Ausgabe 
22.5.1928
 
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«Mfchen «kner Manguste und einer grasten Kobra zu sein. Dieser I Kampf zeigt uns den ungepmren 2Hut, die Getvan^tyeit unO die Ausdauer dieses kleinen tapferen Tieres in anichaulicher Weise.

An einem heißen Aprilmorgen hatte ich Gelegenyeit, erzählt Dr Tahlor.dem Kampfe zwischen einer grozen, ausgewachsenen Kobra, die über sechs Fuß lang war und einer kleinen, ganz jungen Manguste, beizuwvhnen. Dieser erbitterte Kanvf auf Leben und Tod, der über eine Halos Stu id? dauerte zeigte mir, auf welch außer­ordentliche Weise sich die Kobra zu verteidigen pflegt. Die Koora lag zusammengerollt unter einer Dattelpalme und wärmte sich an den Strahlen der Morgenfonne, als die Manguste, von ihrem Racht- raub zurückkehrend. die Schlange erblickte. Ohne sich zu besinnen, nahm das kleine Tier den Kampf mit dem gefährlichen Gegner auf. Sie sprang sofort dem Reptil ins Genick kam aber um den Bruch- ; teil einer Sekunde zu spät und erreichte nicht mehr den Kopf ihres \ Feindes. Pfeilschnell drehte sich nun die Schlange um und blieb einen ' Augenblick unschlüssig liegen.

Oft kommt es vor, daß die Schlange von der Manguste sofort getötet wird, wenn sie beispielsweise nach reichlichem Mahle, in der Verdauung liegend und faul, nicht gleich zur Verteidigung schreitest Dies jedoch schien hier nicht der Fall zu sein, denn schon bewegte sich die Kobra, blähte sich auf und griff mit blitzhafter Schnelligkeit die kleine Manguste an, die nur mit äußerster Rot dem tödlichen Stich ihres giftgefüllten Fangzahnes entgehen konnte. Da die Kobra denn Kampf stets zusammengrrollt liegen bleibt, pflegt sie sich nur mit der oberen Hästts des Körpers zu verteidigen. Die Bewegungen ihres Oberkörpers sind aber derart schnell und elastisch, daß ihnen das menschliche Auge kaum folgen kann. Diese Haltung und die ständigen intensiven Bewegungen der Schlange sind indessen von der Ratur berechi«t worden. Bei einem längeren anstrengenden Kampf ermattet die Kobra zusehends. Das fühlte die Manguste Wohl ! instinktiv und deshalb änderte sie nun ihre Kampfesart: sie umkreiste von nun an ununterbrochen die Schlange und zwa lg sie auf diese Weise, immer in Bewegung zu sein. Immer wieder sprang die Manguste vor, übersprang geschickt die vor Wut zischende Schlange nach allen Seiten und verletzte sie dabei dauernd mit ihren scharfen Krallen. Der Körper des Reptils war bald von klaffenden Wunden bedeckt. In ihrem verzweifelten Todeska.npf versuchte Ne Schlange immer wieder vergebens, dir Schläge ihres unbarmherzigen Gegners abzuwehren, doch ständig entschlüpft; ihr auf Haaresbreite der kleine Körper der Manguste. Die geringste zaghafte und unsichere Haltung hätte sie rettungslos in die Gewalt der Schlange gegeben, aber ihre außerordentliche Furchtlosigkeit und Schnelligkeit retteten sie stets wieder und zwangen gleichzeitig di« Schlange, ununterbrochen in Bewegung zu bleiben. Allmählich liehen ihre wütenden Bemühungen, wenn auch kaum merklich, nach. Die Manguste verdoppelte .dagegen ihre Energie. Zwanzig, dreißig, hundertmal umkreiste sie ra end die zermürbte Schlange. Ein Spiel auf Leben und Tod. Sie verfehlte nie, verrechnete sich niemals in der Entfernung, sprang geschickt und sicher.

