D cnstag, den 28. Februar
Jahrgang $928
Nummer \I
ter? Womöglich auf den Morgen, die mir gehörten? Auf dem
, Gieheii.
andern erhältst auch du „Sage mir lieber, in „Sn keiner. Doch — unterstützen."
„Was fällt dir ein?“
dein Teil."
welcher Weise ich dir helfen kann."
du kannst mich beim Ausgraben der Eiche
~~ es ist verflucht, daß er mit uns umspringen kann, als wären wir hergelaufene Hunde. Gestern reich — heute arm. Soll ich mich erhängen, wie es Wilhelm Kell und Jakob Beugel getan haben? Rätst du zum Revolver, den andere wählten? Zum Gift, das weitere deutsche Farmer von der Erniedrigung befreite? Soll ich mich demütigen und Knecht in englischen Faktoreien spielen? Treiber? -Verwalter? Womöalick auf den Morgen, die mir gehörten? Auf dem
noch di« gilt bet :r dieser i seiner Ki 5 ®e< besteht, estelkung daß die
inge zer- . Endlich en Sach-
Die Sternseherin Life.
Von Matthias Claudius.
Ich sehe oft um Mitternacht, Wenn ich mein Werk getan, Und niemand mehr im Hause wacht, Die Stern' am Himmel an.
Sie gehn da, hin und her zerstreut Als Lämmer auf der Flur; » In Rudeln auch und aufgereiht Wie Perlen an der Schnur;
Und funkeln alle weit und breit Und funkeln rein und schön;
Ich seh' die große Herrlichkeit, Und kann mich satt nicht sehn
Dann saget, untern Himmelszelt, Mein Herz mir in der Brust: „Es gibt was Bessers in der Wed Als all ihr Schmerz und Lust."
Ich werf' mich auf mein Lager hin Und liege lange wach, Und suche es in meinem Sinn Und sehne mich danach.
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Der Baum.
Erzählung von Sohamres Heinrich Draach.
Sand — Sand. Endlos dehnte sich die südwestafrikanische Steppe, in der nux halbverdorrtes Gras gedieh, keine Sträucher grünten und keine Bäume Schatten warfen. Dorngebüsch hie und da. daneben eine bittere Melone und selten in Senkungen giftige Milchbüsche. Sonst nichts. Rur Sand. Auf einer kaum durch Hügel unterbrochenen Ebene nur Sand. Darüber in der Ferne, prangend wie Burgen in Märchen, auftauchend aus violettem Hauch, steil, schroff und vielverzackt, die Gruppe der Spitzkvppjes, das lockende Verderben unerfahrener Einwanderer. Diele zogen der Schönheit zu und starben im Sande oder in den Klüften des toten Gesteins. Durst Peinigte sie und Durst erlöste sie von der Qual.
Sm Herbst des Sahres 1921 zügelte nordwärts bet Berggipfel ein Mann in tropischer Tracht sein Pferd. Er kam von Gobabis . und strebte nach Okombahe. Snnerhalb des Sandmeeres benutzte er bei. Psad, den Massen wilder Tiere vor Sahrhunderten gebahnt, und Rudel auf Rudel gegangen waren. Er führte zur Tränke. Zu einem Einschnitt in der Steppe, zum Flußtal des Ömaruru, in dem die Samaras Felder von Mais, Weizen und Hirse angelegt hatten. Hier wuchs die Pflanze, hier der Feigenka tus, die stämmige Aloe, Kandelaber-Euphorbien und Palmen. Hier weideten die Herden der weißen Grundbesitzer und umstanden die Staubecken, die noch schmutziges, von Gewittergüssen ausgesangenes Wasser enthielten.
Gegen Abend wurde aus einem Abhang in östlicher Richtung das Haus des Regerkapitäns sichtbar. So war das Ziel erreicht. Der Reiter reckte sich im Sattel empor und hielt Umschau. Als er vor sich einen Karren schaukeln sah, trieb er fein Pferd zur Eile an.
„He — du bist es, Peter ©teingert,“ rief es ihm aus dem knarrenden Gefährt entgegen.
„Du - Walter Heck."
„So hat dich mein Bote erreicht," kroch ein Mann in den sechziger Sahren, stämmig, sonnverbrannt und backenbärtig, unter dem Verdeck hervor.
„Sa, alter Kamerad," sie schüttelten sich die Hände.
„Es ist aus, Freund. Arbeit und Ausdauer gaben mir ein gutes Besitztum. Der Engländer verschlang es. Richts ist mehr da, morgen ziehe ich fort.“
»Du hast verkauft?"
«Fandest du Gold, daß du dem Unheil entrinnen willst? Sm Viehbestand steckte unser Vermögen. Der Brite drückte die Preise herab. Allmählich —- er drosselte und zog enger zu. Aus die Hälfte — ein Drittel — ein Viertel — ein Sechstel — ein Zwölftel — noch weiter
„Sch nehme den Baum, der vor meiner Türe steht, mit."
„Eine Eiche nach Deutschland verladen?"
