Ausgabe 
27.3.1928
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang $928

Dienstag, den 21. März

Nummer 25

Boot kentern. Ich fühlte

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und die Erde

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flockigem, rosig umhauchten Schnee. Der Forschi sich aus dem großen Ueberseedampfer eingeschifft 1 langen Brief und bat mich, die Region, die er erst

Der Fasching nzmusik drang

tigten Empfangsschein; das Postamt von jenseits des Ozeans hat sie mir zunickqefchrckt. Niemand war gekommen, sie zu beheben. Don meinem

rohr auch den Wein aus dem Keller fort, denn man muß ihn um einen bez^hlen^"'* t>ertelm' roH( nw bie Kosten dieser Neberfchwemmung

Der Wind der Hoffnung tat aber das Seine: die Kerben auf dem Kanunrahmen stiegen immer höher, der Schnee schmolz i 1 - - Zeigte schon da und dort ihr mütterliches braunes Ges''' ließ wieder seine bunttn Schellen ertönen und sinnliche bis zu dem Hause in Trauer.

Tages klopfte ein kostümierter Mann an unsere Tür. Soll man u)in offen? Wir haben keine Feinde, niemand wird uns doch Uebles tun. Immerhin aber ist die Larve ein Zeichen von Geheimnis, und so empfängt man den tyremben mit einer gewissen ängstlichen Neugierde. Er ist hoch und schlank, seinen Körper umschließt ein altes Reiterkostüm aus grünem Sam.. Die -.rlmte, die er trägt, ist beruhigend, denn sie ist ganz aus Holz; noch mehr Vertrauen flöht aber sein Weidsack ein, denn er ist angesüllt M't bunten Süßigkeiten. Der Mann verbeugt sich nach allen Richtungen, küßt der Mutter die Hand, spricht liebenswürdig mit allen, sogar mit der Magd, die sich ängstlich hinter der Tür versteckt. Der Glanz seiner warmen, kastanienbraunen Augen wird durch die Larve noch erhöht. Mit schlägt das Herz wie einem verwundeten Bogel, denn seine Augen, die sich oft mir zuwenden, und seine Stimme, deren Klang ich noch nie gehört habe losten mich mehr erzittern als die kleine Magd hinter der Tür.

Der Frühling kommt wirklich, und die Berge legen ihr weißes Kleid ab; nur bei den Mandelbäumen scheint es, als ständen sie noch immer in flockigem, rosig umhauchten Schnee. Der Forscher ist ab gereift; bevor er sich aus dem großen Ueberseedampfer eingeschifft hatte, schrieb er mir einen langen Brief und bat mich, die Region, die er erforschen wird, mit meinem Namen bezeichnen zu dürfen. Am Ende des Briefes steht seine Adresse von jenseits des Ozeans, damit ich ihm antworten könne. Ich notierte sie mir und schreibe ihm postwendend; erst nach zwei Monaten kann ein Brief von ihm wieder da fein. Der April vergeht mit der Safranblüte, der Mai mit seinen knospenden Rosen und den summenden Bienen; im Juni kommt das erste bange Gefühl der Verzweiflung, bei der auch die sonnigsten Tag« finster werden. Ich schreibe wieder, diesmal mit bezahlter Rückbestätigung. Der Juli, der schönste Monat des Jahres, der König unter den Monaten. Zieht in das Land; aber der Mondschein ist jetzt trauriger als das Leuchten des Schnees, und dem süßen Sang der Nachtigall wie der köstlichen Reife der Trauben steht die Erinnerung an den stürmischen Winter entgegen an das Krachen im Gebälk und die in der Asche gebratenen Kastanien.

Im August sind Me Reparaturen am Hause beendet, die Speise­kammern gefüllt. Der Weizen, die Mandeln, der Kork, ja selbst die Feigen werden zu Geld; ich aber sichle mich viel ärmer als im vergangenen Wmter, werde mit jebern Tag armer, werde bettelarm für die Ewigkeit. 3m September bringt man mir die beiden Briefe mit dem nirhf hoftn.

Da mir der morscher geschrieben hat, daß die Vorbereitungen zu seiner Expedition vollendet seien, und er schon bald abreifen werde, erfüllt der Gedanke, er könnte in seinem schönen Urwaldkostüm vielleicht zu mir gekommen sein, mein Herz mit unaussprechlicher Wonne. Er ist gekommen­er ist der Verkünder des Frühlings, der Jäger, der die Träume nimmt uud sie den Jungfrauen in die Haare wirft wie Koriandoli im Fasching. O Mutter, warum läßt du zum Zeichen der Gastfreundschaft ein Glas

Wem holen und bittest den Mann, zu trinken?"

Unter der aufgehobenen Larve erblicke ich plötzlich das Gesicht des Hundefangers aus dem Dorfe. ®

ivr^,...^r »SÄaTE alfe ftW"' J?s 'ch- 24 las beim Kamin in öer Küche, denn dort war es am wärmsten. Das schwache L-ickü des Oel- den ^Bückern^d? bekümmerte mich wenig. Von

den Buchern, die ich so gelesen habe zumeist ganz wertloses Zeug, ni*?lL4rLn i*Äe5 in1* / rn Erinnerung, aber trotzdem verleugne ich sie nicht. Ihre schlechte Prosa war wie das alberne Libretto zu der Musik einer großartigen Oper: zum Brausen des Windes und des angeschwol- Woffers, bei deren mächtigem Orchester das vom Untergang be- ^te Haus m allen Fugen erzitterte. Es war tatsächlich, als befinde s üch 'N einem Kahl!, von niemand als von Gott beschützt, und als glitte dieser Kahn «mmer weiter auf eine mnamenlofen Fluß, einem ent- fernten, von Traumen umsponnenen Ufer entgegen.

