des toten Bildes in lebendes drahtlos oder durch den Draht weitergeben
er ob.
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Derantwortlick: Dr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Brühl'fche UniversitätS-Vuch- und Dteindruckerei, R. Lange. Ziehen.
könnt«. Denn wenn dem Auge ein« bestimmte Anzahl Bilder in der Sekunde hintereinander gezeigt werden, — wie es z. B. im Kino geschieht — so kann es diese nicht mehr einzeln aufnehmen, sondern hat den Eindruck einer zusammenhängenden Bewegung. Wenn man sechzehn Bilder
gleichen Augenblick folgen zu können ...
Die Fabel wird herniedersteigen zur Erde und Wahrheit lvewe • Aber bis dahin werden wir noch etwas Geduld benötigen.
ti[5 für mich Viermal fahre ich mit der ganzen Bande um den Brunnen 1 wäre damit nicht mehr und nicht weniger erreicht, als daß inan statt herum Karussell, durch den aufgewirbelten Staub. Dann bekain der Hengst x"' X"’k+M" nX-" x’"-k 'n~'kt —lkl—r-
anscheinend Mitleid mit mir, blieb stehen. Senkte den Kopf. Er hatte sich vor einigen Tagen am Stacheldraht geschnitten. Die Fliegen sind in der Wunde, die wirklich nicht schön aussieht. Ich führe ihn zum Haus und mit «in wenig Kreolin, das ich in die Wunde tröpfele, ist der Schaden rasch behoben. Morgen muß ich ihn wieder nachsehen. Mit lautem Gewieher schiebt
Auch aus Amerika kommt die Nachricht, daß dort das Fernsehen tai- sächlich bereits gelungen ist. Mit einem von der Bell Telephon Co. ausgearbeiteten Verfahren wurde ein Vortrag zwischen Neuyork und Washington derart übertragen, daß man dabei das Gesicht und alle Bewr- gimgen des Vortragenden sehen konnte. Ebenso wird in Deutschland intensiv an dieser Erfindung gearbeitet; hier ist es bsonders die Gesellschait Telesunken, welche dieses Gebiet bearbeitet, mit dem Grafen Arco an ihrer Spitze, und dem Leipziger Professor K a r o l u s, der bahnbrechende Erfindungen hierfür gemacht hat.
Es kann kein Zweifel sein, daß die praktische Durchführung des Fernsehens unmittelbar beoorsteht. Ein phantastischer Ausblick eröffnet Ich. Wie wir heute schon die klingend« Welt mit Hilfe des Rundfunks in MN Raum locken können, wie wir gelernt haben, mit unserem Ohr den Erdball zu nmspanen, so wird der Bereich unseres Auges in gleicher Wie erweitert werden. Zunächst wird man überall dort auch gleichzeitig scheu können, wo man jetzt im Rundstink hört; auf einer Projektionsfmche wird die Opernauffuhoung aus Wien oder Prag, das Bild des Sprechers aus Moskau, das Bild des Staatsmanns aus England, der auf einem Augenblick unmittelbuc
Bankett spricht, in aller Lebendigkeit, wie es im ’—„--------
sichtbar ist, erscheinen. Das Wunderbarste aber wird sein, daß man von seinem Zimmer aus ganze Reisen in andere Länder, ja in die fermt»1 Erdteile, wird unternehmen können. Irgendwo in Afrika wird em v»r- schungsreisender eine Expedition unternehmen und dabei gleichzeitig einen Apparat mit sich führen, der di« sichtbare Wirklichkeit, wie sie sich ihm dass bietet, weit in die Ferne sendet. Denn in gleicher Weise, wie heute in)0“ im Rundfunk das Mikrophon beweglich geworden ist, so daß man e» an jeden beliebigen Ort transportieren und alles Hörbare von dort n>eu«- leiten kann, wird auch die Apparatur des Fernsehens von einem ° - stimmten festen Gegenstand zu lösen und frei bewegbar sein. JrMS" in Indien, in Java oder auch an jedem beliebigen anderen Punkt« o Erdoberfläche wird di« Aufnahmeapparatur durch das ganze CnnD se führt werden können, und wir werden in der Lage sein, diesen Regen
in der Sekund« telegraphieren könnte, so wäre damit di« Möglichkeit gegeben, eine kinematographische Vorführung telegraphisch mit oder ohne Draht in di« Ferne zu senden und dort in der gleichen Weise aufzunehmen. Das wäre die Fern-Kinematographie.
