Ausgabe 
21.7.1928
 
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Jucker im Meer.

Von Professor Dr. phil. et med. 21. Pütter, Heidelberg.

Der Heidelberger Physiologe behandelt hier die Frage, ob im Meerwasser Äähcstoffe enthalten find und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Daß im Wasser der Weltmeere nicht nur Salze gelost sind, vor ollem Kochsalz, sondern daß wohl alle chemischen Elemente sich in ihm Nachweisen lassen, ist seit langem bekannt. Auf den Gehalt an Edelmetallen wurde in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit gelenkt und Die deutsche Meteor"-Eppedition, die kürzlich aus dem Südatlantik hüingerehrt ist, wird uns bald Genaueres über den Goldgehalt der Ozeane mitteilen. Aber wenn es auch gelingen sollte, die unermeß­lichen Mengen des gelben Metalles dem Meere zu entziehen, so kannte es aus einer übervölkerten Erde dann der Menschheit so er­sehen, wie dem König Midas, der in all seinem Gold dem Hungertod entgegensah.

Enthält das Meer denn nicht auch Aährstosse? Da wir alljährlich Sttoattige Massen von Fischen, Muscheln, Hummern usw. dem Meere vimehmen, die dort erwachsen sind, mutz es natürlich auch Nähr- Itasfe für diese Tiere geben, und zwar müssen sie in letzter Linie DDn grünen Pflanzen gebildet worden fein, wie alle Nahrung auf Der Erde. Die Pflanzen des Meeres (wir fhrechen nicht von den Zierpflanzen, sondern von denen der sog.freien" Meere) haben SegenWer den Landpflanzen die Eigentümlichkeit, datz sie winzig f"i tznd, meist dem unbewaffneten Auge unsichtbar. Dadurch er- ja das Meer die Täuschung, es sei eine pflanzenlose Wüste, winzigen einzelligen Pflanzen arbeiten ganz ebenso wie unsere firu Landpflanzen. Sie bilden aus Kohlensäure und Wasser, die T"vmng aller Organismen, den Traubenzucker. Da zu dieser oucterbildung das Sonnenlicht unentbehrlich ist, können die Weeres- ;^°uzw nur in den obersten Schichten des Meeres etwa bis zu von 100 Meter hinab ihre Arbeit leisten. Alle tieferen uuJiu)ten müssen von dem äleberschutz der dünnen Aährschicht leben.

Die großen Landpflanzen wandeln den Zucker, den sie erzeugen, zum größten Teil in Stärke um und speichern diese in ihren Organen auf, aus denen wir Menschen dann (ebenso viele Tiere) Nahrung ge­winnen. Die winzigen Meerespflanzen können den Zucker, den sie fabriziert, haben, nicht in ihrem Körper speichern, sondern geben ihn größtenteils an das Meer ab. So kommt Zucker in das Meer. Würde dieser Zucker haltbar sein, so daß sich die Produktion der Jahre anhäufte, so würde das Meer schon längst viel mehr Zucker enthalten als Salze. Tatsächlich findet man in einem Liter Ozeanwasser 36 Gramm Salze, aber nur einzelne Milligramme Zucker; ja der strenge Nachweis, datz unter den organischen Substanzen, die das Meerwasser gelöst enthält, wirklicher Zucker ist, steht noch aus. Wenn wir von Zucker (im Meere) sprechen, so meinen wir eine organische Substanz, die unter der Wirkung des Lichtes in den Meeres- Pflänzchen entsteht und deren Nährwert so groß ist, wie die Menge Zucker, die wir angeben. Worüber wir Zahlen geben können, ist weniger die Zuckermenge, die in einem Liter Ozeanwasser in jedem Augenblick zu finden ist, als die Menge, die täglich von den Pflanzen an ein Liter Meerwafler abgegeben wipd. Auch diese Menge ist nur für eine Stelle im freien Ozean bmannt, für die Reede von Puerto Orotava auf Tenerife. Vergleichszahlen liegen für den Gols von Neapel und die Kieler Förde vor.

