Ausgabe 
27.3.1928
 
Einzelbild herunterladen

I

l

e

.1 n t, s r n n li n

i»

N V. I- ch & m en ö-> g«

en >n- ut<

,n«

:en >n« o a et« bte ifte ten t«n

las g«r Be» as- nen

bet um xr- i so iun« wir chts all« age, iBen eben man Um ades Der« enen der aus Sger um

Ausschluß über seine Weiterentwicklung zu gewinnen. In den Fisch» arüuden der Ikordsee werden seit vielen Jahren gewisse Nutzfische mit Marken versehen, um über ihre Wanderungen und ihr Wachstum :n3 Klare zu kommen. Selbst bei Insekten nämlich bei Menen ^t man mit Erfolg (natürlich nicht durch Metallmarken, sondern durch sinnreich angeordnete Farbtupfen) die einzelnen Tiere gekenn­zeichnet und durch ihre Beobachtung neue Einblicke in ihre Lebens-« tveise getan.

Die Kennzeichitung von Bögeln ist ihren Anfängen nach nicht neu. Denn man von der Markierung gezähmter Dögel im Mittelalter besonders der so hochgeschätzten Beizfalken abfieht, tauchen erst­mals im 18. Jahrhundert Nachrichten über die Kennzeichnung ein- Mer Schwalben durch bunte, um den Fuß geschlungene Fädchen auf. Später markierte man Störche und Wildgänse durch Schildchen oder Ringe, die um den Hals gehängt wurden. Bei kräftigen Vögeln, wie es die genannten Arten sind, konnte man an diesem Aing leicht noch eine kleine Kapsel befestigen, in der ein Zettel mit Angaben über Datum und Herkunft des Bogels Platz fand und so den Finder in­stand setzte, den Fundort des Vogels an den Verfasser der Notiz zu- rückzumelden. Ein Jungfernkranich, den der bekannte Tierliebhaber Md frühere Großgrundbesitzer Falz^Fein in Taurien (Süd- rutzland) im September 1892 aus diese Weise gezeichnet hatte, erregte einst besonderes Aufsehen. Er wurde im Dezember desselben Jahres bei Dongola am Nil erlegt, und die ihm anhängende Kapsel kam in die Hände des damaligen Oberhauptes der Mahdisten, des Chalifa Abdullahi. Da der argwöhnische Herrscher und seine Kahdis die frem­den Buchstaben nicht deuten konnten, wurde der als Gefangener bei den Madhisten weilende Slatin Pascha geholt, um die Schrift zu . entziffern. Erst da schwand das Mißtrauen des Kalifen, bei dem man freilich für solcheTeufeleien der Ungläubigen" kein großes Ver­ständnis erwarten konnte, wie Slatin Pascha in seinem bekannten Merk (Feuer und Schwert im Sudan") berichtet.

Planmäßige Markierung mit Fuhringen aus Aluminium tvird erst seit dem Jahre 1899 vorgenommen, und zwar vor allem unter dem besonderen Gesichtspunkt der Vogelzugforschung. Der Däne Mortensen hat damit den Anfang gemacht und durch prächtige Erfolge die große Bedeutung dieser Methode erwiesen. So war es nicht verwunderlich, daß der Versuch wenige Jahre später von der Vogelwarte Rossitten und mit der Zeit von einer ganzen Reihe weiterer Stellen ausgenommen wurde. Als die wich­tigsten, heute noch arbeitenden Beringungsstationen seien genannt: Soffitten (auf der Kurischen Nehrung), Helgoland, Leiden, London, Kopenhagen, Göteborg, Stockholm, Helsingfors, Riga, Moskau, Budapest, Laibach. Liboch (in Böhmen), Berit und Versailles. Auch in den Vereinigten Staaten wird die Vogelberingung von einer be­sonderen Gesellschaft mit großem Eifer betrieben. Die Beringungen werden nicht nur von den offiziellen Vertretern der Stationen, son­dern auch von vielen freiwilligen Mitarbeitern ausgeführt. Die Marken bestehen aus Aluminiumbändern, die mit den Fingern oder mit einer Zange um den Lauf des Vogels gelegt werden. Mit Rück­sicht auf die verschiedene Derwendungsart sind mehrere Größen dieser Ringe im Gebrauch. Außer dem Namen der Station (z. B. Helgoland Germania) ist eine Zahl auf jedem Ning eingestanzt, so daß über die Verwendung jedes einzelnen Ringes übersichtlich Buch geführt werden kann. Da es sich herausgestellt hat, daß diese Ringe im Lauf vieler Jahre (besonders durch das Meerwasser) bis zur Llnleserlichkeit an­gegriffen werden können, benützt man neuerdings eine Legierung (Duralumin) von größerer Widerstandskraft. Naturgemäß sind es hauptsächlich Jungvögel, die zur Beringung kommen, weil man ihrer am leichtesten habhaft wird. Bei den zahlreichen Gefahren, denen der Vogel ausgesetzt ist, und denen in erster Linie die jungen Vögel zum Opfer fallen, erscheint jedoch gerade die Beringung der alten Vögel, die die schwierigste Zeit schon überstanden haben, besonders erwünscht, Mau hat daher durch sinnreiche Fangvorrichtungen (wie z. B. die Deigoldsche Fangreuse auf Helgoland) gerade die alten Vögel zu fassen versucht, was sich sehr Bewährt hat. Es ist klar, daß dis Mehrzahl der beringten Vögel niemals in die Hände des Menschen sollt oder doch wenigstens nicht an die Station zurückgemeldet wird. Vei den ganz kleinen Vögeln ist der Prozentsatz oft kaum 1, während man bei den jagbaren Vögeln wie z. B. dem Fischreiher den vierten »eil zurückerhoffen darf. Durch nunmehr sehr reichliche Erfähung sicht es außer Zweifel, daß das sachgemäße Beringen für den Vogel reinen Schaden mit sich bringt. Das Gewicht des Ringes beim Kranich der 183., beim Rotkehlchen der 322. Teil des Körpergewichts hat gar keinen Einfluß auf den Vogel; auch ist es nicht richtig!, daß der Ring die Menschen zum Töten des Vogels anreizt, weil man aus der Feme des kleinen Ringes gar nicht ansichtig wird.

