Ausgabe 
30.6.1928
 
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Das ist der Seelen Sammelplatz, wo unter der gekrümmten Klippe Schilde gebettet ruht das weiße Sandgefilde, und auf dem silberweißen Sandgebreit der Puma liegt im goldnen Federkleid, wo über weißes Röhrichtbeet die weiße Weide weinend weht, und durch die weißen Binsenbreiten' die nebelblauen Wasser gleiten.

Wo farbenschimmernd bunte Baumwoklblüten und Wasserrosen hüten den Zauüerballspielplatz."

Hier lüftet dichterische Intuition einen Zipfel vom Vorhang jenes Kolossalgemälde, das tue Spanier schauten, als sie von der Höhe der Kor» dlllere m üas Hochtal von Tenuchtitlan hinabsahen, der feierlich gleißenden

ÄL-LKK' in Aiekischer

ei?ber Wirkung zu bringen. Dein Besucher dieser Veranstaltung wird bte( Hymne aufdie Erdgöttin" unvergeßlich bleiben, deren 016 9 ules.nbe Kultmusik klang. Wenn wir jetzt das Hymnenbuch durchblättern, nachdem wir die beiden inhaltreichen Einführungen in uns nKpb-en' uu§ diese kultische Umwelt einfühlend bewußt, -»-chottel.uv faßt >eme Anschauung über diese Dichtungen in die Worte:Ich denke mir diese Sieber nu^t gelesen, nicht einmal gesprochen, oder von ein»

?S<»^'^^^bfiihle, die uns beim Anhören dieser Sätze 6e» sch.eichen? Mutet ihre Sprache nicht wahrhaft biblisch an? Und wenn hi? X h^ren, aus den Forschungen unseres Geologen Wegener, daß d e heute getrennten Kontinente Afrika und Amerika vor Aeonen einmal «P16 zusammenhängende Ländermasse gebildet haben müssen, und diese Annahme an der heutigen atlantischen Küstengestaltung greifbar bestätigt finden: wenn wir dann vor allem hören, daß die Entzifferung der Mava-

»ns aller Wahrscheinlichkeit nach auch diPkisher fehlende hK " ^Uebttlieferimg an die Hand geben wird, mit deren Hilfe wir aus dem Rcicye des Mythos m die Tütjachenwelt des Geschichtlichen gelangen können- bedenken, dann muß jeder Schritt, dei?wir in das Reu^ lwglettet seüi allerdings von größtem Interesse für jeden Gebildeten

Dietegen.

Erzählung von Gottfried Keller.

(Fortsetzung.)

«ie g^tand die Tatsache alsobald ein, halb bewußtlos vor Schrecken, und der Schafurli mit seinen Gesellen wurde freigelassen. Die Ruechen- stemer verlangten nun, die Zauberhexe, welche ihre Angehörigen geschä­digt und den Tod eines ihrer Bürger verursacht habe, solle ihnen zur Bestrafung ausgeliefert werden. Dies wurde nicht gewährt und jene zogen grollend mit der Leiche des Schultheißensohnes von dannen. Als sie aber nachher vernahmen, daß die Seldwyler das Mädchen nur zu e,.!lerCT-c!n,ä^ri9en uülden Gefängnisstrafe verurteilt hätten, erwachte die alte Feindschaft wieder, welche eine Reihe von Jahren geschlafen, und es wurde für jeden Seldwyler gefährlich, ihren Bann zu betreten.

Die Stadt Seldwyla hielt nun für Vergehen, die sie nach ihrer Lebensanschauung zu den leichteren zählte und nach Umständen mit Nachsicht behandeln wollte, kein Gefängnis, sondern verdingte die Ver­urteilten, besonders wenn es sich um Frauen und jugendliche Personen handelte, an irgendeine Haushaltung zur Hast und Pflege. So sollte denn die arme Kiingolt auf die Ratsstube gebracht und dort zu einer öffentlichen Steigerung ausgestellt werden.

Der Forstmeister, desien Fröhlichkeit dahin war, sagte seuzend zu Dietegen, es sei ein saurer Gang für ihn, aufs Rathaus zu gehen und bei dem Kind zu wachen; denn es müsse jemand von den ©einigen bei ihm sein während dieser füttern Stunde. Da erwiderte Dietegen: Ich will es schon tun, wenn ich Euch gut genug dazu bin!" Der Forst­meister gab ihm die Hand.Tu's", sagte er,du sollst Dank dafür haben!

Dietegen ging hin, wo die Abgeordneten des Rats faßen und einige Steigerungsluftige, sowie ein Häuslein Neugieriger sich sammelten. Er hatte fein Schwert umgetan und sah mannhaft und düster blickend aus.

