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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
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Hyperions Schickrsalslied.
Bon Friedrich Hölderlin.
Ihr wandelt droben im Licht auf weichem Boden, selige Genie»! Glänzende Götterlüfte rühren euch leicht, wie die Finger der Künstlerin heilige Saiten.
Schicksallos, wie der schlafende Säugling, atmen die Himmlischen; keusch bewahrt in bescheidener Knospe, blühet ewig ihnen der Geist, und die seligen Augen blicken in stiller ewiger Klarheit.
Doch uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhn, es schwinden, es fallen die leidenden Menschen blindlings von einer Stunde zur andern, wie Wasser von Klippe zu Klippe geworfen, jahrlang ins Ungewisse hinab.
Ari.
Eine Böckliniade von Ernst Bacmeister.
Auf einem moosbewachsenen Stein am klaren Wasserbecken saß Ari, die Nymphe, mit einer Gerte in der Hand und weidete ihre bunte Herde. Ihre Schäfchen waren die welken Blätter, gelbe, braune und rote, die ihr de: jähe Bach in das heimliche Becken hcrabtrug. Einzeln oder in Trupps kamen sie hereingeschossen, überhastig, als wäre ihnen ein Feind auf den Fersen. In großer Verwirrung drehten fie sich noch eine Weile um sich selbst, bis sie sich beruhigten und der stillen Gemeinschaft der anderen an- ichlossen, die leise kreisend die kleine Fläche umzogen. Und Ari weidete sie, hielt sie kosend mit der Gerte beeinander und paßte wohl auf, daß der Bach in seinem Uebermute keines wieder mit sich riß, wo er selber weitersprang. So aber wuchs die friedsame Schar, und Ari lächelte darüber her und freute sich des ziemlichen Spieles.
Aber was war das nun? Wallte kein Schäfchen mehr kommen? Immer noch nicht? Immer noch nicht? Ari hörte auf zu lächeln und dachte nach. Ob wohl ein Zweig in den Bach gefallen war und hielt die Blätter oben auf? Vielleicht nicht gar so weit weg. Man konnte einmal nachsehen. Das Spiel war so über die Maßen ergötzlich.
Sie legte die Gerte vor den Ausgang des Beckens, daß keines von der Herde ihr entrinnen möchte, schob die goldroten Haare aus dem Gesicht und stand auf. Noch einen Stein höher, dann konnte sie den Bach eine gute Strecke hinaufblicken. Sie reckte sich. Ha! Ihre blauen Augen wurden ein zorniges Gefunkel. . •
Nicht zwanzig Schritt entfernt, von einer jungen Tanne nur schlecht verdeckt, hockte Zuckel, der Faunsbengel, am Bach, die Hand lauernd vorgestreckt, und jetzt! — und jetzt! griff er zu und fischte die heranschwimmenden Blätter auf. Das freche Stumpfnasengesichtchen trug ein spitzbübisches Grinsen. Zuckel wußte genau, was er tat.
Es war nicht das erstemal, daß er Ari ein Spiel verdarb. Vielmehr war es bisher fein einziger Daseinszweck und -inhalt gewesen, ihr all und jedes Spiel zu verderben. Wenn sie einem sitzenden Schmetterling die bunten Tupfen auf den Flügeln nachzählen wollte und schon beinahe fertig war, dann kam Zuckel und verscheuchte den Schmetterling. Wenn sie drei Tage auf das Erblühen eines Veilchens gewartet hatte, und eben wollte es sich öffnen und ihr den süßen Duft herauslafsen, dann kam Zuckel und zertrat es ihr mit seinen kleinen, harten Hufen. Er war ihr Leid und ihre Plage, seit er springen konnte.
Und nun dieses wieder! Der Zorn überkam Ari und wurde großer vis ihr Ekel vor dem schmutzigen Jungen, und sogar größer als ihre Angst vor Griso, Zuckels bösartigem Vater, der immer irgendwo nicht weit von seinem Sprößling saß und über feine Streiche lachte.—
Sie kletterte die Steine ganz hinauf, lief über das weiche Moos hinter der Tanne her nach Zuckel hin, faßte ihn von rückwärts an die beiden fpitzen Hörnlein über der Stirn, drückte ihn hinab und tauchte feinen Kopf in den Bach. Er wollte schreien; da füllte ihm das Master ,ahlmgs den Mund. Als sie ihn losließ, blieb er liegen, das Gesicht im Bach und
regte sich nicht. Ari erschrak und zog ihn an den Beinen heraus. Wie eine Ratte lag er im Laub, naß und tot. — Sie stand und sah auf ihn herunter und wußte nicht, wie ihr war. Aber anrühren mochte sie ihn nicht mehr.
■ Da raschelte es zwischen den Bäumen. Ari blickte auf und floh von bannen. Sie hatte Griso erkannt. Gleich darauf hörte sie ein Geheul und duckte sich bebend ins dichtere Gebüsch.
Die Abendsonne schüttete ihr letztes Lichr in den Wald. Purpurstämmig wuchsen die Tannen aus bei» goldenen Rasen. Schwärzlich verstreut lag Felsgetrümmer.