Die E r g e b n i s s e dieser Forschungsmethvde können jetzt, nach einem Dierteljahrhundert ihrer Anwendung, natürlich noch keine rest- ,'c Klärung der in Angriff genommenen Fragen darstellen. Aber

6iet ist sicher, daß die vogelkundliche Forschung auf dem einge- lOnagenen Weg ein gutes Stück vorwärts gekommen ist. Sv weiß man jetzt, daß die für wenige Vögel wie z. B. die Gans schon früher ^kannte Dauerehe bei kleinen Vögeln selten ist. Oft wird von ^iatzr zu Jahr der Ehegatte gewechselt, auch wenn beide Vögel noch °m Leben sind. Wenn man, wie z. D. beim Mauersegler, sestgestellt daß ein und dasselbe Paar mehrere Jahre hindurch denselben onuttaffen bewohnte, so weisen verschiedene Beobachtungen darauf 6a6 ein solches Zusammenhalten nicht als eigentliche Dauerehe, n^.ni als Ortstreue zu bewerten ist. . ,

K,,. größte Bedeutung des Ringverfahrens liegt auf dem Gebiete '°,gelöugforschung. Vis jetzt muhte man sich bei der bi» ta<$rUn8 des Vogelzugs auf Feststellungen beschränken, die für W> beobachtete Art im allgemeinen Gültigkeit haben mochte, ohne x®Isan das Verhalten der in einem engbeschränkten Gebiet brüten- t n -Vertreter dieser Art über seine Grenzen hinaus verfolgen konnte.

Nur In solchen Fällen, wo eine Art in eine größere Anzahl deutlich unterscheidbarer geographischer Rassen gegliedert ist, besteht die Möglichkeit, die Durchzugs- und Lleberwinterungsgebi«te (bzw. feiten) für die einzelnen Siedlungsgemeinschaften an Hand der natür­lichen Kennzeichen zu ermitteln, wie es z. V. für die Rvtschwany» würger geschehen ist. Die künstliche Kennzeichnung arbeitet aber noch wesentlich genauer, als sie uns Aufschlüsse über das Verhalten deS Einzelwesens oder doch der Bewohner eines ganz kleinen Gebietes geben kann, was für die ersterwähnte Methode nicht zutrifft.

Früher hatte man nur sehr allgemeine und zum Teil auch falsche Vorstellungen über die Dichtung- des Abzuges und über die Wahl der Winterquartiere. Man wußte, daß unsere Dögel eine durch­schnittlich südwestliche Richtung wählen, um in die Winterherberge zu gelangen. Erst durch die Aingmethode ergaben sich genaue Unter­lagen für die verschiedenen, zum Teil sehr erheblichen Abweichungen von dieser Regel. Wenige Arten wählen eine ausgesprochen südöst­liche Richtung, wie es für den Kuckuck erwiesen ist (Wiederfunde: England Thüringen, England Oberitalien, Naumburg Griechische Inseln). Ob diese Richtung für die westeuropäischen Kuckucke stets zutrifft, müssen weitere Beobachtungen ergeben. Die Störche (weißer und schwarzer Storch) ziehen ebenfalls nach Süd- vsten ab, so weit sie östlich einer Linie, die den Harz und Dänemark schneidet, wohnen. Die westlich davon brütenden Störche ziehen über Frankreich und Spanien in ihr Winterquartier. Dieses liegt in Südafrika, wo sich die beiden, am West- und am Ostrande des Mittel­meers vorbeiziehenden Stvrchgruppen, wieder begegnen. Der Rauh­fußbussard, ein Brutvogel Lapplands und Wintergast im mittleren und östlichen Europa, hält eine südliche bis südöstliche Richtung ein. Eigenartig verhält sich die Waldschnepfe. Drutvögel aus einem und demselben Gebiet bei Petersburg fanden sich im Winter zu beiden Seiten des Aernielkanals und in Istrien! Die in den britischen, be­sonders irischen Ebenen überwinternden Brachvögel sind teils Vrut» Vögel aus eben diesem Gebiet, teils Wintergäste aus Skandinavien und Island. Diesen Verhältnissen konnte man natürlich nicht ohne individuelle Kennzeichnung beikommen. Ebenso dem Befund, daß die britischen Kormorans zum großen Teil im Lnselgebiet überwintern, zum Teil aber an die französischen und spanischen Küsten wandern.

