Ausgabe 
20.11.1928
 
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I-Hrgang <928

Dienstag, den 20. November

Nummer 95

konnte

e treu geblieben ist. Und, ein : der Weltruhm konnte sie

liest die Dich- . Prinz Eugen, Lehrerinnenberuf auf- versuchen, ganz ihrem

der Novelle vom Ball auf Bon Abschieds von i~"

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JJ-' Heldenverehrung und das Heldische in der Geschichte":Beim Duffnnuler leidenschaftlichen Blätter, dieser Sätze, hinausgeschleudert mit afhnrPvV Eroft, dieser Bildersprache, von den vier Enden der Welt

Dort lebte sie mit ihrer Mutter bis zu deren Tode im Jahre 1915 im alten Haus; an dessen Statt hat sie nun, da es baufällig geworden w^r als ®Usf>T errichtet. Hier wirkt sie als Gutsherrin

al® ' gliche Dichterin Schwedens, die als einzige Frau unter die nAi.

Akademiker ausgenommen und ins Nobelpreiskomitee beru^n dickter'iicken^u'n^^^^^aufgesucht von der ganzen Welt, schaffend am ?..^lrrifchen und am Liebeswerk ihres Lebens- ein mütterlirber

Selma Laaerlöf.

3» ihrem 70. Geburtstage.

Von Hanns Martin Elster.

ds nicht merkwürdig daß es uns in dem Augenblick, da wir dis a Lagerlöfs Leben, Wesen und Werk xu fetern, fast sinnlos dunkt, von ihrem Menschentum und Schaffen zu ipr-chen- meii ja doch völliges Eigentum jedes Deutschen sind der £ Dichtungen liest? Merkwürdig auch, weil das Enrp-

nicht täuscht: die Kunst dieser Erzählerin ist so Eltverstandliches Eigentum geworden, daß man wirklich nicht mehr und ml311 m<?rf)en suchte- So sehr unser Eigentum, wie die Sagen van pipnwl Jerer 3u^"b- da unsere Mutter oder Großmutter uns von Siegfried oder von Schneewittchen erzählte.

mnXn?rIid\ 6ier ®°etr!>C5 Wort von Schiller in lebendiger Ab- unser. Größeren Lohn kann kein Dichter zu seinen Lebzeiten erhalten, als so völlig unser zu werden, in unser Leben läMfMn3 ?i"zugehen, wie die ewig gegenwärtige Volkspoesie. Die Lager- .1° unser, weil sie das Herz eines Volkstums und Volkspoesie Abst ist, Stimme eines Volkes und reinstes Gefühl eines reinen Men­schentums und dadurch Stimme Gottes ...

Eser Aussprüche, gebieterisch und drohend wie die der biblischen ah In- ' "sebte ich das seltsame Empfindeir, in mir etwas Verwandtes ermnrf.» n" vermögen, das im Unterbewußtsein geschlummert hatte, «rn??» 1U*P, Leben, und ich hatte das deutliche Gefühl, daß ich solche £on\?U$ iehreiben könnte." So fand sie zum Stoff den dazugehörigen u. nun war der Durchbruch möglich.

Schon das kränkliche Kind des Leutnants und Gutsbesitzers Laqerlöf , kleinen Hof Marbacka im Värmland fühlte dumpf in sich die Sehnsucht, selbst einmal so schön erzählen zu können, wie die Groß- mutter, die ihr in den Jahren des Gelähmtseins, während sie von den »pieien mit ihren Brudern oder der jüngeren Schwester ausgeschlossen m^' J0 weck und anschaulich alle Sagen, Märchen und abergläubischen N°"iasien der Heimat erzählte. Und als sie selbst, wieder gesund, keine Schule besuchend, einmal hineinsah in die wirkliche Welt, da verschlug ^fitden Atem, diese Wirklichkeit zu durchtränken mit dem r b f Gesichte und Empfindungen. Sie versuchte es vorerst mit fhmLen:c-6od) tonntl deren konventionelle Art nur die Aufmerksamkeit nuger Frauen ^iiin die FrauenzeitschriftDagny" auf sie lenken, freilich schon im glücklichen Schickjalsauftrieb. Man riet ihr, ihre Bildung zu erweitern, Lehrerin zu werden. Und sie stürzte sich mit brennendem Eifer

für die ganze Welt! In mehr ul= t lörer Bucher übersetzt, in Millionen von Banden sind sie über 'di'e 'SrL d überall, wo sie gelesen werden säen sie Güie

