wirb sie sonst vermissen und dich
stand er auf und warf den Stein fort. Wenn auch im Block, ich muß
Druck und Verlag: Vrühl'sche Aniversitäts-Duch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
Verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. —
und springt wie Shilin, wie der
am Block, damit Und er blickt aus Geradeaus hatte
tragen."
Kostylin wollte nichts von Flucht Horen.
„Nein," sagte er, „für mich ist an kein Entrinnen von hier zu denken.
Ich habe ja nicht einmal die Kraft, mich umzuwenden.
„Dann lebe wohl, gedenke mein nicht im Bösen." Sie küßten sich zum Abschied.
St(©ie‘toüttette den Kopf. Er legte die Hände zusammen und flehte sie an: „Dina, ich bitte dich — Dinuschka, bringe sie mir!
„Es geht nicht an", entgegnete sie. „Man wird es sehen. Alle sind zu
ialdrand gekommen.
denkt er — dann gehe ich tiefer
Shilin ruft Kostylin an: . , „ , . s,,
„Komm. Zum letztenmal wollen wir s versuchen. Ich werde dich
Fremde Tataren nähern sich, ergreifen sie, binden sie, setzen sie auf die Pferde und reiten mit ihnen davon.
Kaum drei Werst waren sie geritten, als sie Abdul mit zwei Tataren begegneten. Nach kurzem Wortwechsel wurden Shilin und Kostylin auf andere Pferde gesetzt — und wieder ging s zurück in ben Aul.
Abdul lacht nicht, wie er sonst pflegt, und seinen Gefangenen gönnt
Sbilin ergriff die Stange, ließ Dina halten und kletterte. Zweimal fiel er zurück — der Block war ihm äußerst hinderlich. Mühsam hielt Kostylin unten die Stange, mühsam wand sich Shilin endlich vollends nach oben. Aus allen Kräften zieht ihn Dina mit ihren Händchen am Hemd und lacht dabei.
Shilin zog die Stange nach oben.
„Trage sie zurück, Dina; man r . . .
Genau verttanv oputn ma-r, was jie vewjuHusu.su,
Russen ganz in der Nähe wären; daß die Tataren fürchteten, dieselben würden in den Aul dringen; daß sie beratschlagten, was nunmehr mit den Gefangenen zu geschehen hätte. < •„
Als die Versammlung auseinandergegangen war, hort Shilin oben ein Geräusch. Er blickt auf. Dina kniet an der Grube, vorgeneigten Kopfes, jo daß ihr Halsschmuck über der Grube baumelt; w e Sternchen blitzen ihre Augen. Aus dem Aermel nimmt sie zwei Kasefladen und wirft sie ihm,We7chalhi'bist du so lange nicht hier gewesen? Ich habe dir Spielsachen gemacht. Hier hast du sie."
Er warf ihr die Spielsachen zu. Sie aber schüttelte den Kopf.
„Es ist nicht nötig", sagte sie. Nach einer Pause fuhr sie fort: „Iwan, man will dich töten."
Sie machte eine Bewegung am Halse.
„Wer will mich töten?" , , ,, . ....
Der Vater Die Alten befehlen es ihm. Aber du tust mir leid.
Da sagte Shilin: „Wenn ich dir leid tue, so bringe mir eine lange -
Hause."
Traurw^sitst Shilinam Abend und denkt: was wird nun geschehen? Immer blickt er nach oben. Sterne blinken, der Mond if> noch niy: auf- gegangen. Vom Minaret hatte der Mulla gerufen, alles wurde still Shilin verfällt in Halbschlaf und kann den Gedanken nicht loswerden: das ^^PlchM^schüttcte sich ihm Lehm auf den Kopf. Er schaute aus. Am anderen Ende der Grube wird eine derbe lange Stange langsam hinab- gAassen sie sticht sich in die Wand, wird wieder losgemacht und gleitet tiefer. Shilin faßt sie und läßt sie zu Boden.
Dankerfüllt blickt er nach oben. Hell blinken die Sterne über der Grube, wie bei einer Katze, glänzen in der Dunkelheit Dinas Augen. Sie biegt ihr Gesicht zum Rande der Grube und flüstert: „
„Iwan! Iwan! Alle sind fortgefahren. Nur zwei sind zu Hause.
Als sie bei Tagesanbruch ankamen, setzte man sie auf die Straße. Die Dorfjugend versammelte sich, schlug mit Peitschen nach den Gefangenen, bewarf sie mit Steinen und gröhlte dazu.