And dann holte sie zum Endkampf aus. Plötzlich mit einem langen Satz sprang die Manguste zur Seite und erreicht; mit er­staunlicher Genauigkeit dm Rücken drr Kobra. Kaum 5 Zentimeter vom Kopfe entfernt, biß sie sich in den Hals der Schlange ein, ihre Krallen tief in das weiche Fleisch grabend. Rur eine Sekunde war die Schlange nicht auf ihrer Hut gewesen, nur einen Moment hatte . sie mit der Verteidigung gezögert, doch diese Sekunde hatte der , Manguste vollauf gmügt, um dm entschridenden Sprung zu wagen. Run saß sie fest und biß sich immer tiefer in das wütend um sich schlagende Opfer hinein. Zischend, vor Schmerzen sich windend, warf die Kobra in drr Verzweiflung ihren Kopf hin und her und versuchte mit allen Misteln, sich von der Umklammerung drr Manguste zu be­freien. Sie wälzte sich am 'Boden, rollte sich zusammen, um dann wieder kerzeng'ad; in die Luft zu schieß-n. vEüh tr die unglaub­lichsten Verrenkungen und Windungen, preßte die Manguste mit aller Gewalt grgen den riesigen Stamm drr Palme. Vergeblich! Der mutige kleine Gegner hielt auf ihrem Rückm standhaft alle Schläge aus. 3a, jemehr di« Schlange sich bemühte, ihren Feind von sich . 'zu schütteln. d;sto tiefer gruben sich die Zähne der Manguste in das j Fleisch der Kobra ein. Drr entsetzliche Kampf ging zu Ende. Roch ein Sprung in die Höhe, ein Winden, Zerren und Schlagen Zischen und Fauchen dann warf sich, ohnmächtig von den eatschlichcm. Schmerzen, der Körper drr Schlange schwer zu Boden. Diese günstige Situation erfassend, war di« kleine Manguste wie ein Blitz auf den Kopf drr Schlange grsvrungen und ihre spitzm, langen Zähne bohrten sich tief in das Gehirn drr Kobra ein. Ein letzter, schneller Griff, ein knirschender Biß und die Manguste sprang nun von dem Körper der sich im Todrskramvf wi^'^enden Kobra hmunter. Keuchend und abgespannt lag das flinke Tier jetzt am Boden. Geduldig wartet; es, -bis das Reptil, leblos wie ein leerer Automobilreifen, liegrn blieb, um dcurn stolz und siegessicher in dem Dunkel desl Urwaldes zu verschwinden neuen Abenteuern und Kämpfen entgegen...

Mre aft M un ere Erd«»?

Bon Professor Dr. Adolf Marcuse, Berlin.

Die Frage nach dem Alter der Erde, die erst in neuerer Zeit der Lösung nähergebracht wurde, hängt eng mit derjenigen nach der Be­schaffenheit unseres Planeten zusammen, die auch erst neuerdings geklärt werden konnte

Dis genauesten Bestimmungen der mittleren Erddichte, die auf i Wägungsmethoden beruhen, haben ergeben, daß die Erde als Gesamt­körper genau fünseinhalbmal schwerer als Wasser ist. Daher beträgt die Masse unseres Planeten das Fünfeinhalbfache einer gleich großen , Wasserkugel. Hierdurch läßt sich durch einfache Rechnung das Gewicht >

des Erdballs zu rund sechs Quadrillionen (24 Nullen) Kilogramm finben eine Zahl, in der die Meeres mässe, aber nicht die Luft maj|( mi| enthalten ist. Unterscheidet man im einzelnen zwischen der festen Hüllr oder Litosphäre, der flüssigen oder Hydrosphäre und der luftförmigen oder Atrnospäre, so beträgt das Gewicht der Hydrospäre ein Sechsund, vierzigtausendstel oer Erbmasse, und das Gewicht der Atmosphäre kaum ein Millionstel der gesamten Erdmasse.

Betrachtet man ferner den Wert der mittleren Erddichte 5£ gegen Wasser = 1 etwas näher, so kann man in Verbindung mit den Dichtig. leiten der uns zugänglichen Oberflächengesteine wichtige Schlüffe ziehen auf die Zusammensetzung der Erde. Die mittlere Dichte des Erd. balls 5i entspricht ungefähr derjenigen der leichten Metall«, wj, Arfen (5,7), Tellur (6,3) oder Magneteifen (5.0). Aber sie übertrifft er- heblich die Dichte der uns zugänglichen äußeren Erdschichten, die bejon- ders aus kalk-, tonerde- und kiefelfäurehaltigen Gesteinen bestehen. j|e ' mittlere Dichte der uns greifbar zugänglichen festen Erdkruste ist eich 2,7, also nur di« Hälfte von der Dichte des gesamten Erdballs, äegt man für die Bedeckung der Erdoberfläche mit Festland und Wasser bas 1 richtige Verhältnis 10:27 zugrunde, so folgt als Dichte für die irdische Außenhülle von etwa 60 Kilometer Mächtigkeit ober Dicke sogar nur 1,8, Daher ist das mittlere spezifische Gewicht der Erdkruste viel kleiner ab die mittlere Dichte des gesamten Erdballs. Aus dieser Tatsache folgt tnli Notwendigkeit, daß die Dichte unseres Planeten von der Oberfläche zum Crdinnern erheblich zunehmen muh. Man hat sogar neuerdings für den Erdkern den Wert 11 als Dichte gefunden, der ungefähr mit dem spezi­fischen Gewicht des Bleis Übereinstimmt. Daher ist die frühere Annahme eines flüssigen Erdkernes nicht mehr haltbar. Das Erdinnerste dürfte vielmehr aus einem mächtigen, nahezu stahlharten, jedenfalls starren Kern bestehen, in dem ganz gewaltig hohe Druck- und Wärmeverhällnisse herrschen.

