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Etliche finb zubringlich wie Schmeißfliegen.
Weißen und geben ein paar Piaster
Port Said heraus.
langsam aus
lächeln lebhaft und naiv.
*
in
(Nachdruck verboten.) langen, schlanken Wagen ausgesehen haben. Nun
ist da. Er wieder ans
Staub Afrikas und durch den Wüstensand Von Port Said aus will dieser Expreß nach Hafen liegt die Station. Viel gelber Sand
Port Said. Seine waren, schneeweiß
Kücken verschwinden Darüber lächeln die
laßt lebende Sonnenlicht. Schaugelb.
Ein Zauberkünstler und zaubert sie bann
Dieser Expreß steht in mögen einst, als sie neu jeboch sind sie durch den ins Weihgraue verschossen. Afrika hinein. Direkt am
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Aber schließlich läßt der Schmerz doch ein wenig nach. Am östlichen Rande des Nildeltas, das nun ausgetaucht, ungefähr bei Abou-Hammad, hört die sandige Geschichte auf. Hier wird das Land plötzlich fruchtbar, sehr fruchtbar. Als sei ein plötzlicher Zauber geschehen, so wirkt das. Lächerlich fast der Kontrast: eben noch Wüste, jetzt blühendes Land.
Goldbraune Kornfelder breiten sich aus; es wird bereits geerntet auf ihnen. Smaragdgrüne Wiesen leuchten, große, bunte Blumen, elastische Palmen, silberne Wasserbänder, hohes Schilfgras.
Braune Menschen schaffen hier. Landbevölkerung. Fellachen, die Landwirte Afrikas. Sie sind schlank und tragen weiße, wallende Gewänder. Auch fleißig sind sie, trotz der Hitze. Aber sie nehmen die Hitze ja längst nicht so ernst wie wir. Sie sprechen erst von Hitze, wenn hier im Sommer zirka 60 Grad im Schatten finb.
Längst sind nun die Holzjalousien an den Zugfenstern hochgezogen. Man schaut und schaut. Sdjaut auf diesen fruchtbaren Landstrich, der vom Wasserlauf des heiligen Nil gesegnet wird.
So weit man sieht, nichts als Grünen und Blühen. Riesige Vögel- Hocken auf seltsamen Bäumen, graue Rinder liegen träge im hohen Gras; Schafe mit langen, bammelnden Ohren trotten auf staubigen Wegen, und Esel laufen Galopp. (Sie sind hier fleißiger als jene in Europa.)
Kamele ziehen bedächtig die Straße entlang. Irgendwo kreisen Bussel und ziehen am Schöpfrabe. Schwarze Buben treiben sie an. Meist lächeln diese schwarzen Menschen, wenn wir an ihnen vorüberfahren,
baß der staufifche Imperialismus In der Schlacht bei Legnano niedergerungen wurde? Wir wiffen die letzten Gründe nicht. Eines aber scheint sicher zu fein: daß der Ostmarkenfürst Heinrich der Löwe sich nicht dauernd mit seinen besten Kräften der Rom- und Weltpolitik Barbarossas zur Verfügung stellen wollte. Freilich, der Erfolg oder vielmehr Mißerfolg der Entschlüsse Heinrichs zeigte, daß sie vom Gesichtspunkt des Staatsmannes aus verfehlt waren. Das kleinere Opfer der Heeressolge in Italien hätte ihm das größere erspart; seine Aechtung, Verbannung, die Zertrümmerung feines so mühevoll aufgebauten niedersächsischen Staates.
Die Zerschlagung Niedersachsens durch Kaiser Friedrich I. und seine Austeilung an zahlreiche Kleinfürsten ist einer der schwersten Schläge geworden, den unsere Ostkolonisation empfing. Hätte sich Heinrichs des Löwen Genie und die Tatkraft feines Geschlechts auch weiterhin auswirken können, wäre insbesondere ein norddeutscher Großstaat entstanden, wie er Jahrhunderte später erst in Brandenburg-Preußen entstand, dann wäre die Wiedereindeutschung des Ostens zu ihrem natürlichen und organischen Abschluß gelangt. Weit nach Osten hin wäre unser Volkstum in geschlossener Siedlung vorgedrungen, und Rückschläge, die nunmehr wiederholt eintraten und uns noch erst in Versailles weitere Teile unserer Ostmark raubten, wären unmöglich gewesen. So rächt sich ein saft acht Jahrhunderte alter Konflikt in feinen Auswirkungen bis in die Jetztzeit hinein und weit noch über sie hinaus.