Die Tataren drängten sich um sie, unter ihnen auch der Alte vom unteren Berg. Shilin hört, daß man über sie Gericht halt Man muß sie weiter in die Berge bringen, sagen die einen. Der Alte aber gebietet, man müsse sie töten. 'Dagegen streitet Abdul, er sagt: „
, Ich habe für sie Geld bezahlt und will Losegeld haben.
Nicht« werden sie bezahlen, nur Unheil stiften sie an. Auch ist es sündhaft, Russen zu füttern. Töten — und fertig!"
9 Leb' wohl, Dinuschka. Mein Leben lang werde ich an dich denken. Dina tastete an seinem Rock, um ihm Fladen zuzustecken.
Ick danke dir, artiges Kind!" flüsterte er. „Wer wird dir, wenn
Während sie die Stange zurückbrachte, schleppte sich Shilin bergab. Unten anaelanqt nahm er einen scharfen Stein und versuchte, das Schloß vom Blocke abzu'schlagen. Aber das Schloß ist fest und widersteht. Er hort, wie jemand leichtfüßig den Berg herabspringt und denkt: das ist sicher- lich Dina. Atemlos kam sie, nahm ihm den Stein ab und sagte. „Laß U tiTeilte sich vor ihn auf die Knie, schlug, preßte, mühte sich ab. Ihre Aermchen indes sind schmal wie eine Gerte, sie haben keine Kraft. Sie warf den Stein fort und weinte. Wieder machte Shilin den Ver- , E . i(, , such Dina hockte neben ihm und hielt ihn an der Schulter. Wie er ein«
i — und fertig! ! Pause machte und sich nach links wendet, sieht er eine Rote über dem
Sie waren auseinandergegangen. Abdul tritt zu Shilin und sagt. I ig ’ ber Mond beginnt aufzugehen. Bis d^r Mond heraus ist, denkt
„Erhalte ich nicht in zwei Wochen das Losegelb für euch, so weide 9 .$ bi Schlucht durchmessen, den Wald erreicht haben. SosoA
ick euck peitschen Denkst du dir aber wieder aus, zu entlausen, o schlage I . 2 * '* "»»
ich dich wie einen Hund nieder. Schreibe einen Brief, aber wie es sich nnfiAvt 11
9®iän brachte ihnen Papier. Sie schrieben.
Wieder wurden sie in den Block gesteckt und inan führte sie huster die Aloschee. Dort war ein Graben von fünf Arschin Tiefe; in diesen Graben ließ man sie nieder.
„Ich danke dir, artiges Kind!" flüsterte er. „ ich fort bin, Püppchen machen?"
, Er streichelte ihre Haare. . ,± v .
VI. I Schluchzend bedeckt sie ihren Kops mit den Händen
3br Leben war jetzt jammervoll. Die Blöcke wurden ihnen nicht mehr ein Zicklein den Berg hinauf; in der Dunkelheit hort abgenommen man ließ sie nickt herauf zum Licht. Wie Hunden warf I Halsschmuck ihrer Flechte am Rucken klirrt, man ihnen ungebackenen Teig zu, der Krug mit Wasser wurde hinunter- I bekreuzte sich, ergriff mit der Hand das Schloß geiasseii In der Grube ist Gestank, stickige Lust, Feuchtigkeit Kostylin I C5 $ejn Geräusch verursache, und schlich auf dem Wege, war nicht unbedenklich erkrankt, schwoll auf und suhlte Schmerzen in bie Röte, wo der Mond aufstcigt. Den Weg kannte er. ni[„„ Gijsymasten' immer stöhnt er, ober er schläft. Auch Shilin fühlte I er Werst zu gehen. Wenn er nur, ehe der Mond heraus ist, den sich ni?dkrgNagen E! w!ib nicht,' wie er sich heraushelfen soll. äßato erreicht! Er geht durch das Flüßchen Am Berge lichte es sich
Zwar miUteer den Versuch, zu untergraben. Wo aber sollte er bte I Breits. Aber von der Schlucht aus ist der Mond "ochnichtzusehen, Erde lassen» Auch hatte Abdul es bereits bemerkt und drohte, ihn zu bie Röte jedoch hat zugenommen, an einer Seite der Schlucht wird e» töten. , Heller und Heller. Vergab gleitet der Schatten und nähert sich ihm.
