kleinen Apparat — ebenso wie Barrd in EnglandundI eu Amerika — eine Art Glimmlampe, die ein rötliches Licht liefen, i größeren Fernseher hat er eine neue Wolframbogenlampe Duram u,ul)g die mit einem besonderen Gas gefüllt ist und sozusagen cl,L.„nn[atnpe zwischen einer gewöhnlichen Wolframbogenlampe und einer ® darstellt. „ ... „ is6t oK aus
Der Gleichlauf zwischen Sender und Empfänger “ö verschiedene Weise sichern. Es ist gelungen, ihn ohne die
große hängt dabei die Feinheit der Unterteilung des Bildes lediglich von der Größe der Scheibe ab. denn wie leicht einzusehen ist, könne« auf einem größeren Umfang mehr Löcher untergebracht werden, d. h., daz Bild kann in eine größere Anzahl von Teilen zerlegt werden. Die Unter, bringung und der Antrieb so großer Scheiben — man kommt bei einer feineren Bildzerlegung auf mehrere Meter Durchmesser — würde nun erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Telefunken-Karolus haben diese aus ehr geschickte Weise umgangen, indem die Löcher aus einer mehrfach gewundenen Spirale angebracht sind. Um nun aber- zu verhindern, daß die Löcher der verschiedenen Windungen das Bild gleichzeitig abtasten, wodurch ein wildes Durcheinander entstünde, dreht sich hinter der Loch, scheibe eine Schlitztrommel, deren Schlitze der wandernden Spirale ge. nau folgen, so daß stets nur eine Bildzeile abgetastet wird. Ein Spiegel im Inneren der Schlitztrommel lenkt den Strahl zur lichtempsind- lichen Zelle ab. Das Bild ist bei dieser Anordnung erst bei einer mehr, rachen Umdrehung der Lochscheibe entsprechend der Zahl der Spiral- Windungen vollständig zerlegt; die Umlaufgeschwindigkeit der Scheib« beträgt also ein Mehrfaches von der einfachen Scheibe.
Für die Zusammensetzung des Bildes im Empfänger verwend«! Mihaly eine gleiche Scheibe wie im Sender. Auch Telefunken-Karoluz benutzt für den kleinen Empfänger eine genau gleiche Anordnung wie ür die ‘ Bildzerlegung. Der große Bildwerfer dagegen, bei dem das Bild auf einer großen Mattscheibe entsteht, arbeitet mit einer schnell umlaufenden Spiegeltrommel. Diese trägt an ihrem Umsang eine der Zahl der Löcher, also der Bildzeilen der Zerlegungsvorrichtung ent- prechende Anzahl kleiner Spiegel, und zwar bei dem auf der B«r- liner Funkausstellung vorgeführten Apparat hundert. Jeder Spiegel ist in bezug auf den vorhergehenden um einen geringen Winkel gegen die Trommelachse gen'eigt. Ein auf den ersten Spiegel fallender Licht- trahl wird vom Spiegel beispielsweise auf die linke Seite der Mali- cheibe geworfen und wandert bei der Drehung der Trommel von oben nach unten. Es entsteht also die erste Zeile des Bildes. Der folgende Spiegel wirft den Strahl infolge der Neigung um ein Geringes nach rechts; die zweite Zeile liegt dadurch dicht neben der ersten. So schreiiei die Bildzusammensetzung fort, bis der letzte Spiegel die letzte Zeile am rechten Bildrand bestreicht. Dann beginnt das Spiel mit dem ersten Spiegel von vorn. Die Geschwindigkeit ist dabei so groß — die Spiegeltrommel dreht sich in der Sekunde etwa zehnmal —, daß das Auge nur ein zusammenhängendes Bild wahrnimmt. Die Spiegeltrommel hat zur Bildzusammensetzung vor der Lochscheibe den großen Vorzug, daß sie die Lichtquelle bei weitern besser ausnutzt. Bei ihr wird das Licht zu einem punttförmigen Strahl zusammengefaßt, während bei der Nipkowschen Scheibe ständig die ganze Bildfläche beleuchtet wer- den muß und die Löcher immer nur das Licht eines einzigen Bildpunktes, also etwa den zehntausendsten Teil der zur Verfügung stehenden Lichtmenge — ober bei feinerer Zerlegung sogar weniger — durchlassen. Dafür ist aber die Spiegeltrommel ganz erheblich teurer als die einfache Lochscheibe, da die Ausrichtung der Spiegel eine sehr sorg- fällige Arbeit verlangt.
