Neues?"---Und Gran ruft zurück: „Nein ... le,der ...
£ riebt von der „Veslekari", daß Wisting langsam, sehr langsam
Kops schüttelt und schweigt.
zwanzig Minuten liegt Schiff neben Si w Hande werden wortlos geschüttelt. Kein K'per Bericht Grans an ! Ad dann stellt sich Gran vor
Baron HüpferMch.
Bon Clemens Brentano.
(Schluß.)
Während sie so jammerte, hörte sie im Walde reden und glnubie schon, Wellewatz kehre mit einigen guten Freunden zurück. Sie wollte ge- chwind wieder in das Knochen Wog lausen, aber sie siel über ein Bein und stürzte vor Mattigkeit laut schreiend an d,c Erde.
Als sie wieder zu sich kam, war die Sonne ausgegangen, und sic lag in den Armen einer sreundlichen alten Frau, welche ihr Zuckerbroi und Wein aab und zu ihr sprach: „Ei, Kind Willwiseqen, ww lange habe ich dich nicht gesehn, und in welchem elenden Zustande muh ich dich wiederfinden!" Willwischen erstaunte sehr, daß die Frau ihren Namen nannte, aber sie fragte gor nicht, wer sic sei, weil ihr die Neugierde auf ewig vergangen war. Die Frau aber fing von selbst an und Zagte: „Mein Kind Willwischen, ich kenne dem ganzes Unglück, und ich will Dir helfen. Als deine sterbende Mutter dich in den Armen hatte, sagte sie: ,DIe Woche, welche du zu früh aus die Welt kamst, möge dir^cmst gute Dienste leist«,.' Nun sieh! ich bin die Woche; ich habe dich sieben Nachte neben meinen sieben Söhnen an meiner Brust ernährt, bis dein Vater mich fand und fortschickte, und da hab' ich den Hupfensttck) zu ihm geschickt, den verzauberten Floh, dessen Haut dich in da-> Elend nut dem Welle- watz gebracht. Aber em andermal mehr; halte dich nur ruh^und gehe in das Schloß, und lasse dir nichts merken, wenn der Wellewatz w.eder- kömmt. Morgen nacht um ein Uhr komme ich mit meinen sieben Söhnen, das sind erstaunlich geschickte und kluge Bursche, di« sollen dich nach Haus führen." Nun gab sie dem Willwischen noch Wem und Zuckerbrot und befahl ihr, heimlich davon zu essen, küßte es und ging weg.
Willwischen sah ihr lange mit -tränen nach und schlich dann in Mj qriißliche Schloß zurück. Gegen Mittag kam Wellewatz zuruck; er trug ein Wildschwein an einer jungen Fichte gespießt auf der Schulter und brachte noch ein Nest voll junger wilder Kaizen. „Holla! Willwischen! schrie er „da ist Mundvorrat, hungern sollst du mir nicht, und Gesell- chaft kriegst du auch; ich muh heut abend wieder weg, ich mich mir einige Handwerksbursche zum Hochzeitsbraten emsaiigen,, die Backer- knechte in deines Vaters Stadt schmeckten vortresslich; ich habe dir deswegen eine Dame von hohem Stande aus heute nacht zur Gesellschaft Meten. die Frau von Euler; das wilde Katze.mest kannst du ihr vorsetzen- daß du nur keine von den kleinen Katzen herausfr,ßt eh« d. Dame kömmt." - „Ach, gewiß nicht, mir ekelt und gar lebendig! sagte Willwischen. — „Ja, ja, Papperlapapp, ich kenne euch Leckermäuler, ihr sprecht immer von Ekel, und dann leckt ihr die Fingei ^"^Unterdessen hatte er ein Feuer angemacht und das Wildschwein an den Spieß drüber besestigt; Willwischen muhte es umdrehen, und er *6 ein Stück nach dem andern herunter und verschlang es mit Haut und Haar. Als er wieder wegging, sagte er: „Daß du mir nur die Frau hon Euler gut unterhälst, sonst gibt s Prügel.
Willwischen saß wieder allein in dem Knochenhaus und zitterte und bebte wegen der Frau von Euler. Was konnte sie sich von einer Dame
13 llnb wenn auch Wisting ihn nicht wiederbrmgt, ,o werden die Lskimos dort oben, Amundsens allertreueste Freunde, ihn bergen ... in ewigem Leben ... in einer ihrer Legenden. Und unsere Enkel wer- L sie dort oben einmal hören und niederfchreiben, wenn ein altes Mmoroeibdjen weise und wissend sie ihnen vorsingt, die Legende vom miken Adler Roald, der vom Süden kam, wo man ihn Amundsen Mimte ..." Das sagte heute ein Landsmann Amundsens zu mir, als wir Uans Bericht zu Ende gelesen hatten.