..... rs i , .... und als die Götter

schaffen."' P 9 1 zueinander:Es ist nötig, daß wir die Erde

Jirf) der Forschung, angeregt durch die Kunde von der un» etborten ^5ra.d>t und Abenteuerlichkeit jener Völker, die Kunst. Wie stark mwimd^beweM eben erst entgegengehenden Kulturwerte

K p'vW die Tatsache, daß die verfchiedensteu Kmistziveige von entzündet und zur Gestalt gedrängt ivurden. Es wa bezeichnenderweise die Zeit.des Weltkrieges, dessen ungeheuerliches teCrÄUhben S3obe?I furx®«ptenun(jen jener Kriegerkulturder Azteken meitete, die man mit Recht die Römer Altamerikas genannt hat.

I- ,?etrC dlntvn Hoffmann, der Münchner Maler, in Wort und N "D'e Eroberung von Mexiko durch Ferdinand Cortez" und gab in n " bewegten, zum Teil bunten Kampf- und Figurenbildern eine Bor- ZXaäe£$e'-1 Kriegertums für unter heutiges Auge. Da ließ Gerhart ^btman u in seinemWeißen Heiland" jenen milden Gott Quetzaleoatl i ÄÄCfia? e,ls' deften stellvertretendes Blutopfer so eigenartig an erinnert. Da breitete vor allem Eduard Stucken H 'ÜClßcu ®öttcr" »n unerhört farbiges Gemälde des

k'-.Aztekenreiches vor uiis aus, so liebevoll ins einzelne gestaltend, omerita b<t5 Hauptverdienst daran zuerkennen muß, wenn Alt- «menta heute zu einem Bildungswert weiterer Kreise geworden ist. hatoS gekommene Bewegung ging aber noch weiter: sie nmerhiL(b - mlber, bisher erfolglos) die filmische Gestaltung und griff Sw? d^tomiMlsch-Tänzerische über. Man sah einAztekisches ffiuMnintih^ en iultischer Zauber durch Untermalung mit überkommenen mdtneimn S» äU'lrt?efe. iiarkem Ausdruck kam. Aber auch damit noch Ärmo»^^^'Ztesich die wiederauflebende Zinnfigur der aztekischen Steten innr lnb un£ tc6tc Weihnacht künstlerisch hochwertige ®«nfcn £lnfccr bekannten Kieler Offizin nach den oben erwähnten Bor- MeL binM^ °dofs'nanns. Figuren, die weit über Spiel- und Siebter» Msealer Arbeit besitzen uub Veranschaulichungswert im Dienste im Altamerika in einem seiner Hauptvertreter, den Azteken,

&en an9cmemeä SBübuugSgut zu iüerben, ist es doppelt zu Mt äufierlirfi» ^^'lene Vertreter der Wissenschaft die bisher immer noch über di? Kenntnis des altamerikanischen Neulandes vertiefen und NammeX populären Azteken hinaus erweitern helfen. In diesem

1 Seb i e B 'l^ber verdienstlichen Arbeit zweier Berliner Gelehrten zu " Kwickeberg und Wolfram Schottelius.

Sein %aAfnr^Pet-n ^$uler be8 Altmeisters der Amerikaforschung, Seler und ^lkerkunde9t,^"s,ber betreffenden Abteilung des Berliner Museums für W SRuitcn«' ^^llentlirhteMärchen der Azteken und Jnkaperuaner, Maya Metihs »nikmS'S" Herkunftsgebiete erstmalig die drei Hauptkulturen Alt- Stabt 6ohmt J n;br ber Azteken, Inka unb Maya. Jener Maya, deren tten yiifiinn Ausgangspunkt einer hellenisch verfeinerten Kultur war, Munn unter S.c1 be§ altamerikanischen Kulturkreises an die Mittler- ^en aHtäalirh» gemahnt, bereit Tempelstädte unb Stufenpyra- ei1® itn einrekneP v-itellungen in uns wachwerden lassen, so verschieden sie , Und wenn m ?on '.hnen sind.

te|e>b tote die nf.b'eieu Märchen von derErschaffung der Erde" »Ztoej @äff2 eA u Ite, dachten:

- Himinel fiernft ^"etzaleoatl und Tezcatlipoca, brachten die Erdgöttin vom ,it>tnterbtarhtpn ?'e beiden Götter die Erbgöttin vom Himmel w n, gab es schon das Wasser, von dem niemand weiß, wer

nicht viel Unierüeamte zur Ermüdung des. Stiers, bis dann Se. Exzellenz der Hen^orero auftritt, um das ermüdete Tier zu töten. Hier kämpfen Gewandtheit und Schnelligkeit des Menschen gegen Schnelligkeit und Wut des Stiere. Und wenn einem was passiert, dann ist es der Mensch, der listige/ schnelle, kleme Mensch und nicht der Stier, der nichts dafür kann.

