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Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Jahrgang Freitag, den lb. August ------------- Kummer 63
3m Bremer Ratskeller.
Von Werner Bock.
Aus meinem duftenden Becher
Steigt das endlose Heer der Zecher
Dunkler Jahrtausende empor.
Sang aller fremden Zungen im Ohr, Summe ich brüderlich meine Weise Der uralten Göttin, der Traube, zum Preise.
Siehe, aus fernsten Ländern und Zeiten Trunkene Dichter neben mir schreiten Und mich umbraust ein ewiger Chor.
Doch mein Mund klingt machtvoll hervor Alle die Lieder, die Wein je entzündet, Werden heute von mir verkündet.
In der dem Ufer noch aus,
Und ich fülle den Kelch bis zum Rande, Grüße sie alle als Blutsverwandte, Die ich in heiligem Rausche beschwor.
Die Geschichte einer Entenjagd.
Von Carl Zuckmayer.
(Nachdruck verboten.)
Der Dichter wurde soeben mit dem hessischen Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Frühe kam Thomas zurück, mit kleinen leisen Ruderschlägen eeuernd, machte sehr langsam das Boot fest, schöpfte es n es zog bei jeder größeren Fahrt etwas Wasser, und
Jetzt trat Henrik heraus, in Hemd und Hose; sein breites, rundes Gesicht war von dunklen Bartstoppeln bedeckt und sah noch verschlafen aus. Er hatte am Abend vorher gefischt und war erst nach Mittemacht heimgekommen, gerade als Thomas in die weihe flirrende Nacht hinaus- ging, um Enten zu schießen, deren beste Stunde die der ersten Sonnenstrahlen ist. „Kaffee, Kaffee!" rief Henrik und langte den Buttertopf vom Wandbrett.
„Es ist Sonntag, es wird gut sein, wenn wir uns rasieren. Wir kriegen Besuch." Dann redete er norwegisch mit Söri, beide sahen Thomas an und lachten; der verstand kein Wort, sagte „all right“ und lachte mit.
So etwa unterhielten sie sich bereits seit zwei Wochen, feit sie zu britt auf Hallers einsamer Jagdhütte am Skjürvanten hausten, um Lachse M fischen, Enten zu schießen, Schneehühner auszumachen. Es ging friedlich und geruhsam zu in ihrem Wigwam. Henrik flickte den ganzen Tag Netze, die ewig schadhaft waren, oder er hackte Holz, oder er entwirrte unwahrscheinlich verknotete Angelschnüre. Thomas trieb sich viel allein an den Seeufem ober mit dem Boot in den abgelegenen Schilf- Mchten herum. Söri lag gewöhnlich in ihren Breeches und ihrer weichen Lederjacke in den Heidelbeeren und machte sich Mund, Hände und Kleider blau. Abends spielten sie ein Würfelspiel mit hölzernen Pferden, lachten furchtbar, wenn einer verkehrte Zahlen warf, und qualmten die Hütte voll.
Jetzt aber stand Thomas plötzlich auf, obwohl der Kaffee noch gar nicht ausgetrunken war. „Es geht nicht mehr so weiter." Nichts hatte sich ereignet, nicht das Geringste war passiert. Aber es ging nicht mehr Io weiter. Nein, es ging nicht mehr. f ■ f■ y y y y. y v ,
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ging zur Hütte hinauf, aus der schon Rauch aufstieg: Söri kochte Kaffee.
Er trat ein, die beiden großen Enten baumelten wie Skalpe an einem Gürtel. Söri stieß einen kleinen hellen Schrei aus — sie hatte >ie Kaffeemühle zwischen den Knien und trug, wahrhaftig, einen rot- eibenen Morgenrock, das Haar hatte sie schräg über ein Öhr gekämmt, o daß die andere Gesichtshälfte groß, nackt und klar erschien wie der Spiegel des Fischsees draußen.
Wieder kam ihm die Wut über seine Faulheit und seinen Unverstand — zwei Monate schon im Nordland zu leben und nicht Norwegisch zu können. Nun band er langsam und mit etwas klammen Fingern die toten Enten los, wog sie spielend in der Hand und legte sie dann in ihren Schoß, während er wortlos die Kaffeemühle aus ihren Knien 5, rückwärts bas Kreuz an ben Tischranb lehnend, und zu mahlen ann.
Nämlich, wo Frauen rar sind, beginnen sie plötzlich eine Rolle z« Wielen, die ihnen im allgemeinen Leben keineswegs zukommt. Nicht, bajj bie Manner gleich wie Hirsche mit gesenkten Hörnern aufeinanber los* gingen, auch Haß, Mißtrauen, Eifersucht unb Bosheit sinb unter Karn« raben nicht an der Tagesordnung. Hier war erst recht gar keine Red« von alledem. Nur: es beginnt sich unmerklich alles um die Frau zu drehen. Das ist ärgerlich, besonders wenn man sie noch nicht einmal etwa hebt. Wenn man noch nicht einmal ben Gebauten erwägt, sie zu küssen, wahrend ihr Mann seine Netze flickt. Wenn der Mann noch nichl einmal zögert, die halbe Nacht allein auf dem See herumzustreichen, wahrend seine Frau schon im Bett liegt unb, hinter einer gähnende« Zeltbahn hervor, Solveigs Sang pfeift. Kurzum: wenn sich gar nichtereignet, und man läßt plötzlich seinen halbausgetrunkenen Kaffee stehew dann geht es wirklich nicht so weiter.