Wirf?51 östliche Weltanschauung und Gottesinnigkeit'

sT Löglichl "" <me5 epi'd?än Werkes! Und "welcher Dank S da- ... §rer.r5anle^ l3 oben nicht mehr um eine nur literariicbe nur lat.. Gewiß; man darf nie vergessen, daß diese Weltwirkuna nicht möglich wäre hätte die künstlerische Gestaltungskraft der Laaerkö? künstlerische bleibt die selbstverständliche Voraussetzung der menschlichen Wirkung: die Sprache, die aus dem geschlossenen sckiwe- difchen Volkstinn, erdverbunden, sagendurchblutet, naturnahe aus der Einheit von sechs Millionen Menschen auf einer Erdfläcke fast fnrnt- ^^Äi'^ästand. mit langen Wintern, nur vier MonGen S°m.ner" i.n nordischen Kontrast des Wiuterdunkels und der nüchtevernichtenden Sommerhelle ahnungsreich transzendent erwächst; die Sckqen- ^nd Mär" H^hllsm °äte'r bs 3lVbcJn ^ben dieses Volkes im Berg-/ Wald-, Seen- Ä gehört wie zum Leben eines Kindes, die im Blut dieser hh> .ft!Ue ,nirqctnö bei einem Kulturvolk; die Phantasie die Erde und Himmel umspannt und hinter die Grenzen der Vernunft bÄr -M eJ1^n'a 1 h"6? P'rdverbundsnen Daseins, das noch die Ruhe

Litern Lehrerin zu werden. Und sie stürzte sich mit brennendem Eifer I wie in kaum eUlemS(^meinteVßnn&VlUtU9Bc^tkln(sn7hLKcheJ°2ties"f»recbcr ward^ ^^^"dium in Stockholm, loste sich von der Heimat los, des Wesenhaften anerkennt. Doch über dies Künstlerisch/ hinaus

® ru n b 8 on3 i 9 fahrige, Lehrerin, die die Herzen der Kinder I zuletzt der Gehalt, der gerade wieder bei der Laqerlöf beweist hn6 »r

saust ä (Ä.TXÄ*"

ihrl Ueberlieferungen ihrer Heimat um Gösta Berling schon als den Ekeby sicher folgen wirgespannt dem Weg UOn

.klbm firfhLÄ...1 ^M^noch im Seminar Carlyles | zum Morgenland im Ro.nanJerusalem^ und zw/ife los vE ims"die

Fortsetzung von Gösta Berling",Liljecronas Heimat" auch stofflick ebenso ww die Erinnerungen anMarbacka" (1922) oder die Romane UmflrkT "^!n9 des Generals (1925) oderCharlotte Löwenfkjöld" (1926'' Aber was uns innerlich festhält und für immer bindet, ist nicht dieser äußere Stost, ist vielmehr der Wefensgehalt, ist die Unterströmung ni! sich durch Stoff und Ton als Melodie der Ewigkeit hindurchzieht. Gs ifi die Stimme Gottes, die in Selma Lagerlöfs Schaffen tönt3 Kunst und mfr'hi0? i!tu t Knirstwerk iinmer eine Einheit. Hier erleben

wir die seltene Tatsache, daß sich zu dieser Einest auch noch das Volks-

lirh^.inf^h rbesU' /!'« fSon..eine,3deruItcr hindurch, selbstverständ- hffl dunkt, daß d,e Gosta-Berlmg-Saga oder die Christus-Legenden, daß nhpr ft"berbQrre ^*1? bes kleinen Nils Holgsrson mit den Wildgänsen ober Herrn Arnes Schatz und wie immer ihre warmen, lieben Bücher MJ3 w uns wohnen, war es einstmals nicht. Auch hier war titoe^ 2öbehc9BerbenS °°r bie Schöpfung gesetzt. Doch war es ein orga-

An Selma Lagerlöf.

Von Otto S t ö ß l.

Jede Fülle klingt aus jeder Nähe: Erdbeben Gottesgesang.

Dieses Einfachste weißt D u :

Schwer ist's, Mensch sein!

Du hörst, wie das Dunkle nach Licht ruft. Du siehst, wie die Sonne

Nach den Schattenklüften verlangt.

Zwischen Tiefen und Höh'n

Trägst D u, singenden Fluges

Die Botschaft,

Lerche, dein Silberton

Wirft dem Glanz des Himmels Ruf und Blüte der Erde zurück, Sehnsucht und Antwort.

GietzenerLamilienblatter

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Lehrerin in Lcmdskrona versuchte sie sich an thrpr

N°°°-l- Ball auf Borg LVÄ der'Vf-

ÄtÄiÄSSte&r u.iisuw& IRQ?6?» er? Georg Brandes an Hand der dänischen Slusaabe von -SMMMM T-il-n'i /s ^ ^^re Bildung erweitern und versuchen, ganz ihrem Bande" 3 beutle" noA geschriebene Novellenband "unsichtbare

A essg* srs

Schnf,en und Leben nicht beeinflussen Sie wurde Arnar unabhängig, verließ Landskrona zog mst der Mut7er na^aG» d.e verheiratete Schwester lebte.' reiste quer durch d7e WAt ^wohi'n 7s sie zog, und konnte sich, als sie 1909 den Nobelpreis erhielt hi» fvrj»na 3utauefen°nnCn' 3l,qentli,eimnt- das väterliche Gut Marbacka^zurück-