Draußen im Platanenwaldchen sitzt noch immer Familie Tartarin Aiäuber und Gendarm",Boccia" und Tierquälerei sind beendet. Der Proviant ist an der Reihe. Und wir, die wir müde und aufgeregt vom Course de Toros kommen, tehen neidisch aus Salami, Tomaten, Käse yttu %bClTle

Neuland AkLamerrka.

Von Dr. Alfred Weise.

.Wer ivußte vor wenigen Jahren etwas von Altamerika? Wer zweifelte mcht, wenn er erstmalig davon hörte, an der Glaubwürdigkeit des Wörtchens ast , weil seine Borstelliingvbilber sich zwischen Leberstrumpf unb Wolken- i »,

stt....iy/p.. $... v..n ._,r. 5^ - pOoithes, wcUti er aal. I ....e <<- .. feinem reichen Schatz an Bilbern, Er»

Amerika, buhast es bester als unjer Kontinent, der alte, j gerungen unb Quellennachweisen als wertvolles Hanbbnch anzusprechen

hast keine versallenen Schlösser unb keine Basalte." | ?,em ?"wn das Eindringen in die ebenso neuartige wie reizvolle

' Und doch wisten wir heute, baß es auch in Amerika verfallene Schlösser | Welt Alt-Amerikao bentbar erleichtert.

S L-bt/. so monumental unb archäologisch I .. .Eine willkommene Ergänzung zu Krickeberg bieten Schottelius' Nach-

reich, daß lebe. Tag bte breiteste Oeffentlichkeit ähnlich stark in Bann schlagen | dichtungeuAltmaxikanischer Hymnen", Schottelius unternahm bereits vor vor kurzem mit Altägypten unb seinem Tutaiichamon »ähren im Kreise der Gemeinde des Berliner

mmtte(Suron' genannten Neuen Welt (neu" vom Stand- I tgtorifaje Wiedererweckung dieser Hymnen und wußte sie, unterstützt von mite Europa^ und seiner vocdrmgenden Erkenntnis aus gesehen) gibt es » einer kongenialen Vartnerin. in mfpfiWipr ... AtrJL.m."...

I «umenstadte mit Akropolen, Tempeln unb Palästen, wie wir bis vor gar mcht so langer Zeit nur für unsre Erbhälfte glaubten in Anspruch nehmen j|ll OllT| Cll«

. Diese archäologischen Felber beschränken sich allerdiiigs auf einen relativ kleinen Bezirk des gewaltigen Doppelkontinents Amerika unb liegen auf imer sthmalen Landbrücke zwischen seiner Nord- und seiner Südmasse und firhpnL@>iihniunTiVrt gleich großen Küstenstreifen des norbwest- i"«-iv «m« ihuji geieien, nicyr einmal gesprochen, ober von ein»

dodtisch angesehen, verteilen sich biese Trümmerfelber I seinen gelungen. Ich höre unb sehe sie, im Geiste wieber erweckt aeiunaen

bU.i/f»!,9,^s^i^'?9oblete von?Nexiko bis hin nach Peru unb Boli- I getanzt und bargestellt. Ihre Ideen werden Fleisch und Blut'm viewn' Sp0<S?n oUerdmgs auch schon vor ber Jahrhundert- I oielen Menschen. In Gemeinschaft schaffen diese an ihrer Kimstaestaltuna' S mÄpA'0'1 ' r-»rur /«c ,tc au§ ^olks- unb Jugenbschriften I Kch sehe sie maskengeschmückt unb symbolbeschivert bie Tempelhöfe erfüllen' Ltkk ünb ^?r7^^^Echen Gegner ber spanischen Conquistaboren Die Flöte ruft und bie Trommel bröhnt, Gesänge^steigdn^^ur Gotthett 5' Mrmnrffpn menschliche Zerrbilder von ihnen auf £ya0, yao!, jauchzen Ekstasen. Ich sehe in Windungen Reigen schreiwn

e^tz .blC ^lDl9 »Letzten Azteken". Mehr wußte man im I Götterthrone sind aufgerichtet und Blütenbäume Götter schreiten bähet Und.gar die Maya von Yucatan hoben -mb Götter sterben. Opferseier himmelstürmeEer^ Menschen, Feier dek nbTh^,69ewauä»be^®unteI, baß ihre Geschichte j Wandlung, Feier der Wiedergeburt, das sind diese Sänge. Sie swigen aus die Äod lünde/hatte,! Foricher schon lange Jahre vorher | von OpferalMen unb vom Tanze der Krieger und der Dirnen? Ueber

1 ,ni

,, D'^?K?."elius dieser Jntuiton gerecht ivurde, dafür mögeTollan* aiä Beispiel dienen, bie pynme aus bas Totenlanb der Azteken: