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Unter ihm rauschte es in den Büschen, eine Mädchenstimme kreischte, die Gartenpforte klirrte, und als der Junge noch einmal den -als ausreckte, sah er soeben das kleine Fenster wieder zuklappen und den weißen Strumpf darin verschwinden.
Einen Augenblick später saß er rittlings auf der Gartenplanke und lugte den Weg entlang, wo sein neuer Bekannter mit langen Beinen in den Mondschein hinauslief. Dabei griff er in die Tasche, befingerte seine Silbermünze und lachte so ingrimmig in sich hinein, daß ihm die Aepfel auf dem Buckel tanzten. Endlich, als schon die ganze Haus- genossenschaft mit Stöcken und Laternen im Garten umherrannte, lieh er sich lautlos an der andern Seite hinuntergleiten und schlenderte über den Weg in den Nachbarsgarten, allwo er zu Haus war.
Sommermittag.
e Bon Theodor Storm.
Nun ist es still um Hof und Scheuer, und in der Mühle ruht der Stein; der Birnenbaum mit blanken Blättern steht regungslos im Sonnenschein. Die Bienen summen so verschlafen; und in der offnen Bodenluk', benebelt von dem Duft des Heues, im grauen Röcklein nickt der Puck.
Der Müller schnarcht und das Gesinde, und nur die Tochter wacht im Haus; die lachet still und zieht sich heimlich, fürsichtig die Pantoffeln aus.
Sie geht und weckt de.' Mllllerburschen, der kaum den schweren Augen traut: „Nun küsse mich, verliebter Junge; doch sauber, sauber! nicht zu laut."
Das Kernerhaus zu Weinsberg.
Bon Felix P a n t e n.
Man sollte das Kernerhaus in Weinsberg nur in den abendlichen Stunden besuchen, wenn die Schatten fallen; das ist die Stimmung, die dieses Haus braucht, und alles Wesen, das mit ihm verbunden ist. Da hat das anmutige Weinsberger Tal in der einbrechenden Dunkelheit etwas wie eine fremde Gröhe erhalten, die Nebel steigen auf, die Schotten find schwärzer geworden, fahl liegen die Dächer des Städtchens und zusammengeduckt, und der Kegel mit der Ruine Weibertreu steigt höher und geheimnisvoller empor. Das ist die Stunde, in der alle Romantik wieder erwacht. Auch der Geisterturm, einst ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, am Tage aber ein sehr gewöhnliches Gemäuer, beginnt jetzt undurchdringliche Schwärzen anzunehmen, das gehört zu dieser Ruine, über deren gespenstischen Namen man heute lächeln kann. Er ist ein Teil des Kerner scheu Anwesens. Justinus erwarb ihn, weil man ihn 1829 wieder als Gefängnis «inrichten wollte und der Dichter diese Nachbarschaft nicht wünschte; er diente später den Kerner als Gastzimmer. Lenau schrieb hier einen Teil seines „Faust" und wollte in seinen Zimmern, beim magischen Licht der bunten Fensterscheiben, seinen „Savonorola" vorlesen. „Oft erinnere ich mich an diesen Turm", schrieb er, „und an dich, den lieben Türmer. Ja, diese gemalten Fensterscheiben! Nichts versinnbildlicht mir das Mittelalter mit seinem schönen Geiste mehr als diese Glasmalerei. Gibt es in der ganzen Erdenwelt eine so innige durchdrungene Farbe als die des gemalten Glases?"
Das ist die Zeit der ausklingenden deutschen Romantik, die hier spricht: man hält sich nicht mehr an den romantischen Geist, er genügt nicht, er muh überboten werden, man sucht nach Requisiten und man findet sie in gemalten Gläsern. Die Romantik Eichendorffs hat sich aus den Wäldern in die Stuben begeben, sie beginnt bürgerlich zu werden.