Weniger genau als die soeben geschilderte Zusaimnensetzung der Erde kennt man das Alter unseres Planeten. Manche Kalenderangaben, die ein Erdalter von 4000 bis 6000 Jahren phantasievoll bezeichneten, sind bereits längst in das Reich der Fabel verwiesen. Schon die älteren geologischen Forschungen der vielen Übereinander gelagerten Gestein- schichten mit Versteinerungen von sogenannten vorweltlichen Tier- und Pslanzenorganismen, ferner die früheren Untersuchungen, wie schnell all diese Schichten sich im Erdkörper ablagerten, ergaben einen Zeitraum von mehr als hundert Millionen Jahren. 2(ber auch dieser ist noch viel .

zu kurz.

Hier trat nun die physikalische Chemie helfend ein, und zwar in Überaus glücklicher Weise. Dies wurde möglich nach Entdeckung du radioaktiven Substanzen, die mit Recht als dasgrößte Geheimnis der , Natur" bezeichnet worden sind. Jede radioaktive Strahlung ist zunächst an das Element Uran selbst und an alle chemischen Verbindungen der­selben gebunden. Alsdann ist auch noch ein zweites Element nämlich Thorium, radioaktiv. Als ganz besonders radioaktiv stellte sich bas in Böhmen bei Joachimstal uorfommenbe Uranpecherz heraus. Aus diesem Uranpecherz gelang es, einen neuen Grundstoff, näcklich Ra­dium, herzuleiten, das unaufhörlich und scheinbar ohne Verlust starke Licht- und Wärmestrahlen aussendet. In neuerer Zeit hat man die Gesetze der Umwandlung radioaktiver Stoffe aus Uran in Radium uni Uranblei eingehend erforscht und auf diese Weise auch ein geologischer, sicheres Kriterium gefunden für die Zeiten, die für die Bildung der ver­schiedenen Erdschichten verflossen sind.

Mit Hilfe dieser Uranblei-Methode hat nun di« physckalisch- chemische Geolog!« der Neuzeit folgende Ergebnisse gefunden, die hur ganz kurz skizziert seien. Die älteste Schicht bei Bildung der irdischen Panzerdecke war das Kambrium und die drei obersten und letzte« | sind Kreide, Tertiär und Quartär. Für das Kambrium «W s sich ein Alter von 700 Millionen Jahren, für die Kreideformation M Millionen, für die Tertiärbildung 65 und endlich für die oberste schicht des Quartärs 1,5 Millionen Jahre. In dieser Quartärzeit fmW übrigens auch alle großen Eiszeiten statt, deren letzte vor etwa 12'M Jahren sich ereignete, wobei ganz Europa mit Eis bedeckt war.

Neuerdings hat sich ferner gezeigt, daß die Kambriumschicht, bete« Bildung mindestens 700 Millionen Jahre zurückliegt, mit den darin aas' gefundenen Versteinerungen von Tieren und Pflanzen besonders Böhmen nachweisbar ist. Aber vorher war noch das U rgebtrgi als Grundstock der um die feurig-flüssige Mittelschicht unserer Erde m- genben Panzerdecke vorhanden. Auch in diesem Urgebirge, von M Spuren im südlichen Norwegen gefunden wurden, konnte neueröing ein uranhaltiges Mineral,Bröggerit" (nach dem norwegischen t- decker Brögger) genannt, entdeckt werden. Die Untersuchungen in oi! Gestein über die Verwandlung von Urana in Uranblei zeigen datz K Urgebirge der Erde etwa 1 700 Millionen Jahre att fern W

Wie winzig ist, verglichen mit diesen fast 2000 Millionen fahren, ganz« sogenannte Weltgeschichte der Menschheit mit ihrer kurzen Sp von etwa 6000 Jahren? Aber bezeichnen denn überhaupt dieje i Millionen Jahre das wirkliche Alter der Erde, da sie doch nu neuern geologischen Untersuchungen von Schichten der llanz unseres Planeten gewonnen sind? Nein, das wirkliche, astron _ i Alter der Erde als Himmelskörper muß auf jene unbestimmbare vv zurückdatiert werben, ba sich ber Planet Erbe aus dem umebei als selbständiges Gestirn ablöst«. Für die zeitliche Abschätzung bic| , mogonischen Vergangenheit bleiben uns nur die Vermutungen, Zeiträume von vielen Milliarden Jahren hindeuten.

Noch unermeßlich viel größer muh das Alter unserer Son e Zentralkörper des Planetenfystems sein. Wir wissen letzt, MB L Sonne als selbstleuchtenber Firstern gegenwärtig auf bem aD' Zweige ihrer Licht- und Wärmeentwicklung sich befindet, ohne zu können, wann dieser lebenspendende Himmelskörper sich 1° haben wird, daß er nicht mehr leuchtet und wann mit seinem auch der Menschen irdifche Wohnstätte in eine ewige Eiszeit __ ------------------ ---------- in |» ft ß 6i Verantwortlich: Dr. Hans Thhrivt. Druck und Verlag: Drühl'fche Universitäts-Buch- und 6telni>rudetei» R. Lange.

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