Doch mit eins ist es still. Es schaut mich eine Weile aufmerksam ui» wie lauschend an, Dann lehnt es sich befriedigt in meinen Arm zurück, unb ottes tft auf einmal gut. Aber ich weih nun, was los war, denn es durchrieselt mich warm und feucht und ein Blick in meinen Schoß — na. Heidi, den Rock darfst du waschen!
Also, das Baby wäre nun glücklich oben und unten nah, und wo etwas zum Umziehen ist, das ahne ich nicht. So werde ich es bewegen r rr bam.*! es stch nicht erkältet — endet denn dieser Nachmittag niest Ich lasse mich auf alle viere nieder, mache kh, kh und rutsche davon. Das Baby schaut nur eine Weile mit Sachkenntnis zu, aber bann rutscht mn^merrbre^' u"b tnun machen mir wilde Jagd durch alle Zimmer. Eine Vase schmettert um und begießt uns — tut nichts, kommt eins ö»m andren — die Teppiche fahren in alle Ecken, bas Baby kreischt in Gtftafe, ich rutsche mit einem Ehrgeiz, als ob ich hinter bem Master ritte IvnVs! $Qrb1t) s° ^schrecklich flink, und wir vollführen einen
Ärad), der furchtbar ist. Dazwischen spielen wir Verstecken und kriechen unter alle Möbel, wobei das Baby sehr im Vorteil ist.
„ Da, aus einmal, während wir im schönsten Radau sind, geht die Entreeture, und die Heidi, wohl, durch das Wetter verfrüht heimgetrieben, tritt mitten in bte katastrophale Unordnung des Zimmers, wo ich unterm AH <?u! dem Bauch liege, während das Baby unsichtbar unterm Bücher- fajranE jubelt. Die gute Heidi schlägt stumm vor Schrecken die Hände zusammen aber rote sie ihr hervorkrabbelndes Baby erblickt, schreit sie
Nun ja schöner ist es nicht gerade geworden, das muß ich ja zu- g.ebe.n, e® ift um und um schwarz, um den Hals trägt es noch immer bte spanische Krause, und es hinterläßt auf bem Boden eine feuchte Spur, aber seine Augen ftrahlen vor Freude, es stürzt auf mich zu und schlingt zwei unbeschrelbllch schmutzige Händchen um mich. Ich scheine also vor dem kindlichen Forum ganz gut abgeschnitten zu haben — aber mit der Mutter hab ich s verschüttet. Und während sie unter lauten Klagen ihr ramponiertes Baby überholt und auf neu herrichtet, schwört sie zu Gott, sie wolle mir nie mehr einen ihrer Abkömmlinge anvertrauen.
Hoffentlich hält sie diesen Schwurl
Kamps zwischen Manguste und Kobra.
Don Harry von Hasser berg.
bei uns in Europa sehr wenig bekannt, ist der ge- jährlichste Feind der unzähligen Schlangen Indiens. Sie gehört zu den Raubtieren, sicht aus wie ein Wiesel oder Otter und wird brs 65 Zentimeter lang. 3n vielen Gebieten Indiens, wo die Schlangen als die tatsächlichen Dcherrscher des Landes angesehen werden tonnen, wo jedes Jahr tausende und abertausende von Menschen ihren giftigen Bissen erliegen, ja selbst Panther, Leoparden und andere große Raubtiere von ihnen getötet werden, gilt die Manguste al- wahre Wohltäterin und Rächerin der Menschen und Tiere. Deshalb wird sie von den Eingeborenen als ein heiliges Tier betraget und massenweise gezüchtet.
Die Manguste tötet die Schlangen weniger aus Hunger, als vielmehr aus reiner Kampflust und selten kommt es vor, daß fie nach errungenem Siege die Schlange zu vertilgen beginnt. Die Jagd nach Schlangen bedeutet für die Manguste etwas wie eine innere Rotwendigkeit, die ihr von der Ratur in weiser Bestimmung verliehen worden ist. älnzählige Schlangen werden von ihr jedes Jahr in deii indischen Dschungeln getötet. Wenn ihr KampfeSrus — ein schriller kurzer Pfiff — ertönt, flüchten panikartig alle ©fangen. Doch zu spät, denn die Manguste pfeift nur kurz vor ihr sm Angriff. Ihr Opfer ist dann so gut wie verloren, denn im Kampfe mit diesem kleinen unscheinbaren grauen Tierchen ist auch die größte Schlange machtlos. Ihr gegen den Kopf der Schlange gezielter Biß ist tödlich, ülnd nur in den seltensten Fällen unterliegt die Manguste &en giftgefüllten Fangzähnen oder der gefährlichen älmschlingung des Reptils.