Die Oper vom Manuskript bis zur Rampe.
Bon Rudolf M e i ß n e r.
Als ich das erstemal eine handgeschriebene Opernpartitur sah, erschrak Iii, Mein die Niederschrift erschien mir eine fo ungeheure quantitative ülrbeit wie ich sie mir eigentlich nur im Mittelalter vorstellen konnte, zu jener Zeit, da der Baumeister noch tausend Säulchen an tausend Säulen lichte und der Mönch noch die unendliche Reihe der biblischen Worte. Buchstabe für Buchstabe, reich verschnörkelt, mit der Hand kopieren mußte. Wie einfad) läßt sich der Gedanke des Dichters mit dem rasenden Msederhalter auf jedem schiefen Fetzen Papier sesthalten. xer musika- üldie Gedanke, den ein halbes Dutzend Worte des Operntextes tragen, beansprucht eine ganze Partiturseite; die Sopranstimme, die ersten Geigen, die zweiten Geigen, die Celli, die Harfe, die ersten Chorsttmmen, die zweiten, die dritten Chorstimmen ... Aus der Partiturseite 12 steht der iert für die Sopranistin: „O wie selig" und der Text sur Den ^enoriften: O wie .. ", auf der Seite 13 geht der Text für den Tenorchen weiter: " . selig, clig" und beginnt der Text für den Frauenchor: „O ...
Richard Strauß hat an der „Aegyptifchen Helena fünf Jahre ge- ^Si«1 Geburt einer Oper ist wirklick) komplizierter, schwieriger und von Milchen Beziehungen abhängiger als die Geburt irgendeines anderen Kunstwerks. Eine Wertung braucht man aus dieser Behauptung nickst zu machen. Kunstgattungen an sich sind überhaupt nicht vergleichend st> werten. Einen Komponisten ohne jahrelange sorgfältige Ausbildung in musiktheoretischen Fächern, Harmonielehre, Kontrapunkt und ohne vollem,neue Ausbildung in der Beherrschung mehrerer Instrumente gibt es nicht. Die Besruchtung des musikalischen Genies ist also in erster Linie schon von einer glücklichen Finanzlage ober glänzenden Unterstützungen
ickisf. Wisting entert hin- , ............ Fragen mehr. Nur nod)
Wisting. Und bann wieder Schweigen. — r Wisting und sagt dies: „Johan Olsen und Tfjjnnen' jetzt'nicht mehr. Wenn einer nod) kann, {inb eie es ... sannen Sie? ..." Das ist die einzige Frage, die es gab. Und sie wud L hartem Ja beantwortet. Und die winzige „Veslekari und die „Bor- Ämefter" setzen Kurs auf Tromsö. Und Gran knecht in seine Ko e. ob chläft. Und als er erwacht, streicht das kindersplelzeugkleine Schis -
Veslekari" über die blauesten Wellen des Nordmeers, das schwillt md schwingt und lebt ... und vielleicht, meinte Tryggve Gran in diesem N aenblick, teilt der Kiel des Schisschens gerade d.e Wogen jener Stelle er, den sie suchten und suchten, mit seinen Kameraden fein feuchtes ungefähr, zufammengestrafft, fchlieht Grans Bericht.
Und wenige Tage, nachdem die winzige „Veslekari Hemikehr in Iromfö gehalten, ist Wisting, der alte, wetterharte Amundsen-Kumpan E ihr zu neuer Suche nad) der Legende Roald Amundfens hinaus-
Jm Hause Unter den Linden sind Kapellmeisterschaft mid Direktion ebenfalls getrennt, indem Opernregisieur Wörth als Direktor zeichnet. Höchste Instanz bleibt Generalintendant Tietjen.
Kenn das eingereichte Werk vom Kapellmeister und vom Drama- turgen für gut befunden wird, ist die Wahrscheinlichkeit, daß es die Direktion zur Aufführung annimmt, noch nicht gegeben. Aeuhere Umstande sprechen ein wesentliches Wort. Lassen sich alle Rollen besetzen. Es kann Vorkommen, daß die Frage gegenüber diesem und jenem musikalischen Einzelfall selbst von den Opern Berlins oder Wiens mit Nein beantwortet werden muß. Ist die Aufsührung buhnentechnisd) mogttch? Mittlere Provinztheater müssen ost auf die besten Werke verzichten, well ihnen die modernen Bühneneinrichtungen fehlen. Denn die Oper erlaubt die Vereinfachung des Bühnenbildes nicht im gleichen Maße rote das Schauspiel. Frage auf Frage.
