Ausgabe 
8.7.1929
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang 1929 Montag, den 8. Juli Nummer 52

Franken.

Von Josef Maria Lutz.

Graue Städtlein in Franken, Märchen am silbernen Main, großmütterliche Gedanken, Zierat aus altem Schreint

All eure Gassen führen nicht mehr hinaus in die Welt, all eure allen Türen sind mit Träumen verstellt.

Und die allen Tore lächeln, trotz ihrem Dräu'n. Um der Hügel Empore schlingt sich zeitlos der Wein.

Emin Pascha und Car! Peters.

Von BalderOlden.

Am 3. Juni 1889 war Peters heimlich von Vagamoya aufgebrochen, um Emin Pascha in Süd-Sudan zu entsetzen, seine Macht als Land­pfleger im Englisch-Aegyptischen Auftrag, aber ohne Rückhalt, neu zu stärken und dort, im Herzen Afrikas, ein neues Reich unter neuer

1 Souveränität zu errichten.

Dank einem Aufwand von Tapferkeit, Genialität des Willens und legendärem Glück, wie er in der Gesamtgeschichte afrikanischer Expedi­tionen kein zweites Mal verzeichnet ist, erreichte er die Residenz Emin Paschas. Den Pascha aber erreichte er nicht.

Eine andere Hilfsepedition, die bei Peters' Abmarsch längst für ver­loren galt, die Stanleys, war von der Westküste aus, durch den Kongo vorgestoßen, hatte (Emin, statt ihn zu unterstützen, aus seinem Wirkungs­kreis geholt und fast wie einen Gefangenen zur Küste geschleppt. Im April 1889 während Peters am Tana-Strom hin, im Kampf zugleich mit allen Gewalten der zivilisierten Welt der elementaren Natur, dem Nordufer des Viktoria-See zustrebte, zog die große Stanley- Expedition mit ihrer Kriegsbeute, Emin Pascha, vom Süd-Ufer des Viktoria-Sees Bagamoya zu.

\ Während Peters mit dreißig Bewaffneten seine Karawane durch wut­tobende Massaihorden schleppte, jeder Tag ein Kampftag war und seine Vernichtung schicksalsbeschlossen schien, wurde Emin Pascha an Stanleys Seite in Bagamoya eingeführt, er war neunundvierzig Jahre alt, halb blind,ein kleines mageres Figürchen mit ganz orientalischem Typus, erzählte viel und lebhaft, und war glücklich über jeden deutsch sprechen­den Menschen". Stanleyein kleiner Mann mit etwas großem Kopf, energischem Gesicht, scharfen, klugen Augen, weißem Haar und dunklem Schnurrbart, ernst, würdig, sechsundvierzigeinhalb Jahre alt", hielt ihn geduckt wie einen Neger, hatte ihn auf dieser Reise immer neu ge- bcmütigt.

Beim Festbankett, das Wißmann gab, ließ (Emin den Kaiser, Wih- mann Stanley, Stanley Wißmann leben.

Auffallend war es, daß niemand des Mannes gedachte, dem zu Ehren das Festmahl eigentlich veranstaltet war, der zum erstenmal nach elf Jahren wieder unter feinen deutschen Landsleuten faß. Emin selbst ober erhob sich zum zweiten Male, jetzt um Worte des Dankes und der Anerkennung für die katholische Mission auszusprechen, die ihn unter­wegs, als er vom Nötigsten entblößt in Usambiro angekommen war, unterstützt und auch schon in früheren Jahren so manches Mal ihm bei der Vermittlung von Nachrichten usw. eine helfende Hand geboten We. Dann erhob sich Emin, ohne Aufsehen zu machen und ging ins Nebenzimmer. Nach kurzer Zeit war das Unglück geschehen.

Der Held des Tages, dessen niemand gedacht, hatte in seiner Kurz- . sichligkeit ein tiefgehendes Fenster für eine Tür gehalten und war aus "er ersten Etage kopfüber in den Hof gestürzt. Aber vier Wochen später war die Schädelfraktur notdürftig ausgeheilt.

Das Deutsche Reich, die Britisch-Östafrikanische Gesellschaft und der j belgische Kongo-Staat bemühten sich um (Emins Dienste. Es sickerte Mrch, Stanley habe ihn nurgerettet", um seinen Einfluß im Äequa- s?nalland zu brechen. Am Tage nach seinem Sturz ließ Stanley seine Ucute unter Androhung, sie in Ketten zu legen, einschiffen und über «anfibar nach Mombas bringen; sie durften sich nicht mit ihrem i)errn in Verbindung setzen. Das war die Zeit des Preisboxens der europäischen Mächte um Kolonien in Afrika.

,, ^-uiiu Pascha, als Eduard Schnitzer ein evangelischer Deutscher jüdi- '7?n Blutes wählte den deutschen Dienst. Selten im Leben hat er so "loiut und ohne Zaudern einen Entschluß gefaßt.

.m. Bas Verhältnis dieses als Gelehrter, Forscher und Organisator ; ^menten Mannes zu Deutschland charakterisiert sich in jenen Bagamoya-

Tagen in drei Briefen, denen ich je eine Stelle von ungeheurer Leucht­kraft entnehme.

Die Königsberger philosophische Fakultät hat mich zum Dr. h. c. und die Akademie Leopoldina Carolina zum Mitgliede ernannt; auch die Hallenser Geographische Gesellschaft. So wenig mir eigentlich an der­gleichen liegt, so sehr erfreut es mich, durch mein eigenes Schaffen zu etwas gekommen zu fein. Ich werde eines Tages die Diplome zusammen- packen und sie Melanie senden, sie erfreut sich an dergleichen."