Diese sechzehn Bilder in der Sekunde aber brauchten nicht von einem Kinomatographen auszugehen. Jeder beliebige optische Eindruck, also auch der eines sich bewegenden Menschen, einer Theateraufführung usw. kann durch sinnreiche Apparle derart zerlegt werden, daß er eine bestimmt« Anzahl zusammengehöriger Einzelbilder liefert. Wenn nun diese telegraphisch weitergegeben werden, so bedeutet das die praktische Verwirklichung des Fernsehens. Diese ist in dem Augenblick vorhanden, wo di« Geschwindigkeit der 'Bildtelegraphie bis zu der besagten Grenz«
„Ist Bill am Brunnen?"
Wir sehen hinaus. Hoffen irgendwie, er möge'nicht da sein. Das kostet uns wieder eine halbe Stunde unserer Mittagszeit. Aber Bill ist natürlich da.
„Fangen, ich muß heute Nachmitt »g wegreiten!"
Bill ist ein Beest. Zu Fuß tu der Pampa hinter ihm herlaufen, ist zwecklos. Auch Salz verfängt bei tiefem gerissenen Knaben nicht mehr, seitdem er einmal darauf hereingefallen war. Für Fülle dieser Art haben wir in einem besonders eingezäunten und mit Futtergras ein- gesüten Platz — dem Portrero — ständig ein Dienstpferd, das wir täglich wechseln. Zunächst wird das einmal gefangen und gesattelt. Es kann los- aehen. Bill muß in den Coral.
„Hoho, Bill, hoho!"
Bill hört feinen Namen und weiß, was los ist. Läuft weg, was er laufen kann. Weg von den anderen Pferden am Brunnen, in die Pampa
Reiter und Pferd verschwinden am Horizont. Kilometer aus Kilometer in Karriere. Bill kann laufen. Dem Reiter hinterher bleibt die Luft weg. Bill kann auch wenden. Der Reiter hinterher kann das nicht so schnell. Schießt noch einige zwanzig Meter geradeaus. Die hat Bill wieder gewonnen. Dann rutscht der Sattel. Zur Abwechselung. Absteigen, Sattel- j decken neu auflegen, die Sattelriemen anziehen.
„Esel! Wenn er Bill von Anfang an mit den anderen Pferden zusammen in den Coral getrieben hätte, würde er sich die Arbeit erspart haben. Daß er das nie begreift!" Interessiert und mit ein wenig Schadenfreude folgen wir der Jagd, die sich nach einer halben Stunde wieder dem Brunnen nähert. Allerdings erheblich langsamer. Schwarz das Pferd — von Schweiß. Naß der Reiter, zum Auswinden naß. Bill etwas müde. Ausgeregt wirft er den Kopf hin und her. —
Jetzt steht er an einem Zaunpfosten angebunden in unserer Nähe. Knirrscht zufrieden im Maisbeutel. Sein Verfolger versorgt sein Pferd, wäscht ihm den Rücken ab, dann sich selbst. Aber die Mittagszeit ist um.
Wie das so ist...
Vierhundert Meter geht es hinauf, vierhundert hinunter. Reihe um Reih«. Pausenlos und gebückt. Durch das Baumwollfeld. Bis die Sonne fällt. Der Nordwind hat in den letzten Stunden nachgelassen. Die Schwein« müssen gefüttert werden, frisches Wasser bekommen. Einer steht, schon im Zwielicht, am Holzstoß, und hackt etwas für die Abendmahlzeit zusammen. Die Milchkühe warten am Coral. Die eingesperrten Kälber bähen hungrig nach ihren Müttern.
Das Feuer auf dem offenen Platz wirft seine Schatten an di« Ranchowand. Wir rücken heran: da steht auch schon der eiserne Topf. Niemand fragt, was drin ist. Polenta.
„Dreh mir' «ine Zigarette!"
Irgendwo in der Mondlicht überstossenen Ebene verklingt das Klappern jagender Pferde.
Heber uns der tropisch funkelnde Sternenhimmel. Kreuz des Südens! Wahrhaftig: Kreuz des Südens. Aber diese Nächte ent- . schädigen für vieles.
Neues vom Fernsehen.
Von Frank Warschauer.