*
Nun aber war Sonntag, und um Mittagszeit standen Henrik, Thoma- und ©ort einträchtig am Ufer, sahen um die Walbkuppe herum, im dicht* besetzten Boot, ihren Besuch kommen, den Besitzer dieser Hütte, der mit feiner Familie vier Stunden über Land fuhr, um nach feinen Jagd* gasten zu sehen.
Während der langen norwegischen Begrüßungen betrachtete Thoma- unausgesetzt ben großen Strohkorb, den Haakon stöhnend aus dem Kahn hob: Flaschenhälse lugten heraus unb verdeckte Topfs standest dann, ein Steintrug voll frischer Sahne, eine angebratene Renntierkeule, In ber Hütte drinnen lachte Söri mit ben andern Frauen. Thomas hörte es nicht anders als das Lachen einer Taube im Wald. „Die Welt/ spurte er, „ist gut und schön gemacht, es lohnt sich, in ihr zu leben, ja, es verlohnt jede Mühe und Plage, jeden Schmerz und Schlag, vielleicht sogar am Ende den Tod."
Da trat ber alte Haller heraus. Den Strohhut im Genick, die Virginia im Mundwinkel. „Es gibt wieder Lommen dies Jahr", sagte er. „Meh* rere Paare unb eine junge Brut. Verdammte Fischräuber. Wie roär'g — zwei Kronen pro Kopf!" Thomas lachte. „Heute noch?" fragte er, „Wenn wir abends wegfahren, will ich die Köpfe mitnehmen."
„Well", rief Thomas, ben ber Ehrgeiz packte, schon hatte er bas Ge* wehr in ber Hanb, steckte Patronen ein. „Hinter ber Insel im Schilt müssen sie nisten," meinte Haakon. „Ich weiß," sagte Thomas, „ich bring' sie auf.' Da streckte Henrik ben Kopf zum Hüttenfenster heraus. „Schießest Sie?" rief er Thomas an, ber schon zum Boot hinabschritt. Unb gleich darauf: „Warten Sie ab. Meine Frau will mitfahren!" — „Well", schrie Thomas, machte schon bie Bootskette los. Unb sah, wie Söri ihre Leber* jacke locker um die Schultern warf, ihre Zigarette austrat unb ihren! kleinen grauen Filzhut auf setzte. Dann fuhren sie zusammen hinaus, wöhrenb ber alte Haller und Henrik am Ufer stauben, jeber einen Fern* siecher in ber Hanb, um seine Jagb zu beobachten. Thomas ruberte, bau Gewehr über bie Schenkel gelegt, Söri saß ihm gegenüber, bie Steuer* leine in ber Hanb, bie buntelblonben Haare aus der Stirn gestrichen, mit einer weißen Bluse unter der Lederjacke unb einen Blick voll ruhiger, tierischer Wachsamkeit, ber abwechselnd sein Gesicht unb sein Gewehr streifte.
*
Jetzt, als er sein Boot mit leisen Ruderschlägen um die Spitze bet Insel trieb, bie es ben Fernstechern ber Zuschauer entzog, ergriff ihn, der längst über die Zeit des Jagdsiebers hinaus war, eine leise Unruhe, Er wußte nicht recht, ob dies wegen des ungewohnten Wildes war, wegen der Prämie, oder weil es doch nicht so weiter ging. Söri saß unbeweglich, unb sie sprachen fein Wort. Plötzlich tippte sie ihn an und beutete über seine Schulter. Er fuhr herum: Mitten auf bem See bunfle Punkte. Das mußten bie Lommen fein, beim Wildenten waren um biefe Zeit kaum zu vermuten. Sie bewegten sich rasch auf bas waldige Ufer zu.
Thomas wendete das Boot so hastig, daß er mit beiden Rudern krebste. Seine Unruhe begann ihn zu ärgern. Er zog gewaltig los, indem er Söri auf englisch zu erklären versuchte, bah er jenseits ber Insel an ßanb walle, über bie Walbkuppe laufen, um so ben Lammen vom Ufer aus schußnah zu kommen. Die Fernstecher arbeiteten erregt. Man schien fein Manöver nicht zu verstehen, winkte hin und her. Er kümmerte sich nicht barum, hielt gerabe aufs ßanb zu. Söri rang nach einem Wort, sagte es bann norwegisch, er verstand nicht, sie machte ein verzweifeltes Gesicht unb unverständliche Zeichen. Er schüttelte den Kopf, legte beit Finger auf ben Mund, sah sie brohenb an; sie schwieg, zuckte bie Achseln. Da streifte bie Bootspitze ßanb, er stieg heraus, zum Glück erst mit einem Fuß, unb sank fofort bis zur Hüfte ein.
Wütenb stieß er bas Boot mieber ab, währenb von ber Fern* stechergruppe ein deutlich hörbares Gelächter herüberwehte, unb es war noch ein Glück, baß Söri nicht mitlachte, sondern ihn ernsthaft und aufmerksam ansah.
Als er um die Landzunge herumkam, stieß er mit seinem Boot fast auf die Lommen, die mit Schrei und fnatterbem Flügelschlag hochgingen,


