war lange
lcht ausdenken uno Birnbaum herum
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Brrsntworilich: Dr. Hans LS-rVol. -
Oben aber Falltiir zu,
nach fünf Minuten. Und wenn wir uns 'ran halten, machen wir um Mitternacht die Nagelprobe "
„Bravo!" stimmte man ein,
Und Hradscheck erhob sich, um Ube, der verschlafen >m Laden auf einem vorgezogenen Qurfertaften saß, in den Kelter zu schicken und die fünf Flaschen heraufholen zu lassen. „Und pah auf, Ede; der Burgunder liegt durcheinander, roter und weißer, der mit dem grünen Lack ist cs.'
Ede rieb sich den Schlaf aus den Augen, nahm Licht und Korb und hob die Falltür auf, die zwischen den übereinander gepackten Oeifäsfern, und zwar an der einzig freigebliebenen Stelle, vom Flur her in den
säcken gefallene Futterkorn aufpickten, flogen als sie damit fertig waren, aufs Fensterbrett und meldeten sich. Ihre Znutschertone hatten^ein'^
„Na, schmeckt et?" , „
„I worümm mch? Is foa ne Maloafter. „
Finn Bördem wihr et 'ne Malvesier. Awers NU ... ,
",Nu is et 'ne „Franzosenbeer". Ick wert woii. Awers dat s zoa ati Jo«, wer wert, Ede. Doa is nu so wat mang. Hefte noch nix
Der Junge ließ erschreckt die Birne fallen, das ?Ue aber sUckt« sich danach und sagte: „Ick meen ioa mch de Beer. Ick mern funnsten.
„Wat denn? Wo denn?"
„Na, so 'rümm um't Haus."
„Ne:, Mutter Jeschke." . , . .. , ,.
lln ook nich unnen in'n Keller? Hest noch mr sieh» o i hurt, Mutter Jeschke. Man blot ..."
"Ioa bMuttes Jeschke, mal wihr mi so. Mal wihr nii so, as hiill mi
"towtoÄ 3wä65r'VÄ“-
ein. „Ede, du bist ne Bangbiichs. Ick hebb soa man spoaht. I- joa man all dumm Tug."
Und damit ging sie wieder auf ihr Haus zu.
Drei Tage danach war Hradscheck wieder aus Berlin zurück, m ver- I (müdtid)ctcr Stimmung als feit lange, denn er hatte nid)t nur tilltj I Geschäftliche glücklich erledigt, sondern auch die Bekanntschaft einer langen I Dame gemacht, die sich seiner Person tme seinen Heiratsplanen geneigt | gezeigt hatte. Diese junge Dame war die Tochter aus einem Destillation»- I aeschM große und stark, mit etwas hervortretenden, immer lachenden I Äugen' eine Bollblut-Berlinerin. „Forsch uni) fidel war ihre Losung, | de/auch ihre Lieblingsredensart: „Ach, das istiazum Totlachenent- I sprach Aber dies war nur so für alle -tage. Wurde ihr dann wohliger 1 utns Herz so wurden es auch ihre Redewendungen, und sie sagte dann. I I da muß ja 'ne Wand wackeln", oder „Das ist ja gleichum eine« Puckel zu kriegen". Ihr schönstes waren Landpartien elnschlichlich ge- I sÄschaftlicher Spiele wie Zeck oder Plumpsack, dazu saure Milch nut 'Schwarzbrot und Heimfahrt mit tototflaternen und Gesang. „Cm freie» I ßXtx führen wir", „Frisch auf, Kameraden", „Lichows wilde verwegene j Jagd" und „Steh' ich in finsterer Mitternacht". Infolge welcher ausge- I sprochenen Vorliebe sie sich in den Kopf gesetzt batte, nur aufs Land hinaus heiraten zu wollen. Und darüber war sie 30 Jahre alt geroor« I den, alles blaß aus Eigensinn unb Widerspenstigkeit. Ihren Namen I fVhitbii" aber hatte die Mutter in Dittchen abgekürzt. |
" So die Bekanntschaft, die Hradscheck während seines letzten Berliner | Aufenthaltes gemacht hatte. Mit Editha selbst war er so gut wie einig I H«b nur die Eitern hatten noch kleine Bedenken. Aber was bedeutete I das? Der Bater war ohnehin daran gewohnt, nicht gefragt Z" werden, unö die Mutter, die nur wegen der neun Meilen Entfernung noch einigermaßen schwankte, wäre keine richtige Mutier gewesen, wen« sie nicht schließlich auch Hütte Schwiegermutter sein wollen.