Auch das Kernerhaus trägt diese Zeichen einer beginnenden Verbürgerlichung und Seßhaftmachung des freien Wandertums, denn es ist in dieser Zeit, im Jahre 1822 erbaut, und trägt feine verräterischen Male, mag auch Theobald Kerner, des Dichters Sohn, noch einiges zu dieser gesättigten Stimmung beigetragen haben. Das Hous ist dicht von Bäumen eingefaßt, in dieser Stunde fallen ihre Schatten schwärzer und machen das Dumpfe noch dumpfer. Dumpfheit ist später die Erinnerung, die man von dieser Stätte mitnimmt. Hier steht wirklich noch die Luft eines ganzen Jahrhunderts, sie lagert in den niedrigen Zimmern, sie klebt an den finsteren Wänden, sie leuchtet aus den ab« gesplitterten Goldrahmen, die noch einmal aufglühen. Portieren wehren mit ihren vielen Raffungen und Falten dem Licht den Eintritt; überall stehen Dinge herum, Hausrat vergessener Formen und verschnörkelter Dinge, die man heute nicht mehr zu sehen bekommt, auch sn keinem Museum, dazu sind sie zu wertlos und unkünstlerisch. Alles ist behängt, bestellt, vollgestopft, die Schränke und Vitrinen bersten vor allerlei ungewissem Tand, dazu diese stehende Luft, die dunkeln Tapeten und Vorhänge —: hier ging die Zeit vorbei, sie ließ alles unangetastet, hier brütet schwer und düster eine Behaglichkeit, wie man i*e sich vor einem Jahrhundert erträumte.
®s ist alles vorhanden, was die bürgerliche Romantik von damals ersehnte, auch das bunte Glas hängt vor den Fenstern des Marien- znnmers, es hängt an den Wänden, auf denen vergilbte Schleifen bleichen, und das rote Zimmer hat diese stimmunggebenden Requisiten
in allem Ueberfluß: es erhält fein Lickst durch grüne und rote Scheiben, die jetzt, in dieser schattenhaften Stunde, eine eigenartig unwirkliche Beleuchtung herbeizaubern können. Und während die Sonne schon ganz tief steht, während ein altes Musikwerk fein und zitternd eine Weise aus verstaubten Tagen klimpert, kann es geschehen, daß die Seherin von Prevorst noch einmal leibhaft durch diese Räume wandelt.
Es hängt ihr Bild an der Wand, das einzige Originalbild, und zeigt im Profil ein knochiges, derbes Gesicht, das in weihe Tücher eingehüllt ist; die Augen starren aus ausgebuchteten Höhlen regungslos geradeaus. Es ist das Bild einer, die vom Tode gezeichnet ist. Sie kam, diese Friederike H a u f f e, im Herbst 1826 in das Kernerhaus, um hier von Kerner magnetisch behandelt zu werden — das verdunkelte Bild Franz Anton Mesmers schaut finster von einer Wand. Bis dahin war sie, 1801 zu Prevorst bei Löwenstein geboren, ein normales Menschenkind gewesen,, ein gesundes und lebhaftes Mädchen, dem niemand besondere Beachtung schenkte. Sie heiratete ihren Vetter Hausse, und der Ehe entsprossen zwei Kinder. Dann begann ihr Leiden, in dem der Keim des frühen Todes lag. Ihr Grad auf dem Friedhof von Löwenstein ist mit einem goldenen Kreuz und Strahlenkranz geschmückt. Jetz aber scheint sie wieder zu wandeln, zu viele Dinge erinnern an sie und erfüllen die Dunkelheit der niedrigen Zimmer. Da ist der Stuhl, auf dem sie saß; sie liegt in ihrem magnetischen Halbschlaf, sie hat Gesichte, die Geister besuchen sie und sie flüstert eine seltsam tönende Sprache, von der sie sagt, daß sie nicht mit ihrem Kops gedacht sei, sondern dem tiefen Leben ihrer Herzgrube entstamme. Vielleicht ruhte ihr Haar auf diesem Kissen; es ist mit geheimnisvollen Zeichen bestickt, die vielleicht dem Arabischen gleichen. In einer dunklen Ecke des Schreibzimmers steht der Nervenstimmer, der nach ihren Angaben gefertigt ist: ein Gestell aus Glaskugeln, die mit Messingketten verbunden sind, denn die Kugel ist rund und das Abbild aller Vollendung in sich, und Glas und Metall kommen aus den Tiefen der Erde. Sie berührte diese Dinge und fühlte sich erleichtert. Draußen streicht der abendliche Wind durch die Bäume, es geht ein Frösteln durch die Räume und die magnetischen Leute der Seherin tönen wieder, leidend und apathisch: Handacadi — Molu optini poga — Bianna fina —, wie sie Justinus Kerner in seinem Buch von der Seherin ausgeschrieben hat.