Du freust Dich über die Gnade, welche mir Seine Majestät unser Kaiser und König bewiesen. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie tief er­griffen ich war, als an dem Tag meiner Ankunft hier Kapitän Fotz von S. M. KorvetteSperber" vor den versammelten Offizieren und Konsuln mir das Glückwunschtelegramm Sr. Majestät, gegengezeichnet Bismarck, überreichte. Und wiederum einige Tage später, als ich mit dem Tode rang, kam Wißmann und brachte die Verleihung des Kronen­ordens 2. Klaffe mit dem Stern! Da kann man doch gern für den Kaiser sein Leben lassen."

Der dritte Brief ist an die Arminia in Breslau gerichtet, die Schnitzer vor einunddreißig Jahrenohne Band", also wir wissen die Gründe nicht entlassen hatte, dem Weltberühmten jetzt aber h. c. bas Band übersandte. (Ein Semester nur hatte sind. tned. Schnitzer ihr angehörtt

Wohl hat mein Fatum mich nach erratischer Laufbahn auf Pfade geführt, welche weit von den (Euren abliegen, wohl habe ich einsam und allein meine Wege wandeln müssen und oft hart genug die Ent­fremdung von aller Welt empfinden müssen. Eins aber habe ich mir zu wahren gesucht den festen Glauben an die Ideale, denen wir als Burschenschafter nachzuringen gelernt, den Glauben an das ewig Gute, das ewig Schöne in der Welt, den Glauben an die ideale Natur des Menschen. Und darin liegt ja eben die Berechtigung der Burschenschaft und die Bürgschaft für ihr Gedeihen noch in späten Zeiten, daß sie di« Hüterin dessen ist, was uns das Beste und Teuerste sein soll, die Hüterin wahrer Humanität und reinen Strebens. Und so seid denn herzlich be­dankt für Eure Liebe und glaubt, daß ich die (Ernennung zu Eurem Ehrenmitgliede als einen Beweis betrachte, daß mein jetziger Weg der Richtige fei und ich als Pionier des Fortschritts in Afrika meiner alten Arminia keine Schande mache. Und darauf, daß die alte Arminia blüh« und wachse, darauf ein ein herzliches Schmollis!

Euer Bundesbruder

Dr. Emin Pascha."

In Bagamoya hörte (Emin zum erstenmal, daß eine deutsche Hilfs­expedition unter Dr. Carl Peters ihn fern im Lande der großen Seen suchte, falls sie nicht, wie Gerüchte wissen wollten, längst ein Opfer der Wildnis geworden.

Sollte Dr. Carl Peters, wie wir hoffen, noch am Leben fein, fo wird es ihm gewiß eine große Genugtuung gewähren, wenn er einige an­erkennende Zeilen von Ihnen erhielte", schrieb ihm der Vorsitzende des Deutschen Emin-Pascha-Comitees".

Am 26. April 1890, vier Wochen nach seinem fünfzigsten Geburstag, rückte Se. Exzellenz (Emin Pascha von Bagamoya ab, in völlig unklarer Stellung, weil sein Vertrag mit dem Reich noch nicht ratifiziert war, aber mit einem festen Befehl in der Tasche.

Euer Exzellenz haben die südlich um den Viktoria-Nyanza-See ge­legenen Gebiete von der Kavirondebucht ab und die Länder zwischen Viktoria-Nyanza, und Tanganyika bis zum Muta Nstge und Albert Nyanza für Deutschland zu sichern, derart, daß die Versuche Englands, in diesen Gebieten Einfluß zu gewinnen, scheiterten."

Unter seinem Kommando standen sieben Europäer, 103 schwarze Soldaten und 592 Träger, für Afrika eine stattliche Macht. Er hatte sein Testament zugunsten Feridas gemacht, seines Kindes aus der Ehe mit einer Negerin, außer feiner Schwester Melanie das einzige Wesen, an dem fein Herz hing. Im Deutschen Reichstag hielt am 30. Mai desselben Jahres der spätere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Major Siebert, eine Rede voll Lobes wie eine Grabrede,, die sie endlich auch war, denn Emin Pascha marschierte in den Tod.

Emin Pascha ist ein vortrefflicher Charakter, ein durch und durch national gesinnter Deutscher; aber er ist auch durch und durch gelehrt, und zwar ein stiller Gelehrter, dem seine naturwissenschaftlichen und geographischen Forschungen über alles gehen. Gerade deshalb, wegen feiner langjährigen Tätigkeit im Innern Afrikas, hat ihn der Reichs- kommiffär zu gewinnen gesucht und ihn gewonnen, weit er in Emin einen gänzlich friedlich gesinnten Mann als Führer der Expedition fand. Unter dem Namen und mit dem Geschick (Emins wollen wir friedliche Politik im Innern treiben. (Emin hat durch feine fünfzehnjährige Tätig­keit im Innern die fabelhafte Geduld gewonnen, um mit Negern ein Schauri durchzuführen; wo es sich oft um Kleinigkeiten handelt, weiß er ein, zwei, drei Tage zu verhandeln, während einem andern Europäer die Geduld reißt. Gerade durch diese abgebrochenen Schauris, durch die Ungeduld der Europäer sind so viele Schwierigkeiten entstanden und so