Rein, Franc; lasset sie nur immer liegen!"

Aber sie nahm sie fort.Dann," sprach sie,stoßt nicht meine Haud ihn fort; dann ist es eine andere, die ihn zu sich zieht!"

Sprecht weiter, Herrin! Mein Witz ist nicht so fein wie Frauensinn.

Du sahst doch," sprach sie,wie er gestern auf dem Weg mir feine Hand entriß! Es tat nicht sanft: aber vorhin in der Dämmerung, er wollte fort, der Wildkatz wegen, als ich nach seiner Hand griff"

Sie war aufgestanden und ging mit starken Schritten durch das Zinimer. Sieh her!" rief sie und streckte ihm ihre linke Hand entgegen:Der Blut­riß ist von seinem Ehering! Ich hatte, mein' ich, genug der Wunden aus meinem ersten Ehebund!" Sie warf den Kopf zurück und begann mit ge-

Skn Fest auf HaLerslevhuus Novelle von Theodor Stör m.

(Fortsetzung.)

alte Muhme ihr zum erstell Ehefeste mitgegeben hatte.Es ist derselbe« hatte sie gesagt,den emst der Ritter an Ginevra gab; so du ihn umlÄ kommt dir nimmer em Leid!" Aber die stolze Braut hatte derzeit «aS mittel nicht vonnöten und ivarf den Gürtel achtlos von sich. Doch mm Z andere Stunde; sie kniete bald vor dieser, bald vor jettet Truhe und in«,; um des verschmähten Kleinods willen ihre Kostbarkeiten durcheinander-? endlich hielt sie den goldgewebten Gürtel in der Hand, und dort sak'u- Rub-n, vor dessen Schein alles Ungemach verschwinden sollte. Sie lei ihn über ihr weißes Nachtgewand, und er schmiegte sich leicht um ihre ten; aber vergebens sah sie auf den milden Glanz des Steines; der muL gegen andere Schmerzen sein. 8 e

Noch eine Weile trug sie es; dann, wie in Scham ob ihrer Schwäck? ritz sie das Zauberstück vom Leibe und warf es von sich, daß der Stei« heraus,prang. Zornig zog sie das Gewand von ihrem schönen Leibe und bi-, stwg das Ehebett, aber auch die Seidendecke wollte ihr keine Ruhe brinae,, Fomm nun! Du sollst!. Du sollst!" rief sie, als könne sie durch ihr W-llen den Ehegemahl in ihre Arme zwingen. Aber er kam nicht; und dar Bild des schönen Mannes, der doch ihr eigen war, peinigte sie wie ein Ge> ipejiji»

Zitternd stieg sie von ihrem Lager und löschte alle bis auf eine; bann nahm sie em Stundenglas vom Kamingesimse und stellte es in den karae Schein.Nichts anderes will ich sehen!" sprach sie zu sich selber- mit wre das Leben rinnt!" Und so lag sie gestützten Armes auf ihrem Ässe» und blickte unablässig auf den rieselnden Sand; und war das letzte Kon, hmdurchgefallen, so stand sie langsam auf, das Glas zu tvenden. Erst als im Dämmerschein draußen der Wald erwachte und unter ihrem Fenliei der Trupp der Arbeiter auf das Feld hinausging, war der schöne Leib Schlaf versunken.

Der Mann, um den sie solches litt, Ivar längst auf einem Schleicb. weg in die Burg gekommen; keine Brücke hatte sich um ihn gehoben, tem Tor geöffnet; aber zu seinem Weibe zu gehen, hatte er nicht vermocht, Sw äußersten Winkel des einen Flügels war eine fast leere Kammer, die er Haussohn einstmals innehatte; dort auf einem harten Faulbett lag er u» ausgekleidet, den blonden Kopf auf beiden Händen; das Baumrauschen vor fernem Fenster hatte ihn selig eingewiegt.

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-------- -------------------------------------- ______ Sammet und mit Goldstickereien zu überziehen. (Fortsetzung folg!-)

Verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. - Druck und Verlag: Drühl'sche Aniverfitäts-Buch. und Steindruckerei. R. Lang-H^

Als der Hund sich wieder knurrend zu ihren Füßen gestreckt hatte, wagte auch Dagmar hinabzuschamm; aber es war nichts da, als nur der lautlose Mondschein und in Pausen noch der Schlag der Nachtigall. Trunken, als habe ein Zauber ihn berührt, schritt Rolf Lembeck indes am Waldes- rande seinem Hause zu.

Es war auf Dorning schon nach Mitternacht. In der hochbelegenen, aber geräumigen Kemenate lagen die Seidendecken von Arras noch imauf- geschlagen auf dem Ehebette; unweit desselben aber auf einem Ti chchen lvar em lecker Mahl gerichtet; vor zwei Plätzen nicht sich gegenüber, sondern Seit' an Seite stand je ein silberner Pokal; ein Kränzlein früher Rosen hing an jedem und erfüllte das Gemach mit Duft. Doch die Speisen waren kalt und unberührt, der eine der schmalen Sessel leer; auf dem an­dern saß Frau Wulfhild wie ein steinern Bild, den Kopf auf ihren vollen Arm gestützt. Sie wußte nicht, wielange sie so gesessen hatte: fo ruhig der Leib schien, die Ungeduld des Wartens zehrte in ihrem Innern, und ihre

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einen ©lalt tiorü^rltei^®afknlfcm6O?inn®^hf &eT -Itnk, I bcr Mann, so stolz und wild er ist er ist ein Kind; nimm ihm sein Spiel' einen «a;an voruver. em Waffenklirren, em Stampfen wie mit vollen I zeug, und er vergißt es! Und du sollst nur dw Bn-'ve iurficn Seifen!