Das sind nur ganz wenige Andeutungen von den reichen, zum Teil recht unerwarteten Ergebnissen, die das Beringungsverfahren bis jetzt zutage gefördert hat und weiterhin in Aussicht stellt. Es sei hier nur noch auf dieRekorde" hingewiesen, auf die weitesten Flüge der Ringvögel. Das sind heute schon nicht mehr die Spieß­enten, die an der dänischen Küsten vorbeizvgen und zur Brutzeit weit im Osten (an der Petschoramündung und im Alral) angetroffen wurden. Man kennt jetzt schon eine ganze Reihe von Transozean­flügen : Zwei vstpreußische Lachmöven fanden den Weg nach dem Golf von Mexiko bzw. der Antilleninsel Barbados, zwei Drei» zehenmöven von der englischen Küste nach dem Gebiet von Neu­fundland, eine Seeschwalbe von Massachusetts zum Niger (Nord­amerika Afrika). Flüge von Europa nach den Azoren sind bei Lachmöven und beim Löffelreiher vorgekommen. Man darf als sicher annehme.n daß die genannten Wanderungen nichts Regelmäßiges sind, sondern als Irrfahrten zu gelten haben; abgesehen von der Dreizehenmöve, die als Kind der nordischen Meere nur zur Brut­zeit an die Küste gebunden ist.

So dürfen wir hoffen, daß sich im Lauf der Jahrzehnte mit Hilfe des Veringungsverfahrens und der älteren Forschungsmethoden ein genaues Bild von den so eigenartigen Zugverhältnissen unserer Vögel vor unseren Augen zusammenfügt als könnten wir die Gefiederten auf ihren weiten Reisen selbst begleiten. Dann aber, ausgerüstet mit solchem Tatsachenmaterial, heißt es an die schwierigsten Fragen der Zugforschung gehen! Die Frage, wie sich der Vogel auf seinen Wanderungen zurechtfindet und wie man sich die Entstehung und die Auslösung des Zuginstinktes zu denken hat.

Pierre Grassori.

Novelle von Honors de Balzac.

(Fortsetzung.)

Nun, haben Sie mein Bild verkauft?"

Nein," sagte Magus,ich lasse einen Rahmen darum machen, damit ich es einem anbieten kann, der glaubt, er verstehe etwas von Bildern."

9ougeres wagte nicht mehr, sich auf dem Boulevard zu zeigen. Er arbeitete an einem neuen Gemälde. Mit der Unermüdlichkeit eines Mannes plagte er sich zwei Monate lang wie ein Galeerensklave. Eines Tages ging er, saft ohne es zu wollen, wieder zum Laden des Magus. Das Bild war nicht mehr da.

Ich habe Ihr Bild verkauft," sagte der Händler.

Ju welchem Preise?"

Ich habe meine Unkosten eingebracht und noch eine Kleinigkeit daran verdient. Malen Sie mir flämische Interieurs, eine Anatomiestudie, eine Landschaft. Ich werde sie Ihnen abkaufen," sagte Magus.

Fougsres wäre dem Alten am liebsten um den Hals gefallen. Er blickte zu ihm wie zu einem Vater auf. Freude im Herzen, kehrte er beim. Also hatte der große Schinner sich doch in ihm getäuscht. Noch gab es in dieser Riesenstadt Herzen, die in gleichem Takt mit seinem eigenen schlugen. Man erkannte und schätzte seine Begabung. Dieser arme Bursche von siebenundzwanzig Jahren besaß die Einfalt eines sechzehnjährigen Jünüglings. Jedem andern würde die diabolische Miene des Elias Magus aufgefallen sein. Das Beben der Dartspitzen, die Haltung des Kopfes wären ihm nicht entgangen. /

Wie ein Schüler, der eine Dame begleiten darf, stolzierte Fougsres mit freudestrahlendem Gesicht durch die Straßen. Er begegnete seinem ehemaligen Mitschüler Josef Bridau, einem vom Unglück verfolgten, trieb versprechenden Talente. Da Bridau, wie er erklärte, noch ein paar Sous