„Walter, als ich auszog, mir in Südwest eine neue Heimat zu suchen, steckte mir die Geliebte, die später nachkam und meine Frau wurde, ein Eichenzweiglein mit zwei Früchten und drei Blättern an den Hut. Die Blätter verdorrten und der Wind verwehte sie. Von den Früchten nahm mir eine die Brandung in der Swakopmunder Bucht. Die andere kollerte zu Boden, als ich den ersten Spatenstich zu meinem Hause führte. Sch dachte, sie entbietet Grüße und segnet mein Beginnen. Der Samen ging an, wurde Reis, Bäumchen und 'Baum. Begleiter im Leben und Teilhaber eines Geschicks, das ihn und mich übrig ließ und will, daß wir gufammenbleiben. Heute nacht wird die Eiche ausgegraben und mit dem Wurzelballen und mit der Erde, die ihn umgibt, in Segeltücher geschlagen. Wenn ich Koffer und Kisten verlöre, früge ich wenig danach. Rur der Baum — um den darf ich nicht kommen. Du hast auch unter seinen Zweigen gesessen und geträumt. Hast gesagt, daß sein Rauschen von dem fernen Vaterland erzählt, von alten und neuen Taten, von deutscher Liebe und deutschem Leid. Was er dir spendete, hat er mir hundertfältig geschenkt." ,
„Drüben hast du tausend Eichen in einem einzigen Wald."
„Sa, aber was denkst du, was die Eiche dort für mich bedeutet? Sn der Heimat wird sie Weisen tr^ Westasrika raunen. Wenn Frühling wird und Sommertage dichtes Laub und reifende Achren bringen, wird sie daran erinnern, daß jetzt oer Omaruru zu einem reißenden Strom wird, und die kalte Sahreszeit Springböcke, Perlhühner und Affenherden mit frostigen Rächten erschreckt. Und wenn sie in Bremen, Berlin und München Vorbereitungen für Weihnachten treffen, werden die kahlen Aeste unter Decken von Schnee davon sagen, daß nun die Dürre über Windhoek und Grvßfontain schreitet, dah glühende Hitze sengt, die Schwarzen Ernte halten und solange fressen, bis sie unförmige Bäuche und leere Vorratskammern haben. Die Eiche wird auch an dich gemahnen, an den alten Ertrnann, der in der Wildnis begraben sein wollte und von einem Handelszug nicht heim-
SiehenerZamilienbliitler
Unterhaltungsbeilage zum Lietzener Anzeiger
Boden, den ich aus diesem Sandkessel riß? An den Wasserreservoiren, die meine Mühle mit Felsblöcken dämmte?"
„Sch wollte dich bitten, zu mir zu ziehen."
„Es wird bei euch nicht anders gehen."
„Traubengärten und Tabatäcker sind angelegt. Wir hoffen, »Inhalten zu können."
„Sch glaube es nicht."
„Was unternimmst du?"
„Sch kehre zurück."
„Wir dürfen diese Erde nicht verlassen."
„Sch tat das meine.“
„Andere Zeiten bringen ein besseres Los."
„Richt für mich. Die Hereros haben meine Kinder gemordet, sie haben mein Weib getötet — ich hielt aus. Sie haben meine Herden gestohlen und das Haus angezündet — ich richtete das Dach von neuem und zog wieder Rinder und Schafe heran. Sn den Sahren deS Weltkrieges setzte uns der Engländer hinter Drahtverhaue. Fürchterlich — in heißen Monaten nur auf eine Winzigkeit Raum angewiesen zu fein. Auf und ab gingen wir — wie Tiger in Käsigen. Smmer auf und ab. Und stets dieselben Gesichter, dasselbe Essen, dasselbe Grinsen der Soldaten. Und unaufhörlich — endlos — das Hin und Her. Auf und ab — auf und ab. Auch das ertrug ich und murrte nicht. Dann kam die Finsternis. Der Tag, an dein wir erfuhren, daß die Heimat uns preisgeben mußte. Weißt du noch, wie wir zusammenbrachen, erinnerst du dich der Stunden, in denen die Zeit so wesenlos tot war wie diese Oede? Selbst das schlimmste zwang ich mich zu überwinden. Sch hoffte und hoffe auch heute. Rur — für mich nicht mehr. Der Widerstand des Herzens ist aufgezehrt. Morgen beginnt die Reife zum Meer, und in einer Woche die Fahrt nach Hamburg. Srgendwo finde ich Unterschlupf. Eine Hütte, ein paar Quadratmeter Garten mit Sohannisbeersträuchern und Obst- Hecken, dazu das Gegacker von Hennen und Zeisiggezwitscher — ich will mich begnügen und nicht klagen."
„Roch einmal, Peter, wende dich nicht ab.“
„Sch habe in Freiheit gekämpft und gedarbt — der fremde» Knute, die uns unbarmherzig trifft, ergebe ich mich nicht."
„Bist du mit dem Handel zufrieden?"
„Sch bekam für das Vieh fast nichts. Für die Farm wenig und für meine Sammlung an Geweihen und Wildfellen etwas. Die besten Stücke habe ich behalten. Vier, fünf, sechs nehme ich mit, von de»
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