Reisende, die Gelegenheit hatten, die Städte Indiens zu besuchen, erzählen alle von den spannenden und recht widerwärrigen Kämpfen zwischen Schlangen und Mangusten, welche die indischen Beschwörer auf offener Straße veranstalten. Die Gewandtheit, mit der sie die riskantesten Dinge vorführen, ist erstaunlich. Die Sicherheit In ihrer Kunst erlaubt es ihnen gar, mit Schlangen zu arbeiten, denen die Giftzähne vorher nicht ausgezogen worden sind. Die ausschlaggebende Rolle bei diesen Kämpfen spielt immer die Flöte, deren lang- gezogene melancholische Tone bei den Schlangen oft Wunder wirken. Es ist vorgekommen, daß diefe gefährlichen Reptile, unter dem ständigen Spiel der Flöte, sich am Körper des Inders hochgewunden und um seinen Hals geschlängelt haben, ihm dabei nicht das geringste Leid zufügten und sich schließlich, ebenso zahm und gehorsam, wieder in ihren Korb zurückbegaben. Auf diese faszinierende Melodie der Flöte, welche auf die Schlangen einen unüberwindlichen Dann ausübt, verlassen sich die indischen Schlangenbeschwörer und Fakire auch bei ihren Kampfvorführungen zwischen Mangusten und Schlangen: nach einem fesselnden Kampf, wenn das erwartete Ende nun jeden Augenblick zu kommen scheint, ertönt eine langgezogene melancholisch klingende Melodie und man sieht die Schlange sich ergeben in ihren Korb hineinwinden.
Die Entscheidung, den Schluß- und Endkampf, bekommt man nämlich nur selten zu sehen, denn schließlich sind den Leuten die Tiere für solche Zwecke zu kostbar. Diese interessanten und spannenden Schaukämpfe bleiben meistens nur das. was sie sind — Vorführungen geschickter Gaukler und Beschwörer: sie geben lediglich einen Dorbegriff jener wirklich erbitterten Tierkämpfe in den Dschungeln, bei denen es weder Beschwörer noch Flöten noch mitleidige wrd mitfühlende Menschen gibt. Einen solchen verzweifelten Kampf im älr- wald schildert der englische Arzt und Raturforscher Dr. Taylor, der sich lange Zeit in den IrMschen Dschungeln aufgehalten hat und dem es gelang, aus nächster Rahe Zeuge eines erbitterten Ringens
der edelsten Welpen, und Ich werde sie Ihnen wohlbehalten durch jede Art der Sucht bringen — geben Sie mir einen noch rohen Hengst und er wird in kurzer Zeit mit Lust und Liebe die hohe Schule gehen — ober ein fremdes Baby! Welche Verantwortung!! Ich habe Herzklopfen vor Angst, kein Mann könnte sich törichter benehmen als ich. Dabei will dos beängstigende Geschöpf bereits irgend etwas, es macht sprechende Handbewegungen und sagt dazu Worte, die nur die Mutter verstehen kann, und die meine Bedrängnis sehr steigern. Und unentwegt schaut es wich an, mit einer Eloquenz des Ausdrucks, die mir meine Verständnis. lofigEeit wirklich beschämend macht. Was in aller Welt will es nur? — Ach Gott, säße ich nur an meinem Schreibtisch!
Da, mit eins, wird das Baby ärgerlich über sein talentloses Gegen, über, es unterliegt einem völlig sinnlosen Wutanfall, sein Gesichtchen verzerrt sich aufs abscheulichste, es gibt kleine, markdurchdringende Zor- nesschreie von sich, daß mir der Angstschweiß ausbricht. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals in einer ähnlich bedrängten Sage gewesen zu fein Aber da rettet mich ein guter Gedanke. Ich nehme den kleinen Werwolf auf den Arm und tanze Blues, und das findet er als Berliner äußerst schick. Sein Weinen schlägt augenblicklich in Jubel um, er krallt sich an meinen Haaren fest und hüpft dazu, was schmerzhaft ist und meine Hochachtung vor den Müttern sehr steigert. Aber, Gott sei Dank, das Baby lacht, und ich tanze unter Preisgabe meines Bubikopfes einen Weltrekord.
Doch als ick mich schließlich atemlos niederlassen will, muß dem Baby etwas eingefallen sein, denn cs hängt sich mit seinen kleinen Fäusten an meinen Rock — wirklich, es kann schon so hoch langen! — und zerrt und zieht mich an ein Tischchen. Sieh an, da liegt Schokolade, und die verlangt es stürmisch. Es benimmt sich äußerst eigenwillig dabei, es ist überhaupt ein schlecht erzogenes Baby, denke ich in meinem Laienver- stande, aber zur Pädagogik habe ich keine Anlage, und so stopfe ich ihm denn ein Schokoladenplätzchen in feinen kleinen Rachen. Es schlingt und würgt vor Gier — wahrhaftig, da hat es das ganze Plätzchen auf einmal verschluckt, die Augen treten ihm aus dem Kopfe vor Anstrengung und schon greift es zum zweiten.