Aber trotzdem: die Größe des Lebenswerkes Heinrichs des Löwen bleibt, und viele Erfolge find auch geblieben.
Er ist eine gewaltige Persönlichkeit gewesen, mit vielfach" widersprechenden Eigenschaften, mit einer zuweilen fast unverständlichen Härte und Herbheit, aber doch auch wieder milde und freundlich — ein Mensch mit seinem Widerspruch.
Als einst die wendischen Fürsten vor ihn traten und er sie auf- [orberte, ben christlichen Glauben anzunehmen, erwiderte einer von ihnen: ^Herr, du magst einen Gott bekennen, welchen du willst; unser Gott bist du!
Diese Worte zeigen den Eindruck, den Heinrich, der Neuschöpfer, der Kulturträger, auch bei feinen bisherigen Feinden gemacht hat.
Wir aber stehen, seines Wesens voll, vor der Burg, die er errichtete, vor dem Dom, in dem er samt seiner treuen Gattin Mathilde ruht, und vor dem ehernen Löwen, der sein Antlitz gen Osten wendet — über die Jahrhunderte hinaus.
Ihre Häuser gleichen dreckigen Steinkisten und finb völlig verstaubt, und erhitzt. Die 'Menschen hier werben in Dveck und Staub groß und sterben auch darin. Aber sie kennen Begriffe wie Staub und Dreck wohl gar nicht. «
Sie legen auch gar keinen Wert auf massive Beschaffenheit ihrer Häuser. Sie wollen dort nur ein wenig Schatten haben und ruhen können. Sie sind naturhaft und schleppen noch ein Stück Änimalität in sich herum.
Auf uns Europäer wirkt diese Lebensweise wie eine Hürde, die zivilisatorisch übersprungen werden muß. Die Schwarzen jedoch leben naiv unter der Sonne dahin. Sie sind nicht mit Zivilisationskomplexen belastet.
*
Weiter rast der Expreß. Immer durch blühendes Land. Er strebt nun auf Kairo zu, die Millionenstadt. Nun halten es die Damen für angebracht, sich langsam zu säubern van den Beglückungen der Arabischen Wüste. Denn sie wollen im europäisierten und zivilisierten Kairo doch einigermaßen zivilisiert erscheinen. 'So tupfen sie die Miniatur-Sandwüsten von ihren Kleidern und lächeln, weil sie Gott sei Dank wieder in die Arme der Zivilisation kommen.
Aber die Hitze brütet weiter, genau wie in der Arabischen Wüste, die wie ein sandiger, heißer Traum hinter uns liegt. Bis nach einer Stunde der Expreß langsam in die große Bahnhofshalle Kairos kriecht. Hier sind sechzig' Sonnengrabe. .
Da wünschen wir uns stöhnend viel Vergnügen in Afrika.
Sinnend betrachtet man dieses tote Land, sinnend, soweit man bei dieser Hitze eben überhaupt noch denken kann. Man könnte meinen, das sei ein Land, in dem alles Leben wirklich wieder zu Staub geworden wäre. Ost liegt der Sand dünenhaft, und wenn ein leiser Luftzug kommt, bann steigt er tanzend und spielend auf, um sich dann langsam wieder auf den anderen ewigen Sand zu senken.
Doch durch diese eigentlich grauenvolle Oede stach die moderne Technik, legte eiserne Stränge auf dem toten Boden fest und jagte Wagen darüber hin. Die Technik bezwang diese Oede, die gerade in ihrem gelben Tod einen seltsamen Kontrast zu brennend-lebensvollem Licht der Sonne bildet.
Einst zogen hier nur Karawanen mühselig und langsam. Nun sausen stählerne Wagen fieberhaft über die Sandflächen dahin.
Und die Abteile sehen nun bald selbst gelb aus, so stark ist der Sand eingedrungen. Selbst unsere Gesichter sind mit einer seinen Sandschicht überzogen. Das mutet uns wie ein Verstoß gegen jede Zivilisation an.
Aber die Wüste pfeift auf jede Zivilisation.
*
Stundenlang geht diese Fahrt. Stundenlang stöhnen wir sozusagen pflichtgemäß in der Hitze, die nun immer stärker und stärker wird. Hier haben die Wüstenwinde die Meerwinde gänzlich verdrängt, und es blieb glühende, flimmernde und brennend-heiße Luft.