Das alles naht wieder heran und bedrückt und ängstigt. Die Sprache ist verhallt, die kleine Musikuhr hat ihre Weise zu Ende geklimpert, die Lust wird dumpfer und benimmt den Atem. Man ist der Seherin begegnet, man soll es genug sein lassen. Auch außerhalb dieser niedrigen Stuben ist eine Welt. Ihr Sinnbild ist nicht jenes Auto, das eben mit Hupenlärm die Weinsberger Straße hinaufpoltert, auch nicht jener schwarze Geisterturm, in dessen Nähe es vorbeikommt. Aber der nächtliche Himmel spannt sein Gewölbe über uns, in dem die Sterne ihre ewigen Bilder bauen, und dieser Dom hat die Gestalt der Kugel, das Zeichen aller Vollendung in sich. Wir treten die Erde, in deren Adern die Metalle ruhen. Wir wandern aus den Schatten des Kernerhauses über die Straße, dort ist ein Gasthaus mit schwäbischem Wein, auch er kommt von der Erde, und es ist alles ein Gleiten, ein ewiger U ebergang.
Der Sladtpfeifer.
Von Wilhelm Heinrich Riehl.
(Fortsetzung.)
Das Wort fiel wie Feuer auf des Stadtpfeifers Haupt. „Wie? ist vielleicht kein Brot im Haufe?" rief er, jäh aufbrausend.
„Wir haben heute morgen das letzte gegessen. Gott weiß, daß ich dir keinen Vorwurf machen will, indem ich's sage."
Da nahm der Stadtpfeifer seinen Hut und rief: „Ich will uns Brot holen!" und eilte zur Tür hinaus.
Der Frau aber ward's bange, und ob sie gleich schon jetzt in den ersten Monaten ihrer Ehe ein gar festes, starkwilliges Weib war, wie sie auch ein unbeugsames Mädchen gewesen, lief sie doch dem Manne nach und bat ihn weinend, er möge dableiben, sie habe ihm ja kein böses Wort geben wollen. Ader der Stadtpfeifer war so jählings die Wendeltreppe des Turmes hinabgesprungen, daß ihre Bitten ungehört in den engen Mauern verhallten. Da ging sie zurück in die Stube, legte den Kopf in die Hände und weinte bitterlich.
Der Stadtpfeifer lief durch die stillen Straßen und wußte selbst nicht, zu welchem Ende. Es war gut, daß es bereits dunkel geworden; hätten ihn die Leute so laufen sehen, sie würden gesagt haben, Heinrich Kull- mann sei übergeschnappt.
Böse und gute Gedanken stritten sich in seiner Seele. „Warum habe ich ein Weib genommen, da ich keines ernähren kann? Ein so braves Weib und doch nicht recht für einen Musikanten! Sie faßt mich nicht. Sie fordert Brot, wenn ich nach dem Bogenstrich Tartinis ringe. Und doch hat sie recht — muß ich ihr nicht Brot schaffen? Aber auch ich habe recht, denn wenn ich nur einmal den Bogenstrich gefunden, den ich fühle, dann kann sie wieder ihren Sonntagskuchen backen, so groß „rote einen Mühlstein. Könnte ich ihr nur erst Brot bringen!"
Er suchte nochmals in allen Taschen nach etwas verirrter Münze, allein es fand sich nichts.
So lief der Stadtpfeifer bis über die Lahnbrucke. Jetzt war er im Freien vor der Stadt. Es war ganz dunkel geworden. Die Spukgestalten, womit der Volksglaube die Felsschluchten vor Weilburg bevölkert, tanzten vor den wirren Sinnen des Dahinstürmenden, und er stutzte plötzlich und hielt ein, mit Schauern des Spruches gedenkend, daß der Tag den Lebendigen gehöre, die Nacht aber den Toten. Er blickte gegen die Stadt zurück. Der Fluß brauste unheimlich in der schwarzen Tiefe; das alte Schloß lagerte sich über den breiten Felsrücken, langgestreckt wie eine riesige Sphinx, die Wache hält an den Türen der Talschlucht. Aber hoch über den verlassenen Bau, aus dessen Fenstern heute kein einziges Licht zum Wasser niederglänzte, ragte der Schlohkurm, und nahe seiner Spitze