Und nun unterliege ich einer Reihe vorbildlicher Erpressungsversuche und bas Baby hat nach und nach zehn Plätzchen intus. Wenn es nur nicht stirbt! Welch furchtbarer Nachmittag! Ich bin schon ganz ange- Griffen von dieser fortgesetzten Nervenanspannung: da fällt mein Blick ouf die Uhr, das Baby muß ja Milch haben, und ich stürze in die Küche. Es wird ungeheure Dummheiten anstellen einstweilen. Aber kein Ton bringt aus der Stube, nach der ick ängstlich lausche: wenn ich Glück habe, ist es eingeschlafen. Und auf Zehenspitzen komme ich mit dem erwärmten Fläschchen wieder.
Nein, ich hatte kein Glück, und das Baby roar keineswegs etnge« schlafen. Es hatte sich zunächst seiner blauen Schleifchen entledigt und sie aus den Fußboden verstreut, und das roar eigentlich gutgetan, denn warum sotten die armen Kinder unter der Eitelkeit der Mütter leiden? Aber dann hatte es eine dicke wollene Häkelarbeit erwischt, hatte an dem gaben gezogen und sich den immer länger werdenden unter sicherlich harter Arbeit um den Hals geschlungen. Und nun sitzt es da, mit seiner hohen Halskrause anzusehen wie ein Kinderbild von Velasquez und blickt mir erwartungsvoll entgegen, ganz steif und atemlos vor Stolz und Anstrengung, und jeder Zoll der kleinen Gestalt heischt Beifall für das vollbrachte Werk.
Und den enthalte ich ihm nicht vor. Denn erstens finde ich es fegens. r«ch, daß eine Häkelarbeit weniger ist in der Welt, und zweitens ist für das Baby dieses sein Werk sehr wichtig und sehr schwer gewesen; cs empfindet sicherlich dasselbe wie wir Großen, wenn wir endlich ein Ziel erreicht haben — das auch nicht immer das rechte ist. — Und sollte man diesen Augenblick mit zänkischer Pädagogik stören? Nein, ich lobe unö bewundere es über die Maßen; es ist gut, daß Frau Heidi und andere würdige Leute nicht zuhören. Aber das Baby schlingt zum ersten Maie seine kleinen Arme voll Vertrauen um mich, und ich ertappe mich °U s)(Lem leichtfertigen Wunsch, dieses Baby möchte das meine fein. „ .Ewer nur einen Augenblick lang, denn nun gebe ich ihm feine Milch, unb babei benimmt es sich scheußlich. Es ist so satt von der vielen vcyokalade, daß es nichts wie Allotria treibt, gurgelt und spuckt und sich nd mich unter Milch setzt. Wenn ich denke, wie vornehm meine kleinen Iahu °?gegen tränten! Es schaut aus, nicht zu beschreiben, von Schoko- „,,^befchmiert, von Milch bespuckt, ich entsinne mich, daß man es mir BerorDenthd) sauber übergab. Doch tant pis, wenn es nur vergnügt inriihr • 65 ausbündig, es findet fein eigenes unappetitliches Ge-
Znl ret5enb’, und auch meine schwachen Versuche, cs anzubrüllen, fnmm^ren <.es sehr. Seine Freude ist in hohem Maße dialektisch, ich be- hipnnCrnar-e?u Hochachtung davor und beschließe, sie nicht zu stören, auch tolipfin* , j? Kaskaden von Milch äußert. Ich schweige also, und ungeeignet $ ^der mit. Zur Kindererziehung bin ich offensichtlich onafiuf,^Ae«an' baLbas Baby nun mal einschlafen wird, aber diese ollrn Hoffnung trugt. Denn nachdem es eine Weile roie wild auf binfcrhr^en bur<$ bte lüäumc gerutscht ist, ich in Todesängsten immer ouf oinm'^r 17, U>as für eine enragierte Sache, so ein Baby! —, fängt es lichp« qT-x °ttter 3u meinen an Diesmal ist es kein Zorn, es ist roirk- unbekanntes Leid, mir steht das Herz still. Ich trage es immer m^Cr’ • <n3e unö fin9e- nichts hilft, es schluckst und sagt
>mer w eder cm und dasselbe unverständliche Wort.
den m,-;« 'r?QS heißt das nur? Ich horche tief in mein Inneres, nach Unberaten ^stinkten, von denen Heidi sprach, aber sie lassen mich mir keinen „ rrrc<a|3tt“Iiere meine Tierkinderstuben, aber auch bas gibt Mach- i fenden Anhalt. Sicher hat es Leibweh, bas Baby, unb ich eine kfffnnJ'im- baran, feinen kleinen Bauch zu reiben, aber bas hat sein unbernnMf ®5 findet mein Beginnen lächerlich, ohne daß
einem AtemSchmerz entweicht, und so lacht unb meint es denn in I verzieht prustend unb schluchzend bas obskure Wort und
ärgerliche Negerpl"sttt^ au^s scheußlichste, eine halb amüsierte, halb