Allo Hradscheck war in bester Stimmung, und ei« Ausdruck derselben war es daß er diesmal mit einem besonders großen Vorrat von Bittner Witzliteratur nach Tschechin zurückkehrte, darunter eine komische Romanze, die letzten Sonntag erst vom Hofschauspieler Ruthlmg im Konzertsaale des Königlichen Schauspielhauses vorgetragen worden war, und zwar in einer Matinee, der, neben der ganzen tmute voles von Berlin auch Hradscheck und Editha beigewohnr hatten. Diese Romanze behandelte die berühmte Geschichte vom Eckensteher, der einen armen Apothekerlehrling, „weil das Räucherkerzchen partout nicht stehen wolle", Schlag Mitternacht aus dem «chbaf klingelte, welche Geschichte damals nicht bloß die ganze vornehme Welt, sondern besonders auch unseren auf alle Berliner Witze ganz wie versessenen Hradscheck derart hiNgenommen hatte, daß er die Zeit, sie seinem Tschechiner Konvwiu m vorzulesen, kaum erwarten konnte. Nu« aber war es so weit, und er feierte Triumphe, die fast noch größer waren, als er zu hosten gewagt hatte Kunicke brüllte vor Lachen und bot den dreifachen Preis, wenn ihm Hradscheck das Büchlein ablassen wolle. „Das muss er seiner Frau vorlesen, wenn er nach Hause komme, diese Nacht noch; so was sei noch gar nicht dagewesen." Und dann sagte Schulze Woytasch. „Ja, die Ber llner! Ich weiß nicht! Und wenn mir einer tausend Taler gäbe, |o was könnt' ick nich machen. Es sind doch verflixte Kerls.
Die „Romanze vom Eckensteher" indes, so glanzend ihr Vortrag ab« gelaufen war, war doch nur Vorspiel und Plänkelei gewesen, darin Hrad-
Mite von reinem unvcicu । " Mxx er macht es Nicht ausoenren
>n sich endlich ausgetobt und ausgetubelt amen in die Schuh gestaut „. ««r-r Hirnbaum h-ru"'
rfobrigtelt, sah etwas mißbilligend drein), fa6^ $ehk- Sarntrautfamen! 3lun fe^tt btofc no$ bas 2W
SMS-UZ
ffi« iti Mh rwött. fehlen worqeZung fvigi.-____________—,
Keller führte. • t .
Aach ein paar Minuten war er wieder oben und klopfte vom Laden her an die Tür, zum Zeichen, daß alles da fei.
Gleich " rief der wie gewöhnlich mitten in einem Bortrage steckende Hradscheck, „gleich", und trat erst, als er seinen Satz beendet hatte, von der Weinstube her in den Laden. Hier schob er sich eine schon vorher aus der Küche heranbeorderte Terrine bequem zurecht und griff nach dem Korkzieher, um die Flaschen aufzuziehen. Als er aber den Burgunder in die Hand nahm, gab er dem Jungen, halb ärgerlich, halb gutmütig, einen Tipp auf die Schulter und sagte: „Bist ein Döskopp, Ede. Mit grünem Lack, hab' ich dir gesagt. Und das ist gelber. Geh und hoi ns richtige Flasche. Wer's nich im Kopp hat, muß es in den Seinen haben,
Ede rührte sich nicht.
„Nun, Junge, wirb es? Mach flink."
„Ick geih nich."
„Du gehst nich? warum »ich?"
„Et fpökt."
„Wo?"
„Unnen ... Utinen in'n Keller.
.Junge, bist du verrückt? Ich glaube, dir steckt schon ber Mitternachts« grufet im Leibe. Rufe Jakob. Oder nein, der is schon zu Bett; rufe Male, ! die soll kommen und dich beschämen. Aber laß nur."
Unb dabei ging er selber bis an die Kuchenttir und rief hmausr „Male."
Die Gerufene kam.
„Geh in den Keller, Male."
„Net, Herr Hradscheck, ick geih nid)."
„Auch du nich. Warum nich?"
„Wer?"
„Na wer? Der Sput."
