Ausgabe 
21.2.1928
 
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sint) dock Weil sich endlich jeder iveniger oder mehr hinwegsehnt, ieder ein Gässchen an das er gelangen kann, einschlagt oder aufckem nächsten Platze freie Luft und Erholung sucht, löst sich diese Marse nnck au? schmilzt von den Enden nach der Mitte zu, und dieses Fest allgemeiner Freiheit und Lvsgebund«rheit- dieses moderne Satrirnal endigt sich mit einer allgemeinen Betäubung.

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8 SKÄ SÄÄffÄ ^DW^Dalkone sind mit durchscheinenden Papierlaternen verziert,

Fußgängern^ers^cheiiien manchs

Kinderdälle von anno dazumal.

Von Dr. Hedwig Fisch mann.

Tanzende Kinder! Durch die Jahrhunderte schlingt sich der frohe ausgelassene Reigen, wirbelt in D o n a t e l l o s und Luca della R obbias ewig jungen Verkörperungen um Kirchentribunen, sauchzt m goldenen , Farbengluten blühendsten Lebens durch T i z i ans Feste, durch R u b e n s Liebesgärten oder van Dycks heitere Madonnenbilder, fugt sich m die zierlich koketten Sitten des Rokoko, um dann wieder, em Jahrhundert später, aufzujubeln in den ringelreihentanzenden, erdennahen Buben- und Mädelgestalten Hans Thomas Bunt und vielgestaltig .st d e spieqelunq in der Kunst, unendlich reicher und mannigfaltiger ihr Urbild, das Leben, der ewig sich erneuende Quell rauschender Jugendlust.

Aber wie es Zeiten gab, die sich nur dann an der Schönheit der Natur, der Blumen und Bäume erfreuen konnten, wenn ihm die eigene, umbü. dende Hand die Gesetze des Wachsens und der Gestaltung ausgeprägt hatte, so glaubten Epochen überheblichen Besserwissens auch die Aeußerungen anmutiger Jugendlust in das enge Bett selbstersonnener Gelelligkeitsregeln pressen zu müssen. Und so verraten die Kinderfeste und -balle ost mehr vonder Herren eigenem Geist", von der kulturellen oder politischen Ein­stellung eines Zeitalters, als von der im Grunde ihres Wesens stets in den gleichen Ausdrucksformen sich äußernden Kinderseele. Nur sehr wenige Epochen verstanden es, sich selbst so restlos in die jugendliche Psyche einzu- fllhlen, daß ihre Kinderfeste in Wahrheit diesen Namen verdienen, wie das ; licht- und freudedurchslutete Venedig der Renaissance, in dem ein Pietro Aretino die tiefe Kinderliebe und eigene Kindhastigken des Italieners

I -um reinsten Klingen brachte, wenn er die von allen Grazien gesegneten Bambini der Lagunenstadt in reizvollen Festen bei Schmaus und Tanz

^OTu^toirb es für einen jeden Pflicht, ein angezündetes Kerzchen I in der '?>anö zu tragen und die Favoritverwünschung der Romer I

Sia ammazzato chi non porta moccolo! -ErmEet wer^r, Der kein Lichtstümpfchen trägt!" ruft einer dem andern zu,hindern er ch das Licht auszublasen sucht. Anzunden und ausblasenund em un | bündiges Geschrei Sia ammazzato , bringt nun bald Leven uno Bewegung und wechselseitiges Interesse unter di- ungeheure Menge

Ohne Unterschied, ob man Bekannte oder Unbekannte vor stch habe, sucht man nur immer das nächste Licht auszublasen oder das seine wieder anzuzünden und b-i, dieser Gelegmheit das Licht Anzündeuden auszulvschen. Lind ie starker das Gebrüll mazzato von allen Enden widerhallt, desto m^r verliert das Wort von seinem fürchterlichen Sinn, desto mehr veracht man, daß, m«n in Dom sei, wo diese Derwünschung um einer Kleinigkeit Willen m kurzem an einem und dem andern erfüllt werden kann.

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Es ist nun ein eignes Ge,werbe,Gypsz^ttem^^ip

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Auck hier werden Tabarros sowohl von oen u

SSSÄfif« Eharaktermasken mischen

Kostüme ausgeführt. ,

UUI Stehtstrahl von dieser erwärmenden Sonne frei sich entfaltender Jugendlust, nur ein künstliches Scheinwerferlicht scheint über dem Kinder- ball geleuchtet zu haben, dem Kotzebue sFreimütiger im Karneva von 1803 eine vier Spalten lange Beschreibung unter der Ueberschris

Ein fröhliches Kinderfest" widmet. Es war die Zeit, da zum erftenmal dw Kinderballe, die sich dann im 19. Jahrhundert einer so großen Ver- breitung und Beliebtheit erfreuten, am Berliner Hof ihren Einzug hielten, und begierig lauschte die ganze Stadt der Schi lderung die(es t m Hause des Hofmarschalls vonMassow in Anwesenheit aller Mitglwder des tonig lieben Hauses aufgesührten Kindermaskensestes. Uns erscheint beute die Verquickung von naiver Kinderlust mit allegorisch-symbollschen Huldigungs- deklamationen, ja, selbst mit Ausflügen In das Gebiet bei hohen holili!, bie bamals unter bem Gestirn ber russischen Freundschaft stand, seltsam unb unnatürlich. Aber als kulturhistorisches Dokument ist bte Schilderung dieses unkinblichen Kinberballes zweifellos bedeutsam.

Bei bem Erscheinen bes königlichen Hofes im Festsaal ließ sich keim ber kleinen Masken sehen. Erst als bie Königin Platz genommen hatte, schlüpfte unter ihrem Stuhl ein zierlicher Amor hervor, ber ihr einen Pfeil mit der französischen Devise überreichte:Von deinen Augen bring! er in all unsere Herzen." Dann folgte der Einzug des Kinderfestzuges, i bei dem sich natürlicher Jugendzauber mit der Pracht und dem Geschmack der Kostüme zu einem überaus anmutigen Bilde vermahlte. Emen be<

I ^ndkrs reUvollen Anblick gewährten die Kinder des Prinzen vonOramen I ^e nach dem Dan Dyckschen Familienbildnis kostümiert waren. Aber d harmlo'e Treiben wurde gar bald wieder durch eingelernte Huldigung

| ©nniain unterbrochen, bie, bem Zeitgeschmack entsprechend, ih

I Enmbole mit Vorliebe aus ber Sagen- unb Götterwelt entlehnten. Un

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I EBffWsS SOfWSSS KC.Ä£5 stoh mögen die kindlichen Gäste dieses Festes an dem auch dre^d^E NSM-KTNnWL S-r «' »« Ä Äw-Ä* °"°s'-««'"'M* Heiterkeit hingeben durften. ffine ander«

(Fin Kinderball in Wien in den Tagen des Kongresses! E . iffielt von strahlendem Sonnenlicht verklärt, von Kinder lachen 4» SW«iw; »0 dl- h-d- P°w, »m d.,-nl»>u-»

in Wien zusammengekommen war, sich bescheiden Zm Hi natfirli4 unb bas Zepter an die Festesfreude ab treten urußt , Mächtig« Bwä tw ÄflrftÄS *-