Unsere Kehlen sind ausgedörrt. Früchte, die man mitnahm, sind an« gewärmt. Selbst Getränke in Feldslaschen haben Hitze gefangen. Nichts Kühlendes. Auch Luftfächeln nützt nichts mehr.
So ergeben sich besonders die Damen in ihr heißes Schicksal. .Sie finden diese Wüste zum mindesten unhöflich und taktlos. Und sie bedauern ihre Kleider, die inzwischen selbst zu kleinen Sandwüsten ge-
gerabe dahinsaust, bringt keine Kühle mehr.
Mit heißer Herzlichkeit begrüßt uns Afrika. *
Der Expreß saust. Rechts der große, flache Menzaleh-See verschwindet langsam. Links bleibt der Suez-Kanal. Es ist mäßiger Schiffbetrieb auf ihm. Er läuft so gerade wie ein gespannter Bindfaden. Erst am Ballah-See, weiter südlich, macht er eine schwache Schwenkung.
Wir gucken. Also das ist der Suez-Kanal, den man in der Geo- graphiestunde als äußerst wichtig eingepaukt bekam! Hm, er ist eigentlich weiter nichts als ein breites Wafserband durch gelben Sand. Nur an [einem rechten Ufer stehen etwas Grün und vereinzelte Palmen. Das linke Ufer ist gelber Sand, nichts als heißer Sand, so weit das Auge reicht. Ein Kanal durch eine Wüste.
Jsmailieh ist eine größere Stadt. Dort stürzt alles aus den Wagen des Expreß heraus. Denn dort ist ein Büfett, dort stehen große Limo- nabenflafchen. Im Nu find diese von den Weißen geplündert. Kein Wunder, denn die Hirne sangen in der Sonne langsam an zu schmoren. Wir kommen uns fast wie in Hochtropen vor.
„ßämmonät!" schreien die schwarzen Kerle und eilen^ mit Simona« denslaschen, auf denen oben ein Eisstück steckt, an dem Expreß entlang.
Aber der Aufenthalt dauert nicht lange.
*
Nun kommt die Arabische Wüste. Nun geht der Schienenstrang der Bahn westlich.
Die Hitze verstärkt sich. Der Zug rast durch Sand, dauernd durch Sand. Dieser Sand scheint der reinste Hitze-Konservator zu sein. Er ist grau-gelb und fein.
Er bringt auch in die Abteile, durch sämtliche Ritzen, durch Tiir- und Fensterspalten. Und man ist sehr bald mit einer feinen Sandschicht überzogen. Damen bedauern ihre Kleider, und Herren behaupten, die ganze Wüste könne ihnen gestohlen bleiben. Aber die Wüste denkt gar nicht daran, sondern schickt immer mehr Sand in die Abteile. Nun
findet sich bereits hier. Afrikas Sand.
Am Himmel steht brennend die Sonne. Es sind 40 Grad im Schatten. Ader zwei Policemen sagen uns, daß das noch kühl fei. In Kairo fei die Hitze bereits fürchterlich. (Angenehme Aussichten für uns, die wir ja doch biologisch mit dem Klima eines kühleren Landes verwachsen sind.)
Es wimmelt von Schwarzen an diesem Zug. Händler, Bäcker, Lirno- nabenverkäufer, Bettler. Sie schreien, ols ob wir schwerhörig wären.
Dann stampft ber Expreß los;
Die Fenster sind mit Holzjalousien gegen Sonne und Staub abgedichtet. Es ist drückend warm in ben Abteilen.
Wir legen keinen Wert darauf, uns über Afrika zu unterhalten, sondern wir reden über die Hitze, alleweil über die Hitze. Es haben sich in diesen Tagen in diesem Teil Afrikas bereits Winde ausgemacht, die aus der inzwischen erhitzten Wüste kommen. Sie beglücken uns und bringen Hitze und Fliegen. Da nützen kühlende Meerwinde nicht mehr.
Auch das Wasser des Suez-Kanals, an dem unser Expreß schnur-
Mit dem Expreh durch die Arabische Wüste
Von Albert Maaß.
atmet man schon Sand.
Und immer die Hitze. Hitze und Sand, Sand und Hitze, bas ist Wüste. Vorn bie Lokomotive des Expreß ist in eine große Sai


