Mn
Generalreeder wurde ich in jedem Jahr
wenn
von Dover im Kanal.
M) Anfall durch Ertrinken.
Verantwortlich: Dr. Hans Lhyrivt. - Druck und Verlag: Drühl'jche Univerf itäts-Duch. und Stetndruckerei.«. Lang«. ®le6e6
Kapitän, gerade so, als Flundern in den Strom ..Kapitän, und nachher
war Tor war den dort
25) Fernrohr.
ä0) Reede in der Nähe
■r) Kompaßhäuschen.
Verschiedene Arten von Segeln. Sprichwörtlich.
Plattes Hinterteil des Schiffes.
Leichenbeschauer und Geschworen«.
ne w de un n)i
31)
32) ’33) M)
Professor Konepack in die Kellerluke, allem,, als ich im Tiergarten zu Kopen- Maßselt und Heuer träumte. Ob ich nun darnach müht ihr Stoffer Janssen, den
kam es, und Steuerbord, Kapitän, ist „Das ist schnurrig," sagte ich. „Ja, das Jung. „Ja," sagte Peter Jenkel, „und klatschte und platschte es gerade so, in Warnemünde ein Fischkasten mit
Er i Jahre den grc stiller 5 Erlaub! einen e
und verständnisvoller Zusammenarbeit wenigstens etwas von dein idealen Zustand erhalten und gerettet werden, der einst den Hausarzt zum Freund und Lebensgefährten der Familie machte.
Backbord von der Landseite her es wieder über Bord gegangen." ist sehr schnurrig," sagte Jochen als es über Steuerbord ging,
Der Generalvesder.
Erzählung von John B r i n ck m a n.
(Fortsetzung.)
gewöhn immer wegs c siiuberli
Eim war au schlagen die höh eine w noch di zum S erdigen, die am spielte ' Becken Engel den bn abgeriti täglich
Für wohl b Schloß Beweqr Wochen fahrt, s gewend Dbertoi Bild, i) , Kini fastische suhrer Hai ger an, die aber, d stimmte Ziele n Drang, zuoft n wechsel! bestimn
geworfen wird." „Je," sagte Hanne Piatz, stöhnte es ein- oder zweimal dicht unter
-s) Senkrecht um einen Zapfen gehende Winde, die mittels der in sie eingesteckten Handspaken (hölzerne Hevel) gedreht wird.
2tl) Ein an der Vorderspihe befindlicher Ausbau, der zur Verzierung dient und meist eine Holzfigur trägt.
3I)) Holzprügel.
Uebermastig war ich auch, vor Hagen saß und von der Firma auch teerquastig gewesen bin, v«.
Leichtersch ffer, fragen, der ist zehn Jahre lang Steuermann auf ^dem Agamemnon gewesen. An den C-------' " °
von den fünfzehn, die ich auf ihm gefahren bin, von Humpel-Davids erinnert, denn er holte sich sein Kapplaken-Markstück so regelmäßig ab, wenn ich auslief oder binnenkam, wie der Küster die Wurst und der Pastor das Meßkorn. Ich bin ihm noch oft begegnet in Wind und Wetter, wenn die Sturzwellen über den Bug des Agamemnon gingen und die Springflut vor einem fliegenden Sturm heranfauste, daß kein Span heil bleiben konnte; und wieder, wenn es so tief sternklar iy einer Juninacht war, daß ein scharfes Auge noch hinter dem Nordstern Sterne sehen konnte, so klein wie Nadelköpfe, und ich dann an Humpel-Davids Wort denken mußte, daß er hoch im Mast der Welt sitzt und dort Ausguck holt, weiter als Nelson aus dem Mast der Viciory mit seinem Dollond2") je gesehen hat. Aber nicht nur auf der See bin ich ihn gewahr geworden, ich habe ihn auch sonst noch getroffen, wenn ich es am
wenigsten vermutete.