Fernsehen — das ist ein Wort, welsches noch vor kurzem völlig und ausschließlich in den Bereich der Fabel und des Märchens gehört«. In dieser Zeit gibt es mehr solcher Begriffe, di« aus der Sphäre des Traumhaften und Unwirklichwunderbaren plötzlich herabsteigen in bi« des Möglichen und Nüchterngegenwärtigen; nicht anders, als wenn plötzlich ein Gott aus der griechischen Mythologie den Olymp verließe, um ein wenig auf der Leipziger Straß« in Berlin spazieren zu gehen. Wenn ich mich dort eines Abends dem Gotte Hermes ober Jupiter gegenübersehen würde, wäre es im Grunde nicht merkwürdiger, als daß ich jetzt den Titel „Fernsehen" als etwas Sachlich-Nahes hinfchreibe; schon sprechen die Techniker davon, als wäre es eine Selbstverständlichkeit; und ist doch von all jenen Zaubereien, mit denen die Technik uns überschüttet, diejenige, von deren Erfüllung die Menschheit in ihren Märchen- und Wunsch-Dorstellungen am leidenschaftlichsten geträumt hat. Schon ahnen mir die Generation, die sich nicht mehr vorstellen kann, daß man überhaupt jemals ohne Fernsehen gelebt hat; uns aber ziemt es, das Pathos dieser Zeitspanne zu empfinden, die durch das Tor ihrer fabelhaften Erfindungen in eine neue Epoche führt.
Das technische Problem.
Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert, wenn man nämlich den gegen- wärtiaen Stand der Technik als Maßstab zugrunde legt; ja, man kann sogar'in diesem Zusammenhang — welche Kühnheit ist das eigentlich — bas Wort „einfach" gebrauchen. Die Bildtelegraphie ist aus dem Stadium der Versuche in das der praktischen Verwendung gerückt; sie ist seit kurzem zwischen Berlin und Wien durch die Post offiziell eingeführt. Dild- telegraphie aber ist der erste Schritt zum Fernsehen. Dies wird aus der folgenden Ueberlegung leicht verständlich.
Die telegraphische Uebermittlung eines Bildes erfordert gegenwärtig eine Zeit, welche nach Minuten gemessen wird. Angenommen, dies wäre nicht der Fall, sondern es wäre möglich, Bilder im Bruchteil einer Sekunde, sagen wir etwa in ein sechszehntel Sekunde zu übertragen, so
gesteigert ist.
Der Mann, der im Dunkeln sehen kann.
Wie bei allen derartigen Erfindungen, die man sich heftig wünscht, gibt es auch hier genug Gerüchte und vage Angaben, deren Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen ist. Der englische Erfinder Baird aber hat kürzlich vor der englischen Naturforschergesellschaft demonstriert, wie weit er es aus diesem Gebiete gebracht hat. U. a. hat er bei einem Telephongesprä'ch zwischen London und Glasgow sein Gesicht an der Empfangsstation sichtbar werden lassen, nicht als ein feststehendes Bild, sondern in allen Bergungen und, wie Augenzeugen berichten, mit zahl- reichen charkteristischen Einzelheiten.
Das Verblüffendste vielleicht an seiner Erfindung ist, daß di« Per- sonen und Gegenstände, welche auf die Entfernung hin gezeigt werden, im gleichen Raum überhaupt nicht sichtbar sind. Baird arbeitete zuerst im Aufnahmeraum mit einer grellen Beleuchtung, deren Schärfe die beteiligten Pesonen notwendig stören mußte. Allmählich aber erwies es sich für ihn als zweckmäßig, nicht mehr biejenigen Strahlen zu verwenden, die dem Auge sichtbar sind, sondern solche, die eine größere Wellenlänge besitzen und als Träger der Wärme bekannt sind, die sogenannten ultraroten Strahlen. Da bewegen sich bei seinen Versuchen Personen in einem stockdunklen Laboratorium — und im Nebenzimmer an einer Projektionsfläche ober an einer viele Kilometer entfernten Empfangsstation kann man sie erblicken! Es wird sogar behauptet, daß sein« Apparatur demnächst in Massen hergestellt und ins Publikum gebracht werben soll.
Sieben Sender und ein Bild.
Auf eine andere Weise versucht ein dänischer Ingenieur namens Dr. Akexandersohn das Problem zu bewältigen. Er geht von der Ansicht aus, daß hier erforderliche Höchstgeschwindigkeit bei der Uebermittlung von Bildern am ehesten dann erreicht tuerben kann, wenn die Bildfläche in eine Anzahl kleinerer Teile zerfällt, deren jedes einem eigenen Sender zur Uebermittlung übergeben wird, während an der Empfangsstation das Bild wieder als ein Ganzes zusammengefügt werden muß. Danach hätte sich die Ausgabe insofern vereinfacht, als jeder einzelne Sender nur den siebenten Teil jener vorhergenannten Höchstgeschwindigkeit zu erreichen braucht. Demgemäß verwendet Dr. Alexandersohn sieben gleichzeitig arbeitende Sender. Ein« weitere Vereinfachung schafft er sich dadurch, daß er die Lichtwerte des zu übertragenden Bildes, welches naturgemäß hell« und dunkle Partien hat, in fünf verschiedene telegraphisch mitteilbare Zeichen um setzt, deren Uebermittlung Verhältnis- mäßig einfach ist.
Blick in die Zukunft.


