese Zeit er­eigneten sich zwei Begebenheiten: die traurigste und die freudigste meines Lebens. Meine Entfernung aus dem väterlichen Hause nämlich und das Wiederkehren zur holden Tonkunst, zu meiner Violine, die mir treu ge­blieben ist bis auf diesen Tag.

Ich lebte in dem Hause meines Vaters, unbeachtet von den Haus­genossen, in einem Hinterstübchen, das in den Nachbarshof hinausging. Anfangs ich am Familientische, wo niemand ein Wort an mich richtete. Als aber meine Brüder auswärts befördert wurden und mein Vater beinahe täglich zu Gast geladen war die Mutter lebte feit lange nicht mehr fand man es unbequem, meinetwegen eine eigene Küche zu führen. Die Bedienten erhielten Kostgeld; ich auch, das man mir aber nicht auf die Hand gab, sondern monatweise im Speisehause bezahlte. Ich war daher wenig in meiner Stube, die Abendstunden ausgenommen; denn mein Vater verlangte, daß ich längstens eine halbe Stunde nach dem