Am geringsten ist die Zuckermenge, die die Zwergpflanzen des Meeres täglich an das Wasser abgeben vor Orotava. Das stimmt mit der allgemeinen Erfahrung überein, die man über die Armut der warmen Meere an Organismen gemacht hat. Gehen wir von diesen Zählen aus, so unterschätzen wir die durchschnittliche Zucker­bildung im Meere. Vor Orotava geben die Pflanzen der oberen 100 Meter des Meeres in einem Tage an 1000 Liter Wasser etwa 1ia Gramm Zucker ab. Das scheint sehr wenig. In der Tat ist die höchste Zuckerabgabe pro Tag, die überhaupt beobachtet ist (int Kieler Hafen im Juni), 10 Gramm pro Tag an 1000 Liter, die mitt­lere Zuckerabgabe pro Tag im Kieler Hafen ist im Sommer 2,3 ramm, im Winter 1,1 Gramm, und im Golf von Neapel etwa 0,9 Gramm. Wenn wir aber einmal versuchen, uns klar zu machen, was eine Zuckerbildung von der Größe bedeutet, wie sie im Kanaren­strom, des Ast des Golfstromes, der die kanarischen Inseln umspült, vor Orovata nachgewiesen worden ist, so kommen wir zu fast phan­tastischen Zahlen. Da die Zuckerbildung der angegebenen Größe in einer Schicht von 100 Meter Dicke erfolgt, so werden unter einem Quadratmeter der Meeresoberfläche täglich 4 Gramm Zucker dem Meerwasser zugeführt. Im Laufe eines Jahres macht das rund 1,5 Kilo, die einem Nährwert von 6000 Wärmeeinheiten ent­sprechen. Zum Vergleich sei angeführt, daß die gefamte Menge vrgänischer Stoffe, die bei außergewöhnlich hoher Ernte auf einem Quadratmeter Kartoffelfeld bei uns produziert werden, 6000 Wärme­einheiten entsprechen, und daß diese Mengen die größten unter unseren Feldsrüchten sind. Sommergerste liefert nicht halb soviel Wärmeeinheiten auf einem Quadratmeter Feld.

Noch eindrucksvoller wird die ungeheure Menge der Nährstoffe, die im Meere entstehen, durch folgenden Vergleich verdeutlicht; In den an Organismen armen, warmen Meeren, entsteht unter 185 Quadratmeter Oberfläche täglich soviel Zucker, daß sein Nähr­wert für einen Menschen ausreichen würde. Es liefert also (1 Quadrat­kilometer Meeresfläche) die Nährwerte für 5400 Menschen. Für die Meere der kühleren Zonen ist dieser Wert noch viel zu klein. Aber bleiben wir bei unserem Minimalwert! Da die Meere dreimal soviel Fläche haben wie alle Länder der Erde zusammen, so liefert das Meer mindestens soviele Nährwerte, wie sie von einer Menschen­menge verbraucht werden würden, die alle Länder der Erde mit einer Dichte von 16 200 Köpfen (Erwachsenen) auf einen Quadrat­kilometer besiedeln würde, d. h. die noch mehr als 100mal so dicht sähe, wie wir in Deutschland. Oder man kann sagen, die Menge der Nährstoffe, die im Meere stehen, und dort auch als Nahrung der Meerestiere verbraucht werden, ist mehr als 50Omal, sogar wahrschein- lich lOOOmai sv groß, irrte die Menge aller Nährstoffe, die von den 1,6 Milliarden Menschen verbraucht werden, die die Erde bewohnen.

Die rationelle Gewinnung von Gold aus Meerwasser ist ein Traum, dessen Verwirklichung nicht außerhalb der Dankbarkeit liegt. Wichtiger wäre vielleicht schon heute und wird in einigen Gene­rationen sicher die Frage sein, ob es gelingt, der Menschheit einen nennenswerten Anteil zu sichern an der gewaltigen Nährstoff- Produktion der Weltmeere, einen Anteil, gegen den das, was wir heute dem Meere an Nahrung entnehmen, ganz verschwinden würbe. Doch solchem Traum muh kühle üleberlegung heute sogar die Denk­barkeit absprechen.

Ein Fest auf .ßaderslevhuus.

Novelle von Theodor Storm.

(Fortsetzung.)

Und Dagmar ergriff ihre beiden alten Hände.

Aber du zitterst, Kind!" rief die Base.

Ja, Bas', ich war hier so allein!"

Und die alten guten Augen sahen zärtlich auf das blasse Ding; aber Dagmar zitterte noch immer, sie war der Liebkosungen zu lang nicht mehr gewohnt. Allmählich, erst nach Monden, brach wieder ein zartes Rot durch ihre Wangen, und der süße Augenschein war wiederum dar­über; und wenn noch so alt, sie hatte itzt doch eine, zu der sie gehörte, die keine andere in ihren Arm nahm als nur sie.

Der Ritter aber war am Ende ein finsterer Mann geworden; die Lust und Güte seines Herzens war bei den Toten; gegen die Lebenden war seine Hand von Eisen.