Auf dem weißen Block thronte Pan, silberhaarig, das Haupt mit Efeu geschmückt. Um ihn her, auf niedrigeren Steinen, hockten die Aeltesten der Faune, grauzottig und verrunzelt.
Ein wenig abseits, auf einem dunkelmoosigen Hügelchen, saß Ari, weiß und schimmernd, die Hände mit Schlinggewächs aneinanbcrgebuiv den. Heber die gesenkte Stirn fiel das Haar auf die zartgerundeten Knie hinab und brannte feuerfarbig auf, wo ein schräger Sonnenstrahl es traf.
Lüstern von ihren Sitzen, schiefen Blickes, mit hängender Lippe, spähten die Alten und zwinkerten einander zu. Aber neben Pans felsigem Thron, schlank und aufrecht an eine Tanne gelehnt, stand Ger, Pans Liebling, der bräunlichste und lockigste der jugendlichen Faune, und hielt sein schwarzes Auge flammend und unverwandt auf Ari gerichtet.
Eben hatte Griso, im Kreise der Alten stehend, mit heftigen Gebärden und Jammergetön seine Klagen beendet. Heulend hob er den toten Zuckel, der ihm schlaff über die Arme hing, gegen Pan empor und schrie um Gericht. Unvergleichlich häßlich stand er da, aschfarben, mit schiefen Hörnern und verbogenen Beinen. Auf Pans Mund lag Ekel. Er gebot Griso zu schweigen. Dann blickte er von ihm nach der kauernden Nymphe hinüber, und Mitleid erweichte seine Miene. Aber Pans Gerechtigkeit war größer als fein Mitleid. Eine Weile sann er in sich hinein; bann sprach er das Urteil: „Nimm Ari," sagte er zu Griso, „sie ist bein, bis sie dir Zuckel ersetzt." —
Ein grenzenloses Murren lief burch bie Versammlung, aber niemand widersprach. Griso jedoch lachte sein breitestes Lachen. „Du bist weise und gerecht, großer Pan!" schrie er. Dann nahm er Zuckel unter ben linken Arm, ergriff mit der rechten Hand die Schlinge, die Aris Hände band und zog die Nymphe hinter sich her in den dämmernden Wald, seiner Höhle zu.
Die Alten zerstreuten sich, besprachen das Urteil und beneideten Griso. Pan rief, als er sich erhob, nach Ger. Aber Ker war verschwunden.
Der Mond stand voll am Himmel und warf sein Licht auf die steile Felswand, die silberbleich auf den schwarzen Tannen emporstieg. Nur an einer Stelle trat der Wald ein wenig zurück. Zwiefach fchwarz gähnte dort ein Spalt. Das war Grisos Höhle.
Jetzt regt sich's vor ihr im dunklen Wald. Ein Falke flog auf, schlug flatternd gegen die Aeste und schoß dann wie ein Pfeil über die stillen Wipfel davon. Dürre Zweige knackten drunten. Ein stampfender Schritt nahte. Ein Wimmern tönte dazwischen. Dann ein leiser Aufschrei und ein höhnisches Ermuntern. Und es trat heraus auf die Lichtung: Griso mit Zuckel unter’m Arm und Ari hinter sich herziehenb. Er keuchte; aber sein Mund war in ein breites Grinsen verzerrt. Das äffisch vorstehende Gebiß schimmerte zwischen den dünnen Lippen.
Ari schwankte hinter ihm her, mit hängenden, taufeuchten Haaren. Die Schlinge schnitt ihr in die Hände; sie mußte folgen.
lieber die Lichtung ging es der Höhle zu. Noch zehn Schritte, bann war sie erreicht. — Da huschte ein Schatten hinter einem Block hervor. Ein Satz. Ger stand vor Griso und hob mit beiden Händen einen Stein. Da lieh Griso Ari, die lautlos zu Boden sank, fahren und hielt Zuckels kleine Leiche dem Wurfe entgegen. Die traf er schwer, und Stein und äuckel rollten über ben Grund. Nun sprang Ger zurück und bückte sich, riso desgleichen. Dann ein Anlauf gegeneinander. Hart prallten die bewehrten Schädel zusammen. Griso taumelte. Da traf ihn schon der zweite Stoß gewaltig mitten vor die Brust und warf ihn nieder. Noch einmal hob er sich; aber gurgelnd schoß ein schwarzer Blutstrom aus seinem gefletschten Mund. Da drehte er sich um sich selbst und fiel von neuem nieder, dicht neben Zuckel. Den zog er mit einer letzten Anstrengung zu sich heran. Dann bewegte er sich nicht mehr.
Aber Ger wandte sich zu Ari, löste die Schlinge und lauschte auf ihren Atem. Dann hob er sie auf und trug sie der Höhle zu. Im Eingang wandte er sich noch einmal nach Griso um, lodernden Triumph im Blick. Dann verschwand er mit seiner Beute. —
Dreimal in der Ferne schrie ein Uhu. Danach lag die Erde still, als Stte sie mit dem Monde gewettet, »er von beiden am tiefste» zu »eigen vermöchte.