Solange ich Kapitän war, habe ich meine Hauptreisen immer nach London gemacht. Weizen, Lumpen oder Futterküchen brachte ich hin, und Stückgut brachte ich zurück. Loiting war nicht für Staat, und ich nicht für Umherlumpen, und einen Schnurrbart habe ich mir auch nicht stehen lassen, Heinrich. So half es sich bald und schlug zuletzt zu Buch, so daß ich gar nicht mehr nötig hatte zu fahren. Meine letzte Fahrt machte ich Anno dreizehn wieder nach London. Das sollte überhaupt meine letzte Reise sein und ist es auch geworden. Der Agamemnon lag an der New-London-Brücke, seeklar und ausklariert. Er sollte womöglich mit der Ebbe nach den Downs""). Der Lotse wollte pünktlich um sieben Uhr morgens an Bord kommen. Ich ging schon frühzeitig in meine Koje. Jochen Jung war Steuermann, Hanne Piatz und Peter Jenkel hatten die Wache, denn es lag noch Stückgut an Deck herum, das in das große Schiffsboot verstaut werden sollte. „Paßt auch gut auf, Jochen Jung", sagte ich, als ich niederging. Es war Oktober und nebeliges Weiter. Jung hatte ein Licht im Binnackel'H brennen, und auf dem Gangspill"") stand die große Schiffslaterne. Es mochte gegen zwei Uhr fein, da kam Jochen Jung nach unten und rief mich: „Kapitän, Kapitän Heuer! Es ist hier nicht richtig auf Deck. Ich glaube, es find zweibeinige Wasserratten am Werke " Ich kam auch sofort heraus. Wir steckten noch eine Handlaterne an; es mar aber rein gar nichts zu sehen. Alles war totenstill, nur daß die Flut noch mächtig ging und um den Bug und das Steuer platschte und gurgelte. Wir konnten nichts finden. „Wie ist es denn gewesen?" fragte ich. „Je, Kapitän, ich und Peter Jenkel haben es ja mit unfern eigenen Augen gesehen, Hanne Platz hatte gerade ein Bedürfnis in der Gallion2"), gesehen hat er es nicht, aber gehört hat er es auch. Nicht wahr, Hanne?" „Ja, gehört habe ich es auch," sagte Piatz. „Na, was war es denn?", sagte ich. „Je, Kapitän", sagte Jochen Jung, „das kam so: Ich sah auf der Wassertonne am Heck und konnte gerade die Reeling entlang bis nach der Laterne und dem Gangspill sehen, wo Peter Jenkel gerade sah, und von wo Hanne Piatz gerade abseits gegangen war, da rorkelt es auf einmal an die Wanten des Bormastes und es hörte sich gerade so an, als ob da etwas an Deck sprang und vorwärts stürzte. Ich gleich mit einer Handspake"") an Ort und Stelle, und Peter auch. Da hörte es sich an, als wenn etwas in den Strom klatschte. Jenkel hat das zuerst gesehen und danach auch gehört, nicht wahr, Peter?" „Ja," sagte Peter Jenkel, „ich habe es erst gesehen und nachher auch gehört.
Ich habe den Agamemnon, so viel ich uon ihm auch hielt, nie und zu keiner Zeit als Spielzeug angesehen, noch mich darauf gespitzt, daß mir andere Leute ein Kompliment über ihn sagen sollten. Ich habe daran gedacht, Heinrich, daß ich doch im Grunde nur der Setzschiffer des Generalreeders war, und um seine Quittung nur allein ist mir zu tun gewesen. Hastig bin ich zu meiner Zeit gewesen, das ist wahr, gerade so hastig wie du, Heinrich. Denn wenn ich nicht hastig gewesen wäre, hätte ich Maßfelt und Schwank mein schönes Geld nicht in die Finger gejagt, hätte Möpper nicht getraut und wäre auch nicht in Brümmers Kneifzange hineingefallen wie ™ ~
den Planken der Vrigg, und dann gurgelte es so tief auf, wenn einer sich erbrechen will und nicht dazu kommen kann." ’S wurde ganz graulich dabei," fügte Peter Jenkel hinzu, „mir [u nachher ordentlich eine Gänsehaut über." „Sah es denn wie * Mensch aus, Steuermann?" „Je, Kapitän," sagte Jochen 3Un. „das kann wohl sein und kann auch nicht sein, Kapitän. Das gi~ mir so schnell vor den Augen vorbei, als wenn einer einen W» Kautabar über die Reeling speit. Schwören kann ich nicht dar«’ daß es ein Mensch gewesen ist, und daß es kein Mensch gewetz äst, darauf kann ich auch nicht schwören." „Wenn das nur nicht Neufundländer Hund von dem Amerikaner gewesen ist, der fjia hinter uns vertäut ist," sagte Piatz, „das Aas ist hier schon stern einmal an Bord gewesen und hat hier herumgeschnüsselt,' „Ja, der mag es denn am Ende gewesen sein," sagte ich und M wieder nach unten. .