So ging die Zeit um ein paar Jahre weiter. Der König hatte harte Abgaben auferlegt, die härteste war der Mehzehnte, und für falsche An­gabe des Viehbestandes waren schwere Bußen ausgeschrieben. Der Schloß- Hauptmann faß den Vögten auf dem Nacken, daß alles pünktlich einge-

Boot nicht von der Stelle zu bewegen war. Auf ein mit unverständliches Kommando sprangen nun auch noch meine fünf Gesellschafter in die -Mm, nötigten mich aber, im Boot zu bleiben. So schassten sie mit ver­einten Kräften, oft bis zum Hals in dem zwei Grad kalten Wasser, das Boot über das überschwemmte Gelände zurück. Da auf einmal wurde dos Wasser weniger, wir saßen wieder fest, die Flut war am Weichen. Ich sprang ebenfalls heraus, in das nun seichtere Wasser und nach schweren, mehrstündigen Anstrengungen hatten wir die Fahrrinne er­reicht. Nun hieß es segeln, so schnell es überhaupt möglich war, wollten mir noch vor der völligen Ebbe das weit entfernt gegenüberliegende Heimatufer erreichen und nicht die lange kalte Polarnacht im offenen Boot im Fjord liegen!

Langsam neigte sich am Westhimmel die schmale Sichel des jungen Mondes. Und bann zuckten und flammten über das ganze Himmels­gewölbe mit regenbogenartiger Farbenpracht die tausendfältigen Strahlen des Nordlichtes. Breite immer heller strahlende Farbenbänder rieseln unb zittern vom West- bis zum Ost-Horizont; raketenartig schossen leuch­tend weihe und gelbe und rosafarbene Strahlenbündel vom wolkenlosen Firmament hernieder und blitzten in den hochgehenden Wogen des Nordes widerspiegelnd auf. Wie in einer von Magnesium beleuchteten Tropfsteinhöhle sah man ein Schwingen und Wehen von Lichtfahnen im ganzen Weltenraum. Ein Phänomen, bei dessen Beobachtung und Ge­nießen ich, wie beim ersten Bewundern des unvergleichlichen Schauspiels auf Thule, völlig die schneidend kalte Nacht vergaß. EinNordlicht" von seltener Schönheit!

Das Sternbild des Orion funkelte über ben weißen Häuptern unb der Nord-Ost blähte unser Segel zum Zerreißen, so daß die schäumenden Wellen ständig über die Bordwand des einseitig geneigten Bootes pritzten. Schutz vor der beißenden Kälte suchend, kauerten meine Be­gleiter hinter der höher stehenden Bordwand, nur der sehnige Bursche n der schwarzen Pelzmütze und dem roten Halstuche stand ausrecht im Kiel, mit eisernen Fäusten das Steuer führend, das oft unter den Schlägen der treibenden Eisklötze krachte. Und im Bug stand noch einer, der vorher bis zum Halse im Wasser gewatet war und seine Mütze ver­loren hatte, mit wild zerzausten Haaren, die Hände mit den dicken Faust­handschuhen um die Segeltaue geklammert und mit Falkenaugen Aus­schau haltend auf die Felsenriffe, die jetzt mit der fallenden Flut im Fjord auftauchten. Kurz und wild brüllte er dem Steuermann gegen den Wind das Beobachtete zu, der ebenso schlagfertig die jagende Barke regierte. Plötzlich wieder ein gellender Befehl. Die Fünfe hinter der Bordwand sprangen wie elektristert aus, zwei lösten mit unglaublicher Geschwindigkeit die Segel, währenddessen auch schon die anderen ruder­ten, daß die Riemen krachten. Die Ehbe war schon so weit vorgerückt, daß das Gegenufer bereits unbefahrbar war unb wir fjordaufwärts zur Mündung des nächsten Flusses rudern muhten. Das hieß aber gegen die reißende Strömung der austretenden Flut und den jetzt zum Sturm über­gegangenen Nordost kämvfen. Noch eine verzweifelte Stunde ruderten wir, daß uns schier die Kräfte versagten, dahei schienen mir die Füße in den vorher mit Wasser gefüllten Gummistiefeln vor Kälte vom Selbe sollen zu wollen. Ich dachte aber zähneknirschend an die tapferen Burschen, die tropsnaß bis zum Halse gewesen waren und deren ge= srorene Kleider bei jeder Ruderbewegung knarrten. Kein Wort wurde mehr gewechselt in diesem Kamps mit den ihnen vertrauten Elementen. Dann, auf ein Kommando des Steuermanns, sprangen wieder alle Mann in die Fluten und hatten in kurzer Zeit das Boot auf der kies- unb schlammbebeckten Brandungszone der zurückgegangenen Flut, auf der sie es unter größten Anstrengungen mehrere hundert Meter vorwärts schassten und verankerten. Auch hierbei ließen mich die guten Nordländer nicht ausfteigen unb helfen.

Ein vornehmer, hilfsbereiter und gastfreundlicher Germanenstamm Aif demeisigen Fels im Meer"!