Für die Umwandlung der Lichtschwankungen des ab- getasteten Bildes in elektrische Stromschwankungen gibt es verschiedene Wege. Für das Fernsehen kommen aber nur die in tracht, die bei den außerordentlich schnellen Aenderungen — 100000 und mehr in der Sekunde — noch traaheitslos arbeiten. Hierher geboten die lichtelektrischen Zellen, die sog. Photozetten, deren innerer Widerstand sich genau im Verhältnis mit der Belichtung ändert, und die Elektrolytzellen, in denen durch das Licht ein elektrischer Strom erzeugt wird. Seelenzellen genügen den Anforderungen nicht, obwohl man ihre Empfindlichkeit erheblich steigern und die Trägheit wesentlich herabsegen konnte. Meist werden Photozellen benutzt, deren negative Belegung aus Kalium ober einem ähnlichen besonders lichtempfindlichen 'Metall oder einer Metallegierung, zum Beispiel mit Quecksilber, einem Amalgam, besteht und die mit einem chemisch tragen verdünnten Gas gefüllt sind. Auch Telefunken-Karolus und Mihaly verwenden solche verbesserten Zellen.
Für die Uebermittlung an d e n Empfänger kommen woh nur elektrische Wellen in Frage, wobei die Länge der Trägerwelle mi Rücksicht auf die hohe Wechselzahl der überlagerten Zeichen sehr 'M sein muh. Rechnet man beispielsweise mit einer Bildzerlegung mW uw Vildpunkte, wobei jedes Bild in der Sekunde zehnmal abgetastet wir», so aibt das 100 000 Zeichen in der Sekunde. Diese müssen der Trager- welle ausgedrückt werden, die, wenn die Uebertragung sauber sein R etwa hundertmal schneller schwingen muß. Die Senderwelle mutz «io eine Frequenz von 10 Millionen Hertz haben, das bedeutet, daß Wellenlänge nicht größer sein dars als 30 Meter. Dabei ist ein aus 10 000 Einzelpunkten noch ziemlich grob, so daß man tn WirktMm zu noch kürzeren Wellenlängen übergehen muh. Hierbei ergeben i mancherlei Schwierigkeiten, doch ist zu hoffen, daß die seit einiger ö eifrig betriebenen Arbeiten mit kurzen Wellen neue Wege weisen u damit auch dem Fernsehen die Bahn ebnen werden.
Die Umwandlung der beim Empfänger aufgenommene Ströme in Licht muh, ebenso wie der umgekehrte Vorgang, heitslos erfolgen. Auch hierzu steht wieder eine reiche Auswahl v Mitteln zur Verfügung Es seien hier nur die von K arolu5 ns und verbesserte Zelle, die auf einer von Kerr im Jahre 1^75 Erscheinung beruht, und zwei von Mihaly angewendete Lamp wähnt. Die Karoluszelle, die die Schwingungsebene von polarM Licht dreht, dürfte hinreichend bekannt mf»r R
-»egen {eines Konservatismus, wegen seiner Liebe zum Adel, zum tnar- kischen Junker und Offizier oft Gescholtene, der Dichter der preußischen Kriege schreibt: „Das, was die Arbeiter denken, fprechen,schreibenhat das Denken Sprechen und Schreiben der altregierenben Klassen tatsächlich überholt. Alles ist viel echter, wahrer, lebensvoller und begrüßt als Fünfundsiebzigjähriger Hauptmanns „Weber als „vorzüglich, „epochemachend", als „ein Prachtstück der deutschen Literatur. Für unsere Zeit bedingunasloser Kontroversen, unvereinbarer Gegensätze em Beispiel toleranter Klugheit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit.
Wie seine „kleinliche Behaglichkeit" hat man auch seinen ,,Ordnungssinn" für einen Mangel gehalten und nicht erkannt, daß er ein deutsches Element, geordnete Kraft gegenüber Formlosigkeit und unbeherrschter Gewalt vertritt: daß nicht ein künstliches System seine Welt ordnet, sondern daß eine Anlage die Welt schon geordnet vor sein Gesicht bringt. Denn er ist kein Romantiker, er fühlt nicht die verschwommene „Ewigkeit der Unendlichkeit", für ihn gibt es kein vages Welt- und Lebensgefuhl. Von den französischen Vorfahren ererbte romantische Anlagen werden kompensiert von seinem klaren preußischen Rationalismus, von feiner Wirklichkeitsnähe. Er ist der Realist seiner Epoche, «eine französische Phantasie, Ironie und Courtoisie finden ihren Gegenpol in der Ordnung, Redlichkeit, der Sachlichkeit und dem Humor seines Preußentums.
Und gerade seine Liebe zu Preußen machte ihn zu seines Volkes un- nachsichtlichem Kritiker, der mit ungetrübtem Blick und Wirklichkeltsstnn bas Aeußerliche des deutschen Ausstiegs sah und mit klugen Worten in die ?mnmft öeutete, prophetisch die wirtschaftlichen und politiscyen Folgen sehend, die zwanzig Jahre nach seinem Tode Wirklichkeit wurden.