Alles lachte; das Trinken ging weiter, unb Mitternacht vorüber, als man sich trennte,
Hradscheck, sonst mäßig, hatte mit den andern um di« Wette getrunken, gelaufen war, war ooa) nur «oqpiei u»™»».I blök um eine ruhige Nacht zu haben. Das war ihm auch gegluckt, und er scheck fein bestes Pulver noch nicht verschollen hatt^ Sem beste ober | M .rm A sondern auch weit über seine gewöhnliche Stunde ----- k-elt. kam erst nach und war die Ge- | '^^ Zrst um acht Uhr war er aus. Male brachte den Kaffee, die
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„Ins Dreideibels Namen, was soll der Unfimr?
Unb er versuchte zu lachen. Aber er hielt sich dabei nur nut Muh auf den Beinen, denn ihn schwindelte. Zu gleicher Zett empfand er deutlich, daß er kein Zeichen von Schwäche geben dürfe, vielmehr umgekehrt bemüht sein muffe, die Weigerung ber beiden ins Komische zu ziehen, und so riß er beim die Tiir zur Weinstube weit auf unb rief hinein: „Eine Neuigkeit, Kunicke ..."
„Ru, was gibt's?" . ~ . ...
Unten spukt es. Ede will nicht mehr in ben Keller unb Male natürlich "auch nicht. Es sieht schlecht aus mit unserer Bowle. Wer kommt mit? Wenn zwei kommen, spukt es nicht mehr."
„Wir alle", schrie Kunicke. „Wir alle. Das gibt einen Hauptspaß. Aber ^^u'nd^ei"diesen Worten eines der zur Hand stehenden Lichter nehmend, zogen sie — mit Ausnahme von Woytasch, dem do S Ganze mify haqte — brabbelnd und plärrend und in einer Art Prozession, als ob einer begraben würde, von der Weinstube her durch Laden und Flur, unb stiegen langsam unb immer einer nach dem andern die Stufen der Kellertreppe hinunter.
, Alle Wetter, is das ein Loch!" sagte Ouaas, als er sich unten um- guckte. „Hier kann einem ja gruselig werden. Nimm nur gleich ein paar I mehr mit, Hradscheck. Das hilft. Je mehr Fidetttö, je weniger Sput.
Unb bei solchem Gespräch, in das Hradscheck einstimmte, packten sie ben Korb voll unb fliegen die Kellertreppe wieder hinauf.
warf Kunicke, der schon stark angeheitert war, die schwere baß es durch das ganze Haus hin dröhnte.
„So, nu sitzt er drin."
einen unter Verdacht des Hochverrats stehenden unb in ber . J I rä(tgn fle;n[{ene Futterkorn aufpickten, flogen, als sie damit fertig waren, wohnenden badischen Studenten namens H."'d'»Ser "usswdig machen > sterbrett und meldeten sich- Ihre Zwitschertöne hatten etmtt sollte, was ihm auch gelang und einige Zett danach zu dtt amtlich^n | 10 unä Zutrauliches, das dem Hausherrn, der ihnen reichlich Meldung führte, daß er den pp. Haitzinger, der übrigens Blümchen heiße, I § [(rumc »«warf unendlich wohl tat, ja, fast war s ihm, als ob et gefunden habe, trotzdem derselbe nicht in der Kurstrahe, sondern aus > Moraenaruß verstände: „Schöner Tag heute, Herr Hradschelk, Spittelmarkt wohnhaft und nicht badischer Student, sondern em sächsischer ihren "’r?eHirEn!r J A
Leinweber fei. „Und nun, ihr Herren und Freunde, schloß 5)rod>check | f sch T » Frühstück und ging in den Garten. Zwischen be*
seine Geschichte, „dieser ausbündig gescheite Gendarm, "^."hieß^Na- I - w sm«d viel Rittersporn, halb noch in Blüte, halb schon
türlich Geelhaar,'nicht wahr? Aber nein, ihr H-rren ehlgeschosien er fU^mumravannMn^vi^ der Kapseln ab unb streute d
Geelhaar wissen, unb als man "7"ÖTLI
hatte (nur Woytasch, als Dorfobrigkeit, sah etwas«mißbilligend ^ein),
lagte Quaas: „Kinder, jo was «..<■ „->•>> -—z - - • -
kommt nicht alle Tage von Berlin. Ich denke deshalb, wir mad)in nod) eine Bowle: drei Mosel, eine Rheinwein, eine Burgunder. Undnicht zu süß. Sonst haben wir morgen Kopsweh. Er ist erst hall» zwölf, fehlen — ----—------—-----