Wenn wir uns im Schauspielhaus „Rosmersholm ansehen, roijfen wir daß die Gesamtatmosphäre der Aufführung, ihre „Plastik , aus dem Wirken des Regisseurs entstand, das der Bühnenbildner und der Beleuchtungsmeister leise untermalen. Eine „Tannhauser -Einstudierung hm- argen verteilt sich auf eine ganze Reihe von Meistern; eme ganze Reche von künstlerischen Faktoren müssen zu einem Gan3 e n m u 111 pl i e rt werden. Die Darsteller stehen unter dem Führertum des Regisseurs, des Kapellmeisters, des choreographischen Leiters, des Kapellmeisters des Chors, des Ballettmeisters. Der choreographische Leiter dirigiert die Bewegungen
Opernsänger zu werden ist wiederum nicht nur von Talent, sondern auch von pekuniären Möglichkeiten bedingt. Denn rote beim Komponisten selbst ist die Begabung erst nad) kostspieligem Studium praktisch zu verwerten Es ist vorgekomnien, daß ein Mäzen eine gute Stimme rm Volk entdeckte und ans' Licht hob. Einer der bekanntesten dänischen Opernsänger war früher Gemüfehändler und hatte die Schönheit feines Organs offenbart, indem er ausrief: „Weißkohl 20 Oere, Kohlrabi IS Oere!.bis er mit feinem Wagen durch die «trotze kam, in der der Opernbircftor wohnte. Der Direktor kaufte ihm einen Kohlkops ab, und dies blieb des Künstlers letzter Gemüfeumfatz. Laufbahnen von solcher Romantik sind selten, und man soll nicht mit ihnen rechnen, wenn man sich vornimmt, ^Welches Matzen Begabung, welches Matz an Studium, welche Verschwendung von Kräften, Finanzen, welche verzweigte Organisation bereitet den Genutz eines Opernabends vor!
Wir sind im akustischen Element gebadet. Wir verlieren das _\ad)bar- ,.ch. m
^"'Äbe'r'es gibt Zyniker, die immer iüfleu: „Golk, es wer mager. Und die Altistin sand id) geradezu verheerend."
In' den seltensten Fällen hat der Künstler, der Opern komponieren mitt, eine so starke dichterische Ader, daß er Die Texte, wie etwa Richard Wagner oder wie Schreker, selbst verfassen kann. Ader die Suche nach dem geeigneten Operntext gleicht dem Suchen des Schatzgrcwers nach dem Golde. Die Dramaturgen der Opernhäuser, denen Texte mit der Anfrage vorgelegt werden, ob es sich lohnt, die Vertonung einem Komponisten vorzuschlagen, stellen sest, daß ouch diejenigen, die wirtuch dichten können, keine Ahnung Haden, welche Ansprüche die Musik an dw Dichtung stellt und wo die Möglichkeiten der Musik aushoren. D>e Hand- luna der Oper muh einfach und möglichst sd)on aus den auf der Buhne sichtbaren Geschehnissen zu erfassen sein, sie darf, tm Gegensatz zum Drama, stark lyrischen Gehalt haben. Intellektualismus bleibe dem Opern- tm fern, vor allen Dingen aber muß die Sprache selbst schon mufik- gesöttigt sein. Diese Dinge erscheinen so selbstverständlich, und doch tjt das Finger pitzengesühl für all dies fo selten. .
Wenn endlich Dichter und Komponist einander gejunden haben und ihre Arbeiten verschmolzen sind zur Schöpfung, — wird sie wahrscheinlich nicht angenommen. . , . , u •
Man kann die Oper dem Musikverlag anbieten, her fie coentueU in Vertrieb nimmt. Da die Zahl der Musikverleger klein ist, laßt sch der Vyp des Schmierschriststellers, der sein Romanmanuskript „mttterfrau Metas -unglückliche Liebe" zwanzig Jahre lang von Verleger zu Verleger ragt, nicht auf das Gebiet der Musik übertragen Vor der erfolgreichen Uraufführung wird die Drucklegung der Oper gescheut. Denn der Druck Mn Noten, worauf nur wenige Druckereien eingerichtet sind, kostet em Vielfaches des Textdruckes. Deshalb reichen die Opernkomponiften meist ihre Werke bei den Theatern direkt ein. . ~
Dpernbramaturg für die Staatlichen Theater in Berlin ist Dr. Kapp, dm die vorläufige Beurteilung der Opern und vorwiegend uu » teilung des Tortes obliegt. Er gibt das Werk, wenn ihm die Aufführung Möglich erscheint, an einen der Kapellmeister, an Otto K le mp er °der Erich Kleiber, weiter. Die letzte Entscheidung liegt aber in Han- ben der Direktion. Während der letzten Saison war Otto Klemperer alle - dmgs selbst Direktor des Hauses am Platz der Republik, hat jedoch d>e ^Ukklionsgeschäfte für die kommende Saison Ernst Legal ubertragci.