Geduckt sitzt er einst, er denkt an das freie Leben und es ist ihm Shilin geht, hält sich immer im Schatten, er geht so schnell er vermag traurig in der Seele. Ein Fladen fällt ihm plötzlich in den Schoß, noch K^b ist schneller — auch auf der rechten Seite erhellen sich
ein Fladen, und nun schütten sich süße Kirschen aus. Er bückt nach oben I zzergspitzen. Er ist dem Walde nahe. Der Mond steht schon über und sieht Sina. Sie lächelt und läuft fort. Er denkt: wird nicht Dina b^ Berge — hell wie Tag ist die Nacht. Die Blatter an den Baumen helfen? s. I sind zu sehen Auf den erhellten Bergen, als sei alles ausgestorben, ist ei
Er reinigte eine Stelle in der Grube und hob Lehm aus, aus dem er Lm nur unten hort man das Flüßchen murmeln. . s
Figuren formte: Menschen, Pferde, Hunde. Er denkt dabei: wenn Dina 1 ohne jemand anzutreffen, kam er bis zum Wald, suchte ern dunkles fotnrnt werbe ich fle tnr zuwerfen. | sRfnhdien aus unb fehle sich, um ein wenig auszuruhen. einen
Am anderen Tage kam jedoch Dina nicht. Shilin vernahm Pferde- H>a^) ejnen ^ein und begann wieder seine Arbeit am Block; aber stampf. Fremde Tataren kamen angeritten. Bei der Moschee wurde Rat | zerschlug er sich nur die Hände. Er erhob sich und ging auf dem gehalten. Man sprach von den Russen. Shilin horte ^eStttume de-Alten I std @ine Werst mochte er gegangen seim als ihn seineKrüftverließ. du Genau verstand Shilin nicht, was sie verhandelten: ihm ^en ledoch daß » schmerzten; er macht noch einig- Schritte und bleibt stehen. Ich ' ' *---------------- hil>Whpn 1 werde mich weiterschleppen, denkt er, so lange ich es vermag. Setze ich
mich aber, io werde ich nicht wieder aufstehen können. Bis zur Fchung komme ich freilich nicht; wie es aber Tag wird, mache ich Rast im Wald« — und in der Nacht gehe ich wieder.
Die ganze Nacht ging er. Zwei Tataren kamen ihm entgegengeritten, aber Shilin Härte sie' von weitem und verkroch sich bmter einem Saunt
Der Mond begann bereits zu erblassen. Tau siel, leise begann es zu dämmern. Shilin war noch nicht zum Waldrand gekommen
Noch dreißig Schritte will ich machen, denkt er — dann gehe ich tiefer in den Wald und raste. Nachdem er etwa dreißig Schritte gemacht, sieht er, daß der Wald sich lichtet. Wie er an den Rand kommt, ist es bereit» ganz hell. Vor ihm, wie auf der Handflache, liegt die Festung. Und un fern linker Hand im Tal, brennen Feuer; letzt verloschen sie und Rauch steigt auf, und Menschen umdrängen das glimmende Holz Schars bim Shilin hin und unterscheidet durch den Rauch ... glanzende Flintenlans
Von" Freude beseelt, sammelt er die letzte Kraft, klimmt bergab. Verhüte der Allgütige, denkt er, daß hier auf freiem Feld ein reitender Tatar mich sieht: so nahe dem Ziel, ich entkäme nicht.
Kaum war ihm dieser Gedanke gekommen, siehe: links auf bem W etwa zwei Deßjattnen entfernt, halten drei Tataren. Schon haben sie ihn bemerkt, sausen mit verhängtem Zügel aus ihnzu.IhmistzuSmn, krampfe sich sein Herz zusammen — er erhebt die Hande, schreit au» Leibeskräften: „Brüder, befreit Mich! Brüder!
Die Unseren hören den Ruf — Kosaken fitzen auf und sprengen an
Zwar die Kosaken haben es weit, die Tataren sind nahe!. Shilin, m« einer Hand am Fußblock, schleppt sich atemlos den Kosa en entg^ n, seiner selbst nicht mächtig, bekreuzt er sich und schreit: „Bruder. Brno Brüder!"
Die Kosaken sind an fünfzehn Mann. * . ..
Bon Schreck erfaßt, zügeln die Tataren ihre Pferde und halten.
Und jetzt umringen die Kosaken Shilin, fragen ihn: wer er Je, woher: Shilin weint unb kann nur stammeln: Bruder! Bruder.
Reguläre kommen herbei, auch sie umringen ihn. Der gibt ihm D jener Grütze, Branntwein ein anderer, der bedeckt ihn nut dem der schlägt ihm den Block ab. . Sol-
Die Offiziere erkannten ihn und brachten ihn in die Festung. Di baten freuten sich, bie Kameraden versammelten sich um ihn.
Shilin erzählte seine Erlebnisse und schloß: . erheiratet!
„Da habe ich nun die Reise nach Hause gemacht, habe mich verye
Nein, es war nicht mein Geschick." . rourbe
Und er diente weiter im Kaukasus. Einen Monat spater
Kostylin für fünftausend Rubel ausgelöft; kaum lebendig brachte