Eines Nachts aber schien es, als sollte unser Boot kentern. Ich fühlte em Unheil, dem nicht zu entrinnen war, und ich mußte im fielen inne, und röitter^ 'TUle£ prtons mischten sich undeutliche Jammerschr^te und sie rufe, der Hund begann zu winsel

stell; zuletzt fegte der Sturm auch diese Klai Morgen kamen wir darauf, daß uns Siebe den Hund erwürgt hatten.

RitorneAe.

Bon Theodor Storm.

Blühende Myrte

N hoffte, süße Frucht von dir zu pflücken; Die Blüte fiel; nun seh ich, daß ich irrte.

Schnell welkende Winden

Die Spur von meinen Kinderfühen sucht' ich Lin eurem Zaun, doch könnt' ich sie nickst finden.

Muskathyazinthen

Ihr blühtet einst in Urgrohmutters Garten;

Das war ein Platz, weltfern, weit, weit dahinten.

Dunkle Zypressen

Die Welt ist gar zu luftig;

Es wird doch alles vergessen.

Der Name des Fluges.

Von Grazia D e l e b b a.

Llu lchlvülen Hochsommertagen gebente ich manchmal nicht ungern der strengen Winter, wie ich sie oft in meiner Heimat erlebt habe.

Sn jenem Jahr begann es schon im November zu schneien unb setzte vicht mehr aus. Da unser Besitz «in wenig vom Dorfe entfernt lag, so wußte man sich, wollte man mit den Leuten in Kontakt bleiben, einen Weg im Schnee wie burch den Urwald bahnen. Eine arme, schmutzige Magd, die in der Kalte noch dümmer wurde, kam und ging auf diesem engen Pfad und brachte uns Lebensmittel und die Post. Keine noch fo mächtige Persönlichkeit hat je für mich die Lebenskraft in dem Maße verkörpert, wie dieses hölzerne, verhutzelte Ding, gas ganz in Lumpen gehüllt war.

Das wirb begreiflich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß sie mir nicht nur die Zeitungen mit dem Lärm aus der Welt der Lebenden brachte, sondern auch die ersten Zuschriften von einem Serfeger und die Briefe, die mir damals mein Verlobter schrieb.

Auch dieser Berlobte befand sich in einer beträchtlick)eu Entfernung, die mit ledern Tage geheimnisvoller und schrecklicher zu werden drohte

Er war ein Forscher; eben bereitete er sich zu einer Expedition in großem Stile vor, zu einem Vordringen in noch unentdeckte Gebiete. Er kannte von mir nur ein Gedicht, ich von ihm nur den Namen: aber dennoch waren wir verlobt.

Ich muß gestehen, daß mich an ihn nebst vielem sonstigen eine be- (oiiberc Eigenschaft fesselte, eine Eigenschaft, ohne die der Mut, die Phan­tasie, die Festigkeit und die seelische Schönheit bei einem Forscher wohl mrfjts anderes sind als Nullen ohne vorangefetzte Ziffern: diese Cigen- Ichaf war sein Reichtum. Man muß aber noch ein halbes Kind sein und einsam dahinleben, muß eine poetische Natur haben und arm fein zu- gleub, um die volle Bedeutung dieses Wortes zu erfassen.

*

Man ist mehr als einsam unb arm in einer zahlreichen Familie, wenn einem vor kurzem ber Vater entrissen würbe, wenn die Mutter schwach und krank ist und die kleinen Brüder und Schwestern sich um die Aelteste scharen, die jetzt allein die ganze Verantwortung trägt. Sie muß für alles Jörgen, sie muß mit den geringen Einnahmen die Rentensteuer vom I väterlichen Nachlaß bezahlen, sie muß herbeischaffen, was nötig ist.

, U"d wenn die Steuern unb die übrigen Abgaben geleistet sind, bann I »leibt im Haufe nur noch wenig Geld unb man muß eben mit bem ! ausfommen, was die bescheidene Wirtschaft bietet: Zwieback und ge- ! pokeltes Fleisch, Schafkäse, der gelb ist wie Wachs, und violette Oliven, I ?.!f e*'ien bitteren Geschmack haben wie die Blüte ber Zichorie. Wem I s "ber auf? Die Entbehrungen, bie man leibet, unb die Unbilden I oes Jßrttters sind mit dem leuchtenden Schleier der Hoffnung bedeckt, j oeber -tag der Woche wird im Rahmen des Kamins mit einer Kerbe I angePuchnet und diese geheimnisvolle Leiter steigt unb steigt bis zu dem I beginnen00 frönen Tage mit dem strahlenden Sonnenschein wieder I . ^-er die schönen Tage sind selten und fast immer von einem West- j rV begleitet, ber wie mit scharfen Zähnen die Mauern durchdringt; I «rL'^°n ^llt der Schnee wieder in Flocken herab und ber Dachstuhl | seinem Gewicht. Man muß ihn stützen, unb so lebt man !

rote bie Bewohner ber Pfahlbauten in den ersten Zeiten ber Menschheit. ...Hf den Eindruck dieses vom Wasser unterwühlten Lebens noch zu s^,^' bücht plötzlich das nasse Element in den Keller ein, über« ' nm l$,n un,b würde uns alle wie bie Hasen ber sumpfigen Felder > »iorSv ivsireihen, beschaffte man nicht rasch ein Zinkrohr, bas die beute- - » tzten Fluten wieder wegsührt. Aber mit bem Wasser führt bas Zink I