Wie die Dichter seiner Zeit war Fontaine nicht religiös im Sinne bes Dogmas und der Kirche. „Alles, wie auch im Leben des einzelnen, hängt immer an einem Faden, und daß ein hoher Ratseiwille alles Irdische leitet, jedenfalls aber, daß sich alles unserer menschlichen Weisheit entzieht, das muh auch dem Ungläubigen klar werden ' Dieses Gefühl, von der großen unbekannten Macht abhängig zu sein, gibt diesem skeptischen Menschen die sittliche Kraft. ,
Schöne Religiosität und abgeklärte Lebensweisheit des Greises, Der fein Leben wahrhaft gelebt und erfüllt sieht, sagt rückblickend und m der tiefen Einsicht seiner Verbundenheit mit dem Kosmos:
„Leben; wohl dem, dem es spendet Freude, Kinder, täglich Brot, Doch das Beste, was es sendet, Ist das Wissen, daß es endet, Ist der Ausgang, ist der Tod."
Das Problem sss Fernsehens.
Die Sensation der Berliner Funkschan.
Von Wilhelm Buchmann.
(Nachdruck verboten.)
Gut Ding will Weile hoben. Diese alte Weisheit findet man wieder einmal bestätigt, wenn man die Entwicklungsgeschichte des Fernsehens betrachtet. Der Fernseher ist eigentlich nicht erst ein Kind unserer fungsten Zeit, wenn auch vor kurzem die ersten brauchbaren Ergebnisse erzielt worden sind: Zahllose Ersinder haben etwa feit einem halben Jahrhundert daran gearbeitet. Schon hieraus kann man ermessen, welche »rohen Schwierigkeiten sich der Lösung der Ausgabe entgegenftellten.
Wenn erst heute der uralte Menschheitstraum der Erfüllung entgegenreift, so sind Dafür mehrere Gründe zu finden. Zum Fernsehen ist eine Kette von Einzelheiten notwendig; nur der wird seine Arbeiten von Erfolg gekrönt sehen, der auf den zahlreichen Wissensgebieten bewandert ist, die alle in die Gesamtaufgabe hineinspielen. Für „Laien- erfinder" ist also hier kein Raum. Erst die Erfindung der tragheitslofen Verstärker hat die Lösung in den Bereich der Möglichkeit gerückt, nachdem die wichtigsten Grundlagen bereits früher geschaffen waren. Endlich erfordern die Versuche zur Auswahl der geeignetsten Mittel erhebliche geldliche Aufwendungen. ,
Zergliedert man die Vorgänge, die sich beim pxernsehen abspielen, fo kann man folgende wichtige Einzelheiten unterscheiden: Das sem- zuschauende Bild mutz zunächst in einzelne Bildpunkte zerlegt werden. Die Lichthelligkeit der einzelnen Punkte ist in entsprechende elektrische Stromroerie umzuwandeln. Diese Ströme sind dem Empfänger zu übermitteln. Dort müssen sie wieder in Licht von entsprechenden Helligkeitswerten umgesetzt werden. Hieraus ist das Bild zusammenzufügen. Sender und Empfänger müssen unbedingt gleichlaufen. Die Geschwindigkeit endlich muh so groß sein, daß das verhältnismäßig trage Auge den.Einzelvorgängen nicht mehr folgen kann, sondern das Bild als Ganzes auffaßt. In diesen beiden letzten Punkten sowie in der genügenden Helligkeit liegen die größten Schwierigkeiten des ganzen Verfahrens. „ , , . „.,
Für die Zerlegung und Zusammensetzung des Bildes die grundsätzlich gleich sind, gibt es zalMiche Möglichkeiten. Man kann dazu wandernde Blenden, Spiegel, Prismen oder Linsen benutzen oder auch ganz ohne mechanisch bewegte Teile arbeiten. Großer Scharfsinn ist hieraus verwendet worden. So reizvoll die Einzelheiten auch sind, müssen wir uns in dieser kurzen Betrachtung auf die Beschreibung von zwei besonders glücklichen Losungen beschränken, die den Fernsehern von Telefunken-Karolus und Mihaly zugrunde liegen. Je einfacher die Vorrichtungen sind, desto beffer eignen sie sich für den Bau der bei höheren Anforderungen ohnedies nicht ganz einfachen Apparate. Telefunken-Karolus wie auch Mihaly verwenden für die Bildzerlegung die schon im Jahre 1884 von N i p k o w erfundene und nach ihm benannte Lochscheibe. Diese Scheibe hat eine große Anzahl von Lochern, deren Durchmesser der Große der abzutastenden Bildpunkte entspricht. Jedes Loch ist vom vorhergehenden in der Bewegungsrichtung der Scheibe um Bildbreite entfernt, jedoch in der Bildhöhe um Loch- breite versetzt angeordnet. Die Locher liegen also auf einer Spirallinie. Hat diese Spirale wie bei Mihaly nur eine Windung, fo ist das Bild bei einer Umdrehung der Scheibe abgetastet. Bei einer gegebenen Bild-