Um sechs Ahr des Morgens kam die Ebbe und um sieben i>« Lotse. Stag, Klüwer und Fock'H wurden klargemacht, und wir ins ben eben mit südlichem Wind Greenwich zu. Kurz hinter Greenwich ging der Wind rein nördlich, und wir mußten kreuzen. I, fiel der Agamemnon vor dem Wind ab. Das war nicht seine Aif er gehorchte sonst wie Lewerenzens Manu Lewerenzens Frau"! Der Lotse sah mich an. „Ist das Steuer nicht klar?" sagte ich jt Jochen Jung. „Es wird doch nicht ausgehakt oder in Anordnung söin? Sollte es eine Netzleine gefaßt haben?" Die Schaluppe toutüt hinabgelassen, und zwei Mann ruderten unter den Spiegel33), „I,, es ist in Anordnung, und der zweite Haken ist ein bißchen ich’ da steckt der eine Nagel einen halben Finger lang heraus, und b- hängt wohl eine Netzleine daran, Kapitän," rief der Mann dm unten herauf. „Dann hol auf und mach klar! Hol auf!" Na,«, holte auch auf. Als es aber über Wasser kam, war das keine Netz- leine, es war eine Leiche, die dort an dem Nagel, der lose getoorta war, mit dem Rockkragen festhing und im Kielwasser nachschleW, Es war ein ertrunkener Mensch. Die Leiche muhte ja nun an Bord genommen werden. Mir wurde schlimm und übel, als ich fit sah. Ihr ganzes Aussehen war so, daß Wohl anzunehmen test, daß Hunger und Not das Anglückskind ins Wasser, in den bitte-' bösesten Tod getrieben hatten, den ein unglückseliges MenscheM j überhaupt sterben kann. Menschliche Hilfe, das sahen wir glch alle, war vergebens. Seeleute kennen das. Ich ließ den Leichnm, der noch nicht vierundzwanzig Stunden im Wasser gelegen haben konnte — er fing eben erst an au-fzuschwellen —, mitten auf die ßuife vor dem Gangspill legen und mit einem alten Jagersegil zudecken. Der Agamemnon warf einen Anker aus. Den Lotsen unb Jung ließ ich darauf nach Greenwich rüdem, die sollten die Polizii von dem Vorfall in Kenntnis setzen. Jung sollte auch einen 'Anka- schmied mitbringen wegen des losen Steuerhakens, an dem die Leiche gehangen hatte. Es währte auch nicht lange, da kam der Coromr mit einer Jury33) an. und die Leichenschau ging vor sich. Koch uni Kochjunge mußten ihr die Lumpen vom Leibe schneiden und sie dann rein waschen. Die Jury gab dann ihr Ar teil ab: accident by drowning35). Ich mochte das nicht mitansehen, es half aber nichts ich mußte mit heran. Denselben Augenblick, als ich herantrat uni mein Auge auf das Gesicht der Leiche fiel, das nun vom Schlamm rein gewaschen war, fuhr ich zurück, als ob mich eine Schlange gebissen hätte. Ja, es war für mich keine Frage, auf den erste Schlag war ich mir darüber gewiß, es war er, es war Schwan!, es war Gustav Schwank, der da vor mir lag, tot, tot, und welchen Tod gestorben. Herr, du mein Gott des Himmels! So mußte ii ihn doch noch einmal Wiedersehen.
Da war dasselbe krause, schwarze Haar über der Stirn, dich! und voll, aber wie mit Rauhreif bestreut, da waren dieselben Brauen, über der Rase zusammen verwachsen, und an der liute Hand, ja da fehlte am 'kleinen Finger das letzte Glied, gerade so, wie die Natur ihn gezeichnet hatte. Ich hatte nie wieder yon ihm gehört, alle die fünfzehn Jahre, seit ich von Gothenburg weg war. Ich hatte mich auch nachher nicht wieder nach ihm erkundigt. Ich habe später auch nicht in Erfahrung gebracht, wie und wann er von Gothenburg fortgegangen und nach London gekommen fl. Er war es, darauf hätte ich einen Eid abgelegt und will aua) im einen darauf ablegen, wenn es etwas nützte. Wenn da auch w G. S. auf dem einen Strumpf gestanden hätte, der am rechten Sw saß, und wenn ich ihn auch nicht von klein auf gekannt hätte, i® Gesicht hatte sich doch seit dem Abend bei Milani so tief in nW Seele eingegraben wie sein Bries und der Spruch aus dem TeufM- katechismus: „Tue du niemand Gutes, damit dir nichts Böses fahre" in mein Gedächtnis. Da lag er. Die bitterböse Not ha» ihn zu Boden geworfen. Hatte er selbst Hand an sich gelegt < er es gewesen, der mitten in der Nacht über das Deck des -W memnon geklettert und in den Strom gesprungen war? War c Zufall gewesen oder Absicht? Konnte er es gewußt haben, o ich der Kapitän des Agamemnon war? Alles das war mögt i und auch nicht. Anser Herrgott weiß das allein. Ich glaube ave, es hatte eine Fügung sein sollen. Mir war. als wenn sch dar etwas lernen sollte, als ob der liebe Gott es gewollt hatte, gerade ich, Martin Heuer, Gustav Schwanks elendes Ende eigenen Augen sehen sollte. lSchwß