& dazivischen hegere Männerstimmen und dann und wann das Lachen i Gaspard blickte" schief zu Boden und zog mit einem leisen Pfiff den

fE" ru leMen-der Lärm U<?b sprach mit scharfem Lächeln:Kopf und Hände sind nur meiner Herrin!"

litb laufifite-ÄÄ Wulf- An demselben Abend, nur etwas früher, saß zu Haderslevhuns die altc

das bloiide Äil'm! des ltt abe - de , m I , ?t)Tad) !e' lmb j Base m ihrem stillen Gemache; an einer Wand stand das schmale Bettchc» über Es schien ivüft fier uoefien ' 8«9 au-^r ??? I Dagmars, an einer anderen das der alten Dame mit dem großen Himmel'

häsä «mw-»s'

ÜffD-»BiKÄS?K«1

Der Wald ging zu Ende, und durch die Stamme sah er auf einen Saud- weg, auf den der Mond seinen Schein herabwarf. Jenseit, in gleicher Helle, ftteg eine jähe Hügelwand empor, und eine Zinnenmauer streckte sich auf ihr entlang. Rolf Lembeck betrachtete das genau; als aber seine Augen hinter Baumwipfeln den Oberteil eines runden Turms gewahrten, da wußte er, das fei die Gartenseite von Haderslevhuns, auf dem der Schloßhaupt- mann des Königs sitze.

Der Ritter schaute starr hinauf, als müsse er ein Wunder hier erwarten; aber nur der Nachthauch rührte dann und wann das Laub der Bäume, und ,n kurzen Pausen schlug am Waldesrand die Nachtigall. Doch wie ein jäher Schreck durchfuhr es ihn: dort oben zwischen den Zinnen lehnte jetzt ein Weib; nein, nicht em Weib; ein Kind er wußte nicht, ob eines, ob das andere. Den Arm mit einem weißen Mäntelchen verhüllt, neigte sie sich tief hinab; denn der Kehle der Nachtbeleberin entquollen jetzt jene lang- gehaltenen Töne: sehnsüchtig, nicht enden wollend, wie ein heißer Liebeskuß.

Rolf Lembeck stand unten im Waldesschatten, unbeweglich, mit verhalte­nem Atem.O, Stunde, bist du da!" Seine Lippen flüsterten es nur; das sanfte Raufchen weiblicher Gewänder berührte von oben her fein Ohr; ein Atem, mehr ein Seufzer, kam herab; und nun hob sich ein Antlitz, schmal und blaß, und legte sich auf das gestützte Händchen; das Mondlicht schim­merte auf einem Silberreife, der das dunkle Haar umfing.

Da befiel den Mann am Waldesrand die sehnende Schwere, die allein nicht mehr zu tragen war; es drängte ihn hinaus ins Helle, und, die Arme ihr entgegenstreckend, rief er:O Schöne, Selige! Gott woll' ein süßes Leben so süßem Geschöpfe geben!"

Sie erschrak und bog sich von der Maner weg; doch bann besann sie sich: die Worte waren ja aus Meister Gottfrieds Tristan, nur daß sie in Frank­reichs Zunge dort geschrieben waren! Sie hatte sie eines Tages gelesen; aber die Base hatte ihr voll Angst das Buch entrissen; so etwas sei noch nicht für ihre Jugend! Nun kam der Reiz, zu zeigen, was sie wisse:Das I ift kein Landfahrer, der ist nicht zu fürchten!" sprach es in ihrem Innern; und als sie wieder sich erhob, erblickte sie drunten den schönen Jungherrn in I blitzendem Gewände und sah das Mondlicht auf seinem goldenen Blondhaar Die Zeit war fast um eine Tagfrist weiteraerückt- es war wieder

Em wemg, selig Fräulein!" rief er ihr entgegen. Aber eine Antwort IWohl Herrin!"

tarn nicht mehr herab, denn zu den Füßen des Kindes regte es sich und hob IDein Kops hat sich verrechnet" ivracki iie wieder sieh, uu

ilchauf-i°sch, den Kopf der ungestümen Dogge nieder- unter einemTaff Äite®

hatte. $?ar ?"6te Tiagmar sich und I Edelwild verschmäht, das seiner wartete."

druckte den Mund an das rauhe Ohr des Tieres:Still, Heudan, still! IIch weiß das, Herrin," antwortete der Schreiber- er fiat ha uerlrTiLn?,1/- he ff F- 'Ubmer Kammertür schlafen!" Es wollte nicht I tier nicht erjagen können; es wird ihm nur die Wildkätz'vor seinen Auaer verschlagen, die Dogge drängte die kleinen Hande fort, dann sprang sie mit I noch gesprungen sein."

Wea^nnnL^" auf btc Mauer, und ein hallendes Gebell scholl in denLaß deine Rarreteidung!" sprach Frau Wulfhild finster.Ich sagi- ' ..... « dir einstmals, ich sei keine Henne; nun willst du mich gar reuen lassen, daß

ich keine Wrldkatz sei! Ich fürchte wohl, hier ist ein ander Tier im Spiel!"

Was sagt Ihr, Herrin?" und Gaspard richtete seine spitzen Ohren aus.

Sieh meine Hand, Gaspard und fühl sie auch!" rief Fran Wulst hlld und legte ihre weiße Hand an feine gelbe Wange.Run, schandeiß du noch nicht?"